Studienwahl
Hochschularten
Neben dem Studienabschluss (z.B. Bachelor oder Diplom) hat man meist auch die Wahl, welche Hochschulart man wählen will - sofern man das Abitur (allgemeine Hochschulreife) hat.Nach den Haupttypen von Hochschularten kann man direkt in unserer Hochschulsuche recherchieren, die spezielleren (und auch selteneren) Hochschularten sind direkt im folgenden Text verlinkt, um eine Übersicht aller Hochschulen (wobei wir für Vollständigkeit keine absolute Garantie angeben können) der jeweiligen Art in Deutschland aufrufen zu können.
Privathochschulen haben wir nicht als eigene Hochschulart aufgeführt, weil dies in unseren Augen nicht zutreffend wäre. Es gibt private Hochschulen als Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und musisch-künstlerische Hochschulen. Bis auf die Tatsache, dass (meist recht hohe) Studiengebühren anfallen und die Betreuung und anderes oft (aber nicht immer) besser ausgestattet ist, gilt alles andere im folgenden gesagte ebenso.
Daneben gibt es einige private Einrichtungen, die sich selbst als Hochschule bezeichnen und ein Studium anbieten, dass aber einer Ausbildung einer Berufsfachschule oder Fachschule entspricht. Ist diese Ausbildung zumindest staatlich anerkannt, ist immerhin BAföG möglich - allerdings nur das BAföG für eine Berufsfachschule oder Fachschule. Solche Ausbildungen / Einrichtungen sind in unserer Suche nicht zu finden.
Inhalt dieser Seite
- Universität / Wissenschaftliche Hochschule »
- Fachhochschule (allgemein) »
- Berufsakademie / Duale Hochschule »
- Pädagogische Hochschule »
- Musisch-künstlerische Hochschule »
- Kirchliche Hochschule »
- Fachochschule für öffentliche Verwaltung und die DHV Speyer »
- "Hochschulähnliche Bildungseinrichtung" »
1. Universität (Uni) / Wissenschaftliche Hochschule
Universitäten (vom lateinischen Wort universitas, Gesamtheit), d.h. wissenschaftliche Hochschulen bieten i.a. einen umfassenden Fächerkanon an ("die Gesamtheit der Wissenschaften"). Sie besitzen das Promotionsrecht und dienen Forschung und Lehre gleichermaßen. Universitäten sind meist deutlich größer als Fachhochschulen und können allein daher mehr fachliche Angebote machen. Aber auch an Hochschulgruppen kultureller, politischer, sportlicher oder sonstiger Art gibt es mehr.
Inzwischen gibt es (gerade unter den privaten Einrichtungen) auch einige Hochschulen, die sich zwar nicht Universität nennen (und teilweise auch eher klein sind), aber als wesentlichen Punkt ebenfalls das Promotionsrecht besitzen. In unser Datenbank werden diese wissenschaftlichen Hochschulen ebenfalls als Universität bezeichnet und sind unter diesem Begriff aufzufinden.
Einige Universitäten haben einen starken technisch-orientierten Schwerpunkt und bezeichnen sich daher als Technische Universität (TU). Ein weiterer Spezialfall sind die beiden Universitäten der Bundeswehr.
Das Studium an einer deutschen Universität setzt in der Regel das Abitur (allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife) voraus. Einige Universitäten (insbesondere frühere Gesamthochschulen) bieten aber auch Zugang für Menschen mit Fachhochschulreife. In Ausnahmefällen gibt es auch die Möglichkeit, über eine Aufnahmeprüfung doch den Zugang zur Uni zu bekommen. (Vor-)Praktika sind nur bei einigen Studienfächern notwendig.
Studienbeginn zum Wintersemester (Oktober, Vorlesungen fangen Mitte/Ende des Monats an) oder seltener Sommersemester (April). Möglicherweise wird sich dies in Zukunft ändern. Die Uni Mannheim hat auf Herbst/Frühjahrssemester (Beginn im August bzw. Februar, Vorlesungen ab Anfang September bzw. Mitte Februar) umgestellt. Hauptgrund dafür ist offenbar, dass die neuen Vorlesungszeiten international besser kompatibel sein sollen. Es gibt Bestrebungen, dies deutschlandweit zu ändern - man muss noch abwarten, ob diese Änderung durchkommen wird.
2. Fachhochschule (FH)
Manchmal auch nur Hochschule (HS) - evt. mit Ergänzung des Schwerpunktes (z.B. Hochschule für Technik) - und Ort / Region bezeichnet. Viele FHs verwenden seit einigen Jahren die englische Zusatzbezeichnung "University of Applied Sciences", übersetzt: "Universität für angewandte Wissenschaften".
Fachhochschulen bilden ihre Studierenden anwendungsorientierter (auf wissenschaftlicher Grundlage) aus als zum Beispiel Universitäten. Im Studium enthalten sind daher folgerictig ein oder zwei Praxissemester. Der Studienbetrieb an Fachhochschulen orientiert sich in erster Linie an der Wissensvermittlung. Forschung hat i.a. eine weniger gewichtige Rolle. Viele Fachhochschulen sind jedoch bemüht um einen Wissenstransfer - vor allem im Technologiebereich - zur Wirtschaft.
Das Studium an einer deutschen Fachhochschule setzt in der Regel zusätzlich zum Abitur (allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife) oder der Fachhochschulreife ein fachbezogenes Vorpraktikum voraus. Z.T. kann das aber auch während der ersten Semester nachgeholt werden. Eine fachspezifische Berufsausbildung oder ein einjähriges Praktikum im Rahmen der Fachhochschulreife wird üblicherweise als Praktikum anerkannt.
Studienbeginn zum Wintersemester (September, Vorlesungen fangen Mitte/Ende des Monats an) oder seltener Sommersemester (März).
- Gängige Profile / Schwerpunktsetzungen
- Fachhochschule für Sozialwesen / Soziale Arbeit (FHS) / Hochschule für Sozialwesen / Soziale Arbeit (HfS)
- Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)
- Fachhochschule für Technik (FHT) / Hochschulen für Technik (HfT)
- Hochschule für Wirtschaft (HfW)
- Fachhochschule für öffentliche Verwaltung
3. Berufsakademie (BA) / Duale Hochschule
Die Berufsakademien (engl.: University of Cooperative Education) bieten ausschließlich kooperative Studiengänge an. Auszubildende bzw. Studierende schließen einen Ausbildungsvertrag mit einer Firma ab und belegen parallel dazu einen dreijährigen Studiengang an einer Berufsakademie, der in Theorie- und Praxisphasen gegliedert ist. Die Theoriephasen finden an den Studienakademien statt, die Praxisphasen finden in den Firmen statt. Die Diplomarbeit (bzw. Bachelorarbeit) wird in Abstimmung mit der Berufsakademie und der Firma geschrieben.
I.a. wird eine zum Leben ausreichende Ausbildungsvergütung gewährt, es kann aber auch BAföG beantragt werden (die Ausbildungsvergütung wird jedoch voll angerechnet).
Die Bezeichnung Berufsakademie ist nur in einigen Bundesländern (u.a. Baden-Württemberg und Sachsen) gesetzlich geschützt. In anderen Bundesländern (z. B. Niedersachsen und Rheinland-Pfalz) werden zwar Berufsakademie-Studiengänge angeboten, diese sind allerdings z.T. nach einem anderen Ausbildungsmodell aufgebaut und vergeben daher auch keine staatlichen Berufsakademie-Diplomabschlüsse.
In Baden-Württemberg wurde zum 01.03.2009 die Bezeichnung Berufsakademie vollständig ersetzt, es wird nur noch die Bezeichnung Duale Hochschule Baden-Württemberg verwendet.
Das Studium an einer Berufsakademie setzt in der Regel das Abitur (allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife) voraus. Eine anschließende Promotion ist nicht möglich, nur bei einem staatlich anerkannten Bachelor-Abschluss könnte evt. über einen anzuschließenden Master letztendlich doch eine Promotionsberechtigung erreicht werden. Man sollte sich vorher sehr genau informieren!
Studienbeginn in der Regel nur im September/Oktober.
» Liste der Berufsakademien in Deutschland
4. Pädagogische Hochschule (PH)
Baden-Württembergischer Sonderweg der Ausbildung von LehrerInnen für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen. In allen anderen Bundesländern werden LehrämtlerInnen an Universitäten ausgebildet, in Baden-Württemberg dagegen nur die Gymnasial- und BerufsschullehrerInnen.
Das Studium an einer PH setzt in der Regel das Abitur (allgemeine Hochschulreife) voraus.
Studienbeginn zum Wintersemester (Oktober, Vorlesungen fangen Mitte/Ende des Monats an) oder seltener Sommersemester (April).
» Liste der Pädagischen Hochschulen in Baden-Württemberg
5. Musisch-künstlerische Hochschule
Bei fast allen Studiengängen an musisch-künstlerischen Hochschulen ist ein Aufnahmeprüfung notwendig, um die künstlerische Eignung unter Beweis zu stellen. Hierbei ist natürgemäß eine gewisse Subjektivität nicht zu vermeiden. Es kann mehrere Anläufe brauchen, bis man einen Platz ergattert, viele geben auch zwischendurch auf.
Die Hochschulen / Akademien haben i.a. relativ wenige Studierende, der Kontakt zu den Lehrenden ist intensiv.
Das Studium an einer musisch-künstlerischen Hochschule / Akademie setzt in der Regel das Abitur (allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife) voraus. Bei herausragender künstlerische Eignung machen aber fast alle Hochschulen diesen Typs eine Ausnahme und nehmen den/die Betreffende auch ohne Abitur auf. An einigen Hochschulen ist von vornherein der Realschul- oder Hauptschulabschluss ausreichend, es kommt "nur" auf die künstlerische Eignung an.
Studienbeginn zum Wintersemester (Oktober, Vorlesungen fangen Mitte/Ende des Monats an) oder seltener Sommersemester (April).
Folgende Profile von musisch-künstlerischen Hochschulen kann man u.a. unterscheiden:
- Kunstakademie / Kunsthochschule
- Musikhochschule (kirchlich / nicht-konfessionell)
- Hochschule für Film und Fernsehen
- Hochschule für Theater/Schauspiel
6. Kirchliche Hochschule
Hier ist zu unterscheiden zwischen einer Theologische Hochschule, die im wesentlichen nur Theologie lehrt und einer kirchlich getragenen Hochschule, diese haben meist den Schwerpunkt Sozialwesen. Daneben gibt es in Deutschland auch eine kirchliche Universität: die Katholische Universität Eichstätt.
Neben dem Abitur (Uni) oder der Fachhochschulreife (FHs) ist bei den konfessionellen Hochschulen bei einigen Studienfächern die passende Konfession notwendig (insbesondere Theologiestudium). Strebt man einen Job bei einer Kirche an, so ist es ebenfalls von Vorteil.
7. Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung (FHöV) und die DHV Speyer
Die Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung (auch Verwaltungsfachhochschulen) sind interne Fachhochschulen des Bundes und der Bundesländer. Sie dienen der Ausbildung der AnwärterInnen für den gehobenen Dienst in der öffentlichen Verwaltung (z.B. Polizei, Finanzverwaltung, Sozialversicherung). Die Ausbildung findet teils an den Fachhochschulen, teils bei verschiedenen Behörden (Praktika) statt. Die Studierenden stehen während ihrer Ausbildung meist in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf (ist nicht in allen Bundesländern so) und erhalten Anwärterbezüge. BAföG ist nicht möglich (aber auch nicht nötig) - für ein weiteres Studium an einer "normalen" Hochschule dann aber auch nicht mehr!
Da es sich um verwaltungsinterne Einrichtungen handelt, kann dort nur studieren, wer von einer öffentlichen Einrichtung an die Fachhochschule abgeordnet wird.
Studienbeginn orientiert sich an den Fachhochschulen, kann aber abweichen (füher). Studiendauer (bei Abschluss Diplom) i.a. verkürzt auf ca. 3 Jahre.
Neben den FHöVs gibt es noch die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften (DHV) Speyer, die den Status einer Universität besitzt und einige Aufbaustudiengänge anbietet.
» Liste der Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung in Deutschland
» Liste aller Hochschulen für öffentliche Verwaltung in Deutschland (inkl. DHV Speyer)
8. "Hochschulähnliche Bildungseinrichtung"
Studis Online hat lange gezögert, die unter diesem Punkt beschriebenen Einrichtungen überhaupt in die eigene Datenbank aufzunehmen. Denn sie sind keine staatlich anerkannten Hochschulen und können selbst keinen Hochschulabschluss verleihen. Durch eine Kooperation ("Public-Private-Partnership") mit einer staatlichen (oder staatlich anerkannten) Hochschule, an der man gegen Ende des Studiums auch formal eingeschrieben sein muss, gelangt man doch an einen staatlich anerkannten Abschluss.
In den Semestern bevor man sich an der kooperierenden staatlich anerkannten Hochschule einschreibt, kann man kein BAföG erhalten. Würde man während dieser Zeit an eine "normale" Hochschule wechseln wollen, könnte es schwierig bis unmöglich sein, bis dahin erbrachte Leistungen anerkannt zu bekommen.
Da man aber bei normalem Studienverlauf an einen staatlich anerkannten Hochschulabschluss kommen kann, haben wir der Vollständigkeit halber auch diese Bildungseinrichtungen in unsere Datenbank aufgenommen, sie aber explizit als "Bildungseinrichtung" und nicht als Hochschule bezeichnet.
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