Studienfinanzierung
Stipendien: Engagement ist gefragt (Seite 1)
Förderung bei den großen Studienförderwerken analog dem BAföG

Im Gegensatz zum Studierenden-BAföG, dass in der Regel zur Hälfte zurückgezahlt werden muss, sind Stipendien ein Geschenk
Grundsätzlich fördern die zwölf staatlich finanzierten Begabtenförderungswerke in der Höhe wie das BAföG (aber man muss eben im Gegensatz zum BAföG später nichts zurückzahlen – "Vollstipendium"). Die konkrete Höhe der Förderung wird wie beim BAföG in der Regel vom Einkommen der Eltern abhängig gemacht. Darüber hinaus gibt es ein Büchergeld in Höhe von 150 Euro/Monat. Für alle StipendiatInnen gibt es schließlich eine "ideelle" Förderung, u.a. in Form von besonderen Veranstaltungen. Die Anwesenheit bei solchen Veranstaltungen wird zumindest teilweise erwartet oder ist sogar Pflicht. Normalerweise sind auch regelmäßige Berichte anzufertigen, in denen man seinen Studienfortgang kommentiert. Andernfalls (oder bei Studienverzögerungen ohne wirklich gute Gründe) kann man aus der Förderung wieder herausfallen.
In unserer Liste der Organisationen weiter unten sind unter 1.a) bis c) nur solche aufgeführt, die – wie gerade beschrieben – Vollstipendien vergeben. Das Geld dafür erhalten sie von der Bundesregierung. Durch die Stiftungen sollen alle gesellschaftlich wichtigen Gruppen repräsentiert werden. Dazu zählen die im Bundestag vertretenen Parteien, die Religionsgemeinschaften, die Gewerkschaften und Arbeitgeber sowie die Bundesregierung selbst. Als einzige große Gruppe bleiben Moslems bisher untertreten.
Neben weiteren speziellen teilweise oder ganz vom Staat oder einzelnen Bundesländern finanzierten Stipendien gibt es schließlich eine Reihe von Organisationen, deren Förderung rein privat finanziert ist. Solche Organisationen vergeben oft nur sehr wenige Vollstipendien oder beschränken die Förderung auf geringere Beträge, so dass man davon allein keinesfalls leben könnte.
Bewerbungsverfahren
Lange Zeit war eine Bewerbung erst nach Beginn des Studiums möglich. Wer auf finanzieller Förderung von Anfang an angewiesen war, musste zu Beginn des Studiums auf BAföG oder anderes zurückgreifen - nicht unbedingt für die Studienentscheidung förderlich (denn ob das mit dem Stipendium klappt, konnte man nicht absehen). Inzwischen hat sich das geändert, fast alle Stiftungen bieten grundsätzlich oder zumindest als Sonderprogramm auch eine Förderung ab Beginn des Studiums an. Vorausgesetzt wird eine rechtzeitige Bewerbung – in der Regel mind. ein halbes Jahr vorher, teilweise noch länger! Einige wenige Stiftungen wollen aber weiterhin erst nach Studienbeginn fördern.
Ausführliche Tipps dazu, wie man sich für ein Stipendium bewirbt, findet Ihr im Artikel Viel Lärm um viel: Stipendien – wie bewerben?.
"Kleine" Stiftungen können auch interessant sein
Neben den hier aufgelisteten Organisationen gibt es weitere kleine Stiftungen, die nur bestimmte Studiengänge oder Hochschulen fördern oder die finanziell zwar nicht zum Leben ausreichen, aber z.B. interessante Mentorenprogramme bieten (ein Beispiel für letzteres wäre e-fellows.net).
Es lohnt sich, an der eigenen Hochschule nachzufragen, ob es noch lokal- oder fachspezifische Angebote gibt. Gerade, wenn es um Teilstipendien geht (die also nicht die ganzen Lebenshaltungskosten tragen können, aber immerhin ein Zuschuss liefern), gibt es noch so einige "Anbieter", die aber eben meist nur lokal/regional aktiv sind. Eine größere Zahl Teilstipendien und zwar (entgegen dem Namen) sogar bundesweit vergibt bspw. der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds.
Am Ende der folgenden Seite findet Ihr Links zu Stipendien- und Förderdatenbanken.
Stipendien für die/den EinzelneN ein Segen, gesamtgesellschaftlich dagegen eher nicht
Dass man Stipendien aus gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht unbedingt positiv sehen muss (wie es die Politik im Allgemeinen tut), zeigt übrigens der Artikel "Nicht Lösung, sondern Teil des Problems", der von einem Stipendiaten geschrieben wurde. Für den/die EinzelneN kann ein Stipendium aber natürlich ein Segen sein.
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