Studienfinanzierung

Stipendien: Engagement ist gefragt (Seite 1)

Stipendien gibt es von vielen verschiedenen Organisationen. Fast allen ist gemein, dass sie von den Geförderten in irgend einer Form "gesellschaftliches Engagement" erwarten, sei es in einer Partei, in der Kirche oder in Vereinen und Initiativen. Zunächst ein paar Grundlagen, bevor wir die größeren Stiftungen mit weiteren Details auflisten.

» Direkt zu den Details der großen Stiftungen, die Stipendien vergeben

Förderung bei den "Großen" meist analog dem BAföG

Grundsätzlich fördern die "großen Stiftungen" in der Höhe wie das BAföG (aber man muss eben im Gegensatz zum BAföG später nichts zurückzahlen – "Vollstipendium"). Die konkrete Höhe der Förderung wird wie beim BAföG in der Regel vom Einkommen der Eltern abhängig gemacht. Darüberhinaus gibt es aber oft ein Büchergeld (meist in der Höhe von ca. 80 Euro/Monat ). Für alle StipendiatInnen gibt es schließlich eine "ideelle" Förderung, u.a. in Form von besonderen Veranstaltungen. Die Anwesenheit bei solchen Veranstaltungen wird zumindest teilweise erwartet oder ist sogar Pflicht. Normalerweise sind auch regelmäßige Berichte anzufertigen, in denen man seinen Studienfortgang kommentiert. Andernfalls (oder bei Studienverzögerungen ohne wirklich gute Gründe) kann man aus der Förderung wieder herausfallen.

In unserer Liste der Organisationen weiter unten sind unter 1. bis 3. nur solche aufgeführt, die – wie gerade beschrieben – Vollstipendien vergeben. Gleichzeitig sind dies die Organisationen, die vom Staat direkte Förderung für Stipendien erhalten. Darüber hinaus gibt es aber noch eine Reihe von Organisationen, deren Förderung rein privat finanziert ist. Solche Organisationen vergeben oft nur sehr wenige Vollstipendien oder beschränken die Förderung auf geringere Beträge, so dass man davon allein keinesfalls leben könnte.

Bewerbungsverfahren

Bei einigen Stiftungen muss man von anderen vorgeschlagen werden, bei den meisten kann man sich selbst bewerben. So oder so schließt sich ein Auswahlverfahren an. Von einem solchen der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) haben wir einen Erfahrungsbericht vorliegen. Auch wenn jede Stiftung im Detail anders vorgeht - der Bericht ist sicher lesenswert. Wer sich dagegen speziell beim Evangelischen Studienwerk Villigst bewerben will, der findet wissenswertes in diesem Artikel.

Lange Zeit war eine Bewerbung erst nach Beginn des Studiums möglich. Wer auf finanzieller Förderung von Anfang an angewiesen war, musste zu Beginn des Studiums auf BAföG oder anderes zurückgreifen - nicht unbedingt für die Studienentscheidung förderlich (denn ob das mit dem Stipendium klappt, konnte man nicht absehen). Inzwischen hat sich das geändert, fast alle Stiftungen bieten grundsätzlich oder zumindest als Sonderprogramm auch eine Förderung ab Beginn des Studiums an. Vorausgesetzt wird eine rechtzeitige Bewerbung – in der Regel mind. halbes Jahr vorher, teilweise noch länger! Einige wenige Stiftungen wollen aber weiterhin erst nach Studienbeginn fördern.

"Kleine" Stiftungen können auch interessant sein

Neben den hier aufgelisteten Organisationen gibt es noch eine Menge, die nur bestimmte Studiengänge oder Hochschulen fördern oder die finanziell zwar nicht zum Leben ausreichen, aber z.B. interessante Mentorenprogramme bieten (ein Beispiel für letzteres wäre e-fellows.net).

Es lohnt sich, an der eigenen Hochschule nachzufragen, ob es noch lokal- oder fachspezifische Angebote gibt. Gerade, wenn es um Teilstipendien geht (die also nicht die ganzen Lebenshaltungskosten tragen können, aber immerhin ein Zuschuss liefern), gibt es noch so einige "Anbieter", die aber eben meist nur lokal/regional aktiv sind. Eine größere Zahl Teilstipendien und zwar (entgegen dem Namen) sogar bundesweit vergibt bspw. der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds.

Stipendien für die/den EinzelneN ein Segen, gesamtgesellschaftlich dagegen eher nicht

Dass man Stipendien aus gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht unbedingt positiv sehen muss (wie es "die Politik" im Allgemeinen tut), zeigt übrigens der Artikel "Nicht Lösung, sondern Teil des Problems", der von einem Stipendiaten geschrieben wurde. Für den/die EinzelneN kann ein Stipendium aber natürlich ein Segen sein.








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