Übersicht+Geschichte
Studiengebühren in Mecklenburg-Vorpommern
Kurz und Knapp
Keine allgemeinen StudiengebührenKeine Studiengebühren für Diplom, Magister, Bachelor, Staatsexamen und konsekutive Master. Teilweise - hochschulabhängig - Gebühren für weiterbildende (nicht-konsekutive) Studiengänge oder einige berufsbegleitende Fern-Studiengänge (über das Tochterunternehmen WINGS der Hochschule Wismar).
Verwaltungskostenbeitrag o.ä.: bis 50 €/Semester
Bis zu 50 Euro Gebühren/Beiträge pro Semester z.B. für einen "Verwaltungskostenbeitrag", der bei der Immatrikulation/Rückmeldung anfällt. Es liegt in der Verantwortung der Hochschulen, ob Gebühren, in welcher Höhe und für welche Leistung genau eingeführt werden. Möglich seit WiSe 2009/2010. Uns bekannt ist lediglich, dass die Uni Greifswald Gebühren für die Immatrikulation (11 €) und Rückmeldung (6 € / Semester) erhebt.
Aussichten
Die Landtagswahlen am 04.09.2011 haben die SPD gestärkt, die schliesslich die bestehende Koalition mit der CDU fortsetzt. Im Koalitionsvertrag sind keine Veränderungen in Sachen Studiengebühren vorgesehen.
Stand der Dinge und Geschichte
Im am 20.10.2011 unterzeichneten Koalitionsvertrag von SPD und CDU findet sich auf Seite 38 unter der Nummer 219: "Die Koalitionspartner garantieren, dass an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern wie bisher das Erststudium bis zum Masterabschluss/Staatsexamen beziehungsweise einem Abschluss auf vergleichbarem Niveau gebührenfrei bleibt." Das lässt die Möglichkeit offen, Gebühren für ein Zweitstudium einzuführen. Langzeitstudiengebühren sind dadurch auch nicht 100%ig ausgeschlossen, auch wenn es sich zunächst so anhört. Allerdings dürfte beides – wenn überhaupt – nicht auf die schnelle kommen.Auch nach den Landtagswahlen am 04.09.2011 (siehe auch Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern vertreten) scheint es nicht die Gefahr zu geben, dass sich die aktuelle Situation verschlechtert. Eine Verbesserung ist allerdings auch nicht sonderlich wahrscheinlich.
Am 01.04.2009 (leider kein Aprilscherz) hat der Landtag das Landeshochschulgesetz mit den Stimmen von SPD und CDU so geändert, dass den Hochschulen nun freigestellt ist, Gebühren (bzw. "Beiträge") von bis zu 50 Euro im Semester zu erheben. Die genaue Ausgestaltung und ob tatsächlich Gebühren erhoben werden, ist den Hochschulen überlassen. Die Uni Greifswald erhebt für die Immatrikulation einmalig 11 €, für die Rückmeldung pro Semester 6 €. Die meisten anderen staatlichen Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern scheinen auf derartige "Beiträge" zu verzichten.
Die Uni Greifswald war bei Versuchen, schon vor einer expliziten gesetzlichen Regelung im Landeshochschulgesetz, Beiträge für die Immatrikulation/Rückmeldung zu erheben, vom Oberverwaltungsgericht Mitte 2008 gestoppt worden. Als Konsequenz daraus wollte die große Koalition zunächst sogar landesweit einheitliche Verwaltungskostenbeiträge in Hähe von 50 € pro Semester einführen und wurd vom Bildungsminister Henry Tesch darin unterstützt (siehe Pressemeldung vom 11.09.2008).
Trotz großer Koalition scheinen sich ansonsten die Befürchtungen (vgl. unseren Artikel vor den Landtagswahlen - Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern: Vom Regen in die Traufe?) vieler GebührengegnerInnen nicht zu bewahrheiten. Obwohl aus der CDU vor den Wahlen viele Stimmen für allgemeinen Studiengebühren kamen und viele aus der SPD zumindest Langzeitstudiengebühren / Studienkonten nicht abgeneigt zu sein schienen, wird trotzdem auf Studiengebühren verzichtet. Offenbar überwiegt die Ansicht (und Einsicht), dass das Land nur ohne Studiengebühren genügend Studierende anziehen kann. Und wenn es dies nicht tun würde, blieben selbst die Gelder aus dem Hochschulpakt aus.
Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem es sehr lange (bis Ende 2004) keine öffentliche Diskussion innerhalb der Regierungsfraktion über die Einführung von Studiengebühren oder ähnlichem gab. Bis zur Landtagswahl Ende 2006 hat es von Seiten der SPD-PDS-Koalition dazu nichts neues gegeben.
Wie man am 09.12.2004 einer Meldung beim fzs entnehmen konnte, gab es laut dem AStA der Uni Greifswald Bestrebungen in der SPD-Landtagsfraktion, 500 € Studiengebühren einzuführen. Und zwar für alle (ab dem ersten Semester), die nicht mit Erstwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet sind. Es ist schließlich bei den Gedankenspiele von Teilen der SPD-Fraktion geblieben.
Artikel (auch) zu Studiengebühren in Mecklenburg-Vorpommern
- Wahlprüfsteine Hochschulpolitik: Was die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern vertreten (18.08.2011) »
- Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern: Vom Regen in die Traufe? (25.07.2006) »
Hinweis
Die Angaben hier beruhen auf eigenen Recherchen, eine Gewähr dafür kann nicht übernommen werden. Wer von neuen Plänen oder wirklichen Änderungen der hier geschilderten Lage gehört: Bitte informiert uns per Mailformular, damit wir die Information einbauen können. Vielen Dank!
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