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Auslandsstudium
Studieren in Großbritannien
Ein Studium in Großbritannien wird für internationale Studenten stetig attraktiver. Auch die Deutschen haben das Land auf der anderen Seite des Ärmelkanals mit der Zeit für sich als Studienort entdeckt. Zwischen 1991 und 1996 hat sich die Anzahl der deutschen Studenten dort verdoppelt. Derzeit studieren etwa 10.000 deutsche Studenten an den Universitäten Großbritanniens, an denen insgesamt etwa 1.900.000 Studenten eingeschrieben sind.Vorsicht: Details können zwischen England, Schottland, Wales und Nordirland abweichen! Grundlage dieses Artikels ist vor allem England.
Die Kurse an britischen Universitäten bleiben überschaubar: statt sich wie in Deutschland den Hörsaal mit 500 anderen Studierenden teilen zu müssen, ist in Großbritannien die maximale Kursgröße bei etwa 40 Leuten erreicht. Ein engeres Verhältnis zwischen Student und Professor ist hier die Folge und auch die Lernerfolge sind häufig um ein Vielfaches höher.
Gründe für ein Studium in Großbritannien
Sehr wahrscheinlich wird man sich nicht durch die berühmt-berüchtigten kulinarischen Genüsse Englands oder die blumigen Ausführungen der Regenbogenpresse zu den Geschehnissen im britischen Königshaus von der Nützlichkeit eines akademischen Aufenthaltes im United Kingdom überzeugen lassen. Nichtsdestotrotz gibt es gute Gründe für Großbritannien als Studienland: das renommierte britische Studiensystem verknüpft jahrhundertealte Traditionen mit einer modernen Studienvielfalt.
Studiensystem Großbritannien
112 Universitäten und University Sector Colleges sowie 60 Colleges bzw. Institutes of Higher Education und mit unseren Fachhochschulen vergleichbare Polytechnics prägen das höhere Bildungswesen Großbritanniens. Britische Universitäten verwalten sich selbst, entscheiden insofern auch selbständig über die Vergabe von Studienplätzen und Abschlüssen. Etwas unter dem universitären Niveau liegen die Colleges of Higher Education, deren Lehrangebot allerdings berufsbezogener ausgelegt ist.
Interessante Besonderheiten sind einerseits die University of Buckingham, die einzige private Universität, sowie die Open University (OU), Großbritanniens größte Bildungseinrichtung, an der man fast voraussetzungsfrei eine Art Fernstudium absolvieren kann.
Das Studium in Großbritannien besteht aus dem allgemeineren Undergraduate- und dem vertiefenden Postgraduate-Abschnitt; beide Studienabschnitte können mit jeweils eigenen akademischen Titeln abgeschlossen werden.
Die Undergraduate-Phase wird üblicherweise nach drei Jahren mit dem berufsqualifizierenden Bachelor´s Degree beendet, wobei der akademische Titel je nach Studienfach beispielsweise als Bachelor of Arts oder auch Bachelor of Science bezeichnet wird. Einen anderen allgemein akzeptierten Undergraduate-Abschluss stellt das Higher National Diploma (HND) dar, das man nach zwei Jahren erwerben und mit dem man sich für das letzte Jahr eines Degree-Programms bewerben kann. Der University Foundation Degree (UFD) ist eine neuere, überarbeitete Version des HND, und wird bislang nur von einzelnen Universitäten angeboten. Einige wenige Fächer werden mit dem Diploma in Higher Education (DipHE) abgeschlossen, das auf gleichem Level wie der Bachelor-Titel liegt, aber nur zwei Jahre dauert.
Auch das Postgraduate-Studium eröffnet eine Vielzahl von Abschluss- und Studienmöglichkeiten. Die geläufigste ist das Master-Studium, das je nach Fach eine ein- bis dreijährige, vertiefende und spezialisiertere Fortsetzung des Bachelor-Programms auf höherem akademischem Niveau darstellt. Eine Alternative zum Master-Studium bilden die einjährigen Postgraduate Certificates (PGCert) und Diplomas (PGDip), die hinsichtlich des Anspruches zwischen dem Bachelor- und dem Master-Titel einzuordnen sind. Die so genannten Research degrees kommen für Studenten mit einem Master- oder einem guten Bachelor-Abschluss in Betracht und enden üblicherweise mit dem Erwerb des Doktorgrades.
Aufnahmekriterien für ein Studium in Großbritannien
Die deutsche Hochschulzugangsberechtigung (12. Schuljahr ist ausreichend) stellt die Mindestvoraussetzung für eine Zulassung im Undergraduate-Level, also Bachelor Studium an den Universitäten in England dar. Der Zugang zum spezialisierteren zweiten Studienabschluss, dem Master Studium (Graduate-Level) reicht je nach Universität die deutsche Zwischenprüfung bzw. das Vordiplom nicht aus, sondern der Studienabschluss ist notwendig. Die Anrechnung der deutschen Bachelor- und Master-Abschlüsse ist durch die europaweite Anerkennung im Rahmen des Bologna Prozesses i.a. kein Problem mehr.
Bewerbungsprozedur an Universitäten in Großbritannien
In Großbritannien gibt es je nach Abschluss zwei verschiedene Bewerbungsarten: für ein Vollzeit-Undergraduate-Studium bewirbt man sich zentral beim UCAS (Universities and Colleges Admissions Service). Wer sich dahingegen für Teilzeit- und Postgraduate-Studiengänge interessiert, richtet seine Bewerbung direkt an die Universität. Neben den entsprechenden Bewerbungsformularen besteht die Bewerbung noch aus den Tests zur Überprüfung der Englischkenntnisse sowie den Interviews, einer Art Vorstellungsgespräch. In Großbritannien gibt es für jedes Fach einen intern festgelegten NC; darüber hinaus kann die Hochschule aber auch frei und ohne Begründung darüber entscheiden, ob sie einen Bewerber annimmt oder nicht.
Kosten und Finanzierungen eines Studiums in Großbritannien
Insgesamt ist ein Studium in Großbritannien zwar teurer als in Deutschland, neben den Studiengebühren muss man auch mit generell höheren Lebenshaltungskosten rechnen. Allerdings relativieren sich diese Summen schnell: in Anbetracht dessen, was man in den USA oder Kanada in den ersehnten Bachelor- oder Master-Titel investieren muss, erweist sich das Studium in Großbritannien geradezu als Schnäppchen. Zudem existieren zahlreiche finanzielle Hilfestellungen: mit Auslandsbafög, Bildungskrediten oder Stipendien vom DAAD kann der Aufenthalt teilfinanziert werden. Für an einem Vollstudium Interessierte gibt es zudem die Möglichkeit, sich um die von der Hochschule angebotenen akademischen Stipendien zu bewerben.
In England ist an durchschnittlichen Hochschulen mit Studiengebühren von etwa £ 3.000 pro Jahr (im Undergraduate-Studium ab Herbst 2006, bisher waren es £ 1.500) zu rechnen. Bei einem Studium an einer schottischen Hochschule kann man als EU-BürgerIn bei der Student Awards Agency for Scotland die Übernahme der Studiengebühr beantragen (sie liegt bei ca. 1.700 £).
Anerkennung von Studienleistungen aus Großbritannien
Generell entscheidet die Hochschule, an der man sein Studium in Deutschland fortsetzen will, ob und welche der im Ausland erbrachten Studienleistungen anerkannt werden. Für Studiengänge, die mit einer Staatsprüfung abgeschlossen werden, sind die staatlichen Prüfungsämter zuständig.
Teilnehmer des Sokrates/Erasmus-Austauschprogramms haben weniger Schwierigkeiten hinsichtlich der Anerkennung, da diese im Rahmen der Programme zumeist schon geregelt ist. Darüber hinaus ermöglicht das von der EU-Kommission zur Vereinfachung der Anerkennung von Leistungen zwischen europäischen Hochschulen entwickelte European Credit Transfer System (ECTS) eine gegenseitige Anerkennung – allerdings nur, wenn die entsprechenden Hochschulen am ECTS teilnehmen. In England erworbene akademische Titel dürfen auch in Deutschland getragen werden, allerdings nur in der Originalfassung, eventuell um eine deutsche Übersetzung ergänzt.
Visum und Krankenversicherung für Großbritannien
Innerhalb der EU können Staatsangehörige eines EU-Staates sich bis zu 90 Tagen in anderen EU-Staaten aufhalten, sofern sie im Besitz eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises sind. Bezüglich längerer Aufenthalte kann man sich um eine Aufenthaltsgenehmigung kümmern, welche aber keineswegs zwingend notwendig ist.
Jeder EU-Bürger, der sich rechtzeitig – das heißt natürlich: vor der Erkrankung - registrieren lässt, ist in Großbritannien über den NHS (National Health Service), eine staatliche Institution, krankenversichert.
Unser Partner college-contact.com kann für einige Hochschulen eine kostenlose Einschreibungshilfe anbieten, da college-contact.com diese Hochschulen offiziell in Deutschland repräsentiert und von den Hochschulen bezahlt wird.
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