Auslandsstudium
Studieren in Österreich (Seite 1)
Von Jana Hoffmann| Inhalt im Einzelnen |
1. Warum Österreich?
Es gibt trotz Studiengebühren viele Gründe, ein Auslandssemester in Österreich zu absolvieren. So verfügt dieses Land über ein sehr gutes Hochschulnetz: Es gibt 18 Universitäten sowie zahlreiche Fachhochschulen und Privatuniversitäten. An der größten Universität in Wien, die 1365 gegründet wurde, kann aus 135 Studiengängen an 17 Fakultäten gewählt werden. Auch die Universitäten von Graz, Salzburg und Innsbruck erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Alpen- und Donaurepublik hat zwei Technische Universitäten (eine davon in Wien), sowie Fachhochschulen für Landwirtschaft, Bergbau, Veterinärmedizin und Handel. Auch die fünf Kunst- und Musikakademien sind bei ausländischen Studierenden beliebt, da Sommerkurse angeboten werden.
Ebenfalls berühmt ist Österreich für seine zahlreichen kulturellen und landschaftlichen Vorteile: Die Alpen sind nah, die Hauptstadt ist von (fast) jedem Landesteil schnell zu erreichen, Ungarn, die Tschechische Republik und die Schweiz sind praktisch um die Ecke. Österreich gilt als das Land der Komponisten: Haydn, Beethoven und Schubert sind ebenso berühmt wie Mozart, dem zu Ehren in Salzburg zwei Museen mit Manuskripten aufwarten. Die zahlreichen Privatsammlungen, die Museen für Kunst und Wissenschaft in Wien sowie die Opern genießen internationalen Ruf.
Nicht nur für Wien lohnt sich der Kauf der ISIC (International Student Identity Card) um sehr viele Vergünstigungen für Museen, Theater, Schwimmbäder und ähnliches zu erhalten.
Der Lebensstandard der Menschen in Österreich ist einer der höchsten Europas. Das relativ kleine Land mit seinen 8 Millionen EinwohnerInnen (68% davon leben in den Städten) hat eine der geringsten Arbeitslosenquoten in der ganzen Europäischen Union. Die Alphabetisierungsquote liegt bei neunundneunzig Prozent.
2. Zulassung zum Studium
Um an einer österreichischen Universität studieren zu können, müssen verschiedene Nachweise erbracht werden. So muss mensch die Matura (österreichisch für Abitur) abgelegt haben und Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen. Nachdem die so genannte besondere Universitätsreife (sie bestand darin, dass das Recht auf unmittelbare Zulassung zum Studium in Deutschland nachgewiesen werden muss) 2005 vom Eu-Gerichtshof gekippt wurde, hat Österreich in einigen Studienfächern (vor allem bei Medizin) Quoten für ausländische Studierende festgelegt. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bestand haben oder sich die Regelungen bald wieder ändern werden.
Die Zulassung zum Studium ist nur in bestimmten Fristen möglich, oft eine Voranmeldung über Internet notwendig, bevor eine Immatrikulation mittels des Antrags auf Zulassung zum Magister- oder Diplomstudium erfolgen kann.
Seit dem Wintersemester 2001 müssen Studierende in Österreich einen "Studienbeitrag" (Studiengebühren) zahlen. Dieser Studienbeitrag setzt sich aus den Gebühren für die Universität, dem Beitrag für die Österreichische Hochschülerinnenschaft (ÖH) und Sonderbeiträgen, wie etwa Prämien für Unfall- und Haftpflichtversicherung, zusammen. Für Studierende aus EU-Ländern und der Schweiz beträgt der Studienbeitrag 378,72 €, für alle anderen 742,08 € (jeweils pro Semester). Der Studienbeitrag kann allerdings auch erlassen werden.
Studierenden in Austauschprogrammen, zum Beispiel Erasmus, werden die Studiengebühren meist generell erlassen.
3. Das Leben in Österreich
Finanzierung
Ein Auslandssemester ist immer mit einigen Kosten verbunden, die sich aber durch zahlreiche Fördermaßnahmen abfedern lassen. So können Studierende mit BAföG-Anspruch eine zusätzliche Auslandsförderung beantragen. StudienstipendiatInnen der einzelnen Studienstiftungen können ebenfalls auf Auslandszuschläge zurückgreifen. Diese zusätzlichen Förderungen decken je nach Höhe meist schon einen Großteil der Miete am ausländischen Studienort.
Die vielfältigen Auslandsförderungen wie etwa das Erasmus-Programm organisieren fast den gesamten Studienaufenthalt im Ausland. So schlagen sie Wohnheimplätze vor und übernehmen den größten Teil des Studienbeitrags im Rahmen der Kooperation der Universitäten. Zusätzlich gibt es Angebote, welche helfen, das fremde Land und die Leute kennen zu lernen. Meist findet das im Rahmen eines Mentoring-ähnlichen Programmes statt.
Wohnen
Die preiswerteste Möglichkeit ist es sicherlich, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Die Angebote sind auf der Seite der jeweiligen ÖH (bspw. hier), an den Schwarzen Brettern, in Stadtmagazinen und Regionalzeitungen zu finden.
Die Wohnheime in Österreich sind meistens in Ordnung, allerdings oft von geringem Standard, die sanitären Anlagen sind meist auf den Gängen. Eine rechtzeitige Anmeldung (meistens ein Semester im voraus) sichert gute und preiswerte Plätze, da die BewerberInnenzahl die Bettenzahl bei weitem übersteigt. Eine Übersicht über die Wohnheimplätze findet sich auf der Website der Österreichischen Studentenförderungsstiftung. Christliche Verbände und Stiftungen besitzen ebenfalls Wohnheime, die für konfessionell nichtgebundene und hauptsächlich junge Menschen in der Ausbildung offen sind (siehe bspw. hier). Es gibt inzwischen auch Wohnheime von gehobenerem Standard - z.B. von der STUWO Gemeinnützige Studentenwohnbau.
Für einen längeren Aufenthalt von mehr als einem Semester lohnt es sich, eine Wohnung zu mieten, allerdings sind die Mieten im Vergleich zu vielen deutschen Städten relativ hoch und oft muss Kaution und Provision gezahlt werden.
Essen
An jeder Universität in Österreich ist zumindest eine Mensa mit verschiedenen Wahlgerichten zu finden. In fast jeder Mensa wird jeden Tag ein vegetarisches Gericht angeboten. Auch die Cafeterien bieten (nichtsubventioniertes) Wahlessen, Getränke und Snacks an.
Bei der Österreichischen Hochschülerinnenschaft (ÖH) bekommt man ein „Mensapickerl“, welches in den StudentInnenausweis eingeklebt wird, um fünfzig Cent Rabatt auf jedes Menü in den Mensen zu erhalten. Oft bieten die Mensen der verschiedenen Institute (z.B. das Afrikanische Institut in Wien) Mittagsmenüs aus den verschiedenen Ländern an.
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