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Polizeivollzugsdienst

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08.12.2023
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Der Polizeivollzugsdienst bietet dir die Möglichkeit, als Polizist*in in vielen unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten. Jeder davon beinhaltet bestimmte Anforderungen, die du kennen solltest, bevor du dich für eine Richtung entscheidest. Erfahre hier alles zu den Ausbildungswegen und Berufschancen.

1. Kurz + knapp: Das Polizeivollzugsdienst-Studium

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor beträgt meistens 6 Semester. Ein Master dauert in der Regel 4 Semester. Gelegentlich wird noch auf Diplom (6 Semester) studiert.

Polizeivollzugsdienst kann in insgesamt 33 Städten studiert werden, u.a. in Aachen, Berlin, Bremen, Dortmund, Hamburg, Köln und Münster.

Eine Ausbildung oder ein (duales) Studium ebnet dir den Weg in verschiedene Bereiche des Polizeivollzugsdienstes. Möglich ist beispielsweise eine Laufbahn bei der Kriminalpolizei. Hier hast du später die Möglichkeit, als Polizeikommissar:in tätig zu werden.




2. Die Inhalte: Was dich über die verschiedenen Ausbildungswege erwartet

Die Inhalte des Studiums beziehungsweise der Ausbildung variieren nach der Richtung, die du im Polizeivollzugsdienst einschlägst. Denn dementsprechend warten im späteren Beruf unterschiedliche Aufgabenfelder auf dich. Zudem kommt es darauf an, ob du dich für den mittleren oder den gehobenen Polizeivollzugsdienst ausbilden lässt. Anhand dessen lässt sich auch die Abgrenzung vom Studium zur Ausbildung vornehmen.

Für den mittleren Dienst absolvierst du zunächst eine Ausbildung. Während dieser Zeit setzt du dich mit Themen wie Führungslehre sowie Informations- und Kommunikationstechnik auseinander. Auch rechtliche Inhalte sind ein zentraler Aspekt deiner Ausbildung. Denn dein späteres Handeln und deine Befugnisse im Beruf basieren auf den Rahmenbedingungen, die unser demokratischer Rechtsstaat vorgibt.

Auch Themen wie politische Bildung oder Spurensicherung kommen vor. Ebenso stehen die Fächer Deutsch und Englisch, Einsatz- und Verhaltenstraining, Sport und PC-Anwendungen auf dem Programm.

Reizt dich ein gehobener Polizeivollzugsdienst, absolvierst du ein Studium, welches häufig dual angeboten wird. Damit erarbeitest du dir die Amtsbezeichnung des*r Polizeikommissar:in. Kriminalistik, Einsatzlehre und Rechtsmedizin sind Themen, die dich während dieser Zeit erwarten. Fahrtraining, Selbstverteidigung und Schießtraining gehören ebenfalls zu dieser weiterführenden Ausbildung. Studium und Ausbildung besitzen beide einen hohen Praxisbezug.

Du suchst nach einer Alternative zur Arbeit bei der Polizei? Wie wäre es beispielsweise mit einem Studium für den Zolldienst des Bundes oder für den Strafvollzug? Möchtest du im öffentlichen Dienst aktiv werden, stellen Studiengänge im Bereich der Verwaltung eine Option dar.

Wie anspruchsvoll gestalten sich Studium und Ausbildung?

Es handelt sich in beiden Fällen um anspruchsvolle Ausbildungswege. Das liegt zum einen an der Vielfalt der Ausbildungsinhalte und deren theoretischer und praktischer Anwendung. Zum anderen auch daran, dass du neben den formalen Voraussetzungen eine gewisse physische Fitness und Sprachkenntnisse mitbringen musst.

Hinzu kommen bestimmte Grundüberzeugungen und Charaktereigenschaften. Denn immerhin bedeutet öffentlicher Dienst bei der Polizei, dass du den deutschen Rechtsstaat in deinem späteren Beruf repräsentierst. Denke auch daran, dass du später im Schichtdienst arbeitest, was schon grundlegend ein gewisses Maß an Belastbarkeit erfordert. Die späteren Einstellungsverfahren für den Berufseinstieg variieren nach Behörde und Bundesland. Möchtest du also beispielsweise Polizeikommissar:in werden, plane langfristig im Voraus.

Studium an einer Polizeihochschule

Will man z.B. Kommissar oder Kommissarin bei der Polizei werden, also in den gehobenen Dienst, benötigt man ein Studium an einer Polizeihochschule. Levin ist 21 Jahre alt und studiert seit 2 Jahren im dualen Studiengang “Polizeivollzugsdienst“ an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (kurz HSPV) in Dortmund.

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Welche formalen Voraussetzungen musst du mitbringen?

Das kommt auf die Branche beziehungsweise die Behörde an. Dementsprechend variieren die Zugangsbedingungen. Nehmen wir als Beispiel die Bundespolizei. Hier hast du die Auswahl zwischen einer Ausbildung im mittleren, gehobenen und höheren Dienst. Die Aufnahmevoraussetzungen für die ersten beiden Varianten:

  • Mittlerer Dienst: Alter zwischen 16 und 27 Jahren (mit Ausnahmen); Mittlere Reife oder baldiger Realschulabschluss, alternativ: Hauptschule plus anerkannte, mindestens zwei Jahre andauernde und abgeschlossene Ausbildung; mindestens ein "ausreichend" in den Fächern Deutsch und Englisch sowie ein "befriedigend" in Sport.

  • Gehobener Dienst: höchstens 33 Jahre als, mit Ausnahmen; Abitur oder Fachabitur oder kurz vor Abschluss; Noten siehe mittlerer Dienst.

Egal ob Ausbildung oder Studium: Für beide Wege musst du erfolgreich einen Einstellungstest absolvieren, der in der Regel drei Teile beinhaltet: Sprache, Intelligenz und sportliche Fitness. Zudem findet eine medizinische Untersuchung statt – und ein Führungszeugnis wird verlangt.


3. Wo kann Polizeivollzugsdienst studiert werden?

Du kannst Polizeivollzugsdienst an vielen Hochschulen in Deutschland studieren. Das Studienangebot ist recht groß. Insgesamt kann Polizeivollzugsdienst in 33 Städten studiert werden.


4. Dauer des Polizeivollzugsdienst-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das Polizeivollzugsdienst Studium 6 Semester und wird als Bachelor of Arts mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 180 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht.

Anschließend kann noch das Master-Studium in Polizeivollzugsdienst oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master of Arts kann in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Neben den konsekutiven Masterstudiengängen, die direkt im Anschluss an den Bachelor studiert werden können, werden auch einige weiterbildende Master angeboten. Weiterbildende Master setzen neben einem Hochschulabschluss meist noch mind. ein Jahr Berufstätigkeit nach diesem Abschluss voraus.

Polizeivollzugsdienst: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 Semester
Master4 Semester
Diplom6 Semester

Studienformen des Polizeivollzugsdienst-Studiums

Die klassische Form des Polizeivollzugsdienst-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Polizeivollzugsdienst kann auch so studiert werden.


5. Studium und Beruf: der Übergang von der Lernphase in den aktiven Polizeivollzugsdienst

Eine Ausbildung oder ein (duales) Studium ebnet dir den Weg in verschiedene Bereiche des Polizeivollzugsdienstes. Teilweise gibt es auch die Möglichkeit je nach Bundesland, erst im mittleren Dienst zu beginnen und später mit einem Studium aufzusteigen.

Möglich ist beispielsweise eine Laufbahn bei der Kriminalpolizei. Hier hast du später die Möglichkeit, als Polizeikommissar:in tätig zu werden.

Eine der häufigsten Formen, der wir im Alltag begegnen, ist die Schutzpolizei. Um es ganz salopp auszudrücken: Uniformierte Beamte und Beamtinnen, die in den Straßen für Recht und Ordnung sorgen. Das bedeutet, in diesem Beruf leistest du deinen Beitrag für die öffentliche Sicherheit und die Prävention von Kriminaldelikten. Die Schutzpolizei gliedert sich in weitere Teilbereiche, wie die Verkehrspolizei.

Eine spezielle Form des Polizeivollzugsdienstes ist die Wasserschutzpolizei. Sie kümmert sich auf den Wasserwegen um damit verbundene Kriminalitäts- und Umweltdelikte sowie Wilderei. Sie überwacht und überprüft den Schiffsverkehr, bearbeitet Unfälle und bestimmte Vorgänge und ist für die Wasserrettung zuständig.

Auch übernimmt sie wichtige präventive Aufgaben. Falls es dich im Polizeivollzugsdienst auf das Wasser dienst, durchläufst du zunächst eine "normale" Ausbildung. Mit erfolgreichem Abschluss und erster Berufserfahrung qualifizierst du dich dann für die Wasserschutzpolizei.

Aufgrund der vielen Bereiche und Abstufungen im Polizeiinformationsdienst verfügst du über vielseitige berufliche Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten. Da du nach drei Jahren im Dienst lebenslang verbeamtet wirst, erlangst du eine zusätzliche Jobsicherheit. Je nach Bundesland ist die Nachfrage nach Nachwusch zudem teilweise sehr hoch.

Als Kriminalkommissar:innen arbeiten

Mit kugelsicherer Weste und geladener Waffe im Pistolenholster beginnt Lara oft ihren Dienst. Sie ist Kriminalkommissarin am Landeskriminalamt (LKA) Berlin und hat „Polizei und Sicherheitsmanagement“ studiert. Ihr Job ist es, belastbare Informationen zusammenzutragen, damit die Staatsanwälte und Richter am Ende entscheiden können. Verhaften, oder laufen lassen.

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Wichtig: Selbstkritisch bleiben – und Missstände benennen

Die Polizei übt in vielen Situationen das Gewaltmonopol des Staates aus. Das bedeutet auch eine große Verantwortung, denn wo immer Macht im Spiel ist, besteht die Gefahr des Machtmissbrauchs.

Wer sich – gerade auch wenn eine Karriere bei der Polizei angestrebt wird – mit Kritik an der Polizei befassen will, dem sei bspw. das Buch Kritik der Polizei aus dem Campus-Verlag Frankfurt empfohlen. Empfehlenswert ist ebenfalls das Kriminologische Journal, welches Artikel aus dem Bereich der Kritischen Kriminologie veröffentlicht, u.a. zu den Themen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung, Hegemoniale Männlichkeit, Drogenpolitik und urbane Sicherheitspolitik.


6. Was kostet ein Polizeivollzugsdienst-Studium und wie finanziere ich es?

Was das Leben als Student:in kostet

Während eines Polizeivollzugsdienst-Studiums (oder einer Ausbildung) brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Handy und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Das gute ist: Sogar für das Studium erhältst du sogenannte Anwärter*innen-Bezüge. Die Höhe ist abhängig vom Bundesland. Im ersten Jahr betragen sie ca. 1.300 Euro, was von Jahr zu Jahr etwas steigt. Wenn du ein Kind hast, bekommst du dafür einen Zuschlag. Auch Renten- und Krankenversicherung ist inklusive.

Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben – wenn nicht bei den Eltern gewohnt wird – zwischen 748 € und über 1.851 € . Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 950 € im Monat aus (Stand 2023).

Der Hauptkostenpunkt ist in der Regel die Miete. Anhaltspunkte zur Höhe findest du im Artikel Mieten für ein WG-Zimmer.

Sollten deine Bezüge bspw. wegen einer hohen Miete nicht ausreichend sein, besteht laut der Polizei Hamburg auch die Möglichkeit Wohngeld zu beantragen. BAföG ist wegen deiner Bezüge in der Regel nicht möglich.

Weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung findest du in unserer Übersicht Geld für das Studium.


7. Gehaltsaussichten

Im Studium erhältst du Anwärterbezüge, die im ersten Jahr bei ca. 1.300 Euro netto liegen.

Nach dem Polizei-Studium hängt dein Gehalt von deinem Karriereweg ab. Nach dem Abschluss kann man zuerst durchschnittlich 37.000 Euro pro Jahr verdienen. Es ist auch wichtig, in welchem Bundesland du arbeiten wirst, da das Gehalt in verschiedenen Ländern unterschiedlich ist. Mit den Dienstjahren steigt das Gehalt natürlich auch. Eine Übersicht der durchschnittlichen Gehälter findest du hier.


Weiterführende Informationen

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