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Volkswirtschaftslehre studieren

Zerbor - stock.adobe.com
27.10.2023
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Du wolltest schon immer wissen, warum sich Preise entwickeln wie sie sich entwickeln und warum Menschen wirtschaftlich in einer bestimmten Weise handeln? Dich interessieren die großen Zusammenhänge der globalen Wirtschaft? Begriffe wie Planwirtschaft, Nachtwächterstaat und Schweinezyklus wecken dein Interesse? Dann könnte VWL studieren genau dein Ding sein. Wir geben dir einen Überblick über die wichtigsten Inhalte, Chancen und Berufsaussichten.

1. Oft gestellte Fragen?

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor in VWL beträgt meistens 6 Semester (180 ECTS). Ein Master dauert in der Regel 4 Semester (120 ECTS).

VWL kann in annähernd 50 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt / Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Volkswirtschaftslehre ist ein Studiengang, der traditionell fast nur an Universitäten gelehrt wird, es gibt aber inzwischen auch einige Studienangebote an Fachhochschulen.

Das Einstiegsgehalt von Master-AbsolventInnen der VWL an Unis beträgt im Schnitt 41.600 €. Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 53.950 € zu. Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss, liegt es ca. bei 73.250 €.

Im Studium beschäftigt man sich mit Themen wie der Wachstumsökonomik, der Wirtschaftsgeschichte, der Spieltheorie sowie der Wirtschaftstheorie. Hinzu kommen Statistik, wirtschaftsmathematische Inhalte sowie Ausflüge in die Bereiche Steuerpolitik, Arbeitsmarktpolitik sowie Wettbewerbsrecht.

Wenn du Interesse am wirtschaftlichen Geschehen, Politik und Sozialwissenschaften hast und du gern zum Kern komplexer Sachzusammenhänge vordringst, könnte ein VWL-Studium das richtige für dich sein. Auch analytisches Denken, Organisationstalent sowie solide Fähigkeit in Englisch und Mathematik solltest du haben.


2. Welche Studieninhalte hat das VWL-Studium?

Junge Menschen, die Volkswirtschaftslehre studieren, tauchen tief in die großen und kleinen Zusammenhänge der Weltwirtschaft ein. Die ökonomische Reise startet bei den Grundlagen volkswirtschaftlicher Prinzipien im Kleinen beginnend bei der Tauschwirtschaft der ersten modernen Menschen und erstreckt sich bis zur Funktionsweise der modernen Plattform- und Netzökonomie à la Amazon.

Wenn du Volkswirtschaftslehre studieren möchtest, beschäftigst du dich im Rahmen deines Studiums mit Themen wie der Wachstumsökonomik, der Wirtschaftsgeschichte, der Spieltheorie sowie der Wirtschaftstheorie. Hinzu kommen Statistik, wirtschaftsmathematische Inhalte sowie Ausflüge in die Bereiche Steuerpolitik, Arbeitsmarktpolitik sowie Wettbewerbsrecht.

Auch wenn je nach Universität auch betriebswirtschaftliche Inhalte als Fächer wählbar sind, liegt der Fokus anders als beim BWL-Studium auf den Bereichen Mikroökonomie und Makroökonomie. Während du in der Mikroökonomie das Verhältnis zwischen einzelnen Wirtschaftssubjekten wie dem Staat, Unternehmen und den privaten Haushalten betrachtest, wechselst du in der Makroökonomie auf die globale Ebene der großen Zusammenhänge der internationalen Ökonomie.

Spezialisierung durch Wahlmodule nach deinen Interessen

Wer VWL studieren möchte, kann sich abseits der verpflichtenden Kernmodule des Studiums gerade in den höheren Semestern auf bestimmte Schwerpunkte spezialisieren. Diese Aufbaumodule oder Wahlpflichtfächer ermöglichen es dir, das Studium nach deinen Interessen im Bereich der Ökonomik zu lenken und so bereits auf deine spätere Tätigkeit auszurichten. Diese Spezialisierungsmodule unterscheiden sich in naturwissenschaftliche und eher geisteswissenschaftliche Module. Typische Beispiele für die Vertiefung sind z.B.:

  • Geldtheorie / Geldpolitik

  • Finanztheorie / Finanzpolitik

  • Wirtschaftsethik

  • Steuern / Steuerpolitik

  • Regulierungen

  • Wirtschaftsrecht

  • Netzökonomie

  • Institutenökonomie

Die Auswahl der Module hängt von der jeweiligen Universität ab und kann unterschiedlich sein. Von deinen Schwerpunkten hängt zudem ab, ob du deinen Abschluss als B. Sc. mit naturwissenschaftlicher Orientierung oder als B. A. mit geisteswissenschaftlicher Prägung ablegst.

Wer sollte Volkswirtschaftslehre studieren und wer eher nicht?

Das VWL-Studium ist ein komplexer Studiengang, der zahlreiche Disziplinen miteinander vereint. Er erklärt und modelliert die großen ökonomischen Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft, Sozialwissenschaften in all ihren Facetten.

Diese Komplexität ist für Studienanfänger eine besondere Herausforderung, da man sich häufig mit komplexen und abstrakten Fragestellungen beschäftigst. Wenn du Interesse am wirtschaftlichen Geschehen, Politik und Sozialwissenschaften hast und du gern zum Kern komplexer Sachzusammenhänge vordringst, ist ein VWL-Studium genau das richtige für dich.

Auch analytisches Denken, Organisationstalent sowie solide Fähigkeit in Englisch und Mathematik sind für das Studium wichtig. Gerade was die Mathematik angeht, muss jedoch niemand Angst haben. Wer allerdings wenig mit Zahlen anfangen kann, sollte nicht VWL studieren, sondern sich nach einer Alternative wie Philosophie, Wirtschaftsethik oder anderen Sozialwissenschaften umschauen.

Der andere Blick: Kritische VWL abseits abstrakter Modelle

In der klassischen VWL liegt der Fokus oft auf abstrakten Modellen. Diese Modelle werden überwiegend auf realitätsfernen Annahmen, die darüber hinaus weitestgehend unhinterfragt bleiben, aufgebaut. Die Annahmen, z.B. über Menschen und ihre Interaktionen, sind allerdings so getroffen, dass eine mathematische Vorgehensweise bei der Modellkonstruktion möglich ist.

Statt die Grenzen der Modelle zu kennen, werden sie häufig unkritisch auf Realität angewendet. Vielleicht entsteht dadurch das Verhalten einiger durch die Presse bekannter Manager und „Wirtschaftsweisen“, die ihre Angestellten und die „normalen Leute“ nicht mehr zu verstehen scheinen. Man muss sich seines eigenen Weltverständnisses bewusst werden und seine eigene kritische Orientierung entwickeln. Dazu sei angeraten, stärker inter- und transdisziplinär zu denken.

In manchen Unis wird dies durch den Zwang, ein Nebenfach zu belegen oder praxisorientierte Forschungsprojekte zu machen, angeregt. Aber gerade auch studienbegleitende Jobs und Praktika sowie ehrenamtliches Engagement können hier wichtig sein. Und zum Glück gibt es auch genug Theorien und Bewegungen innerhalb der Wirtschaftswissenschaft, die das alles kritisch hinterfragen. Neben ProfessorInnen, die zu anderen Fragen und auf andere Weise forschen und lehren, haben sich vor allem nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008 Studierende im Netzwerk Plurale Ökonomik zusammengetan.

In knapp 30 Ortsgruppen engagieren sie sich für eine kritische und vielfältige Wirtschaftswissenschaft. So etwas wird man übrigens häufiger an Volluniversitäten als an Technischen Universitäten, Fachhochschulen oder Berufsakademien finden, da dort meist der sozial- und geisteswissenschaftliche Hintergrund fehlt.

Initiativen und Verbände für kritische und / alternative Wirtschaftswissenschaften


3. Wo kann VWL studiert werden?

Du kannst Volkswirtschaftslehre an sehr vielen Hochschulen in Deutschland studieren. Das Studienangebot ist sehr groß. Insgesamt kann VWL in 50 Städten studiert werden.


4. Dauer des Volkswirtschaftslehre-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das VWL Studium 6 Semester und wird als Bachelor of Science oder Bachelor of Arts mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 180 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht.

VWL wird gelegentlich als Bachelor-Haupt- oder Nebenfach angeboten.

Anschließend kann noch das Master-Studium in VWL oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master of Science kann in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Volkswirtschaftslehre: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 7 Semester
Master3 - 4 Semester
Bachelor (Teilzeit)12 Semester
Master (Teilzeit)4 - 6 Semester

Studienformen des VWL-Studiums

Die klassische Form des Volkswirtschaftslehre-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es einige wenige Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Volkswirtschaftslehre kann auch so an einigen Orten studiert werden.


5. Was kostet ein VWL-Studium und wie finanziere ich es?

Was das Studentenleben kostet

Während eines VWL-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben – wenn nicht bei den Eltern gewohnt wird – zwischen 748 € und über 1.851 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 950 € im Monat aus.

Der Hauptkostenpunkt ist in der Regel die Miete. Anhaltspunkte zur Höhe im Artikel Mieten für ein WG-Zimmer.

Und wie bezahle ich das alles?

Für alle, die mit knapp 20 ein Studium beginnen, dürfte der gerade angesprochene Studienfinanzierungs-Check gar nicht nötig sein. Für sie sind meist die Eltern die erste Finanzquelle – Details dazu im Artikel Unterhalt von den Eltern.

Haben die Eltern wenig Einkommen, springt das BAföG für Studierende ein. Für einige kann auch ein Stipendium in Frage kommen.

Ansonsten jobbt die große Mehrheit der Studierende noch neben dem Studium.

Weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung findest du in unserer Übersicht Geld für das Studium. Oder nutze den Studienfinanzierungs-Check – dann weißt du schneller, was überhaupt für dich in Frage kommt.


6. Welche Berufe kann ich mit einem VWL Studium ausüben?

Wenn du nach einem Studiengang suchst, der dir als Generalist möglichst viele Karriereoptionen eröffnet, ist VWL studieren eine gute Idee. Nach dem Abschluss deines Studiums bist du klassischerweise in der Lehre an Universitäten und Schulen oder in forschender Funktion an Wirtschaftsinstituten tätig.

Alternativ kannst du als Berater:in für Konzerne und Regierungen tätig werden, dich als Consultant bzw. Unternehmensberater:in selbstständig machen oder dich dem Wirtschaftsjournalismus widmen. Darüber hinaus öffnen dir die Kenntnisse die Türen für betriebswirtschaftliche Positionen in den Bereichen von Rechnungs- und Finanzwesen in Unternehmen. Auch der Weg in die Wirtschaftspolitik steht jungen Menschen offen, die VWL studieren.

Wie steht es um die Zukunftsaussichten?

Aktuell befinden wir uns an der Schwelle zu der wohl größten wirtschaftlichen Transformation seit der industriellen Revolution. Derzeit Volkswirtschaftslehre studieren lohnt sich, wenn du die ökonomische Welt nicht nur verstehen, sondern in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mitgestalten möchtest.

Die Herausforderungen reichen von nachhaltigen Energie-Ökonomik über die Integration von Kreislaufwirtschaftssystemen in die bestehenden Prozesse bis hin zur digitalen ökonomischen Transformationen im Zuge von Netzökonomie, Plattformwirtschaft, Wirtschaftsethik und Co.

Sowohl große und mittelständische Unternehmen als auch staatliche Organisationen, Lehrstühle und NGOs haben für die kommenden Herausforderungen daher einen enormen Bedarf an gut ausgebildeten Volkswirtschaftlern. Volkswirtschaftlern, die den Brückenschlag von der Old Economy zur neuen New Economy schaffen.


7. Gehalt von Absolventinnen und Absolventen der Volkswirtschaftslehre

Gehalt in € Uni Master/Diplom
41.600
Einstieg
53.950
5 Jahre
73.245
10 Jahre
Ø Wirtschaftswissenschaften; Befragung: DZHW.

Absolvent:innen der VWL mit Master-Abschluss können mit einem Einstiegsgehalt von über 41.600 € rechnen. Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 34.100 € für Absolvent:innen einer Universität und ca. 32.900 für FH-Bachelor.

Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 53.950 € zu (Uni), Absolvent:innen von Fachhochschulen liegen sogar bei 58.750 €.

Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss liegen Uni-Absolvent:innen vorn mit 73.250 €, FH-Absolvent:innen können mit 67.900 € rechnen.

Wie bei allen Gehaltsangaben gilt: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen. Da die Zahlen bereits einige Jahre alt sind, sollten alle Zahlen wohl noch gestiegen sein, gerade da im Bereich Informatik Beschäftigte stark gesucht werden.






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