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Wohnen
Tipps zur Wohnungssuche

Auch solche "Kleinigkeiten" sollten frühzeitig geklärt sein, wenn man nicht alleine wohnen will
Wie möchte ich wohnen?
Wichtig zunächst: Sucht nicht wild drauflos, sondern überlegt Euch vorher, WAS Ihr eigentlich suchen wollt. Davon hängt meist auch das weitere Vorgehen ab. Die Wohnmöglichkeiten für Studierende sind vielfältig und haben alle Vor- und Nachteile. Umso wichtiger ist es, sich darüber klar zu werden, was einem besonders wichtig ist.Studentenwohnheim
In der letzten Etappe hatten wir es bereits angedeutet: Studentenwohnheim ist nicht gleich Studentenwohnheim. Was sich hinter dem Begriff tatsächlich verbirgt, ist häufig von den Trägern der Wohnheime und ihrer Motivation abhängig, Studierenden Unterkünfte anzubieten. Das Deutsche Studentenwerk betreibt viele Wohnheime. Aber es gibt auch konfessionelle Träger, Vereine und Heime in studentischer Selbstverwaltung. Hinzu kommen sonstige Vermieter. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, lest ruhig mal die nur scheinbar belanglosen Ausführungen der Wohnheime zu ihrem Selbstverständnis, soweit es sie gibt. Sie können etwas über die Träger selbst verraten, aber auch darüber, was möglicherweise von Euch erwartet wird, wenn Ihr in ein konkretes Wohnheim einzieht. Aufschlussreich können auch die Informationen über Gemeinschaftseinrichtungen oder vielleicht sogar Veranstaltungsangebote in einem Wohnheim sein. Alles zusammen wird Euch ein Gefühl dafür vermitteln, ob es sich bei einem Wohnheim schlicht um eine Unterkunft handelt oder ob dort auch Wert auf ein - wie auch immer geartetes - Gemeinschaftsleben gelegt wird.
Die Ausstattung der Wohnheime ist sehr unterschiedlich. Es gibt Wohnheime, wo z. B. zehn Leute auf einem Flur in jeweils 11-qm-Zimmern wohnen und sich Dusche, WC und Küche teilen. Möglich ist aber auch, dass man mit ein paar anderen Studierenden in einer mehr oder weniger großen Wohnung zusammen wohnt (das Wohnheim also eine Ansammlung von Studenten-WGs ist) oder jeder Studierende ein eigenes Appartement für sich hat. Mittlerweile gibt es in manchen Wohnheimen sogar besondere Wohnangebote für Studierende mit Kindern.
Wichtig noch: Wohnheimunterkünfte sind häufig (zumindest teil-) möbliert.
Wer auch außerhalb des Hochschulalltags gerne Kontakt zu anderen Studierenden haben möchte, vor allem auch zu solchen anderer Fachrichtungen, wer das Gemeinschaftsleben mag, gerne Partys feiert und trotz lebendiger Umgebung die nötige Ruhe zum Lernen findet, ist in einem Wohnheim wahrscheinlich gut aufgehoben.
Wer sich für "alternatives" Wohnen in einem Wohnheim interessiert, sollte mal einen Blick in unseren Artikel Anders wohnen als StudentIn werfen.
Wohngemeinschaft (WG)
Typisch studentisch neben dem Wohnheim: Die Unterkunft in einer WG. Auch hier ist das Spektrum groß. Es reicht von der reinen Zweck-WG (weil es billiger ist, teilen wir uns halt Küche und Bad) bis hin zur innigen Lebensgemeinschaft (gemeinsames Kochen und sonstige Aktivitäten). Es gibt kleine WGs von zwei Leuten, aber auch große mit z. B. sechs Leuten. Dauerbrenner beim WG-Leben ist, wer sich in welchem Umfang für Küche und Bad verantwortlich fühlt, ob Spülpläne eingehalten werden und wer wessen Haare aus dem Duschabschluss fischen muss. Wohnt man mit netten Leuten zusammen, ist eine WG die Chance, nicht nur vier Wände, sondern auch eine Gemeinschaft um sich herum zu haben. Gibt es Stress zwischen den Leuten, kann ein WG-Leben aber auch sehr nervenaufreibend sein. Eine Garantie, ob's klappen wird, gibts natürlich nicht, aber man sollte schon genau gucken, wie die Leute so drauf sind, mit denen man die Wohnung teilen wird.
Zimmer zur Untermiete
Nicht ganz so verbreitet, aber ebenfalls eine Möglichkeit: ein Zimmer zur Untermiete. Eine Alternative für jeden, dem es in einer WG zu trubelig ist, der aber trotzdem nur ein Zimmer und keine ganze Wohnung mieten will. Klassischerweise landet Ihr hier im Bungalow einer Familie am Stadtrand oder bei älteren Leuten, denen das Haus zu groß geworden ist, seit die Kinder aus dem Haus sind. Wie viel man hier mit seinen Vermietern zu tun hat, kann sehr unterschiedlich sein. Manche wollen einfach nur mit den Mieteinnahmen ein bisschen Geld nebenbei verdienen und lassen Euch ansonsten in Ruhe. Andere wollen sich mit Euch Leben ins Haus holen und sind froh, wenn sie (wieder) Gesellschaft haben.
Eigene Wohnung
Die teuerste Variante, aber gerade für Studierende mit Kind(ern) und/oder PartnerIn oder allen, die vor dem Studium schon gearbeitet haben, eher der Fall: eine eigenen Wohnung. Je nach Studienort gehört durchaus Glück dazu, etwas Hübsches zu einem guten Preis zu finden, aber mancherorts klappt es auch schneller als man meint.
Sonstiges
Anschluss an eine Gruppe, Kameradschaft und vieles mehr versprechen die Burschenschaften, Landsmannschaften, Corps und andere studentische Verbindungen. Allerdings können dort oft nur Männer eintreten, z. T. sogar nur Deutsche. Die politische Ausrichtung ist eher konservativ bis hin ins Rechtsradikale. Zu solch unangenehmen Tendenzen lest Ihr mehr in einem Hintergrundartikel von uns.
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
MietpreiseDie Mietpreise sind in Deutschland von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Dies ergibt sich u. a. aus der letzten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, in der u. a. die durchschnittlichen Mietausgaben von Studierenden in über 50 größeren deutschen Städten ermittelt wurden (Stand der Daten: 2009).
Aber auch innerhalb einer Stadt sind Varianzen von 100 % keine Seltenheit. Gerade in Großstädten gibt es z. T. erhebliche Unterschiede von Stadtteil zu Stadtteil. Es empfiehlt sich, zunächst einmal herauszufinden, wo in einer Stadt viele Studierende wohnen. Wahrscheinlich ist dort das Mietniveau auch geringer. In der Hochschuldatenbank zeigen wir Euch bei den einzelnen Hochschulen (sofern zur jeweiligen Stadt Daten vorliegen) die durchschnittlichen Ausgaben für Miete und Nebenkosten nach der o. g. Sozialerhebung.
Besonders achten müsst Ihr bei den Angaben zur Miethöhe darauf, welche Nebenkosten bereits von der Mietzahlung abgedeckt werden und welche als gesonderte Nebenkosten zusätzlich anfallen. Häufig werden Heiz-, Strom- und Gaskosten als Nebenkosten extra berechnet. Das kann aber auch anders sein. Der Kabelanschluss ist außerdem eine Position, bei der es unterschiedliche Regelungen gibt. Ist in einem Haus für alle Wohnungen ein Kabelanschluss vorhanden, kann es sein, dass die Kosten unabhängig davon auf alle Mieter umgelegt werden, ob der Einzelne den Anschluss haben will oder tatsächlich nutzt.
Miete finanzieren
Für alle BAföG-EmpfängerInnen wichtig: Über die BAföG-Förderung werden Miet- und Nebenkosten nur in Höhe von 224 Euro pauschal angerechnet. Habt Ihr höhere Mietkosten, müsst Ihr also zusehen, dass Ihr das nötige Geld woanders herbekommt. Mehr zum Mietzuschlag beim BAföG findet Ihr hier.
Studierende haben in der Regel keinen Anspruch auf Wohngeld. Aber wie so oft gibt es auch hier Ausnahmen.
Mit Wohnberechtigungsschein (WBS) in eine Sozialwohnung
Günstiger wird die Miete, wenn Ihr es schafft, eine Sozialwohnung zu mieten. Dafür braucht Ihr einen Wohnberechtigungsschein. Diesen könnt Ihr bei der Stadt-/Kreisverwaltung Eures Studienortes (Amt für Wohnungswesen, kann aber auch anders heißen) beantragen. Sinn und Zweck des WBS ist es, einkommensschwachen Personen zu ermöglichen, in öffentlich geförderten Wohnungen unterzukommen. Die Einkommensgrenze liegt für einen Ein-Personen-Haushalt bei 12.000 € im Jahr, kann aber in einzelnen Bundesländern und Städten auch höher liegen.
Es lohnt sich auf jeden Fall, diesbezüglich mal Informationen beim Wohnungsamt einzuholen. Der WBS wird jeweils für ein Jahr ausgestellt und gilt nur in dem jeweiligen Bundesland. Er berechtigt dazu, in eine Sozialwohnung einzuziehen, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten darf (bei Alleinstehenden sind dies 45 qm). Mit der Antragstellung müssen Studienbescheinigung und Einkommensnachweise vorgelegt werden. Dazu gehört auch der BAföG-Bescheid und ein Zweizeiler Eurer Eltern, wie viel Geld sie Euch an Unterhalt zahlen. Wichtig für den Erhalt des WBS ist es, dass Ihr im Zweifel glaubhaft versichern könnt, dass Ihr Euren Lebensmittelpunkt in der Wohnung am Studienort haben werdet und nicht bei Euren Eltern.
Vorsicht: Zweitwohnungssteuer
Viele Städte und Gemeinden erheben für das Innehaben einer zweiten Wohnung eine sog. Zweitwohnungssteuer. Diese beträgt im Schnitt ungefähr 10 % der Jahreskaltmiete. Da meist vom Anmelden eines Zweitwohnsitzes auf das Innehaben einer zweiten Wohnung geschlossen wird und Studierende gerne als Hauptwohnsitz die Wohnung ihrer Eltern angeben, müssen auch sie damit rechnen, dass sie zur Kasse gebeten werden. Dass dies in der Vergangenheit Proteste ausgelöst hat, verwundert nicht. Studierende sind vor Gericht gezogen, um überprüfen zu lassen, ob die Erhebung der Steuer rechtmäßig ist.
Am 17.9.2008 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass rechtlich nichts dagegen spreche, auch Studierende in Sachen Zweitwohnungssteuer zur Kasse zu bitten (BVerwG 9 C 13.07, 9 C 14.07,9 C 15.07, 9 C 17.07 - Urteile vom 17.9.2008). Es hängt nun von den Regelungen in den einzelnen Kommunen ab, ob die Steuer von Studierenden erhoben wird oder nicht. (Mehr dazu hier.)
Wie und wo suche ich nach einer Unterkunft?
Zunächst könnt Ihr – natürlich kostenlos – auch bei uns nach Unterkünften suchen:Die Wohnungsböse ist eine Kooperation mit studenten-wg.de, die auch unter zwischenmiete.de erreichbar sind.
Wenn Ihr in ein Studentenwohnheim ziehen wollt, ist in jedem Fall das lokale Studentenwerk eine Anlaufstelle, weil es auch für viele Studierendenwohnheime zuständig ist. Wohnheime von anderen Trägern erfordern meist eine Bewerbung direkt beim jeweiligen Wohnheim. Gibt es vom AStA Eurer Hochschule ein Erstsemesterinfo, so findet Ihr dort meist auch die passenden Kontaktadressen dieser Wohnheime. Viele Wohnheime sind darüber hinaus im Internet vertreten.
WG-Zimmer, aber auch andere Wohnungsangebote, findet Ihr über Stadtzeitungen/Studentenzeitungen und Aushänge an den Hochschulen. Insbesondere dann, wenn schnell ein Nachmieter gefundenen werden muss und es nichts kosten soll, wird der zuletzt genannte Weg gewählt. Da die Fluktuation in WGs relativ hoch ist (StudentInnen sind halt mobil, gehen ins Ausland, machen Praktika woanders, wechseln den Studienort etc.), ist das Angebot an WG-Zimmern meist groß. Schwieriger ist es, sich zuerst mit Leuten zusammenzutun und dann gemeinsam eine Wohnung zu suchen. Viele Vermieter wollen keine WGs in ihren Häusern, weil sie Angst vor möglicher Unruhe im Haus haben und/oder die Fluktuation zusätzlichen Verwaltungsaufwand bedeutet. Auch ist nicht jede Wohnung geeignet für eine WG (z. B. Durchgangszimmer).
Sucht Ihr eine eigene Wohnung, solltet Ihr auf jeden Fall einen Blick in die lokalen Tageszeitungen werfen. Hier gibt es überlicherweise ein oder zwei Tage in der Woche, an denen die Zeitungen Wohnungsanzeigen enthalten. In den Anzeigen findet Ihr meist auch einen Hinweis auf einen evtl. erforderlichen Wohnberechtigungsschein (WBS).
Vor allem in großen Städten wie Berlin gibt es außerdem spezielle Agenturen/Mitwohnzentralen, die Wohnraum vermitteln. Diese wollen allerdings Geld von Euch sehen, wenn die Suche erfolgreich war. Der Vorteil ist andererseits, dass Ihr nicht mehr ganz so viel Konkurrenz habt und konkrete Wohnungsangebote an Euch herangetragen werden, die auf Euer Suchprofil passen. Achtet aber auf jeden Fall auf die Kosten, lest Euch alles gut durch, was Ihr unterschreiben sollt und lasst Euch nicht auf Anbieter ein, die vorab eine (höhere) Gebühr kassieren und Euch dafür angeblich gute Angebote versprechen.
Natürlich kann es auch erfolgreich sein, nicht nur zu suchen, sondern alles dafür zu tun, von anderen gefunden zu werden, indem man selbst Anzeigen schaltet (manchmal sogar kostenlos möglich) oder Aushänge an Schwarzen Brettern und anderswo macht.
Weitere Artikel zum Thema
Schaut in unsere Foren Hochschulstädte und Wohnen, vielleicht wurde Eure Frage schon von anderen gestellt und beantwortet. Bei Bedarf könnt Ihr auch eigene Beiträge verfassen und Euer Problem schildern.
Worauf achten beim Mietvertrag?
Viele von Euch werden jetzt zum ersten Mal eine Wohnung suchen und damit vor einer Menge Probleme stehen. In diesem Rahmen kann nicht auf das Mietrecht im Detail eingegangen werden, da es sich ständig verändert. Ein paar kurze Tipps kann man aber geben.
Umzugs-Checkliste
Egal, ob man zum ersten Mal von "zu Hause" auszieht oder das schon hinter sich hat: Vor und nach dem Umzug muss man an einige Dinge denken. So sollte man nicht vergessen, sich offiziell umzumelden, aber auch der Bank, dem BAföG-Amt (falls man BAföG bekommt) und all denen, die sonst die Adresse brauchen könnten, die neue Anschrift mitteilen.
Ausbildungskosten absetzen
Wenig Einkommen, aber hohe Ausgaben während des Studiums? Wohl den meisten geht es so. Wenn das Studium die erste Berufsausbildung überhaupt ist, wird nach einer inzwischen beschlossenen Gesetzesänderung weiterhin nur der Abzug als Sonderausgabe (ab 2012 bis zu 6000 Euro) im gleichen Kalenderjahr bleiben – entgegen den Hoffnungen, die zwei Urteile des Bundesfinanzhofes zwischendurch gemacht hatten. Nur wer vor dem Studium bereits eine Berufsausbildung oder ein anderes Studium abgeschlossen hat, kann seine Studienkosten auch nach dem Studium noch von der Steuer absetzen.
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