01.03.2010

Studienwahl
Studienführer Lehramt

Das Interesse am "Beruf Lehrer/in" ist ungebrochen. Eigentlich sollte der Bedarf in den nächsten Jahren auch steigen - allerdings nur, wenn die Bundesländer nicht noch mehr an der Bildung sparen. Die drängendsten Fragen zum Thema Lehramtsstudium sollen im Folgenden beantwortet werden

Inhalt dieser Seite
  1. LehrerInnenausbildung in jedem Bundesland ein wenig anders »
  2. Bachelor/Master beim Lehramtsstudium »
  3. Wo studieren? Welche Kombinationen möglich?
    Zugangsbeschränkungen? »
  4. Ohne Referendariat ist man fast nichts »
  5. Berufsziel Grundschul-LehrerIn »
  6. Berufsziel Berufsschul-LehrerIn »
  7. Wechsel zwischen Bundesländern »
  8. Lehramt mit Fachhochschulreife »
  9. Weitere Artikel rund ums Lehramtsstudium »


1. LehrerInnenausbildung in jedem Bundesland ein wenig anders

Marion Wear - Fotolia.com
Im Bereich Bildung und damit auch den Schulen hat der Bund relativ wenig zu sagen - die Länder geben den Ton an. Dass es trotzdem viele bundesweit einheitlichen Regelungen (man denke nur daran, dass das Abitur zwar in jedem Bundesland etwas anders ist, aber trotzdem bundesweit anerkannt wird) gibt, verdanken wir vor allem der Kultusministerkonferenz (KMK). Dort werden die Fehden zwischen den Ländern ausgefechtet - oft zäh, aber immer wieder mit Ergebnissen.

Für die LehrerInnenausbildung (sowohl für das Studium als auch das anschließende Referendariat) gilt jedoch, dass von Bundesland zu Bundesland einige Unterschiede bestehen.

2. Bachelor/Master beim Lehramtsstudium

Überall ist von der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor/Master-System die Rede. Auch bei Lehramtsstudiengängen ist das der Fall - und auch hier sehr unterschiedlich je nach Bundesland und Hochschulen.

Sofern das Studium auf die Bachelor/Master-Struktur umgestellt wurde, wird der Bachelor meist in Form eines "2-Fach-Bachelors" studiert. Man muss also die Fächer wählen, die man später unterrichten möchte und bekommt dort erst mal einen fachlichen Überblick. Mit dem Bachelor kann man theoretisch auch die Hochschule verlassen und z.B. an einen Schulbuchverlag gehen. Oder einen Master aufsetzen, ohne am Ziel LehrerIn festzuhalten. Allerdings ist im letzteren Fall die Auswahl eher begrenzt, da viele Master-Studiengänge auf einen "1-Fach-Bachelor" aufbauen.

Will man weiterhin LehrerIn werden, muss man aber in jedem Fall auch den dazugehörigen Master absolvieren, meist als "Master of Education" angeboten. Die fachpädagogische Ausbildung folgt dann erst hier - auch wenn es im Bachelor schon das eine oder andere Praktikum an Schulen geben kann (falls diese freiwillig sind, sollte man sie keinesfalls weglassen!). Zum Teil gibt es aber auch Modelle (bspw. in Bielefeld), in denen man auch schon im Bachelor (Fach-)Pädagogik studieren kann und erst im Master das zweite Unterrichtsfach machen kann.

3. Wo studieren? Welche Kombinationen möglich? Zugangsbeschränkungen?

Mit unserer Studienfach-Datenbank könnt Ihr Euch informieren, wo Ihr auf Lehramt studieren könnt.

Wenn Ihr mittels Eingabe eines Studienfaches nach Hochschulen sucht, dürft Ihr jedoch nicht nach dem Studienfach "Lehramt" suchen, sondern nach einem konkreten Fach wie z.B. Mathematik, Deutsch, Englisch. Ihr solltet dabei gleich den Abschluss auf "Lehramt" einschränken (bei obigem Link schon der Fall), damit nur Hochschulen aufgelistet werden, die wirklich ein Lehramtsstudium anbieten. Ihr könnt auch genauer nach Lehramt für Gymnasien, Realschule oder Grund+Hauptschule suchen.

Beachtet immer, dass nicht alle Hochschulen jede denkbare Kombination an Fächern anbieten und es Einschränkungen geben kann, welche Kombinationen erlaubt sind. Dazu informiert Euch besten direkt bei den Hochschulen, die in die nähere Auswahl kommen.

In Nordrhein-Westfalen werden einige Studienfächer für das Lehramt über die ZVS vergeben, auch in anderen Bundesländern gibt es lokale Zugangsbeschränkungen für bestimmte Lehramts-Fächer an einigen Hochschulen. Es kann so auch passieren, dass Ihr nur "halb" studieren könnt, weil ihr zwar in einem nicht beschränkten Fach einen Platz bekommt, aber im zweiten Fach (und zwei sind immer notwendig für ein Lehramtsstudium!) nicht. Man sollte sich gut überlegen, ob man so beginnt - BAföG gibt's dann z.B. nicht.

Ach ja, grundsätzlich ist für das Lehramtsstudium das Abitur notwendig. Zu Ausnahmen siehe weiter unten ».

4. Ohne Referendariat ist man fast nichts

Mit dem Abschluss des Masters of Education oder des ersten Staatsexamens ist man noch nicht LehrerIn. Zunächst schließt sich noch das i.a. zweijährige Referendariat an. Während des Referendariats wird man bereits vom jeweiligen Bundesland bezahlt, im Prinzip in Höhe eines besser bezahlten Lehrlings.

Die Zeit des Referendariats wird von vielen als sehr stressig empfunden, da neben der Arbeit an der Schule noch weitere Termine wahrzunehmen sind, insbesondere im begleitenden Lehrerseminar. Im ersten Jahr wird man öfter als ZuschauerIn bei KollegInnen der Schule den Unterricht beobachten und nur einzelne Stunden selbst bestreiten. Im zweiten Jahr muss man in der Regel fast Vollzeit selbst unterrichten, wird aber noch öfter von FachlehrerInnen begleitet.

5. Berufsziel Grundschul-LehrerIn

In einigen Bundesländern ist es möglich, rein auf Grundschullehramt zu studieren. In anderen jedoch ist die Ausbildung mit der für das Lehramt an Hauptschulen oder für das Lehramt an Haupt- und Realschulen verbunden. Meist gibt es jedoch die Möglichkeit, den Schwerpunkt Grundschule zu wählen.

Im späteren Berufsleben (oder auch schon im Referendariat) wird man aber oft auch als GrundschullehrerIn in Hauptschul-Klassen eingesetzt - insbesondere, wenn man an kombinierten Grund- und Hauptschulen zum Einsatz kommt.

6. Berufsziel Berufsschul-LehrerIn

Neben den "Standard-Fächern" Deutsch, Mathematik, Englisch etc., die an vielen Unis auch mit Ziel Lehramt an beruflichen Schulen studiert werden können, gibt es auch fachspezifische Fächer für die einzelnen Berufsschulen - Metallbearbeitung, Elektronik etc. Teilweise gibt es auch den Ausbildungsweg Diplom-HandelslehrerIn oder Diplom-Berufspädagoge/in.

Nach wie vor gibt es teilweise (je nach Fach) einen Mangel an BerufsschullehrerInnen. So ist es auch als Quereinsteiger möglich, nach einem Fachstudium (z.B. Diplom-Elektrotechniker) auch direkt an einer Berufsschule einzusteigen bzw. direkt im Referendariat beginnen zu können. Es empfiehlt sich, bei entsprechenden Schulen nachzufragen, wie es im jeweiligen Bundesland aussieht.

7. Wechsel zwischen Bundesländern

Weil - wie schon oben erwähnt - die Länder für die Bildungspolitik zuständig sind, kann es beim Wechsel während des Studiums Schwierigkeiten geben. Zwar wird ein Wechsel nie unmöglich sein, aber es kann sein, dass man nur Teile der bisher erworbenen Leistungen anerkannt bekommt (was z.B. auch für das BAföG Schwierigkeiten machen kann).

Noch schwieriger kann es werden, das Studium in einem Bundesland, das Referendariat jedoch in einem anderen Bundesland machen zu wollen. Die Referendariatsplätze werden in erster Linie an Landeskinder vergeben, in deren Ausbildung investiert wurde.

Nach dem Referendariat hängt es von der erzielten Note, den studierten Lehrfächern und dem Bedarf an LehrerInnen in den einzelnen Bundesländern ab, ob man vielleicht in einem anderen Bundesland sogar bessere Chancen auf eine Stelle hat. Man sollte sich umhören, wenn man soweit ist - Jahre vorher kann man da wenig sagen.

8. Lehramt mit Fachhochschulreife

An sich ist für die Lehramtsausbildung mit Ziel Grund-, Haupt-, Real- oder Gesamtschule oder Gymnasien das Abitur notwendig, die Fachhochschulreife reicht nicht aus. Zu Möglichkeiten, mit FH-Reife zum Abitur und nachfolgendem Studium zu kommen, siehe die Seite Studium ohne Abitur.

Wer jedoch an einer Berufsschule als LehrerIn tätig sein will, kann dieses Ziel auch auf anderem Wege erreichen, da hier auch ein Quereinstieg möglich ist und an einigen Hochschulen und Universitäten Master of Education für FH-Absolventen angeboten werden, die damit dann an Berufsschulen gehen können.

9. Weitere Artikel rund ums Lehramtsstudium





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