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Kunst-Medien-Ästhetische Bildung

abwechslungsreich, mainly Theorie, Praxis möglich

Erfahrungsbericht von Staubbürste, 11.10.2022
Alter (bei Studienbeginn): 21 bis 25 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 8 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2015), Studium 2019 abgeschlossen

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Die Studieninhalte haben mir alles in allem sehr zugesagt, da es eine breite Palette an Wahlmöglichkeiten gab. Es gab viele klassische Seminare im theoretischen Bereich und auf der anderen Seite auch Praxiskurse. Das Themenspektrum war in beiden Bereichen sehr breit. So hatte ich mehrere Seminare zu Architekturgeschichte, Filmgeschichte und Performance-Kunst und in den Werkstattseminaren Silberguss, Aktmalerei und Acrylmalerei. Wenn es vom Aufbau eures Stundenplans her reinpasst gibt es also ein sehr reichhaltiges Angebot. Zudem musste ich noch einige Credits im Bereich Didaktik absolvieren, da ich mit Lehramtsoption studiert habe. Hierzu muss ich sagen, dass es in dem Bereich auf andere Art wechselvoller zuging. Ich hatte zum einen Kurse die kaum einen Bezug zur Schule hatten obwohl sie dafür vorgesehen waren, aber auch solche die explizit Unterrichtssituationen angesprochen haben, in denen Verlaufsplanung geübt wurde und die auch von aktiven Lehrerinnen gegeben wurden. Es ist nicht so, dass mir ersterer Typ Kurs geschadet hätte und wenn man sich wirklich für das Berufsziel Lehrer entscheiden sollte kommen noch genug schulbezogene Kurse im Master hinzu bis man davon vollkommen übersättigt ist, aber ich dachte ich erwähne es mal. Es ist ganz sicher hilfreich sich über die Dozierenden zu informieren und Leute zu fragen, die das Modul vielleicht schon erledigt haben, über die Lehrenden auszufragen.

Zudem empfehle ich euch möglichst auch einige Exkursionen mitzunehmen. Die verschiedenen Bremer Kunstgalerien werdet ihr ganz sicher in einigen Seminaren aufsuchen, aber es gibt beispielsweise auch größere Fahrten zur Biennale oder zum Thema Architektur nach Lissabon.

Das bringt dem ganzen meiner Meinung nach noch mehr Abwechslung über die drei Jahre, obwohl das Kursangebot, wie gesagt im Vergleich zu anderen Studiengängen relativ abwechslungsreich ist.

Weiterhin solltet ihr damit rechnen viel mit Gender Themen konfrontiert zu werden. Das geschieht allerdings in der Regel auf hohem Niveau und nicht wie in der Tagespolitik häufig inerhitzter Debatte. Nur eben überproportional viel. Da gibt es eindeutig eine Schlagseite, während Basics wie Farbenlehre oder Bildanalyse mir nie begegnet sind. Auch in der Praxis gab es in der Mehrzahl der Kurse wenig grundlegende Techniken vermittelt obwohl es ja ein grundständiges Studium ist. Das fand ich immer schade, aber die meisten Kommilitonen hatten solcherlei Dinge wohl bereits in der Schule und störten sich deshalb nicht daran.

Betreuung und Lehre

Zur Betreuung und Lehre kann ich sagen, dass diese mir an der Uni Bremen und in unserem Fachbereich extrem gut gefallen hat. Ich habe es immer so empfunden, dass ich alle Fragen stellen konnte und es insgesamt eine sehr flache Hierarchieebene zwischen Dozierenden und Studentenschaft gibt. Dozierende kamen von sich aus mit dem Du.

Ich habe es in vielen Seminaren erlebt, dass viel auf die Wünsche der Teilnehmenden eingegangen wurde Themenblocks darauf abgestimmt wurden und selbst terminliche Fragen mitgestaltet werden konnten. Auch in der Gestaltung von meiner Bachelorarbeit wurden mir große Freiheiten gelassen und eigene Themensetzung erlaubt. Das Seminararbeitsthemen verteilt werden ist eher die Seltenheit.

Ausstattung

Die Ausstattung ist im Großen und Ganzen angemessen. Wir wissen mittlerweile alle, es könnte mehr Geld in die Bildungseinrichtungen fließen, aber bei diesem Studiengang hatte ich in der Regel alles zum Studieren da. Man könnte jetzt monieren, dass etwa in der Werkstatt bei plastischen Arbeiten auf billigere Materialien zurückgegriffen wurde und nicht immer alles was man verarbeiten wollte direkt verfügbar war, aber in der Bibliothek etwa, habe ich immer alles gefunden was ich für meine Ausarbeitungen brauchte und auch ein ruhiges Plätzchen zum Arbeiten gab es da fast immer. Auch ein PC Labor für Seminare mit Powerpoint Anteilen etc. gibt es.

Mit der Mensa und den Café Angeboten war ich auch immer sehr zufrieden. Das sind an der Uni Bremen Orte, an denen man verweilen kann oder auch mal bei einem Kaffee die Präsentation bespricht.

Mich hat nur gestört, dass es immer nur die klassischen Seminarräumlichkeiten gab. So hat man sich in Filmseminaren auf den alten Holzstühlen den Rücken krumm gesessen während an fortschrittlicheren Institutionen mehr Komfort oder auf die Lehre abgestimmte Räume vorhanden sind.

Organisation

Die Informationspolitik and er Uni und bei Kunst-Medien.

Ja, manchmal ist es auch ein wenig zu viel wenn man mal wieder das Postfach öffnet und zwischen den Mails x-beliebiger Doktoranden die ihre Surveyaufrufe über den Studiengangs Mailer bewerben nach den wirklich wichtigen Mails sucht... nein, im Grunde genommen habe ich immer alle Infos bekommen, welche ich brauchte. Ich hatte ebenfalls das Glück zu einer Zeit zu studieren, in der sich viele Studis in der Fachschaft engagiert haben und es somit viel Kommunikation zwischen den Kommilitonen und Dozierenden gab. Es gab also ein gewisses “Auffangnetz”, wenn man mal von offizieller Seite was übersehen hatte.

Nun zur Stundenplangestaltung. Ich konnte meinen Studienverlauf immer recht flexibel gestalten. In einigen Bereichen, wie der Didaktik musste etwas an der einen Stelle gemacht werden, weil es etwa im nächsten Semester nicht angeboten wurde.

Ich selber habe es etwa Regelstudienzeit durchlaufen, also wenn man sich reinhängt und nichts dazwischenkommt, kann man es in der Kunst in Regelstudienzeit bewältigen und arbeitet sich nicht tot wie in anderen Fächern.

Berufsorientierung

Man studiert Kunst-Medien im Bachelor. Ein direktes berufliches äquivalent an dem sich der Studiengang orientieren könnte gibt es hier also nicht. Die meisten studieren mit der Lehramtsoption. Hier ist die Zahl der Praktika (3 insgesamt - etwa 12 Wochen) meiner Meinung nach angemessen. Zwar wird ja immer gerne darauf hingewiesen, die angehenden Lehrer sollten mehr und früher in die Praxis starten, doch ich sehe das etwas anders. Es ist ausreichend was hier geboten wird, wenn man bedenkt, dass noch der Masterstudiengang und das Referendariat hinzukämen, wenn man diesen Berufsweg weiterverfolgt.






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