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08.04.2024
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Geographie – ein spannendes und sehr vielfältiges Studium, welches Menschen, Orte und Umwelt in den Blick nimmt. Aber was kann man nach so einem Studium später machen? Und was ist besser: ein breites Studium oder doch lieber ein klarer Schwerpunkt? Der Studienführer gibt einen Einblick in das Geographie-Studium.


1. Kurz+knapp

Die meisten Hochschulen bieten Geographie als 6-semestrige Bachelorstudiengänge mit 180 ECTS an. Darauf aufbauend werden meist 4-semestrige Master angeboten.

Geographie kann in fast 50 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Bremen, Frankfurt / Main, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Marburg, München und Münster.

Die beruflichen Möglichkeiten hängen stark davon ab, ob du bspw. einen Schwerpunkt in Physischer Geographie oder Humangeographie gelegt hast. Auch etwaige absolvierte Praktika können einen Einfluss haben. Es gibt viele berufliche Möglichkeiten.


2. Was erwartet mich in einem Studium der Geographie?

„Was ist das für ein dickes Buch?“ sagte der kleine Prinz. Was machen Sie da?“
„Ich bin Geograph“, sagte der alte Herr.
„Was ist das, ein Geograph?“
„Das ist ein Gelehrter, der weiß, wo sich die Meere, die Ströme, die Städte, die Berge und die Wüsten befinden.“
„Das ist sehr interessant“, sagte der kleine Prinz. „Endlich ein richtiger Beruf!“

(„Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupèry)

Diese kindliche Vorstellung über die Welt der Geographie kommt nicht von ungefähr – viele Generationen von Schüler:innen sind durch ihren Erdkunde-Unterricht aus der Schule so mit dieser Disziplin konfrontiert worden.

Doch hinkt dieses Bild und ist vergleichbar mit dem der Mathematik, deren Inhalt weniger das bloße Rechnen ist – dafür umso mehr Abstraktion und Logik. In der heutigen Geographie sind vielmehr folgende beispielhafte Fragestellungen von Bedeutung:

  • Welchen Einfluss haben die globalen Schiffsrouten auf den Meeren und Ozeanen für Wirtschaftsstandorte und Lieferketten?

  • Warum verläuft der Flußstrom in dieser Form? Und was führt dazu, dass sich immer mehr Hochwasserereignisse mehren?

  • Warum befindet sich an dieser Stelle eine Stadt? Wie hat sie sich entwickelt? Und wie sieht die Stadt der Zukunft aus?

  • Was geschieht, wenn Weideflächen in den Bergen nicht mehr nutzbar sind? Welchen Einfluss hat dies auf die Landwirtschaft und die lokale Bevölkerung?

  • Und warum breiten sich Wüsten immer mehr und mehr aus?

An diesen Fragen wird auch eines deutlich: Um solche großen Fragen beantworten zu können, bedarf es Wissen aus den Naturwissenschaften und den Sozialwissenschaften sowie Werkzeuge aus der Kartographie und heute verstärkt Geoinformatik.

Einige Geograph:innen versuchen diesem breiten generalistischen Anspruch zu genügen, während andere schon im Verlauf des Studiums ihren Schwerpunkt in Physischer Geographie oder Humangeographie wählen. Je nach Hochschule kann diese Schwerpunktsetzung oft nach dem Bachelor im Master erfolgen, bei einigen bereits im Bachelor oder sogar schon bei der Wahl des Bachelors.

Wer nach dem Studium Erdkunde-Lehrer:in werden möchte und auf Lehramt studiert, beschäftigt sich jedoch mit beiden Teildisziplinen.

An manchen Hochschulen wird Geographie nur als Mono-Bachelor angeboten und an einigen auch als Kombi-Bachelor. Bei letzterem hast du somit noch die Wahl, welches Nebenfach du belegen möchtest.

Gegenstand der Geographie

Aber was ist denn eigentlich der Gegenstand der Geographie? Allgemein wird Geographie als „die Wissenschaft von der Erdoberfläche in ihrer räumlichen Differenzierung, ihrer physischen Beschaffenheit sowie als Raum und Ort des menschlichen Lebens und Handelns“ (Lexikon der Geographie) definiert. Sie hat also etwas mit Räumen zu tun. Aber wo fangen diese an und wo enden sie?

Die Physische Geographie versucht allgemeine Kriterien festzulegen, wie diese Räume abgegrenzt werden (wie zum Beispiel ein Wassereinzugsgebiet eines Flusses) und untersucht werden können oder sie orientiert sich an historischen Landschaften, wie der Lüneburger Heide.

Die Humangeographie thematisiert in ihren Forschungen bereits die Prozesse der räumlichen Abgrenzungen, welche durch gesellschaftliche Gruppen vollzogen werden. Hierfür bedient sie sich an den Theorien und Methoden von sozialwissenschaftlichen Disziplinen wie Soziologie, Politikwissenschaft oder auch der Ethnologie.

Achtung: Geographie ≠ Geowissenschaften

Wer gerne in die Tiefe geht ... im wahrsten Sinne des Wortes, wird bei der Geographie eher enttäuscht werden. Geograph:innen buddeln bei der Bodenanalyse maximal soweit, bis die Schippe klong macht und auf Stein landet. Geowissenschaftler:innen beschäftigen sich mit dem Erdaufbau – und fragen sich unter anderem, wo Ressourcen zu finden sind. Absolvent:innen der Geographie beschäftigen sich dann eher mit den Folgen für Umwelt und Bevölkerung, wenn fossile Energieträger gefördert und verbrannt werden.

Mögliche Studieninhalte (abhängig von der Hochschule)

  • Klimageographie & Geomorphologie

  • Bodengeographie, Hydrologie und Biogeographie

  • Ressourcenmanagement

  • Gesellschaft und Raum

  • Wirtschaft, Raum und Macht

  • Raum- und Regionalplanung

  • Stadtentwicklung

  • Geographie des globalen Südens

  • Geographie der Globalisierung

  • Geoinformationsverarbeitung (GIS), Kartographie und empirische Methoden

  • Mensch-Umwelt-Systeme

  • Statistik

  • Hauptexkursion

Was macht das Geographie-Studium einzigartig?

Der Punkt der Exkursion ist ein deutliches Unterscheidungsmerkmal von vielen anderen Studiengängen. Wer nun glaubt, mit einem Geo-Studium ständig auf weite Reisen zu gehen, irrt jedoch. Trotzdem sollten die Kosten für eine große Exkursion mit einkalkuliert werden, die unter Umständen je nach Ziel über 1.000 Euro oder sogar noch mehr betragen können. Gleichzeitig finden im Studium auch Geländetage in der näheren Umgebung statt.

Mit der Entscheidung für die Hochschule wählst du oft auch einen regionalen Schwerpunkt, was insbesondere für diejenigen wichtig ist, die darüber nachdenken später im Ausland zu arbeiten. Informiere dich deswegen dringend auf den Seiten der jeweiligen Geographie Institute, welche Schwerpunkte sie vertreten. Während die Universität Bayreuth zum Beispiel dafür bekannt ist, dass sie einen großen Afrika-Schwerpunkt bietet, erwartet die Mainzer Geostudis unter anderem die Möglichkeit, Exkursionen im arabischen Raum zu machen.

Verwandte und alternative Studiengänge

Ähnliche Studiengänge im Bereich der Physischen Geographie

Ähnliche Studiengänge im Bereich der Humangeographie

Geographie studieren

Anna studiert im 4. Semester Geographie an der RWTH Aachen. Sie hatte schon immer ein großes Interesse an der Natur und wollte verstehen wie diese funktioniert, das Geographie Studium war also naheliegend. Im Rahmen des Seminars „Projektstudie“ untersucht Anna die Effekte unterschiedlicher Flächen auf die Sonneneinstrahlung in der Stadt. Dafür muss sie jetzt zum ersten Mal eigene Klima-Messungen durchführen und die direkte und die reflektierte Sonneneinstrahlung messen.

Empfohlener Inhalt (Video aus ARD-Mediathek)

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Das Video können wir dank einer Partnerschaft mit ARD alpha Uni zeigen, einem Format von ARD alpha.
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3. Dauer des Geographie-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das Geographie Studium 6 Semester und wird als Bachelor of Science mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 180 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht.

Geographie wird oft im Rahmen eines Mehrfach-Bachelors studiert. Es kann dabei Haupt- oder Nebenfach sein. Es gibt auch Studienangebote, bei denen es eine Hälfte eines 2-Fach-Bachelors ist.

Anschließend kann noch das Master-Studium in Geographie oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master kann in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Außerdem kann Geographie auf Lehramt studiert werden, meist als Bachelor und Master of Education, seltener noch auf Staatsexamen. Weitere Infos in unserem Artikel Lehramt studieren.

Geographie: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master2 - 4 Semester
Lehramt7 - 10 Semester
Bachelor (Teilzeit)12 Semester
Master (Teilzeit)8 Semester

Studienformen des Geographie-Studiums

Die klassische Form des Geographie-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es einige wenige Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.


4. Wo kann Geographie studiert werden?

Du kannst Geographie an vielen Hochschulen in Deutschland studieren. Das Studienangebot ist recht groß. Insgesamt kann Geographie in 48 Städten studiert werden.


5. Was kostet ein Geographie-Studium 2024 und wie finanziere ich es?

Was das Studentenleben kostet

Während eines Geographie-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben – wenn nicht bei den Eltern gewohnt wird – zwischen 783 € und über 1.896 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 950 € im Monat aus.

Der Hauptkostenpunkt ist in der Regel die Miete. Anhaltspunkte zur Höhe im Artikel Mieten für ein WG-Zimmer.

Und wie bezahle ich das alles?

Für alle, die mit knapp 20 ein Studium beginnen, dürfte der gerade angesprochene Studienfinanzierungs-Check gar nicht nötig sein. Für sie sind meist die Eltern die erste Finanzquelle – Details dazu im Artikel Unterhalt von den Eltern.

Haben die Eltern wenig Einkommen, springt das Studenten-BAföG ein. Für einige kann auch ein Stipendium in Frage kommen.

Ab Wintersemester 2024/2025 gibt es für unter 25-jährige, die vor dem Studium Bürgergeld (oder einige andere Sozialleistungen) beziehen, voraussichtlich eine Studienstarthilfe von einmalig 1.000 €.

Ansonsten jobbt die große Mehrheit der Studierende noch neben dem Studium.

Weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung findest du in unserer Übersicht Geld für das Studium. Oder nutze den Studienfinanzierungs-Check – dann weißt du schneller, was überhaupt für dich in Frage kommt.


6. Berufe und Verdienstmöglichkeiten

Aus dem Studium sollte später ein Beruf werden. Hier ein oder mehrere Beispiele – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Immer auch mit Infos zum Gehalt im jeweiligen Beruf. Und gelegentlich mit Video 🎥

(mic)


Weiterführende Informationen

Studienfach-Datenbank von Studis Online

Verbände und Organisationen





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