Beruf

Online-Bewerbung per E-Mail

Inzwischen wird von vielen Unternehmen eine Online-Bewerbung angeboten. Auch die BewerberInnen selbst wählen immer öfter den vermeintlich leichteren Weg, die Bewerbung online zu versenden. Für eine vollständige Bewerbung gelten die selben Grundsätze wie bei einer klassischen Bewerbung, allerdings ist es Online oft üblich, auf Kopien von Zeugnissen etc. zu verzichten.

Teilweise werden von den Firmen spezielle Web-Formulare für die Online-Bewerbung bereitgestellt. In diesen Fällen sollte man die vorgegebenen Formulare nutzen, denn wenn die Web-Formulare gut gemacht sind (leider nicht immer der Fall), hat das Unternehmen so die wesentlichen Daten, die es braucht.



Auch Online gilt: Sorgfalt walten lassen!

Eine Studie des Klaus Resch Verlags (www.berufsstart.de) von Anfang 2005 zeigt, dass 55% der eingehenden Onlinebewerbungen nach Ansicht der befragten Personalverantwortlichen nicht dem Niveau einer schriftlichen Bewerbung entsprechen. 41% der BewerberInnen geben zu, online etwas zu schludern. Wer sich also bemüht, den Standard zu halten, verbessert seine Chance signifikant!

Massenbewerbungen mit standardisiertem Anschreiben haben wenig Sinn. Die Vollständigkeit darf nicht leiden. Das gilt online ebenso wie "offline". Offenbar muss das trotzdem besonders betont werden - wie die schon zitierte Studie unterstreicht.

An anderer Stelle mag online ein lockerer Ton herrschen - Bewerbungen sind definitiv der falsche Platz dafür. Emoticons / Smilies wie z.B. :-) haben in einer Bewerbung nichts zu suchen.

Online ist nicht gleich Offline

Die eigene E-Mailadresse und die des Adressaten

Eine Initiativ-Bewerbung an "info@name-des-unternehmens.com" macht kaum Sinn. Man sollte sich die Mühe machen, über die Webseite oder telefonisch den richtigen Ansprechpartner und seine E-Mailadresse herauszufinden. Am besten sollte man bei dieser Gelegenheit fragen, ob eine Bewerbung per E-Mail überhaupt gewünscht ist.

Die eigene E-Mailadresse sollte seriös sein. Wer als "alteraffe@dummkopf.org" schreibt, darf sich nicht wundern, wenn keine oder eine abschlägige Antwort ergeht. Besser ist eine E-Mailadresse à la "vorname.name@maildomain.de". Eine E-Mailadresse aus der Firma, in der man noch arbeitet, sollte man nicht verwenden - denn daraus könnte geschlossen werden, dass man private Dinge immer auf Firmenkosten und während der Arbeitszeit erledigt. Eine Adresse an der Hochschule ist okay, inzwischen bieten einige Hochschulen teilweise sogar eine lebenslange Adresse.

Subject / Betreff der Mail

Schon aus dem Betreff der Mail sollte hervorgehen, um welche Stelle man sich bewirbt. Der eigene Name kann dabei angefügt werden (wenn er aus der Emailadresse nicht schon hervorgeht). Sollte sich die Bewerbung auf eine Anzeige beziehen in der eine Kennziffer genannt war, dann darf diese keinesfalls fehlen.

Format der Mail und der Anhänge

Üblich ist heute, Lebenslauf und weitere Unterlagen im PDF-Format zu versenden. Keinesfalls sollte man versäumen, ein kurzes Anschreiben im ganz einfachen Mail-Textformat (nicht HTML!) zu verfassen, in dem man auf den Anhang verweist und in dem die wesentlichen Punkten (eigene Kontaktdaten; Stelle, auf die man sich bewirbt) knapp aufgeführt sind (für den Fall, dass es mit den Anhängen doch Probleme gibt).

Wer OpenOffice verwendet (eine gute Alternative zu Word, genau so umfassend - und dazu noch völlig gratis!), kann seine Texte direkt als PDF exportieren. Aus Word ist das nur mit weiterer Software möglich (oder Ihr habt einen Apple mit MacOS X - da kann im Druckdialog direkt ein PDF erzeugt werden), die oft noch kostet.

Dank DSL und immer größerer Festplatten mag der Eindruck entstehen, man müsse überhaupt nicht mehr auf die Dateigröße achten: Das ist falsch. Zwar soll bspw. das eigene Bild gut erkennbar sein, trotzdem braucht es kein Bild in einer Auflösung von über 1000 Pixel je Seite. Auch evt. gescannte Versionen von Arbeitszeugnissen etc. sollten auf Größe optimiert und nicht unbearbeitet eingebunden werden.

Innerhalb des PDFs sollten keine besonderen Schriftarten verwendet werden, sondern möglichst Times (New Roman), Arial oder Helvetica. Nur diese sind auf praktisch allen Rechnern installiert, was gewährleistet, dass das Dokument so aussieht wie auf dem eigenen Rechner. Das Einbinden von zusätzlichen Schriftarten in ein PDF ist zwar möglich, aber vergrößert die Datei unnötig (von anderen Problemen ganz abgesehen).

Bewerbung abgeschickt - und jetzt?

Viele Firmen wollen schließlich die Bewerbung auch schriftlich per Post - selbst wenn sie online praktisch vollständig war. Daher sollte man seine Unterlagen immer schnell griffbereit haben, um eine schriftliche Bewerbung schnell nachsenden zu können. Es bietet sich an, von allen Zeugnissen immer einige Kopien auf Vorrat bereit liegen zu haben.

Wichtig ist natürlich, den eigenen E-Mail-Briefkasten regelmäßig zu kontrollieren. Keinesfalls sollte es dazu kommen, dass er "überläuft" - was bei vielen Spam-Mails leider vorkommen könnte. Also immer schön Platz schaffen, falls der Briefkasten ein Größen-Limit hat.

Nach Absenden der Bewerbung kann man nach zwei Wochen telefonisch nachfassen. Wurde allerdings in der entsprechenden Stellenanzeige explizit darum gebeten, Rückfragen zu unterlassen, sollte man das respektieren. Nach über einem Monat kann man trotzdem nachfragen.

Wenn man das Interesse des Unternehmens geweckt hat, kommt i.a. die nächste Hürde: das Vorstellungsgespräch. Auch dazu gibt's ausführliche Tipps bei Studis Online:

» Vorstellungsgespräch meistern



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