Studienfinanzierung

Sparkassen-Bildungskredit

Die Sparkassen wollen bei der Studienfinanzierung auch dabei sein. Da die Sparkassen jeweils autonom handeln können, sind im folgenden die Rahmenbedingungen des Vorschlages des Sparkassen-Dachverbandes und konkrete Beispiele genannt.

Hinweis: Einige Sparkassen verzichten auf ein eigenständiges Angebot und treten statt dessen als Vermittler des KfW-Studienkredits auf - und bezeichnen das sogar manchmal als Sparkassen-Bildungskredit (was irgendwie nicht so ganz richtig ist ...). Eine Liste der uns bekannten Sparkassen mit wirklich eigenständigem Bildungskredit-Angebot findet sich am Ende der folgenden Tabelle.

Konditionen im Überblick (Stand 08.04.2010, ohne Gewähr!)
Das Darlehen
Monatliche Höchstrate Allgemein (aber viele Ausnahmen): Darlehenshöchstbetrag 25.000 Euro, bei 9 Semester Studium wären so 462 Euro monatlicher Bildungskredit möglich
Hamburger Sparkasse (Haspa): Raten zwischen 250 und 450 Euro möglich. Der Darlehenshöchstbetrag liegt bei 32.400 Euro (6 Jahre 450 Euro monatlich), der Mindestdarlehnsbetrag bei 5.000 Euro.
Sparkasse Herford: bis zu 555 Euro, insgesamt höchstens 25.000 Euro.
Sparkasse zu Lübeck: bis zu 800 Euro.
Dauerhöchstens 6 Jahre (selten länger)
Einschränkungen persönliche Bonität des Antragstellers/der Antragstellerin muss ausreichend sein (also nicht schon größere Schulden oder bekannt schlechte Zahlungsmoral - SCHUFA-Auskunft!)
Vergabe i.a. an den Abschluss einer Restkreditversicherung gekoppelt. Girokonto bei jeweiliger Sparkasse notwendig, meist auch Wohn- oder Studienort am Ort der Bank. Evt. Bearbeitungsgebühr, wenn man nicht spezielles Studenten-Girokonto-Paket möchte (was u.U. mit weiteren Kosten verbunden ist).
Altersgrenze: 30 (bei Studienbeginn, manchmal auch bei Antragstellung).
Teilweise Beschränkung auf staatliche Hochschulen - bitte vor Ort nachfragen!
Die Rückzahlung
BeginnRückzahlung beginnt spätestens 2 Jahre nach letzter Rate (Herford: 1 Jahr)
Zinssatzjede Sparkasse legt ihr Angebot selbst fest, der Zinssatz ist grundsätzlich variabel (evt. gibt es einen absoluten Höchstsatz oder kann vereinbart werden). Hier einige Beispiele tagesaktuell vom 12.10.2009 (und in Klammer Vergleichswerte vom 01.07.2009 / 20.02.2009 / 18.07.2008 / April 2007 - die Entwicklung ist je Sparkasse höchst unterschiedlich). Vorsicht: die Zinsen sind nicht direkt vergleichbar, weil jede Sparkasse andere Beispiele z.B. in Bezug auf die Rückzahlungsdauer oder die Höhe der Raten angelegt hat!.
Sparkasse Aachen: 4% (4% / 5% / 7,25% / 6,75%)
Sparkasse Augsburg: eff. 4,043% (4,495 / 6,38% / 8,258% / 7,206%)
Sparkasse Dortmund: ab eff. 5,09% [Stand 01.03.2009]
Nord-Ostsee Sparkasse Flensburg: eff. 4,013 (4,836%)
Haspa: eff. 3,58% (2,51% / 3,26% / 6,16% / 6,34%)
Ratenhöhe/Dauer flexibel, höchstens 10 Jahre (Herford: 9 Jahre), Änderungen des Tilgungsplans (einmal jährlich) und außerplanmäßige Tilgungen durch KreditnehmerIn sind möglich.
Beantragung
Es hängt von lokaler Sparkasse ab, ob und wann solche Kredite angeboten werden. Uns bekannte Angebote an größeren Hochschulorten (keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit!):


Weitere Angebote oder Korrekturen? Bitte per Mailformular melden (möglichst inkl. Link zur passenden Webseite der Sparkasse). Danke!

Einschätzung von Studis Online

Die Sparkassen haben zwar ihren Dachverband, sind wirtschaftlich und bei ihren einzelnen Angeboten aber autonom. Man sieht dies schon an den deutlich variierenden Zinsen der einzelnen Angebote. Auch wer genau den Kredit noch bekommt und wer nicht, wird von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt. Es lohnt sich also unter Umständen, sowohl am Heimatort als auch am Ort der Hochschulen nachzufragen - wenn es sich um zwei verschiedene Orte handelt ...

Da die Konditionen von Sparkasse zu Sparkasse so unterschiedlich ausfallen, kann man schwerlich allgemeines dazu sagen. Dass sie wie alle Banken damit auch ein Geschäft machen wollen, kann man ihnen nicht verdenken. Aus gesellschaftspolitischer Sicht ist nach wie vor zu fordern, dass der Staat sich zumindest bei Menschen aus sozial schwachen Umfeld um die Finanzierung der Lebenshaltungskosten kümmert. Denn jede Kreditaufnahme bleibt ein Risiko und senkt die Studierneigung. Und für Zugangsgerechtigkeit kann nun mal nur der Staat sorgen - Banken können das nicht ausgleichen, solange sie sie auf Gewinne aus sein müssen.

Grundsätzlich empfiehlt sich jedenfalls ein Blick auf alle Studienfinanzierungs-Möglichkeiten - je nach persönlicher Lage gibt es teilweise deutlich günstigere Alternativen als einen Studienkredit.

Bedenken sollte man vor allem, dass die aktuell niedrigen Zinsen wohl kaum die ganze Zeit so niedrig bleiben werden. Daher haben wir bei den meisten Angeboten von Sparkassen auch die Zinsen der Vergangenheit angegeben.

Zum Bildungssparen

"Die Sparkassen-Bildungsvorsorge ist ein umfassendes Angebot, das der steigenden Eigenverantwortung der Bundesbürger bei der Finanzierung von Bildung gerecht wird." sagt Christoph Schulz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) dazu. Auch so manche PolitikerInnen (insbesondere von CDU/CSU und FDP) betonen, dass die Studienfinanzierung zukünftig auf mehrere Säulen verteilt werden soll und eine ganz wichtige sei das Bildungssparen.

Die Frage ist allerdings, ob der Staat (als Gesamt-Gesellschaft gesehen) sich damit nicht aus seiner Verantwortung stehlen will. Denn Bildungssparen kann ja nur der betreiben, der überhaupt zum Sparen in der Lage ist. Gerade bei sozial schwächeren Familien kann davon nicht ausgegangen werden. Im Ergebnis muss später der Staat einspringen - und wird wohl (diese Ideen zu Ende gedacht) nur noch eine rudimentäre Hilfe anbieten und ansonsten auf Studienkredite verweisen.

Da wäre es besser, wenn auf steuerfinanzierte und teilweise auch elternunabhängige Förderung eines reformierten BAföGs gesetzt würde. Bleibt die Frage, ob das politisch noch gewollt sein wird ...



Quellen / Originaldokumente

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