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Studiengebühren ("Studienbeiträge") in Deutschland
» Tuition fees in Germany (English version of this page)Hinweis: Auf diesen Seiten geht es nur um Studiengebühren (von der Politik meist "Studienbeiträge" genannt) und Verwaltungskostenbeiträge (und - Sonderfall Berlin - erhöhte Studentenwerksbeiträge für "Langzeitstudierende"), nicht aber um den Semesterbeitrag - der ist normalerweise durchaus sinnvoll. Desweiteren geht es auch nur um die Situation bei grundständigen Studiengängen (inkl. konsekutive Master). Weiterbildende Studiengänge kosten (leider) schon heute teilweise Gebühren - auch in ansonsten gebührenfreien Ländern.
| Beschlossene Studiengebühren1 | Diskutierte Studiengebühren2 | Weitere Beiträge3 |
||
[Einführung] |
Höhe [Zinsen11] |
[geplant ab] |
Höhe | |
| Bundesweit - nächste Bundestagswahlen: Ende 2013 | ||||
| Schwarz-gelb wird keinen Einfluss auf die Länder nehmen. | ||||
| Baden-Württemberg (BaWü) - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2011 | ||||
| Allgemeine [SoSe 07] |
500 € [3,78% / 5,5%] |
keine Änderung | 40 € | |
| Bayern - nächste Landtagswahl9: Herbst 2013 | ||||
| Allgemeine [SoSe 07] |
bis 500 € (FHs mind. 100 €, Unis mind. 300 €) [2,77% / 7,75%] |
keine Änderung | - | |
| Berlin - nächste Landtagswahl9: Herbst 2011 | ||||
| - | - | - | - | 50 € + 16-36 €4 |
| Brandenburg - nächste Landtagswahl9: Sommer/Herbst 2014 | ||||
| - | - | - | 51 € | |
| Bremen - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2011 | ||||
| Langzeit/ (für Externe) [WiSe 06/07] |
500 € | ? | 50 € | |
| Hamburg - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2012 | ||||
| Allgemeine [SoSe 07, Änderung zum WiSe 08/09] |
375 € [zinslos] |
keine Änderung | 50 € | |
| Hessen - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2014 | ||||
| - | - | Langzeit; langfristig bei gleicher Koalition auch wieder Allgemeine (allgemeine Studiengebühren wurden für die Legislaturperiode bis 2014 von CDU und FDP aber ausgeschlossen;SPD, Grüne und Linke sowieso dagegen) | 500 € | 50 € |
| Mecklenburg-Vorpommern - nächste Landtagswahl9: Herbst 2011 | ||||
| - | - | - | bis 50 € | |
| Niedersachsen - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2013 | ||||
| Allgemeine [WiSe 06/07] |
500 € [3,14% / 7,5%] |
keine Änderung | 75 € | |
| Langzeit [erhöht seit WiSe 06/07] | 600-800 € | |||
| Nordrhein-Westfalen (NRW) - nächste Landtagswahl9: 09.05.2010 | ||||
| Allgemeine [WiSe 06/07] |
bis 500 €10 [3,896 / 5,9%] |
Abhängig vom Ausgang der Landtagswahlen Abschaffung denkbar | - | |
| Rheinland-Pfalz (RLP) - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2011 | ||||
| Studienkonten/ Seniorenstudium |
650 € | für Externe ["bei Bedarf"] |
500 € | - |
| Zweitstudium [SoSe 2006] |
650 € | |||
| Saarland - nächste Landtagswahl9: Sommer/Herbst 2014 | ||||
| - | - | Koalitionsvertrag: Langzeit [Zeitpunkt unbekannt] |
500 € | - |
| Sachsen-Anhalt - nächste Landtagswahl9: Frühjahr 2011 | ||||
| Langzeit | 500 € | Allgemeine wg. aktueller Koalition aber unwahrscheinlich |
500 € | X €6 |
| Sachsen - nächste Landtagswahl9: Sommer/Herbst 2014 | ||||
| Zweitstudium | 30-450 € | Langzeit (im Koalitionsvertrag vorgesehen!) ab SoSe 2010 oder WiSe 2010/2011 |
ca. 500 € | 25-150 €5 |
| Schleswig-Holstein - nächste Landtagswahl9: Sommer/Herbst 2014 | ||||
| - | - | Langzeit? | zukünftig? | |
| Thüringen - nächste Landtagswahl9: Sommer/Herbst 2014 | ||||
| Langzeit | 500 € | - | 50 € [WiSe 2007-WiSe 2009] | |
| Stand: 11.02.2010 | ||||
Erläuterungen / Abkürzungen
Allgemeine
Allgemeine Studiengebühren ab dem ersten Hochschulsemester für alle - sollten solche Gebühren eingeführt werden, werden i.a. bisherige Langzeit/Zweistudiengebühren obsolet. Für die meisten Studierenden (aber eben nicht alle!) wird die Möglichkeit bestehen, die Gebühren erst nach dem Studium zu bezahlen, dann allerdings mit (niedrigen) Zinsen. Als Langzeit/ZweitstudentIn, evt. auch als (späteR) FachwechslerIn wird man dieses Darlehen zur Finanzierung der Gebühren nicht bekommen, sondern immer sofort zahlen müssen. Für Details auf die Landesseiten schauen.
Von der Politik werden die allgemeinen Studiengebühren an staatlichen Hochschulen vor allem aus zwei Gründen als "Studienbeiträge" bezeichnet: Zum einen hört sich das angenehmer an ("Beitrag"), zum anderen hat es juristische Gründe. Würde von Studiengebühren gesprochen, müsste eine genau definierte (und auch in Geld quantifizierbare) Gegenleistung durch die Hochschule erbracht werden. Diese genaue Definition ist praktisch kaum möglich. Bei Beiträgen dagegen ist die genaue Definition der Gegenleistung juristisch nicht nötig.
für externe AbiturientInnen
Allgemeine Studiengebühren für alle, die ihr Abitur in einem anderen Bundesland gemacht haben. Könnte Verstoß gegen Verfassung darstellen und ist nicht mehr in der Debatte (als Idee gab es das vor allem in Rheinland-Pfalz - die nun aber die Gebühren für Externe bevorzugen).
Studienkonten
Studienkonten (Gebührenpflicht faktisch spätestens nach 16 Hochschulsemestern)
Seniorenstudium
Gebühren für Seniorenstudium (Gebührenpflicht für alle ab 60)
Langzeit
Langzeitstudiengebühren (ab 10. bis 13. Hochschulsemester)
für Externe
Allgemeine Studiengebühren für "Externe", also alle Studierenden, die nicht im Bundesland selbst wohnen ("Landeskinder"). In Rheinland-Pfalz ab dem 2. Semester vorgesehen (Regelung ist beschlossen, aber nicht in Kraft gesetzt), in Bremen ab dem 3. Semester (dort aber zur Zeit ausgesetzt)! Bremer Regelung wird vom Bundesverfassungsgericht geprüft werden (und damit möglicherweise auch ein Hinweis gegeben, ob die Variante aus Rheinland-Pfalz überhaupt jemals in Kraft treten könnte) - siehe Landeskinderregelung kommt vors Bundesverfassungsgericht: Bremische Studiengebühren verfassungswidrig?.
Zweitstudium
Gebühren für ein Zweitstudium. Achtung: Wer ein Zweitstudium macht, fällt i.a. auch unter die Langzeitstudiengebühren bzw. Studienkonto, weil auch die Semester des Erststudiums zählen.
Fußnoten
1 Die hier aufgeführten Gebühren sind vom jeweiligen Landtag beschlossen oder schon real zu zahlen (oder bereits wieder abgeschafft, der Zeitpunkt der Einführung (also Zahlungspflicht für betroffene Studierende) bzw. der letzten Zahlungspflicht (bei gerade erst beschlossener Abschaffung) ist in der Regel in Klammern angegeben.
2 In den Ländern, in denen die Diskussionen konkreter sind oder sogar schon konkrete Gesetzentwürfe vorliegen, wird in eckigen Klammern der Zeitpunkt angegeben, zu dem die Studiengebühren erstmals greifen sollen (also bezahlt werden müssen) oder abgeschafft werden. Dass die Gebühren schneller kommen, als angegeben, ist unwahrscheinlich. Ist kein Semester angegeben, ist die geplante Einführung noch nicht bekannt. Wegen des nötigen Vorlaufes kann es dann aber frühestens nach mind. einem Jahr zu Gebühren kommen.
3 Wenn nicht besonders gekennzeichnet, sind in dieser Spalte Verwaltungskostenbeiträge, Rückmeldegebühren und Immatrikulationsgebühren (im Prinzip alles dasselbe) zu finden. Sie fallen für alle Studierenden an. "Leistung" wird dadurch nicht geboten, bisher wurden diese Gebühren immer dann eingeführt, wenn im Landeshaushalt Geld fehlte. Nicht gemeint sind damit der normale Semesterbeitrag für Studentenwerk und (falls eine Verfasste Studierendenschaft besteht) Studierendenschaft, in denen teilweise ein Semesterticket enthalten ist. Diese Beiträge haben ihren Sinn.
4 Höhere Sozialbeiträge (Studentenwerk) bei langem Studium
5 Prüfungsgebühren. Weitere Gebühren für ausländische Studierende im Hochschulkolleg, siehe Landesseite.
6 Entgelte für Lernmittel. Gebühren für die Nutzung von Hochschuleinrichtungen, Bibliotheken. Alles noch optional (Hochschule kann Gebühren erheben, muss aber nicht). Siehe auch Landes-Seite.
7 (nicht mehr relevant)
8 Die CDU-Wissenschaftsminister haben sich zwar auf eine 500 € Obergrenze für einzuführende allgemeine Studiengebühren geeinigt. Für einige Zeit dürfte das die Schwelle bleiben. Zur Zeit sieht es sogar aus, dass in den nächsten Jahren keine Erhöhung durchsetzbar ist. Das ist schon fast positiv zu sehen - ursprünglich waren wir davon ausgegangen, dass ab 2010 die ersten Erhöhungsversuche kommen würden.
9 Die Voraussagen und Pläne sind insbesondere in Bezug auf die aktuellen Mehrheitsverhältnisse in dem jeweiligen Bundesland zu sehen. Nach jeder Wahl kann sich das (zumindest theoretisch) drastisch ändern. Daher sind die (voraussichtlichen) Termine der Wahlen genannt.
10 Die Hochschulen KÖNNEN die Gebühren erheben, müssen aber nicht. Die Frage ist allerdings, ob sie nicht (indirekt) von der Politik unter Druck gesetzt werden, auf jeden Fall Gebühren zu erheben ... nach aktuellem Stand haben nur ganz wenige Hochschulen auf Gebühren verzichtet (in den Hochschulsenaten, die das entscheiden, sind ProfessorInnen immer in der Mehrheit und diese Mehrheit ist es dann meist, die entscheidet).
Wichtig für BAföG-EmpfängerInnen: Es lohnt sich, sich über das Studienbeitragsdarlehen zu informieren. Wer relevant BAföG bekommt, muss dann schlielich weniger oder gar keine Studiengebühren zahlen!
11 Gemeint sind hier die nominalen Zinsen (die effektiven liegen meist darunter, sind aber meist nicht allgemein anzugeben) der "Studienbeitragsdarlehen", die es ermöglichen, die allgemeinen Studiengebühren erst nach dem Studium zu bezahlen. Wenn eine zweite Prozentzahl genannt ist, meint dies den zur Zeit garantierten Höchstzins. Details im gesonderten Artikel Studienbeitragsdarlehen.
Die Angaben hier beruhen auf eigenen Recherchen, eine Gewähr dafür kann nicht übernommen werden. Wer von neuen Plänen oder wirklichen Änderungen der hier geschilderten Lage gehört: Bitte informiert uns per Mailformular, damit wir die Information einbauen können. Vielen Dank!
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» Newsletter oder nutzt den
23.01.2010 / Hintergrundtexte zum Thema Bildungsstreik und -reform: Studiengebühren und "unternehmerische" Hochschule [Bundesweit]
Studiengebühren - in Form von Langzeitgebühren oder allgemeinen Studiengebühren - sind ein seit Jahren heftig umkämpftes Thema in der hochschulpolitischen Debatte. Die Einführung von Studiengebühren ist jedoch nicht getrennt von anderen fundamentalen Umbaumaßnahmen an den Hochschulen zu sehen. Wie es dazu kommen konnte, dass Hochschulen heute nicht mehr in erster Linie als öffentliche Einrichtungen verstanden werden, sondern zunehmend als "unternehmerische Hochschulen", die sich auf dem "Wissensmarkt" im Wettbewerb mit anderen Hochschulen behaupten sollen, beleuchtet Wolfgang Lieb. weiter »
22.01.2010 / Rückblick und Ausblick: Fünf Jahre Studiengebührenurteil [Bundesweit]
Am 26. Januar 2010 jährt sich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts mit dem das Verbot von Studiengebühren im Hochschulrahmengesetz aufgehoben wurde, zum fünften Mal. Grund genug, Revue passieren zu lassen, wie es dazu kam und was sich seitdem getan hat. Insbesondere die Entwicklung der letzten Jahre ist interessant: Hatten zwischendurch sieben Bundesländer allgemeine Studiengebühren, sind es ab diesem Sommersemester noch fünf. Und vielleicht schon bald noch eines weniger ... weiter »
21.12.2009 / Jahresausblick 2010: Was sich für Studierende in Gelddingen ändert [Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Thüringen]
Wie jedes Jahr, so ändert sich auch 2010 einiges, was finanzielle Auswirkungen auf Studierende hat. Die Erhöhung des Kindergeldes und die Abschaffung der allgemeinen Studiengebühren im Saarland und der Verwaltungsgebühren in Thüringen sind beschlossen (erstere endgültig, die Gebühren jeweils in erster Lesung). Eine BAföG-Erhöhung zum Oktober 2010 ist angekündigt. Oliver Iost stellt Details dazu und zu möglichen weiteren Änderungen zusammen. weiter »
27.10.2009 / Das Neueste zu Studiengebühren in NRW: Neue Hochschule Ruhr West verzichtet zum Start auf Studiengebühren [Nordrhein-Westfalen]
Die neu gegründete Hochschule Ruhr West verzichtet "zunächst" auf Studiengebühren (also nicht unbedingt auf Dauer, aber immerhin einige Jahre). In NRW kann jede Hochschule selbst bestimmen, ob sie Gebühren nimmt und welche speziellen Ausnahmen sie macht; fast alle haben sich für 500 Euro (dem höchsten möglichen Betrag) entschieden, einige wenige verzichten aber auch ganz auf Gebühren. weiter »
22.10.2009 / Propaganda für Studiengebühren: Studie sieht gebührenfreie Bundesländer als Verlierer [Bundesweit]
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat dieser Tage eine Studie zu Studiengebühren veröffentlicht. Untersucht wurden lediglich Studierende der Medizin anhand der Daten der ZVS. In der zugehörigen Pressemitteilung des DIW wird daraus fast reine Propaganda. Denn es wird (ohne jede Einschränkung zu nennen) behauptet, "Studienanfänger mit sehr guten Abiturnoten schrecken die Studiengebühren [...] kaum ab" und der Schluss gezogen, dass Länder ohne Gebühren doppelt verlieren: Das Geld durch Studiengebühren und die "guten" Studierenden. weiter »
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09.09.2009 / Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien nach der Bundestagswahl wollen [Bundesweit]
27.08.2009 / Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien im Saarland wollen [Saarland]
25.08.2009 / Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien in Brandenburg wollen [Brandenburg]
21.07.2009 / Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien in Sachsen wollen [Sachsen]
13.07.2009 / Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien in Thüringen wollen [Thüringen]
01.07.2009 / Geschwister und eigene Kinder: Mehr Befreiungsmöglichkeiten von Studiengebühren in Bayern [Bayern]
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02.04.2009 / Gegen den Trend: Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht Gebühren [Mecklenburg-Vorpommern]
01.04.2009 / Zinsen im Keller: KfW-Bildungskredite (Studienkredit, BAföG-Bankdarlehen etc.) nach Höchstzinsen im letzten Semester nun sehr günstig [Bayern, Niedersachsen, Saarland]
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