Studienfinanzierung
KfW-Studienkredit der KfW Privatkundenbank
| Konditionen im Überblick (Stand 01.04.2010, ohne Gewähr!) | |
| Das Darlehen | |
| Monatliche Höchstrate | 650 € (Mindestrate: 100 €) Mit der ersten Rate fallen Zinsen an, die von der monatlichen Rate gleich abgezogen werden. Man bekommt also etwas weniger ausgezahlt. |
| Dauer | 5 Jahre, auf begründetem Antrag Verlängerung um bis zu 2 Jahre |
| Kosten und Gebühren | Es fällt eine einmalige Aufwandsentschädigung für den Vertiebspartner in Höhe von 238 Euro an. Der Vertriebspartner ist die Bank, bei der man Antrag und in Folge Studienbescheinigung und einmal den Leistungsnachweis vorlegt. Die Aufwandsentschädigung wird von der KfW vofinanziert, ist aber mit den eigentlichen Schulden aus dem Kredit zurückzuzahlen. |
| Einschränkungen | Kredit grundsätzlich erhältlich für Vollzeit-Studierende im Erststudium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland, jedoch allerhöchstens bis zum 14. Fachsemester möglich (Urlaubssemester zählen dabei nicht als Hochschulsemester). Bei Fachrichtungswechsel werden bereits geförderte Semester von dieser Semesterzahl abgezogen, wg. des erforderlichen Leistungsnachweises nach fünf (nur bei nicht-Bachelor/Master-Uni-Studiengängen sechs) Fördersemestern ist ein Wechsel schwierig, wenn man von Anfang an einen Kredit bekommen hat (siehe ausführlicher hier). Solange man noch keine KfW-Studienkredit erhalten hat, müsste es aber möglich sein, auch nach Fachrichtungswechsel das gesamte Studium den Kredit zu erhalten. Aufbaustudiengänge werden nicht gefördert (Ausnahme: direkt auf einem Bachelor aufbauende Master können gefördert werden). Weitere Voraussetzungen: Deutsche und EU-Staatsangehörige mit Mindestaufenthaltsdauer 3 Jahre im Bundesgebiet; Höchstalter bei Finanzierungsbeginn: 30 Jahre; nach dem 5. (FH oder Bachelor) bzw. 6. (Uni, nur wenn KEIN Bachelor/Master) Fördersemester ist ein Leistungsnachweis über das Vordiplom bzw. vergleichbare Leistungen vorzulegen (siehe ausführlicher hier). Ein Rechtsanspruch auf Gewährung des Kredites besteht NICHT. |
| Die Rückzahlung | |
| Beginn | 6 bis 18, u.U. bis 23 Monate Tilgungsfreiheit nach Ende des Studiums |
| Zinssatz | z.Zt. 3,29% nominal (siehe für Details und den Zinsverlauf der letzten Jahre hier, Höchststand bisher 6,5%!, bei Vertragsbeginn wird eine Zinsbegrenzung nach oben angegeben, die für 15 Jahre garantiert wird; aktuell 8,7%) |
| Ratenhöhe/Dauer | i.d.R. auf 10 Jahre Rückzahlung kalkuliert, bis 25 Jahre möglich, Änderungen des Tilgungsplans und außerplanmäßige Tilgungen durch KreditnehmerIn sind möglich |
| Beantragung | |
| Zunächst prüfen, ob an einer förderfähigen Hochschule studiert wird. Nur dann ist der Kredit zugänglich, ein Antrag kann über das Online-Portal gestellt werden und muss schließlich einem Vertriebspartner der KfW vorgelegt werden. Vertriebspartner sind u.a. einige (nicht alle!) Sparkassen, Volksbanken und Studentenwerke. Die KfW listet ihre Vertriebspartner hier auf. Bundesweite Anbieter sind die Targobank, Commerzbank, HVB-HypoVereinsbank und MLP. | |
Einschätzung von Studis Online (Stand 17.04.2009)
Besser als keine Finanzierung ist ein Studienkredit auf jeden Fall. Bis auf die wenigen anderen Beispiele geben "normale" Banken Studierenden nur schwer einen Kredit. Diejenigen, die das in Form eines Studienkredites tun, wollen mehr Zinsen (Deutsche Bank oder Dresdner Bank, vor allem während der Rückzahlungsphase!) und/oder bieten nur eine Teilfinanzierung (Sparkassen, Volks+Raiffeisenbanken in Bayern, Deutsche Bank in den ersten beiden Semestern). Allerdings sind fast alle diese Kredite potentiell mit variablen Zinsen ausgestattet. Dresdner und Deutsche Bank haben die Zinsen seit Jahren nicht verändert, die KfW orientiert sich am EURIBOR und hatte schon einen Höchstzins von 6,5% (ursprünglich sollte es sogar noch mehr sein). Trotzdem ist über die letzten Jahre der KfW-Kredit in den meisten Fällen günstiger als die meisten anderen Angebote.
Allerdings muss man bei der KfW 232 Euro Gebühr zahlen (nicht sofort, aber bei der Rückzahlung muss diese mit abgezahlt werden). Will man z.B. insgesamt nur 2400 Euro, so machen allein schon die Gebühren fast 10% aus.
Wer nur eine kleine Zusatz- oder - z.B. am Ende des Studiums für begrenzte Zeit - eine Vollfinanzierung braucht, der kann evt. bei der Deutschen Bank besser wegkommen. Sonst sollte man am ehesten bei der KfW zugreifen, wenn z.B. Jobben keine Alternative ist. Die Bedingungen sind nach heutigem Stand verglichen mit anderen Studienkrediten am günstigsten, sofern es um viele Tausend Euro geht.
Im Vergleich zum BAföG bleiben Studienkredite immer die schlechtere Lösung. Das BAföG selbst müsste aber noch verbessert werden - nur da will niemand Geld für locker machen oder grundlegende Veränderungen vornehmen. Dabei wäre es eine bessere und sozial gerechtere Maßnahme, als die Vergabe von Studiendarlehen.
Traurig ist es aber, dass das Studiendarlehen-Modell erst im Zusammenhang mit der geplanten Einführung von allgemeinen Studiengebühren von der KfW präsentiert wurde (teilweise in Kooperation mit bekennenden Studiengebührenbefürwortern wie dem CHE - siehe hier). Es besteht die Gefahr, dass gewisse PoliikerInnen - zumindest langfristig - damit vor allem die Studiengebühren "sozialverträglich" abfedern wollen. Dabei sind die sozialverträglichste Art von Studiengebühren immer noch keine Studiengebühren. Auch ist ein verzinster Kredit mit Zinsen immer schlechter als das BAföG und wird Menschen aus finanzschwachen Familien eher vom Studium abschrecken. Noch gibt es aber das BAföG - daher sollte man das KfW-Produkt als Ergänzung ansehen.
Die Sache mit dem Leistungsnachweis (auch nach Fachrichtungswechsel!) - inzwischen etwas unproblematischer (Stand 29.06.2010)
Wer sein Studium von Anfang an mit dem KfW-Studienkredit finanziert, hat ein großes Problem, wenn er sein Studienfach wechselt. Denn beim KfW-Studienkredit gibt es keinen Aufschub des Leistungsnachweises wie beim BAföG. Er wird grundsätzlich nach dem 5. Fördersemester (nur bei nicht-Bachelor/Master-Uni-Studiengängen nach dem 6. Fördersemester) fällig und erwartet normalerweise die Leistungen von 4 vollen Semestern.
Seit SoSe 2010 ist die KfW etwas gnädiger (auch wenn das von der KfW nicht schriflich dokumentiert wurde und nur auf explizite Nachfrage erwähnt wird). Wer mind. 90 CP als Leistungsnachweis vorlegt (was in der Regel der Leistung von 3 Semestern entspricht), kann wohl weiter den Kredit erhalten. Trotzdem sollte man immer versuchen, dazu die 120 CP zu erreichen, denn die interne Regelung mit den 90 CP ist eher eine Art "Good-Will" der KfW, auf den man sich nicht 100% verlassen sollte (aber - wenn es nicht anders geht - nun doch hoffen kann).
Wer zunächst ohne Kredit studiert (wie auch immer finanziert und egal wie lange) und erst nach einem Fachwechsel den KfW-Studienkredit nutzt, hat kein besonderes Problem. Hier hat er dann mind. fünf Semester Zeit für den Leistungsnachweis. In dem Fall also eine günstigere Regelung als beim BAföG (wobei es beim BAföG ja bei guten Gründen auch die Möglichkeit eines Aufschubs gibt).
Unser Artikel Plötzlich gibt es nichts mehr: Probleme mit dem Leistungsnachweis beim KfW-Studienkredit ist mit der neuen (internen) Regelung bezüglich der Leistungspunkte also nicht mehr Stand der Dinge, aber bleibt zur Dokumentation natürlich erhalten. Vielleicht hat ja auch das Nachfragen von uns und anderen Studis Online-NutzerInnen dazu beigetragen, dass die KfW ihre Regelung inzwischen zumindest auf Nachfrage freundlicher gestaltet hat.
Mehr zur Entwicklung des KfW-Angebotes bei Studis Online
- KfW-Bildungskredite (Studienkredit, BAföG-Bankdarlehen etc.) bleiben günstig (01.04.2010) »
- Attraktivität gestärkt? KfW erhöht Zinsen für KfW-Studienkredit doch nicht so stark (17.10.2008) »
- Zwischenbilanz: 23.300 Studierende nutzen KfW-Studienkredit (02.05.2007) »
- BAföG vs. Studienkredite: Des einen Freud', des anderen Leid (18.07.2006) »
- BMBF gibt grünes Licht für KfW-Studienkredit (09.02.2006) »
- KfW-Studienkredit erst ab Sommersemester 2006 (10./11.07.2005) »
- CHE, KfW und Stifterverband präsentieren Studiendarlehen-Modell - und wollen Studiengebühren (17.02.2005) »
- Wie teuer Studiengebühren und Studium auf Pump werden (01.02.2005) »
- Bankkredite für Studiengebühren und Lebensunterhalt? (12.01.2005) »
- KfW-Studienkreditprogramm (Seite der KfW zu ihrem Angebot) »
- Koalition willigt in Studienkredite ein (FTD, 07.02.2006) »
- Jahresauftakt-Pressekonferenz 2005 der KfW (dort ging es vor allem auch um den geplanten Studienkredit) »
- Campus & Karriere-Sendung am 01.07.2005 bei Deutschlandfunk »
- KfW Bankengruppe verschiebt Start des Studienkreditprogramms (Presseerklärung der KfW vom 10.07.2005) »
Diese Seite verlinken »



