Studium
Promovieren
Wer weiter vor allem wissenschaftlich arbeiten möchte, für die oder den ist eine Promotion eine Möglichkeit. In manchen Fachgebieten kommt man ohne "Doktor" kaum weiter, so dass die Promotion mehr oder weniger obligatorisch ist.WERBUNG - für alle, die hier etwas über Promotion-Jobs erwartet haben
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(Grund-)Voraussetzungen
Was schon beim Studium (mehr oder weniger) gefordert war - Organisationstalent, Selbstdisziplin, (Selbst-)Motivation, eigenständiges Arbeiten - gilt beim Promovieren in besonderem Maße. Da sich eine Promotion über mehrere Jahre erstreckt, während derer es nicht wie im Studium deutliche Zwischenschritte gibt, sind Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und Idealismus gefragt.
Eine Promotion sollte nicht als "Notlösung" begonnen werden, weil andere Pläne gerade nicht verwirklicht werden können. Zwar wird man so oder so die eine oder andere Krise durchmachen (weil es fast unvermeidlich ist, dass man eine Zeitlang nicht so recht vorankommt), aber je weniger man von Anfang an von der Doktorarbeit überzeugt war, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine solche Krise zu einer großen Sinnkrise auswächst. Der psychische Druck durch eine Promotion sollte nicht unterschätzt werden. Wer bereits eine solche Krise durchmacht oder aufziehen sieht, sollte unseren Artikel "Fertig mit dem Studium - erst mal eine Sinnkrise?" lesen.
Buchtipps
Der Weg zum Doktortitel. Strategien für die erfolgreiche Promotion
Wer promovieren will, ist weitgehend auf sich selbst gestellt. Dieses Buch gibt angehenden DoktorInnen die notwendigen Strategien an die Hand, um diese Herausforderung zu meistern. Der Ratgeber hilft, eine erfolgsorientierte Arbeitsmotivation aufzubauen, und unterstützt mit Fallbeispielen, konkreten Tools und Übungen handlungsorientiert bei der Bewältigung der Promotion.
Die Doktorarbeit: Vom Start zum Ziel. Leit(d)faden für Promotionswillige.
Promovieren - lohnt sich das? Wie läßt sich eine Dissertation finanzieren? Wer betreut sie und wie fängt man eine wissenschaftliche Arbeit überhaupt an? Wer den Doktortitel erwerben will, findet in diesem Leitfaden einen Begleiter auf einem oftmals schwierigen Weg.
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Wer promovieren will, ist weitgehend auf sich selbst gestellt. Dieses Buch gibt angehenden DoktorInnen die notwendigen Strategien an die Hand, um diese Herausforderung zu meistern. Der Ratgeber hilft, eine erfolgsorientierte Arbeitsmotivation aufzubauen, und unterstützt mit Fallbeispielen, konkreten Tools und Übungen handlungsorientiert bei der Bewältigung der Promotion.
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Promovieren - lohnt sich das? Wie läßt sich eine Dissertation finanzieren? Wer betreut sie und wie fängt man eine wissenschaftliche Arbeit überhaupt an? Wer den Doktortitel erwerben will, findet in diesem Leitfaden einen Begleiter auf einem oftmals schwierigen Weg.
Die Wahl des Themas
Da sich die Promotion über Jahre erstreckt, ist die Wahl des "richtigen" Themas entscheidend. Optimal ist es natürlich, wenn ein Gegenstand, der schon in der Diplomarbeit oder an anderer Stelle im Studium bearbeitet wurde, vertieft werden kann. Dann sollte es einigermaßen absehbar sein, ob das Thema ausreichend fesselnd ist, dass man Jahre "dran bleiben" kann. Neben der Sichtung bekannter und unbekannter Literatur sind, sofern möglich, eigene praktische Untersuchungen empfehlenswert. Alle Gedanken sollten frühzeitig notiert und in eine grundsätzliche Ordnung bzw. Gliederung gebracht werden.
Die Betreuung der Promotion
Zunächst ist einE BetreuerIn ("Doktormutter" bzw. "Doktorvater") für das gewählte Thema zu finden. Neben der individuellen Betreuung durch die/den HochschullehrerIn ermöglichen viele Hochschulen den ständigen Austausch der Promovierenden untereinander. So soll der Schreibprozess inhaltlich wie formal gefördert werden. Institutionalisiert ist ein solcher Austausch meist in Form von Graduiertenkollegs.
Graduiertenkollegs / Research Training Groups
sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. DoktorandInnen erhalten in Graduiertenkollegs die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchzuführen. Sie werden dadurch in die Forschungsarbeit der beteiligten Einrichtungen einbezogen. Ein Studienprogramm soll die individuellen Spezialisierungen der KollegiatInnen ergänzen und verbreitern sowie deren Kooperation strukturieren. Eine interdisziplinäre Ausrichtung des Forschungs- und Studienprogramms ist erwünscht.
Internationale Graduiertenkollegs bieten die Möglichkeit einer gemeinsamen Doktorandenausbildung zwischen einer Gruppe an einer deutschen Hochschule und einer Partnergruppe im Ausland.
Weitere Infos dazu z.B. bei der DFG, von deren Seiten wir diese Definition übernommen haben.
sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. DoktorandInnen erhalten in Graduiertenkollegs die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchzuführen. Sie werden dadurch in die Forschungsarbeit der beteiligten Einrichtungen einbezogen. Ein Studienprogramm soll die individuellen Spezialisierungen der KollegiatInnen ergänzen und verbreitern sowie deren Kooperation strukturieren. Eine interdisziplinäre Ausrichtung des Forschungs- und Studienprogramms ist erwünscht.
Internationale Graduiertenkollegs bieten die Möglichkeit einer gemeinsamen Doktorandenausbildung zwischen einer Gruppe an einer deutschen Hochschule und einer Partnergruppe im Ausland.
Weitere Infos dazu z.B. bei der DFG, von deren Seiten wir diese Definition übernommen haben.
Finanzierung
Die Finanzierung ist über eine Hochschulstelle möglich. Neben Beteiligung an Forschungsvorhaben steht dabei meist auch die Übernahme von Lehrveranstaltungen an. Oft werden nur halbe Stellen ausgeschrieben, also nur die Lehrtätigkeit bezahlt, die Promotion macht man dann sozusagen umsonst - nur für sich. An manchen Fakultäten werden jedoch auch ganze Stellen angeboten - insbesondere, wenn ein Mangel an Promovierenden entstanden war bzw. nicht genug Lehrpersonal zur Verfügung steht. Beispielsweise war das um 2000 bei der Informatik der Fall, weil kaum jemand an der Uni bleiben wollte, weil ja der Glaube herrschte, in der New Economy würden alle stinkreich ...
Natürlich hängt die Frage, ob halbe oder ganze Stelle auch von der finanziellen Lage der Fakultät ab. "Hippe" Fächer stehen da besser, haben andererseits aber evtl. auch so viele Bewerber, dass sie gar nicht gut bezahlen müssen. Und schließlich kann es auch davon abhängen, ob der Prof die/den PromovierendeN unbedingt haben will ...
Es lohnt sich also, sich vorher umzuhören, was an der jeweiligen Fakultät so üblich ist und evtl. auch, was an anderen Hochschulen geboten wird. Dabei sollte man allerdings nicht aus dem Auge verlieren, welches Thema man bearbeiten möchte - die Bezahlung sollte nur ein weiteres Kriterium sein, entscheidend bleibt das Thema und Umfeld.
Eine Anstellung in einem Unternehmen erleichtert dagegen den späteren beruflichen Einstieg, bietet interessante Untersuchungsthemen für die Doktorarbeit und die Bezahlung ist meist nicht schlecht.
Ein dritter Weg ist die Finanzierung über Stipendien oder die Familie. Dann heißt es meist, den Lebensstandard auf dem Niveau der Studierendenzeit zu belassen - was ja nicht wirklich schlimm sein muss.
Der krönende Abschluss - Die Veröffentlichung
Nach jahrelanger Forschung, Schreibwut und -frust steht schließlich die Disputation (Verteidigung) der Arbeit und die Publikation an. Erst wenn die Doktorarbeit der Öffentlichkeit in "angemessener Weise" zugänglich gemacht wurde, wird die Dissertationsurkunde ausgehändigt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die geforderten Pflichtexemplare zu beschaffen. Die genaue Mindestanzahl ist von Fakultät zu Fakultät verschieden, liegt aber meist im Bereich von 50 bis 150.
Internet
Die schnellste und billigste Variante - und die, mit der potenziell am meisten Leute erreicht werden können. Um Interessierten die Lektüre am Bildschirm zu erleichtern, sollte der Text nicht nur als Webseiten, sondern auch als PDF-Dokument angeboten werden. Um einige gedruckte Exemplare für die eigene Fakultät kommt man aber auch so nicht herum. Man sollte sich rechtzeitig erkundigen, wie die Regelungen bei Online-Veröffentlichung an der eigenen Fakultät sind.
Copy-Shop
Vergleichsweise preisgünstig - und wahrscheinlich schon von der Diplomarbeit bekannt - ist der Gang zum Copy-Shop. Dort stehen Kopieren oder Drucken zur Auswahl. Dabei lohnt es sich, Rabatt für eine feste Blattzahl oder eine bestimmte Stückzahl der gebundenen Kopien zu vereinbaren.
Verlag
Fach- und Disserationsverlage drucken Broschüren oder gar Bücher i.d.R. nur gegen einen Druckkostenzuschuß des Autors. Zudem übernehmen Sie die Vermarktung (ISBN-Nr., Rezensionsversand, Katalogeintragungen, ...). Autoren sollten auf ihre Beteiligungen achten: Verkaufshonorare sollten nicht vorab mit dem Druckkostenzuschuß verrechnet werden. Einen Verlag einzuschalten lohnt sich nur, wenn die Ergebnisse der eigenen Arbeit besonders herausragend oder besonders sind. Das sollte man nach jahrelanger Arbeit in einem Fachgebiet rechtzeitig beurteilen können, sich aber am besten auch bei KollegInnen und der/dem BetreuerIn versichern. Hat man im Verlaufe der Promotion schon verschiedene erfolgreiche Vorträge halten oder Papers für Fachmagazine einreichen können, spricht auch mehr für eine solch "große" Veröffentlichung.
Es gibt auch Verlage, die ein print on demand-Verfahren nutzen und kostenlos für den Autoren/die Autorin sind. Bei größerem Erfolg gibt es ein Honorar. Natürlich nehmen solche Verlage ebenfalls nur ausgewählte Arbeiten, da sie ja eine gewisse Sicherheit haben wollen, dass eine für Ihre Kosten ausreichende Auflage zustande kommt.
print on demand
Als digitale Druckvorlage werden die Bücher auf Bestellung gedruckt. AutorInnen können vergünstigte Selbstkostenexemplare ordern, am Gewinn sind sie i.d.R. beteiligt. Allerdings ist oft eine hohe Grundgebühr zu zahlen - dies lohnt sich also nur, wenn ein gewisser Verkaufserfolg abzusehen ist (Alternative: siehe zweite Abschnitt bei Verlag).
Ein paar Überlegungen zur Zeit nach der Promotion
Erneut stellt sich dann die Frage: An der Uni bzw. ihrem Umfeld bleiben oder in die private Wirtschaft?
Bestimmte Branchen und Berufsbilder kommen kaum ohne DoktorandInnen aus. Neben der Wissenschaft, also Forschung und Lehre, zählen dazu zum Einen die Chemie- und Pharma-Industrie, zum Anderen die Rechtswissenschaft oder Consulting-Firmen. Viele geisteswissenschaftliche Karrieren in Museen, freien Instituten und Hochschulen sind nur mit Titel möglich.
Probleme fürchten allerdings manche Personalchefs bei der Integration in ein Team: das Promovierten zugesprochene große Selbstvertrauen könnte MitarbeiterInnen abschrecken. Und je nach Branche besteht auch die Gefahr, als Promovierter als "überqualifiziert" zu gelten. Wie so vieles auf dem Arbeitsmarkt hängt auch das von Angebot und Nachfrage ab - stehen viele Jobs offen, ist alles unproblematischer. Und wie der Arbeitsmarkt nach einer Promotion aussieht, kann man vor der Promotion, also Jahre vorher, kaum absehen. Von der (aktuellen) Arbeitsmarktlage sollte man eine Promotion jedenfalls lieber nicht abhängig machen.
Ergänzende Infos bei Studis Online Weitere Informationen (Links auf externe Quellen)
- Artes Liberales ist eine Online-Rezensionszeitschrift, die speziell auf die Interessen von Studentinnen und Studenten sowie Doktorandinnen und Doktoranden der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer zugeschnitten ist »
- Ratgeber Sozialrecht (PDF-Datei; speziell für StipendiatInnen, erstellt im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung) »
- THESIS - Interdisziplinäres Netzwerk für Pomovierende und Promovierte e.V. »
- Doktoranden-Forum »
- doktorandenboerse.info (Tipps, Angebote und Gesuche) »
- Dr.Arbeit (Datenbank mit Diplomarbeiten und Doktorandenstellen an Hochschulen) »
- Deutsche Forschungsgesellschaft: Graduiertenkollge »
- PI - Promovierenden Initiative (StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke) »
- Tipps für Doktorarbeiten »
- ÖH Doktorat (Informationsangebot für (auch zukünftige) Doktorand/innen in Österreich) »
- The European Council of Doctoral Candidates and Junior Researchers (Europäischer Verband für Doktoratsstudierende) »
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