Lernen

Die Gestaltung des Arbeits- und Lernplatzes

Den perfekten Arbeitsplatz gibt es nicht. So individuell wie Menschen sind, so individuell sind die Bedürfnisse und daher auch der Arbeitsplatz. Es gibt jedoch einige Hinweise, die generell zu beachten sind.

Zunächst sollte man herausfinden, wo man lernt: Bibliothek (hier sind einige Unibibliotheken), daheim oder eine Kombination aus beidem. Der eine wird durch sein Lebensumfeld (Telefon, Kühlschrank, Haushalt, Mitbewohner…) so sehr abgelenkt, dass er lieber in die Bibliothek geht, der andere möchte gerne seine Materialien liegen lassen um am nächsten Tag direkt wieder einsteigen zu können und zieht daher den eigenen Schreibtisch vor. Jeder muss diese Entscheidung für sich alleine treffen. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch.

Wer sich unsicher ist, sollte ausprobieren gehen. Oftmals gibt es zur Unibibliothek auch in der Stadt Alternativen, öffentliche Büchereinen, Archive, Arbeitsplätze in Museen.

Wir werden uns nun schwerpunktmäßig den Arbeitsplatz zu Hause ansehen, da man hier die meisten Gestaltungsmöglichkeiten hat.

Arbeitsplatz und Entspannungsplatz strikt trennen!

Zunächst ist es wichtig, einen festen Arbeitsplatz zu haben. Und diesen Platz nur zum Lernen nutzen. Nicht um zu essen, Zeitung zu lesen, Fern zu sehen, etc. Im Gegenzug sollte man die „Entspannungszone“ nicht zum Arbeiten nutzen (also z.B. den Lieblingssessel in dem man immer das gute Buch liest heute mal zum Lernen nutzen). Der klassische Lernplatz ist der Schreibtisch. Es gibt aber auch Menschen, die viel besser auf dem Fußboden (z.b. auf einem speziellen Teppich, Tuch), dem Bett (hier kann zur Unterscheidung eine „Lerntagesdecke“ helfen), einem Extra-Tisch in der Küche oder… lernen.

Sollte eine strenge Trennung nicht möglich sein, kann man sich mit Tricks und Ritualen behelfen. Hat man z.B. nur einen Tisch, der als Schreibtisch, Esstisch, Kaffeetisch etc. herhalten muss, so kann man die Position ändern, zum Essen eine Tischdecke unterlegen. Andere Rituale sind z.B. den Teddybär auf den Schreibtisch setzen, ein „Lern-T-Shirt“ anziehen, einen bestimmten Stift benutzen… Auch hier ist wichtig, dass diese Rituale dann ausschließlich für das Lernen eingesetzt werden! Augenmerk ist auf die bewusste Unterscheidung zu legen. Nach einiger Trainingszeit ist der „Arbeitsplatz“ mit „Lernen“ verknüpft. Und das Beginnen fällt wesentlich leichter. Gewissermaßen geht das Gehirn „arbeiten“, so wie der Angestellte morgen für morgen seinen Arbeitsplatz aufsucht. Lernen wird zur Selbstverständlichkeit.

Was gehört an den Arbeitsplatz, was nicht?

Der Arbeitsplatz selbst sollte von seiner äußeren Gestaltung den Bedürfnissen angepasst sein. So braucht der eine nur ein Buch, einen Stift und ein Stück Papier, wohingegen der andere Markierungen in verschiedenen Farben macht, Zettel einklebt, aus drei Büchern gleichzeitig lernt oder das Gelesene auf große Blätter an der Wand pinselt. Alle benötigten Hilfsmittel sollten vor dem Arbeitsbeginn zurecht gelegt werden. So verhindert man das oft als Fluchtmöglichkeit eingesetzte Herumsuchen. Dinge die vom Lernen ablenken und die Konzentration stören, haben am Arbeitsplatz nichts verloren. So ist es hilfreich den Fernseher zu verbannen, die Fernbedienung wegzuräumen, Computer auszuschalten, Internetverbindungen zu kappen, das Telefon, Handy auf lautlos zu stellen…

Arbeitet man an einem Schreibtisch, so sollte man genug Platz zum Ausbreiten haben (mind. 100x60 cm). Die Höhe ist abhängig von der Körpergröße. und einen bequemen höhenverstellbaren Drehstuhl verwenden, der häufige Stellungswechsel erlaubt.

Klima, Geräusche, Temperatur, Licht

Wichtig ist also ein gutes Arbeitsklima. Hier hilft es auch ein Schild an die Tür zu hängen, damit man nicht gestört wird und alle Störquellen wie Telefon, Handy, Hausklingel etc. auf lautlos zu stellen. Sollte man sich trotzdem gestört fühlen, z.B. durch die Kommilitonen in der Bibliothek, den Kühlschrank, die Vögel, so helfen Ohrenstöpsel weiter (Apotheke!).

Auch eine gute Arbeitstemperatur kann das Wohlbefinden erheblich beeinflussen. Wer bei 25°C hervorragend lernen kann, sollte Tropenexperte werden. Allen anderen ist zu empfehlen die eigene Lerntemperatur herauszufinden. Generell gilt, je wärmer, desto müder wird man. Andererseits halten einen z.B. kalte Füße von konzentriertem Lernen ab. Ein Optimum kann daher sein: Heizung runter, bei 18°C lernen und die Füße auf eine Wärmflasche stellen. Sind die Füße warm, wird der Rest vom Körper auch selten frieren.

Ebenfalls wichtig ist eine gute Belüftung. So sollte man in regelmäßigen Abständen (z.B. Pausen) lüften oder an die frische Luft gehen. Sauerstoffmangel wirkt sich ebenfalls negativ auf die Konzentration aus.

Wer viel lernt braucht hierfür gutes Licht. Die 40 Watt-Birne reicht normalerweise nicht aus. Ideal sind: Halogen-Leuchten oder Lampen mit 60 Watt-Birnen, Schreibtisch am Fenster (wenn dann nicht zu viel Ablenkung von draußen kommt!), mehrere Lichtquellen… auch hier gilt, nach den eigenen Bedürfnissen orientieren!



Hier nochmals die wichtigsten Punkte, die am Lernplatz geklärt werden sollten (wie im Artikel beschrieben):
  • Lärm
  • Ablenkung (Fernseher, Internet, Handy, Computer…)
  • Beleuchtung
  • Belüftung
  • Heizung
  • Schreibtisch
  • Sonstiges (z.B. nur ein Tisch für alles, etc..)


Übersicht "Lernmethoden und Zeitmangement"
  1. Die Gestaltung des Arbeits- und Lernplatzes (hier bist Du)
  2. Zeitmanagement »
  3. Selbst-Motivation »
  4. Konzentration und Grundlagen des Lernens »
  5. Lerntechniken »
  6. Die Prüfung – gut vorbereitet und organisiert »



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