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Auslandsstudium

Studieren in der Schweiz

Befragt man deutsche Studenten nach ihrem Bild von der Schweiz, so ist dieses erstaunlich gut. Bei einer Umfrage bewerteten die Studenten die Schweiz ebenso positiv wie zum Beispiel die Niederlande. Die Schweiz vermittelt das Bild einer landschaftlich schönen Gegend, die auch auf dem Gebiet der Bildung sehr hohen Ansprüchen genügt. 206.000 Studierende sind in der Schweiz eingeschrieben (Stand 2010).

Insgesamt studierten 2010 etwa 37.000 internationale Studenten an schweizerischen Hochschulen.

Gründe für ein Studium in der Schweiz

Die Schweiz steht für Alpenpanorama und Uhren sowie Käse und Schokolade in allen möglichen Variationen. Dass unser Nachbarland sich darüber hinaus auch hervorragend zum Studieren eignet, zeigt sich spätestens an dem Anteil ausländischer Studierender an schweizerischen Hochschulen. Die Nachfrage liegt sicherlich auch darin begründet, dass die schweizerischen Universitäten vergleichsweise klein, dafür aber sehr gut ausgestattet sind.

Das Studienangebot der schweizerischen Bildungseinrichtungen lässt von Diplom über Lizentiat bis Bachelor und Master keine Studienwünsche offen – auch in der Schweiz hat man die Vorteile der internationalen Abschlüsse entdeckt. Für internationales Flair sorgt schon die Vielsprachigkeit: im kleinsten föderativen Staat der Welt werden vier Landessprachen gesprochen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

Studiensystem Schweiz

Die schweizerische Hochschullandschaft ist äußerst überschaubar: neben zehn Universitäten mit umfassendem Studienangebot gibt es zwei Eidgenössische Technische Hochschulen in Zürich und Lausanne, die Ingenieur- sowie Naturwissenschaften anbieten. In der deutschsprachigen Schweiz kann an den Universitäten Basel, Bern, Luzern, St. Gallen sowie Zürich studiert werden. Die Universitäten Neuenburg, Lausanne, Genf und Freiburg liegen im französischsprachigen Landesteil, wobei die Universität Freiburg deutsch- und französischsprachig ist. Die Università della Svizzera italiana befindet sich als einzige in der italienischsprachigen Schweiz. Darüber hinaus gibt es sieben Fachhochschulen; weitere private Hochschulen und Institutionen mit Hochschulcharakter ergänzen die Studienmöglichkeiten.

Auch in der Schweiz wurde auf Bachelor und Master umgestellt

Das schweizerische Studiensystem befindet sich in der Phase der Neuorganisation. Wie in Deutschland waren früher Diplom-Studiengänge verbreitet und das dem Magister vergleichbare Lizentiat. Bis zum Jahr 2010 erfolgte die Restrukturierung der Studiengänge sämtlicher Universitäten nach dem so genannten Bologna-Studienmodell mit den im englischsprachigen Raum üblichen und international anerkannten Bachelor- und Masterstudiengängen. Dabei kann nach drei Jahren der berufsqualifizierende Bachelor-Titel erworben werden; in dem darauf aufbauenden ein- bis zweijährigen Master-Studiengang erfolgt eine fachliche Vertiefung.

Bewerbungsprozedur an Universitäten in den Schweiz

Für die Bewerbung ist prinzipiell die gewählte Hochschule selbst zuständig, die dementsprechend auch über die Aufnahme entscheidet. Es empfiehlt sich, sich vorher ausführlich bei der Hochschule über die Kriterien hinsichtlich Vorbildung und Sprachanforderungen zu informieren – da die schweizerischen Universitäten hohe Anforderungen an die im Abitur enthaltenen Fächer stellen, kann es passieren, dass die deutsche Hochschulzugangsberechtigung nicht ausreicht. In solchen Fällen muss der Bewerber sich der schweizerischen oder kantonalen Maturitätsprüfung unterziehen. Wermutstropfen für Mediziner: ausländische Studierende medizinischer Studienfächer werden in der Schweiz gegenwärtig nicht mehr aufgenommen, da die Kapazitäten der schweizerischen Hochschulen ausgelastet sind.

Kosten und Finanzierungen

In den meisten Fällen müssen ausländische Studierende die üblichen Studiengebühren entrichten, die sich aus der so genannten Kollegiengeldpauschale und den Semestergebühren zusammensetzen. Studiengebühren unterscheiden sich sind je nach Universität sehr stark, mit etwa 1000 Schweizer Franken, also etwa 920 Euro pro Semester, ist allerdings zu rechnen. Im Vergleich zum Studium in englischsprachigen Ländern ist das Studium in der Schweiz trotzdem noch ein relatives Schnäppchen. Bei Nachweis einer schwierigen finanziellen Lage kann man an den meisten Universitäten sogar von den Studiengebühren befreit werden. Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind allerdings höher als bei uns.

Als Finanzierungsmöglichkeiten aus Deutschland kommen beispielsweise Teilstipendien universitärer Austauschprogramme oder Organisationen wie des DAAD, Stiftungsgelder, aber auch Auslandsbafög (leider kein Auslandszuschlag mehr, da die Schweiz wie EU-Länder behandelt wird; andererseits könnte nun das komplette Studium BAföG-gefördert in der Schweiz verbracht werden) oder Bildungskredite des Bundes in Frage. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich um ein kantonales Stipendium zu bewerben.

Anerkennung von Studienleistungen aus der Schweiz

Vor dem Auslandsaufenthalt sollte auf jeden Fall geklärt werden, inwieweit man mit einer Anerkennung der in der Schweiz erbrachten Studienleistungen rechnen kann. Dank Bachelor und Master ist die Anerkennung zwar einfacher geworden, trotzdem sollte man ganz sicher gehen. Bei der Teilnahme an universitären Austauschprogrammen sind Anerkennungsfragen oft schon im Voraus geregelt.

Visum und Krankenversicherung für die Schweiz

Für die Einreise in die Schweiz genügt ein gültiger Reisepass; der Aufenthalt zu Studienzwecken macht allerdings eine Aufenthaltsgenehmigung notwendig, die man bei der schweizerischen Fremdenpolizei beantragt. Diese setzt eine Aufnahmebestätigung der Hochschule sowie manchmal auch den Nachweis ausreichender finanzieller Mittel voraus.

Mit der bei der deutschen Krankenkasse erhältlichen Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card, EHIC) können deutsche Studierende in der Schweiz Medikamente bekommen oder stationär ärztlich behandelt werden. Das Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz impliziert zwar, dass die bei einer ambulanten Behandlung anfallenden Kosten von der deutschen Krankenkasse erstattet werden können – zunächst muss man sie allerdings selbst bezahlen. Auf jeden Fall sollte vor der Abreise mit der deutschen Krankenkasse geklärt werden, ob und inwiefern sich der Versicherungsschutz der deutschen Krankenkasse auch auf die Schweiz erstreckt.



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