Einkommensabhängige Bildungsfonds von CareerConcept
« Einführung in Bildungsfonds und StudiendarlehenKleine Bildungsfonds gibt es schon länger, oft an Privathochschulen. Die Firma CareerConcept verwaltet viele davon und hat seit einigen Jahren auch größere hochschulübergreifende Fonds im Angebot.
Wichtig: CareerConcept vermittelt lediglich die Kredite bzw. ist von den Kreditgebern mit der Vorauswahl der Antragsteller beauftragt. CareerConcept ist aber nie selbst Kreditgeber.
Hintergründe zu den Bildungsfonds
Ausgangspunkt aller Bildungsfonds waren Privathochschulen mit Studiengebühren (z.B. Handelshochschule Leipzig), die auch Studierende mit weniger finanzkräfigem Hintergrund aufnehmen wollten und einige Unterstützer im Hintergrund haben. Hier steht der jeweilige Fonds nur für Studierende der jeweiligen Hochschule offen. Diese Programme finanzieren im wesentlichen nur eine Verringerung der vergleichsweise hohen Studiengebühren und tragen zum laufenden Lebensunterhalt nichts bei (man kann es natürlich auch anders rechnen - Studiengebühren werden anders finanziert; dann bleibt noch was fürs Leben übrig) - für wirklich "arme Studierende" keine ausreichende Lösung.
Da die Bildungsfonds von Geldgebern gefördert werden, die - aus welchen Gründen auch immer - in Kauf nehmen, eine geringere Rendite als z.B. mit Aktien zu erwirtschaften, können verhältnismäßig gute Konditionen geboten werden - verglichen mit normalen Bankdarlehen. Die Geldgeber haben aber nicht wirklich etwas zu verschenken - mittel- bis langfristig werden sie mit 5% Rendite gelockt. Die Konstruktionen der Fonds können zwar keine absolute Garantie für solche Renditen bieten, aber auf Grund der Einstiegshürden sowieso nur für Studierende offen sind, bei denen ein beruflicher Erfolg wahrscheinlich ist.
Die angepriesene Einkommensabhängigkeit (siehe den Einstiegsartikel) der hier beschriebenen Fonds gilt u.U. nicht uneingeschränkt. In bestimmten Situationen (z.B. langjähriger Auslandsaufenthalt) wandeln sich die Darlehen in verzinste um.
Hochschulspezifische Fonds
CareerConcept organisiert die BewerberInnen-Auswahl für spezielle Bildungsfonds zur Unterstützung Studierender an folgende Hochschulen (bis auf die TU München handelt es sich um private Einrichtungen):
- TU München
- HHL Leipzig
- Frankfurt School of Finance & Management (früher: Hochschule für Bankwirtschaft)
- Macromedia Akademie München
- GISMA Hannover
- European Business School (EBS) - eXebs Fellowship und Bildungsfonds
Bei den privaten Hochschulen sind teilweise sehr hohe Studiengebühren zu zahlen. Die Finanzierung durch den Bildungsfonds reicht dann z.T. nur aus, um die Studiengebühren (oder sogar nur einen Teil davon) zu finanzieren. Für die Lebenshaltungskosten müssen dann sogar weitere Finanzquellen angezapft werden.
Ansonsten trifft aber alles weitere zu, was im folgenden Abschnitt zu den allgemeinen Bildungsfonds zu lesen ist.
Allgemeine Bildungsfonds
CareerConcept hat auch Bildungsfonds im Angebot, die grundsätzlich Studierenden aller Hochschulen zur Verfügung stehen. Grundsätzlich muss sich der/die BewerberIn gar nicht darum kümmern, welcher Fonds die Finanzierung übernimmt (und ob es einen hochschulspezifischen gibt), CareerConcept kümmert sich um die richtige Auswahl.
Zielgruppe für die Kreditvergabe sind vor allem Studierende mit überdurchschnittlichen Leistungen - wobei neben möglichst guten Noten in Schule bzw. Hochschule auch extracurriculare, praxisbezogene und ehrenamtliche Aktivitäten gewürdigt werden.
Man muss nicht unbedingt das allerbester Abitur haben, wenn man zumindest - wie eine Mitarbeiterin von CareerConcept es in einer Mail an uns ausdrückte - "eine interessante Persönlichkeit" ist. "Wer sich als eine solche empfindet, dessen Bewerbung ist jederzeit willkommen - für Studenten ist sie kostenlos und nur mit einem geringem Zeitaufwand verbunden!"
Die Rückzahlung erfolgt einkommensabhängig, die Konditionen werden individuell festgelegt.
Es gibt bei den genannten Bildungsfonds keine Altersgrenze wie bei Studienkrediten. Laut Angaben von CareerConcept sind typischerweise sogar um die 30% der FinanzierungsnehmerInnen 30 Jahre und älter (weitere fast 40% sind zwischen 26 und 29 Jahre alt). Allerdings ist eine Bewerbung nur lohnend, wenn man mit dem Studienvorhaben (in der Regel sollte es ein Aufbaustudium sind; ein Bachelor mit über 30 dürfte wenig Chancen haben) gute Beschäftigungsaussichten hat. Es sollte zur bisherigen beruflichen Entwicklung passen; darüber hinaus sollte es klare Pläne geben, was mit dem (Zusatz-)Studium später beruflich verwirklicht werden kann.
Details (für Studierende) zu allen vorgestellten Fonds (hochschulabhängige wie -unabhängige) unter www.bildungsfonds.de
Hochschulübergreifend ist auch der DKB Studenten-Bildungsfonds. Details und unsere Einschätzung dazu finden sich auf einer eigenen Seite. Beim ihm handelt es sich aber eigentlich um ein festverzinstes Darlehen, es gibt also keine Einkommensabhängigkeit bei der Rückzahlung.
Ein echter Bildungsfonds ist dagegen der FESTO-Bildungsfonds (Details ebenfalls auf eigener Seite), der auch von CareerConcept verwaltet wird und nur (guten) Studierenden technischer und ingenierwissenschaftlicher Studiengänge offen steht.
Einschätzung von Studis Online (Stand 20.08.2009)
Die hochschulspezifischen Fonds bieten mehr oder weniger faire Konditionen. In Sonderfällen gibt es aber doch bedenkliche Einschränkungen. Übertragbar auf alle Hochschulen sind diese Modelle grundsätzlich nicht, der Lebensunterhalt wird meist nicht gedeckt - für Studierende aus sehr finanzschwachen Umfeld also immer noch keine Chance. Nichts desto trotz wird durch die Fonds es zumindest leichter gemacht, ein Studium an solchen Hochschulen auch bei schlechterer Finanzlage antreten zu können. Durch die weitestgehend einkommensabhängige Rückzahlung wird kein klassicher Schuldenberg aufgehäuft, sondern prozentual vom Einkommen und für begrenzte Zeit zurückgezahlt.
Die allgemeinen Fonds sind nur für eine begrenzte Zahl von Studierenden erreichbar. Wer ihn bekommen kann, erhält verhältnismäßig gute Konditionen, allerdings setzten die Investoren auch darauf, dass man später entsprechend viel verdient. Dann zahlt man wahrscheinlich sogar mehr zurück, als bei anderen Studienkrediten (so man diese bekommen kann, siehe weiter unten). Vorteil der einkommensabhängigen Rückzahlung ist jedoch, dass man bei geringem Einkommen weniger belastet wird.
Grundsätzlich empfiehlt sich jedenfalls ein Blick auf alle Studienfinanzierungs-Möglichkeiten - je nach persönlicher Lage gibt es teilweise deutlich günstigere Alternativen als einen Studienkredit.
Wer mit über 30 noch ein Aufbaustudium plant (MBA, Master), dass gut zum bisherigen Studien- und Berufsweg passt (und damit gute Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Zusatzstudium bietet), hat bei Studienkrediten trotzdem in der Regel keine Chancen (Altersgrenze!). Hier kann ein Bildungsfonds möglicherweise die einzige Möglichkeit einer umfassenden Finanzierung ohne den Zwang, nebenbei (viel) zu jobben, sein.
Quelle
Details (für Studierende) zu allen vorgestellten Fonds unter www.bildungsfonds.de
(Vorsicht: Die allgemeine Präsentation geht nicht auf Details ein. Es empfiehlt sich, die individuellen Bedingungen genau durchzulesen, insbesondere auch in Bezug auf Fälle wie Studienabbruch etc.)
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