21.01.2014

Wissenschaftliches Schreiben (Teil 5)
Das Literaturverzeichnis

Nicht erst seit den Rücktritten der Bundesminister Gutenberg und Schavan sollte allen Studierenden klar sein, dass korrekte Zitate und ein vollständiges Literaturverzeichnis essenziell sind. Was hierbei zu beachten ist, fassen wir in Kürze zusammen.

Grundsätzlich sind die Quellen einer Arbeit in einem Literaturverzeichnis anzugeben. Zwingend anzugeben sind alle Werke, aus denen man in der eigenen Arbeit zitiert oder auf die man sich sinngemäß bezieht. Beides ist jeweils in geeigneter Form zu kennzeichnen (siehe Teil 4: Literaturangaben/Zitierweise).

Ob man darüber hinaus herangezogene Grundlagenliteratur anzugeben hat oder auch Fachliteratur, die man gelesen hat, ohne aus ihr zu zitieren, hängt von den Gepflogenheiten vor Ort ab – am besten die Betreuerin / den Betreuer fragen bzw. die vorhandenen Hinweise der Fakultät / des Studiengangs zur Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten genau durchlesen.

Grundsätzliche Angaben

NAME, VORNAME (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. Auflage (wenn nicht Erstauflage), Erscheinungsort(e).

Nach Möglichkeit (auch um Verwechslungen auszuschließen) immer Vor- und Zuname vollständig angeben. Bei mehreren AutorInnen immer alle nennen, getrennt durch "/". Ob der Autor in Versalien (Großschreibung) geschrieben wird oder nicht, ist Geschmackssache. Bei der amerikanischen Zitierweise im Text selbst scheint es sinnvoll. Entsprechend wird das dann auch im Literaturverzeichnis so gehandhabt. Bei deutscher Zitierweise im Text wäre es eher ungewöhnlich, hier so zu verfahren.

Bei Zeitschriftenaufsätzen

AUTOR/-EN (Erscheinungsjahr): Titel des Aufsatzes. Untertitel. In: Name der Zeitschrift, Jahrgang, Heftnummer, Seitenzahl(en).

Beispiele

BÄHR, JÜRGEN (1999): Tag der 6 Milliarden Menschen. Zur jüngeren Entwicklung der Weltbevölkerung. In: Geographische Rundschau, 51, S. 570–573.

WOLF, KLAUS (1995): Frei-Zeit und Raum. In: Spektrum Freizeit, Jg.17, H. 2/3, S. 46–51.

Bei Sammelbänden, die komplett genannt werden

HERAUSGEBER/-INNEN (Hrsg.) (Jahr): Titel, ggf. Untertitel des Sammelbandes. Auflage (wenn nicht Erstauflage), Ort.

Beispiel

MONHEIM, HEINER / ZÖPEL, CHRISTOPH (Hrsg.) (1997): Raum für Zukunft. Zur Innovationsfähigkeit von Verkehrspolitik und Stadtentwicklung. Essen.

Bei einzelnen Aufsätzen aus Sammelbänden

AUTOR/-EN des Aufsatzes (Jahr): Titel, ggf. Untertitel des Aufsatzes. In: HERAUSGEBER: Titel, Untertitel des Sammelbandes, Ort. Seitenzahlen des zitierten Aufsatzes.

Beispiel

MONHEIM, HEINER (1997): Die Autofixierung der Verkehrspolitik. Warum die ökologische Verkehrswende bisher nicht vorankommt und wie sich das ändern ließe. - In: MONHEIM, HEINER / ZÖPEL, CHRISTOPH (Hrsg.): Raum für Zukunft. Zur Innovationsfähigkeit von Verkehrspolitik und Stadtentwicklung. Essen. S. 218–235.

Bei Internetadressen

AUTOR/-IN der Seite (Jahr): Titel.
Pfad (Zugriffsdatum).

Üblicherweise gilt als Autor der Internetseiten"herausgeber" (z. B. Statistisches Bundesamt). Wenn auf der Webseite selbst kein "Erscheinungsdatum" angegeben ist, wird das laufende Jahr angegeben. Der komplette Pfad ("URL") wird sozusagen als Erscheinungsort angegeben. Die Angabe des Zugriffsdatums ist notwendig, da Internetseiten von Zeit zu Zeit aktualisiert werden oder im ungünstigeren Fall nicht mehr zur Verfügung stehen.

Sortierung i.a. nach AutorIn

Geordnet werden die Einträge nach dem Nachnamen der VerfasserInnen. Werden mehrere Arbeiten desselben Autors verwendet, werden diese nach Erscheinungsjahr geordnet. Sind gar mehrere Arbeiten desselben Autors im gleichen Jahr erschienen, werden diese mit Kleinbuchstaben auseinandergehalten.

Beispiel
BULTMANN, THORSTEN (1992): ...
BULTMANN, THORSTEN (1997a): ...
BULTMANN, THORSTEN (1997b): ...

Bei mehreren AutorInnen wird das Werk unter dem (im Werk selbst) zuerst genannten eingeordnet.

Beispiel
KULS, WOLFGANG / KEMPER, FRANZ-JOSEF (2000): ...

Gibt es keine Autorenangabe, so wird der Name der veröffentlichenden Institution genannt.

Beispiel
BUNDESAMT FÜR STRAHLENSCHUTZ

Wenn eine Autorin / ein Autor sowohl mit Werken vertreten ist, für die sie/er alleine zeichnet, als auch mit weiteren Arbeiten, die zusammen mit anderen verfasst wurden, so werden zuerst die Einzelpublikationen aufgeführt.

Beispiel
MEYER, WILHELM (1994): Geologie der Eifel. Stuttgart.

MEYER, WILHELM / STETS, JOHANNES (1975): Das Rheinprofil zwischen Bonn und Bingen. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 126, S. 15–29.

Bei mehr als drei AutorInnen wird bei einer Literaturangabe im Text nur der erstaufgeführte genannt und "et al." (et alii: und andere) angeführt. Im Literaturverzeichnis selbst werden dagegen immer sämtliche AutorInnen genannt.

Weitere Angaben wie Erscheinungsort und -jahr

Durch die Verzögerung bei der Herausgabe einer (wissenschaftlichen) Zeitschrift kann es sein, dass der zitierte Aufsatz älter ist als die Zeitschrift. Dann sind beide Jahreszahlen anzugeben.

Fehlt der Ort, wird o.O. (ohne Ortsangabe) geschrieben, fehlt das Jahr, gibt man o.J. (ohne Jahr) an.

Bei der Verwendung von Abkürzungen in der Nennung von Zeitschriften im Literaturverzeichnis ist darauf zu achten, dass diese einheitlich verwendet werden.



Übersicht Artikelreihe




Quellen

Auch wir wollen korrekt sein und angeben, auf welche Quellen diese Zusammenfassung aufbaut. Wir halten uns dabei allerdings nicht an die Formalien eines Literaturverzeichnisses – schließlich ist dieser Artikel keine wissenschaftliche Arbeit.

Und jetzt?

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