Studiengebühren
Über 10.000 TeilnehmerInnen bei Demos - trotzdem Beschluss in Hamburg
In Hamburg, Wiesbaden und spontan in Jena gab es heute Demonstrationen insbesondere gegen Studiengebühren, aber auch für eine solidarische Finanzierung des Bildungssystems insgesamt. Davon unbeeindruckt wurden in Hamburg von der CDU-Mehrheit in der Bürgerschaft Studiengebühren in Höhe von 500 Euro ab Sommersemester 2007 beschlossen.In Hessen sind Studiengebühren noch nicht beschlossen und es ist nach wie vor umstritten, ob ein Studiengebühren-Gesetz nicht doch gegen die hessische Landesverfassung verstößt. Der seit der Verkündung der Studiengebührenpläne Anfang Mai (siehe Hessische Landesregierung will Studiengebühren ab Ende 2007) aufgeflammte Protest jedenfalls ist nach wie vor stark.
In Wiesbaden demonstrierten so heute je nach Quelle bis zu 10.000 Menschen gegen Studiengebühren und die Pläne der Landesregierung reguläre Lehrkräfte durch unqualifizierte, billigere Vertretungskräfte zu ersetzten. Die Demo wurde nicht nur von Studierenden organisiert, sondern wurden ebenso von Gewerkschaften, SchülerInnen- und Elternvertretungen unterstützt.
Die Proteste sollen weitergehen, für den 6. Juli ist bereits die nächste Demonstration angekündigt, dann in Frankfurt.
Tausende demonstrieren in Hamburg - Bürgerschaft beschließt Studiengebühren
In Hamburg war aus Anlass des vorgesehenen Beschlusses des Studiengebührengesetzes in der Bürgerschaft ebenfalls von verschiedenen Gruppen zu einer Demo aufgerufen worden. Hier beteiligten sich knapp 4000 Studierende und SchülerInnen an den Protesten. Am Rande der Demo kam es offenbar zu einem Schlagstockeinsatz gegen einen Studenten, der ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Unbeeindruckt von den Protesten hat die Hamburger Bürgerschaft mit den Stimmen der CDU das Studiengebührengesetz beschlossen. Damit ist Hamburg das fünfte Bundesland, dass Studiengebühren gesetzlich fixiert hat.
Details der beschlossenen Studiengebührenregelung in Hamburg
Zahlungspflicht besteht für alle Studierenden ab Sommersemester 2007. Keine Gebühren werden nur (was jedoch rechtzeitigt beantragt werden muss) von Studierenden mit Kind(ern) unter 14 Jahren und von Behinderten (sofern sich die Behinderung erheblich studienerschwerend auswirkt) erhoben.
Für die meisten Studierenden soll es die Möglichkeit geben, die Studiengebühren erst nach dem Studium zahlen zu müssen, dafür wird ein spezielles Darlehen angeboten werden. Dieses wird aber ausländischen Studierenden (jedenfalls wenn sie außerhalb der EU herkommen und auch keine BildungsinländerInnen sind) und allen über 35 nicht zugänglich sein. Auch bei einem langem Studium (i.a. ab dem 14. Hochschulsemester) gibt es kein Darlehen.
Wenn das Studiendarlehen inkl. Zinsen und die Darlehensschuld aus dem BAföG (gemeint ist hier jedoch nur das BAföG während der Regelstudienzeit, nicht BAföG, dass als Bankdarlehen gewährt wird) zusammen die Höchstgrenze von 17.000 Euro überschreiten, soll der die Höchstgrenze überschreitende Anteil des Studiendarlehens gestrichen werden.
Weitere Details zum Darlehen sind nicht gesetzlich festgelegt. Die Zinsen sollen jedoch "zur Zeit" bei unter 5% liegen, es soll bei Abschluss eines solchen Darlehen auch immer eine Zinsobergrenze garantiert werden.
Die Rückzahlung soll auf bis zu 25 Jahre gestreckt werden können und beginnt 18 Monate nach Ende des Studiums. Wird netto weniger als 12.720 Euro verdient (Alleinstehende, für Kinder und EhepartnerIn erhöhen sich dieser Betrag), muss zunächst nicht zurückgezahlt werden.
Hintergrund: Stand der Dinge in Sachen Studiengebühren bundesweit (ständig aktualisierte Übersicht bei Studis Online
Studieren in Großbritannien
Kaum ein anderes Land nimmt jedes Jahr so viele deutsche Studierende auf wie Großbritannien. Aus gutem Grund: Großbritannien beheimatet einige der weltweit besten und anerkanntesten Universitäten. Doch ob das Land seine Beliebtheit bei deutschen Studierenden wird halten können ist fraglich - denn ab Winter 2012/13 betragen die Studiengebühren in England oft 9.000 Pfund.
BWL / VWL / Management / Wirtschaft studieren
Betriebswirte werden in allen Bereichen des täglichen Lebens gebraucht. Daher gibt es nicht nur viele facettenreiche Jobchancen, sondern auch erstmal viele verschiedene Möglichkeiten, einen wirtschaftlichen Studiengang aufzunehmen. Sie alle haben aber auch einen gemeinsamen Kern: die sehr zahlenorientierte Managementlehre.
Ab WiSe 2011/2012 keine Gebühren mehr
Zum WiSe 2011/2012 wurden die Studiengebühren in NRW nach einigen Jahren wieder abgeschafft. Eine entscheidende Besonderheit in NRW war, dass jede Hochschule selbst bestimmen konnte, ob und in welcher Höhe (höchstens jedoch 500 €/Semester) sie tatsächlich Gebühren erhebt. Unser Artikel hält die Geschichte rund um die Gebührenerhebung und -festsetzung an den Hochschulen in NRW fest.
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