30.07.2014

Vorstellungsgespräch
Mögliche Fragen, mögliche Antworten

Um ein Vorstellungsgespräch erfolgreich überstehen zu können, sollte man sich auf mögliche Fragen vorbereiten. Im folgenden einige Tipps dazu, welche Fragen aufkommen könnten – und wie man auf sie reagieren kann.

Gerade auch auf unangenehmere Fragen sollte man souverän reagieren können. Was nicht gefragt werden darf, behandelt ein gesonderter Artikel: „Was man nicht verraten muss“.

Ein Vorstellungsgespräch ist keine Einbahnstraße. Auch die Bewerberin / der Bewerber sollte die Gelegenheit nutzen und einige Fragen stellen. Klug gestellte Fragen unterstreichen, dass man sich Gedanken gemacht hat.

Man sollte keine Formulierungen pauken, sondern eher grobe Fragestellungen im Kopf haben. Wie aber schon im vorigen Artikel erwähnt, ist es nicht falsch, mit FreundInnen Gesprächs-Situationen zu simulieren.

Falls man an einen ungeübten Interviewer gerät, sollte man schon für den Beginn des Gesprächs einige Fragen vorbereitet haben (siehe „Eigene Fragen“ weiter unten).



Fragen des Arbeitgebers

Natürlich kann man nicht auf alles vorbereitet sein – und muss das auch gar nicht. Auf einige „Standards“ sollte man aber vorbereitet sein.

Hat man Lücken im Lebenslauf, sollte man dafür eine Begründung haben – lieber ehrlich sagen (wenn es so war), dass man mal Urlaub machen wollte, weil man damals ausgelaugt war, als um den heißen Brei herumreden. Gleiches gilt für ein langes Studium. Hat man z.B. „nebenbei“ ehrenamtliche Tätigkeiten ausgefüllt, kann das positiv bewertet werden – also nicht verschweigen!

Gerade für den Anfang des Gesprächs ist es auch sinnvoll, den eigenen Lebenslauf in Kürze darstellen zu können – ohne gleich in weitläufigen Erzählungen abzuschweifen. Sehr gut ist es, wenn man dabei das Interesse an dem konkret angebotenen Job einfließen lassen kann und die eigenen Qualifikationen mit dem geforderten Leistungsprofil des Arbeitgebers verbinden kann. Ein Grund mehr, vorher über den Arbeitgeber zu recherchieren. Denn es sollte auf jeden Fall erkennbar werden, dass man sich gerade für diesen Job interessiert.

Gern wird auch nach eigenen Schwächen und Stärken gefragt. Man sollte darauf verzichten, Schwächen zu nennen, die auch als Stärken interpretiert werden können: Ungeduld etwa oder Perfektionismus. Das ist inzwischen schon zu abgedroschen. Besser ehrlich sein, aber die Schwächen nicht zu sehr betonen und auch dadurch abmildern, dass man ihnen immer passende Stärken gegenüberstellt.

Ähnlich geartet ist die Frage nach Erfolgen und Mißerfolgen. Man sollte Erfolge nicht unbedingt aus Bereichen wählen, die mit der zukünftigen Arbeit gar nichts zu tun haben (oder gar darauf hindeuten, dass man sich eigentlich für anderes als den Job interessiert). Bei Mißerfolgen kann man aber natürlich ein wenig in solche Bereiche ausweichen. Trotzdem sollte ein Bezug zur Arbeit bestehen und auch ein „Lerneffekt“ aus diesem Mißerfolg genannt werden können.

Einige Unternehmen (Banken, Behörden und natürlich wenn man ins Journalistische gehen möchte) fragen das Interesse an Politik und Wirtschaft ab. Man sollte regelmäßig Tageszeitungen oder aktuelle Online-Medien lesen, um mitreden zu können. Man sollte zunächst nur zeigen, dass man informiert ist und eigene Meinung dazu nur vorsichtig äußern, sofern man nicht dazu aufgefordert wird.

„Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?“ – Auch diese Frage wird von Personalchefs immer wieder gestellt. Es geht dem Fragenden dabei meist darum, zu sehen, ob man eigene Perspektiven entwickelt hat und ob diese sich mit denen des Unternehmens decken. Gerade bei verantwortlichen Positionen ist eine längerfristige Planung unabdingbar – der/die Kandidatin für die Stelle sollte also zeigen, dass sie Pläne hat.

Meist gegen Ende des Gesprächs wird (nochmals) explizit Gelegenheit gegeben, eigene Fragen zu stellen. Dieses Angebot sollte man nicht ungenutzt lassen oder als Anlaß nehmen, das Gespräch als beendet anzusehen. Die eine oder andere eigene Frage (siehe im weiteren) sollte man sich also für den Schluß aufbewahren. Es kann dazu hilfreich sein, Notizen während des Gesprächs zu machen.

Gehaltsvorstellungen …

Man sollte sich schon vor dem Vorstellungsgespräch umhören, wie das branchenübliche Gehaltsniveau für die angestrebte Position ist. Zwar muss man im ersten Gespräch nicht auf das Thema Gehalt kommen (jedenfalls nicht von sich aus), andererseits ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Arbeitgeber das Thema anschneidet.

Man sollte auf Nachfrage einen Gehaltsrahmen (z.B. 35.000 bis 45.000 Euro Jahresgehalt) in den Raum stellen und diesen auch vertreten können (Verweis auf die eigenen Qualifikationen, die Motivation, Berufserfahrung etc.). Sollte dann etwas weniger geboten werden, so sollte man verhandeln, aber nicht auf das Mehr bestehen (das darf man jedoch nicht von Anfang an durchblicken lassen!). Beim ersten Gehaltsgespräch mit dem neuen Chef nach der Probezeit oder spätestens nach einem Jahr sollte man unbedingt darauf zurückkommen und dann diese Differenz ausgleichen.

Ausführlichere Tipps gibt's übrigens im Artikel Die Gehaltsverhandlung.



Eigene Fragen

Grundsätzlich sollte man „Warum“-Fragen vermeiden – das könnte nach Kritik klingen. Statt dessen sollte man offene Fragen stellen („Wer?“, „Was?“, „Wie?“), die nicht in einem Satz beantwortet werden können, sondern dem Gesprächspartner – sofern er das möchte – Gelegenheit geben, ausführlicher zu werden.

Man sollte das Gespräch nicht mit eigenen Fragen beginnen, sondern zunächst nur bei Verständnisschwierigkeiten oder wenn es konkret passt, Fragen einbringen. Es wäre z.B. eher peinlich, wenn man zu Beginn des Gesprächs schon nach Urlaubsgeld oder Gleitzeit fragen würde.

Man kann eine Liste mit eigenen Fragen vorbereiten. Das zeugt nicht von Unsicherheit – im Gegenteil, es ist eher professionell. Bei der Vorbereitung dieser Fragen kann man sich auch überlegen, ob man Fragen zum Teil schon vor dem Gespräch klären kann oder gar sollte.

Folgende Fragen-Themen sind i.a. unproblematisch – und werden oft von selbst von der/dem GesprächspartnerIn angesprochen:
  • Fragen zur Arbeitsweise (Anteil Einzeln- oder Teamarbeit)
  • Wie sieht die Einarbeitungsphase aus? Welche Abteilungen wird man kennenleren?
  • Wer sind weitere Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter?
  • Wie sieht der Arbeitsplatz aus? Kann man ihn evt. besichtigen?
  • Welchen Handlungsspielraum hat man in der angestrebten Position?
  • Welche Aufstiegsmöglichkeiten bestehen?
  • In welcher Form wird Weiterbildung unterstützt?
  • Sind Auslandseinsätze möglich / notwendig?
Nicht unbedingt im ersten Gespräch, aber natürlich vor dem Unterschreiben des Arbeitsvertrages sollte man noch folgende Aspekte klären:
  • Höhe der Bezahlung, mögliche Sonderleistungen
  • Arbeitszeitregelung und Urlaub
  • Gibt es betriebliche Altersversorgung oder sonstige Versicherungsleistungen?
  • Wie sieht's mit Kantine, Betriebssport oder sonstigen betrieblichen Einrichtungen aus?




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