Lernen

Lerntechniken

Das beste Zeitmanagement, die größte Motivation und höchste Konzentration bringen nicht viel, wenn es mit dem Lernen selbst nicht klappt. Dann sind Frustergebnisse vorprogrammiert. Die meisten Studierenden entwickeln früher oder später ein eigenes Lernsystem. Doch nicht immer ist dieses effektiv oder hilfreich. Auf der einen Seite sind die Studierenden, welche zu intensiv zu tief lernen und nie mit dem Stoff durchkommen. Auf der anderen Seite besteht das Problem in zu oberflächlichem Lernen, der Stoff bleibt nicht im Gedächtnis. Jede und jeder wird eigene Probleme haben. Um mit dem Lernen besser klarzukommen, ist es wichtig, sich den Prozess des Lernens klarzumachen.

Der Prozess des Lernens
  1. Wahrnehmen: Was steht da?
  2. Sich verbinden: Wie stehe ich zu dem Inhalt? (Sympathie, Antipathie, Ziele…)
  3. Verarbeiten: Hinterfragen, analysieren
  4. Individualisieren: Was ziehe ich für mich aus dem Inhalt, was brauche ich?
  5. Üben, vertiefen, wiederholen
  6. Wachsen der Fähigkeiten
  7. Kreativität, Weiterentwicklung, neue Ideen, Forschung
Den meisten fällt der fünfte Schritt, das Üben und Vertiefen, am schwersten. Man sollte sich daher nicht wundern, wenn es langsamer vorangeht als gedacht.

Um das Lernen zu erleichtern und vor allem dem Vergessen entgegenzuarbeiten, gibt es verschiedene Techniken. Nicht jede Technik kommt jeder oder jedem Lernenden entgegen. Hier gilt wieder einmal, die für einen selbst, individuell richtige Technik zur Aneignung des bestimmten Lernstoffes ist herauszufinden.

Grundlegend: Strukturierung des Lernstoffes

Grundsätzlich gilt: Gut strukturierter Lernstoff lässt sich leichter behalten, als Dinge, die chaotisch mal von hier mal von dort gelesen werden. Es gilt also, die Struktur des aktuellen Lernstoffes herauszufiltern und in sinnvolle Lernblöcke zu untergliedern. Selbst gewählte Ordnungsbegriffe und ein eigenes System werden hierbei von vielem Stoff gefordert. Orientieren kann man sich zunächst an Einteilungen in Vorlesungen und Kapitelüberschriften im Buch.

Eine Vielzahl von Techniken

Verschiedene Menschen lernen verschieden. Deswegen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken. Nicht jede wird zu jeder oder jedem Studierenden passen. Oder nicht jede Methode wird für jedes Studienfach Sinn machen, da die Techniken unterschiedliche Schwerpunkte setzen. So gibt es z.B. andere Techniken für das Lernen aus Texten als für das Merken von vielen Informationen.

Daher werden die einzelnen Techniken im Folgenden kurz vorgestellt.



Technik zur Bearbeitung von Texten (SQ3R)

Es handelt sich um eine zeitintensive Technik. Dafür ist der gelesene Stoff jedoch ausführlich bearbeitet und wird aufgrund der Wiederholungen gut behalten. weiter »

Lernen aus Texten

Weniger zeitintensiv als die SQ3R-Methode ist eine strukturierte Art mit dem zu lernenden Text umzugehen. Wichtigstes Werkzeug sind hierbei Markierungen. weiter »

Mind Mapping

Das Mind Mapping ist insbesondere hilfreich, wenn viele Informationen und Unterpunkte eines Themengebietes im Gedächtnis verankert werden sollen. Dies geschieht mit Hilfe von sogenannten »Mind Maps«. weiter »

Loci-Methode

Diese Methode ist den meisten aus dem Fernsehen bekannt. Sie eignet sich insbesondere für das Auswendiglernen vieler Informationen und arbeitet anhand von Vorstellungsbildern, die an bestimmten Orten „abgelegt“ werden und beim Gedanken an diesen Ort wieder auftauchen. weiter »

Karteikarten

Lernen mit Karteikarten kann helfen, die Inhalte zu komprimieren und erleichtert die Wiederholung sowie die Kontrolle über den bereits gelernten Stoff. Im Gegenzug braucht man jedoch viel Zeit und – je nach Gebiet – viele Karteikarten. weiter »

Weitere Gedächtnismethoden

Wem die Loci-Methode noch nicht ganz zusagte, oder wer gern noch ein paar mehr Anregungen möchte, kann sich auch mit weiteren Techniken zum Speichern einzelner Informationen beschäftigen. Kurz vorgestellt werden hier noch die Geschichtentechnik, die Schlüsselwortmethode und das Arbeiten mit Akronymen (Kunst-Wörter). weiter »



Wiederholen

Jeder Stoff, egal mit welcher Technik angeeignet, muss wiederholt werden um sich zu festigen. Neben der Schriftlichkeit ist hier insbesondere zu beachten, dass Wiederholungsphasen in den Zeitplänen von Anfang an enthalten sein sollten. Das Wiederholen sollte aktiv gestaltet sein, so z. B. durch das Anlegen einer Lernkartei. Damit der Stoff nicht unübersichtlich wird ist er auf das Wesentliche zu reduzieren. Selbst Fragen stellen und diese beantworten, sich von anderen abhören lassen, alte Prüfungsfragen durchgehen fördert das Behalten. Die Rekonstruierung von Wissen sollte hierbei geübt werden. Ruhig etwas nachdenken, wenn die Antwort nicht sofort präsent ist. Oftmals lässt sich die Antwort herleiten.

Ähnliche Inhalte sollten nicht direkt hintereinander gelernt oder wiederholt werden. Die Wiederholungsphasen sollten angenehm und abwechslungsreich gestaltet sein. Feedback von anderen, Sichtbar machen von Lernfortschritten (z. B. für jede gewusste Einheit ein Kreuz in den Zeitplan machen, Punkte kleben etc…) und Sportsgeist entwickeln helfen der Motivation.

Ein Wiederholungsplan kann z. B. so aussehen: Jeden Vormittag eine Wiederholungseinheit für den Stoff des vorherigen Tages, am Ende jeder Woche eine Wiederholung des Lernstoffes der Woche, am Ende eines Monats eine Wiederholung des in diesem Monat gelernten und vor der Prüfung eine –obligatorische! – Wiederholung des gesamten Stoffes.




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