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Eine Modeerscheinung?
Modedesign studieren

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16.05.2022
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Modedesign zu studieren ist eine Modeerscheinung für sich. Das Berufsbild von Modedesignern ist hip, cool und in der Außenwahrnehmung vieler sehr glamourös. Dementsprechend hoch sind die Bewerberzahlen an Hochschulen, an denen man Modedesign studieren kann. Doch es gibt nur wenige Studienplätze und noch weniger Arbeitsplätze für angehende ModedesignerInnen.

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Von Cora Isabel David, ergänzt und aktualisiert von der Studis Online-Redaktion




1. Oft gestellte Fragen

Die meisten Kunsthochschulen bieten Modedesign als 7-semestrige Bachelorstudiengänge mit 210 ECTS an, selten auch 8-semestrige mit 240 ECTS. Darauf aufbauend werden Masterstudiengänge angeboten, meist dreisemestrige, seltener auch vier- oder zweisemestrige.

Modedesign kann in über 10 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig und München.

Modedesign-Studiengänge sind meist NC-frei, haben jedoch Aufnahmeverfahren, mit denen entschieden wird, wer für ein solches Studium geeignet ist. An allen Hochschulen ist eine Mappe mit eigenen Arbeiten der erste Schritt zur Bewerbung. Vorstellungsgespräche, Hausarbeiten und/oder weitere Prüfungen können folgen.

Ehrlicherweise: Die Berufschancen nach einem Modedesign-Studium sind schlecht. Hat man keinen Master-Abschluss einer international renommierten Modeschule, muss man wohl oder übel über Praktika Berufserfahrung sammeln. Und diese haben in der Modebranche keinen guten Ruf.

2. In Kürze: Was macht ein/e Modedesigner/in?

Über die harte Realität nach dem Studium sind sich nur wenige bewusst. Die Entscheidung, sich der Mode zu widmen, treffen die meisten aus Leidenschaft und der Lust, ihrer eigenen Kreativität Ausdruck zu verleihen. Diese Motivation ist zwar unbedingt notwendig, um das oft sehr zeit- und nervenintensive Studium durchzuhalten. Doch da die Berufschancen nach dem Studienabschluss nicht sehr rosig aussehen, ist es auf jeden Fall wichtig, sich schon Vorab mit der realen Situation auf dem Arbeitsmark für ModedesignerInnen auseinanderzusetzen.

Modedesigner entwerfen in erster Linie Kollektionen. Das geschieht unter der Berücksichtigung von modischen Trends, Stilen, Kunden und Zielgruppen. Die Tätigkeiten umfassen sowohl das Beobachten von Trends und Markt, Sammeln von Ideen und Impressionen sowie die Auswahl der Materialien und Farben, um die Ideen schließlich in die passende „Bekleidungs-Form“ zu bringen.

Viele unterschätzen neben diesen klassischen kreativen Designertätigkeiten, dass die Überwachung der Kollektionsproduktion, das Marketing und die Organisation von Präsentationen und Modeschauen meist mehr Zeit als die kreative Arbeit in Anspruch nimmt. Das trifft vor allem auf selbstständig arbeitende Modedesignern zu, die ihre Kollektionen komplett eigenständig managen, bewerben und verkaufen müssen.

In der Bekleidungsindustrie stehen Modedesignern neben der Selbstständigkeit verschiedene Jobmöglichkeiten zur Auswahl. Beschäftigungen findet man nicht nur in klassischen Design- und Entwurfbereichen wie in der Designassistenz, Schnittkonstruktion/Schnittgestaltung oder Bekleidungstechnik bei Modelabels oder großen Bekleidungsfirmen, sondern auch bei Film und Theater, im Produktmanagement, in den Medien und der Werbung. Darüber hinaus ist ein/e ModedesignerIn aufgrund der oftmals breit aufgestellten Studieninhalte auch im Bereich von Styling, Kostümdesign sowie in Mode- und Kulturredaktionen einsetzbar.

Modedesign Beruf

Natascha hat ihre Berufung gefunden: Modedesign. 2016 gründet sie ein Modelabel und hat inzwischen 8 Mitarbeiter:innen.

Das Video können wir dank einer Partnerschaft mit alpha Uni zeigen, einem Format von ARD alpha.


3. Was lernt man im Modedesign-Studium?

Der Unterricht im Modedesign-Studium teilt sich in praktische und theoretische Anteile auf und unterscheidet sich in der genauen Aufteilung je nach Hochschule.

Theorie

  • Materialkunde
    Zusammensetzung von Stoffen, Anwendungsgebiete

  • Kostümkunde
    Entwicklungsgeschichte von Kleidungsstücken von der Antike bis zur Gegenwart im soziokulturellen, historischen und ökonomischen Kontext ihrer jeweiligen Epoche

  • Modesoziologie, Modepsychologie
    Analyse der sozialen und kulturellen Funktionen und Bedeutung von Mode über die bloße Bekleidungshülle hinaus, dabei Fragen „Wie entstehen Trends?“, „Was kommuniziert ein/e Träger/in mit einem bestimmten Look gegenüber seinem Umfeld?“, Gruppenzugehörigkeit und Abgrenzung durch Mode

  • Computerkurse
    für das Erlernen von branchenüblichen Graphikprogrammen wie Adobe Illustrator, Adobe Photoshop, Corel Draw
    (sehr wichtig für StudentInnen, die später in der Industrie arbeiten wollen, da dort fast ausschließlich am Computer entworfen wird und keine Handzeichnungen mehr gefragt sind)

  • Marketing und BWL
    marktwirtschaftliche Kenngrößen der Modebranche, Grundkenntnisse der Betriebswirtschaftlehre, Businessstrategien und -konzepte
    (Hier empfiehlt es sich regelmäßig das wöchentlich erscheinende Fachmagazin „Textilwirtschaft“ zu lesen, in dem ausführlich über Unternehmenszahlen und -entwicklungen, Fusionen und Trends innerhalb der deutschen Modebranche informiert wird.)

  • Schnittkonstruktion
    Schrittweise wird hier die Konstruktion von Grundschnitten für Kleidungsstücke wie Hemd, Rock oder Hose auf dem Papier gelehrt. Mit dem Fortschreiten des Studiums wird Hilfestellung zur Umsetzung eigener komplizierterer und unkonventioneller Schnitten geboten

Praxis

  • Kollektionserstellung
    Diese reicht vom Anfertigen einzelner Outfits zu Beginn des Studiums bis zu ganzen Kollektionen, ca. 8-15 Outfits, zum Ende des Studiums.
    Dieser Teil des Studiums nimmt den größten Teil der Studienzeit in Anspruch und ist sicherlich auch derjenige, der persönlich, kreativ, technisch sowie organisatorisch die größte Herausforderung an die StudentInnen stellt. Hier kommen schließlich die eigenen kreativen Ideen mit den erlernten Fähigkeiten aus den anderen Kursen zusammen.

    Die Kollektionsaufgaben können dabei mehr oder weniger frei sein. Sie reichen vom Entwurf eines historischen Outfits in zeitgemäßer Neuinterpretation über Kollektionen zu völlig abstrakten Themen aus der Kunst, Gesellschaft oder Alltagskultur, bis zu Kollektionsentwürfen für bestehende Labels oder Unternehmen, die sich an einem bestimmten Stil und Kundenprofil orientieren.

  • Zeichenunterricht
    Je nach akademischer Ausrichtung der Schule oft noch Aktzeichenunterricht, sonst vermehrt Modezeichnen und –illustration mit verschiedenen Techniken wie Collage, Mixtechniken aus Computergraphiken und Handzeichnung usw.

Modedesign Studium

Wie ist es, Modedesign zu studieren? Das weiß Mustafa, denn er studiert im 9. Semester Modedesign (B.A.) an der Hochschule Hannover.

Das Video können wir dank einer Partnerschaft mit alpha Uni zeigen, einem Format von ARD alpha.

4. Welche Voraussetzungen muss ich zu einem Modedesign-Studium mitbringen?

Cora Isabel David hat 2003-2010 Modedesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studiert (2009 Diplom, 2010 Meisterschülerin) und 2006 ein Auslandssemester an der Ensad in Paris verbracht. Gearbeitet hat sie u.a. für Escada Sport (München), Hussein Chalayan (London), Bernhard Willhelm (Paris), Giambattista Valli (Paris) und Rochas (Paris). Sie war für mehrere Modepreise nominiert: Finalistin vom WGSN - Global Fashion Award 2010, Gewinnerin vom People´s Choice Award beim Designer for Tomorrow by P&C Award 2010 und Finalistin vom Baltic Fashion Award 2009.

An Hochschulen mit Universitätsstatus ist die Allgemeine Hochschulreife Grundvoraussetzung, an Fachhochschulen und privaten Modeschulen reicht manchmal auch die Mittlere Reife zur Aufnahme aus. Diese muss gegebenenfalls mit einem Nachweis auf „besondere künstlerische Eignung“ ergänzt werden. Genaue Informationen sind dazu auf den Websites der Hochschulen zu recherchieren (Übersicht der Hochschulen mit Modedesignstudium).

Bei Schulen reicht in der Regel die sogenannte „künstlerische Eignung“ aus (unabhängig vom Schulabschluss, wobei mind. die mittlere Reife empfehlenswert ist), die durch eine eingereichte Mappe und eine Prüfung an der jeweiligen Schule festgestellt und bewertet wird.

Darüber hinaus ist oft ein zwei- bis sechsmonatiges Vorpraktikum oder eine einschlägige Berufsausbildung (wie eine Ausbildung zur Damen- oder Herrenschneider/in, Maßschneider/in, Modenäher/in oder zur/m bekleidungstechnischem Assistent/in) erforderlich. Häufig erhöhen diese im Voraus erworbenen Qualifikationen die Bewerbungschancen, sie sind aber meistens nicht zwingend notwendig. Genaue Informationen dazu bitte auch auf den Websites der jeweiligen Schulen recherchieren.

Zu den persönlichen Talenten, die angehende ModedesignerInnen mitbringen sollten, gehören:

  • Spaß an der kreativer Arbeit,

  • sicherer Umgang mit dem Zeichenstift und anderen Gestaltungsmedien,

  • ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen,

  • technisches Verständnis,

  • Sinn für Ästhetik, Farben, Formen und Proportionen,

  • Interesse an der Welt der Mode und Trends.

Unerlässlich sind außerdem ein hohes Maß an Motivation, Geduld, Durchhaltewillen und Kritikfähigkeit!

Wie schwer ist es für ein Modedesign-Studium zugelassen zu werden? Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?

Die Aufnahme an einer Modeschule wird oft mit Castingshows verglichen. Tatsächlich kann sich die Auswahlprozedur relativ lange hinziehen, bis die BewerberInnen in mehrstufigen Prüfungen auf ihre Qualifikationen hin abgeklopft und schrittweise ausgesiebt worden sind.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich die in Frage kommenden Hochschulen im Vorab gut anzuschauen, um ein Gespür für deren Ausrichtung zu bekommen und besser einschätzen zu können, was in eine Mappe gehört.

Da auf einen Studienplatz oft bis zehn bis zwanzig BewerberInnen kommen, erhöht man seine Chancen, wenn man sich an mehreren Hochschulen parallel bewirbt. Dies trifft umso mehr zu, als dass das Studium meist im Wintersemester beginnt (mit Ausnahmen auch im Sommersemester bei größeren Hochschulen) und eine gescheiterte Bewerbung an einer Hochschule oft erst ein Jahr später wiederholt werden kann.

Dafür ist ein Wechsel zwischen den Hochschulen, wenn man erst einmal angefangen hat zu studieren, oft einfacher. So schaffen es viele, die an ihrer Schule zweiter Wahl anfangen nach 1-2 Semestern doch noch an ihre Lieblingsschule.

An allen Hochschulen ist eine Mappe mit eigenen Arbeiten der erste Schritt zur Bewerbung. Je nach Ausrichtung der Hochschule sollte sie eine möglichst breite Auswahl an eigenen künstlerischen Arbeiten wie Zeichnungen (Akt-, Portrait-, Mode- oder freie Zeichnungen), Farb- und Materialarbeiten und bereits moderelevante Arbeitsproben wie z.B. Kollektionszeichnungen, Fotos oder Probemodelle eigener Entwürfe enthalten.

Zeichnung Modedesign
Marina Grau - Fotolia.com (stock.adobe.com)

Die Auswahl der Arbeiten sollte in dem Sinne breit sein, dass sie verschiedene Medien (Zeichungen, Collage, Graphik, Foto usw.) aufzeigt, in denen man sich sicher bewegen kann. Sie sollte aber nicht zu breit im stilistischen Sinne sein. Es ist daher ratsam sich ein bestimmtes Konzept für die Mappe zu überlegen, die Inhalte nach Themen zu sortieren und nicht zu viele verschiedene Papierformate zu verwenden. Die Mappen werden aufgrund der hohen Bewerberzahl in der Regel sehr schnell durchgeschaut und sollten daher einfach zu „händeln“ sein sollen.

Eine ganz klare Designerhandschrift muss noch nicht erkennbar sein, aber es freut jedes Jurymitglied, wenn schon ein bestimmter Stil und gestalterischer Anspruch erkennbar ist. Ist die Mappe von der hochschuleigenen Jury erst einmal als gut empfunden worden, wird man zum eigentlichen Bewerbungsverfahren eingeladen.

An privaten Hochschulen folgt dann meist nur ein Bewerbertag mit einem Vorstellungsgespräch. An staatlichen Fachhochschulen und Kunsthochschulen folgt oft noch eine künstlerische Hausarbeit, die einem zugeschickt wird und innerhalb von ca. drei bis vier Wochen absolviert werden muss.

Wenn die Mappe und/oder die Hausarbeit erfolgreich die Juryrunde passiert haben, folgt eine Einladung zu den Bewerbungstagen an die entsprechende Hochschule. Dieser Bewerbungsschritt kann zwei bis drei Tage lang in Anspruch nehmen. In dieser Zeit werden den AnwärterInnen verschiedene künstlerische Aufgaben gestellt, die die zeichnerischen, gestalterischen und konzeptionellen Qualitäten nochmals in kleinen Zeiteinheiten vor Ort prüft.

Mit der Einladung zu den Bewerbertagen bekommt man eine Liste mit Materialien wie Stifte, Schere, Klebstoff, Papier, die man mitbringen soll. Während der Prüfung wird je nach künstlerischer Eignung ausgesiebt und einige BewerberInnen bereits wieder nach Hause geschickt. Bei künstlerischer Eignung gibt es während der Bewerbertage ein persönliches Gespräch mit den Professoren und studentischen Mitarbeitern des Fachgebiets und schließlich einen positiven Bescheid zur Zulassung.


5. Welche (Hoch-)Schule ist die richtige für mich?

Angesichts der unterschiedlichen Berufsfelder als ModedesigerIn kann bei der Wahl der Schule zunächst die Frage helfen, ob man seine eigene berufliche Zukunft eher in einem kommerziellen Unternehmen oder als selbstständige/r Designer/in sieht.

Die Ausrichtungen der zahlreichen Universitäten, Kunsthochschulen, staatlichen sowie privaten Fachhochschulen in Deutschland, die ein Modedesign-Studium anbieten, reichen von künstlerisch-frei, über technisch-handwerklich bis zu kommerziell-unternehmensorientiert. Sie legen aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausrichtung oft schon einen Grundstein für den späteren Werdegang ihrer AbsolventInnen. Daher hilft es, sich frühzeitig über die eigenen Ziele, Wünsche und Schwerpunkte im Klaren zu sein, um von Vornherein die richtige Hochschule für sich zu finden.

Informationen über die Ausrichtung der jeweiligen Hochschulen kann man am besten auf deren Websites, beim Tag der offenen Tür, durch Kontaktaufnahme zum Studienbüro oder im Gespräch mit AbsolventInnen einholen. Wenn einem ein schneller Einstieg nach dem Studium als Designer/in in ein Unternehmen wichtig ist, sollte man auch die Kontakte und die Verlinkung der Schule mit der Industrie prüfen. (siehe Liste aller Hochschulen hier)

Im Dickicht der „Modeschulen“ muss man generell zwischen privaten Hochschulen, staatlichen Fachhochschulen und Kunsthochschulen unterscheiden. Diese Hochschularten bieten mittlerweile alle als Abschluss einen „Bachelor of Arts“, einige im Anschluss auch einen „Master of Arts“ in der Studienrichtung Modedesign an.

Exkurs: Schulische Ausbildungen im Bereich Mode

Zusätzlich zu Hochschulen gibt es staatliche sowie private Ausbildungsstätten, die schulische Ausbildungen im Bereich "Modedesign" anbieten. Ausbildungen qualifizieren oft für spezifische Berufsfelder innerhalb der Modebranche, wie etwa die zur/m BekleidungstechnikerIn, Damen- oder HerrenschneiderIn oder StrickerIn. Sie ermöglichen durch die ihre meist praktische Ausrichtung oftmals einen schnelleren Berufsstart, als dies nach dem Modedesign-Studium sein kann.

Andererseits sind die Berufsfelder je nach Ausbildungsausrichtung entsprechend eingeschränkter als nach einem Modedesign-Studium, das vor allem für Berufe im Entwurfs- und Gestaltungsbereich (auch in Führungspositionen) in Modeunternehmen qualifiziert. Außerdem ist der schnelle Brückenschlag zu einem akademischen Abschluss im Anschluss an eine abgeschlossene schulische Ausbildung nicht einfach. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung ist – zumindest in Deutschland – kein zusätzlicher Masterabschluss möglich, da für diesen außer in sehr seltenen und individuellen Ausnahmefällen ein abgeschlossener Bachelor-Abschluss Grundvoraussetzung ist.

Auch wenn auf der Webseite einer Modeschule nur von „Modestudium“ gesprochen wird, kann es sich „nur“ um eine Berufsfachschule handeln, die keinen Bachelor-Abschluss anbietet. Wenn eine Berufsfachschule darauf verweist, dass im Anschluss ein Master an ausgewählten Partnerhochschulen im Ausland möglich sei, dann mag das zwar stimmen, aber der Abschluss an der Schule an sich ist eben kein Bachelor.

Der Übergang zu einem Master ist dann wahrscheinlich nur an den Partnerhochschulen im Ausland möglich (evt. allerdings sogar an weitere Details geknüpft und nicht zwangsläufig allen AbsolventInnen der Schule offen!), bei denen man meist recht hohe Studiengebühren zahlen muss (von den erhöhten Lebenshaltungs- und Reisekosten ganz abgesehen).

Abschluss: Bachelor of Arts, anschließend noch Master of Arts möglich

Praktisch alle Hochschultypen bieten ihren StudentInnen mittlerweile den Studienabschluss „Bachelor of Arts“. An einigen Fachhochschulen und Kunsthochschulen kann dann noch eine Fortsetzung mit dem Studienabschluss „Master of Arts“ angeschlossen werden.

An staatlichen Hochschulen und Kunsthochschulen geht den 3 Jahren bis zum Bachelorabschluss oft noch ein einjähriges Grundlagenstudium voraus. Dieses wird oftmals zusammen mit StudentInnen aller anderen Studienrichtungen der Schule absolviert und ermöglicht eine vielseitige künstlerische Entwicklung.

Kunsthochschulen mit Universitätsstatus

Kunsthochschulen mit Universitätsstatus wie die Kunsthochschule Berlin-Weißensee oder die Universität der Künste in Berlin haben oft eine künstlerischere und experimentellere Ausrichtung als Fachhochschulen oder private Hochschulen. Sie eignen sich eher für kreative Persönlichkeiten, die gerne ihren individuellen, avantgardistischen Ideen „ohne Korsett“ nachgehen wollen. Dabei kann es passieren, dass man nach Studienabschluss mit einer Mappe gefüllt mit anspruchsvollen Studienprojekten, allerdings ohne Kontakte zu Unternehmen und berufliche Erfahrung dasteht. Andererseits bietet eine Kunsthochschule mit solch freiem Klima StudentInnen, die auf ihre Selbstständigkeit hinarbeiten, einen fruchtbaren Boden, um zu starken Designerpersönlichkeiten mit unverwechselbarer Handschrift heranzuwachsen.

Vor allem Kunsthochschulen mit kleinen Klassengrößen (12-17 StudentInnen) bieten ihren StudentInnen genügend Zeit für Individualbetreuung durch die ProfessorInnen und DozentInnen und intensive Nutzung der Hochschulkapazitäten wie Werkstätten für Siebdruck, Textilfärberei, Computerstudio, Schneiderateliers usw.

Staatliche Fachhochschulen

An Fachhochschulen wie der Fachhochschule Hannover oder der Fachhochschule Trier sind die Klassengrößen oftmals viel höher (20-40 StudentInnen pro Jahrgang), der Platz zum praktischen Arbeiten dementsprechend geringer und die Wartezeiten zum Nutzen der Werkstätten länger. Andererseits genießen Fachhochschulen wie zum Beispiel die Fachhochschule Trier in der Industrie einen hervorragenden Ruf, weil sie insgesamt besser auf den Beruf als angestellte/r ModedesignerIn in Unternehmen vorbereiten.

Hier wird weniger der eigene Stil kultiviert, sondern vielmehr Fähigkeiten in der technischen und handwerklichen Umsetzung sowie Modezeichnen am Computer gelehrt. Da diese Tätigkeiten wesentlicher Bestandteil der Arbeit von DesignerInnen in großen Modeunternehmen sind, sind die Berufschancen von AbsolventInnen auf diesem Gebiet besser.

Private Fachhochschulen

Der wesentliche Unterschied staatlicher Fachhochschulen und Kunsthochschulen gegenüber privaten Hochschulen ist, dass letztere kostenpflichtig sind, meist kürzere (reale) Studiendauer und geringere Aufnahmehürden haben. Das weitverbreitete Klischee, dass private Hochschulen Sammelbecken für Töchter (selten auch Söhne) aus reichen Elternhäusern sein, trifft insofern zu, als dass die Gebühren an privaten Hochschulen im Bereich von 4.000 € pro Semester liegen können (Stand 2022 beispielsweise an der AMD und der Macromedia Hochschule). Hinzu können je nach Hochschule noch Prüfungsgebühren oder eine Erstimmatrikulationsgebühr kommen.

Da sich diese Summen nur wenige leisten können, sind die Bewerberzahlen entsprechend niedriger als an staatlichen Hochschulen, an denen es gar keine allgemeinen Studiengebühren (mehr) gibt und lediglich Semesterbeiträge anfallen (je nach Hochschule und Ort zwischen ca. 100 und 400 € pro Semester).

Es trifft außerdem zu, dass die Zulassungsanforderungen an privaten Hochschulen niedriger und nicht so umfangreich wie an staatlichen Hochschulen sind, einfach weil angesichts der niedrigen Bewerberzahlen nicht so viel ausgesiebt werden muss.

Allerdings verfügen gerade „ältere“ private Hochschulen über viele Kontakte zu Modeunternehmen, bieten Semesterprojekte in Koorperation mit diesen an und vermitteln Praktika. Oftmals ist der Einstieg in die Partnerunternehmen nach dem Abschluss erleichtert. Zudem steht privaten Hochschulen oft mehr Geld für die Ausstattung durch neueste Computersoftware, Schneiderateliers oder professionelle Abschlussschauen, zu denen meist namhafte VertreterInnen aus Presse und Industrie eingeladen werden, zur Verfügung. Z.T. sind auch Auslandsaufenthalte möglich.

Doch auch an staatlichen Hochschulen sind Auslandssemester zum Beispiel mit dem Erasmus oder DAAD-Austauschprogramm möglich (siehe auch unsere Tipps zum Auslandsstudium).

Modedesign: Studiendauer (Regelstudienzeit)
AbschlussDauer
Bachelor6-8 Semester
Master2-4 Semester

Die meisten Kunsthochschulen bieten Modedesign als 7-semestrige Bachelorstudiengänge mit 210 ECTS an, selten auch 8-semestrige mit 240 ECTS. An Kunsthochschulen mit Universitätsstatus gibt es öfter auch 6-semestrige Bachelorstudiengänge (dann meist mit weniger Praxisbezug). Darauf aufbauend werden Masterstudiengänge angeboten, meist dreisemestrige, seltener auch vier- oder zweisemestrige. Im Normalfall sollten Bachelor und Master zusammen 300 ECTS auf 10 Semester verteilt umfassen.


6. Was kostet das Modedesignstudium?

Abgesehen von den möglicherweise anfallenden Studiengebühren (an privaten Hochschulen unvermeidlich) ist allen Hochschulen gemeinsam, dass die Kosten für zusätzliche Studienmaterialien meist hoch und selbst zu finanzieren sind. Vor allem die stetigen Ausgaben für Stoffe und Nähzubehör werden oft unterschätzt.

Viele StudentInnen haben Nebenjobs parallel zum Studium, was dieses natürlich noch anstrengender macht und in manchen Fällen auch verlängert. Da für eine Abschlusskollektion schon mal tausend bis zweitausend Euro fällig werden können, arbeiten viele StudentInnen im Voraus und bezahlen ihre Kollektionen dann vom Ersparten.

An dieser Stelle ist es auf jeden Fall ratsam, sich mit genügend Vorlaufzeit über Finanzierungsmöglichkeiten durch Sponsoren und Modewettbewerbe zu informieren. Durch gezielte Kontaktaufnahme zu Stoffproduzenten, Garnlieferanten und Schuhhersteller (für die Modenschauen) lassen sich mit einer Beschreibung des Projektvorhabens oft Sponsoren werben, die bereit sind, gegen eine kleine Werbeveröffentlichung auf Flyern oder Plakaten Materialien für die eigene Kollektion beizusteuern.

Zahlreiche Modewettbewerbe, die sich erfreulicherweise in den letzten Jahren häufen, bieten zudem die Möglichkeit, sich mit abgeschlossenen Arbeiten um Auszeichnungen mit unterschiedlich hohen Preisgeldern zu bewerben. Diese reichen je nach Größe, Internationalität und Renommée des Wettbewerbs von 1000 bis zu 50.000 €. Einen guten Überblick über Modewettbewerbe bietet die Übersicht auf modeopfer.de.

Lebenshaltungskosten

Zusätzlich zu den Kosten, die originär für das Studium anfallen, muss auch eine finanzielle Grundlage für Lebenshaltungskosten bedacht werden. Also für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 630 € und über 1.500 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 850 € im Monat aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und zunehmend Berlin sind deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Hauptkostenpunkt: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen knapp 300 und weit über 600 Euro. Beim BAföG sind pauschal im Bedarf 325 € für die Miete vorgesehen (ab Wintersemester 2022/23 360 €). Das reicht aber leider selten.

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.


7. Wie kann ich mein Modedesign-Studium finanzieren?

Geld von den Eltern

Eine Aufgabe deiner Eltern ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG-Leistungen: Antrag stellen lohnt

BAföG für Studentinnen und Studenten soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für ein Studium zu leisten.

Die Verbesserungen beim BAföG ab Wintersemester 2022/2023 führen dazu, dass ein Antrag viel eher lohnt als bisher. So wurde der Freibetrag auf das Elterneinkommen um 20,75 Prozent erhöht, die Bedarfssätze um 5,75 Prozent (letzteres ist leider das schwächste Detail). Vor allem wurde die Altersgrenze auf 45 Jahre erhöht und die Vermögensgrenze für alle, die schon 30 Jahre alt sind, auf 45.000 € erhöht (für alle unter 30 immerhin noch auf 15.000 €).

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Wenn du schon länger berufstätig warst, könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben. Das gilt auch, wenn du bei Studienbeginn schon 30 Jahre oder älter bist.

Stipendien für das Modedesign-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil eines Stipendiums: Die erhaltene Förderung ist geschenkt. Daneben gibt es oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt in der Regel ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als WerkstudentIn. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Anrechnung auf das BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 520 Euro im Monat liegt (ab Oktober 2022, davor 450 €). Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


8. Wie sind die Berufschancen für Modedesigner?

Ehrlicherweise muss man sagen: Schlecht. Studienabschluss oder Erfahrungen aus der Ausbildungszeit zählen in der Branche eher wenig, es sei denn man hat einen Master-Studienabschluss einer international renommierten Modeschule wie dem Saint Martins in London, der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen, La Cambre in Brüssel oder der Esmod in der Tasche, die aber allesamt sehr teuer sind.

Für alle anderen AbsolventInnen gilt: Für eine erfolgreiche Bewerbung in einem Modeunternehmen sind relevante Arbeitserfahrungen viel wichtiger als der Studienabschluss. Zunächst bieten Praktika Grundvoraussetzung dafür, im Anschluss einen richtigen Job in der Modebranche zu bekommen. Wie erwähnt ist ein Vorpraktikum an einigen Schulen Voraussetzung für eine erfolgreiche Aufnahme und bei einigen Schulen sind Praktikaphasen über ein bis zwei Semester Bestandteil des Studiums.

Allerdings bleibt vielen qualifizierten AbsolventInnen nichts anderes übrig, als auch nach dem Studienabschluss oft langfristig un- oder unterbezahlte Praktikant*Innenstellen anzunehmen, um immer weiter „Erfahrung zu sammeln“, da es schlicht und einfach sehr wenige Stellenausschreibungen für Modedesigner*Innen gibt.

Das System der Praktikantenausbeute ist innerhalb der Modebranche sehr etabliert

Ohne relevante praktische Vorerfahrungen bestehen sowieso keine Chancen auf die wenigen ausgeschriebenen Stellen. Die Anforderungen an „richtige Arbeitserfahrungen“ sind an AbsolventInnen bereits sehr hoch, sodass es für viele schwer ist, aus dem Teufelskreis des Dauerpraktikums wieder herauszukommen.

Die guten Übernahmechancen, die PraktikantInnen am Anfang bescheinigt werden, stellen sich oft als fadenscheinig heraus. Da quasi immer Nachschub an weiteren billigen PraktikantInnen besteht, können sich nicht nur kleine Labels sondern auch große namhafte Unternehmen erlauben, massenhaft und dauerhaft PraktikantInnen zu beschäftigen.

Höhere Chancen, in Modeunternehmen einzusteigen, haben im Vergleich zu ModedesignerInnen aber BekleidungstechnikerInnen, Pattern Makers, ProduktmanagerInnen, Visual Merchandisers oder Sales Assistants.
Wer also keinen absoluten Willen zum Modedesignerberuf hat, sondern sich eine Mitarbeit innerhalb der Branche auch mit eher technischem oder marktwirtschaftlichem Schwerpunkt vorstellen kann, sollte eine Ausbildung zu den genannten Berufen unbedingt auch in Erwägung ziehen.


Quellen und weiterführende Informationen





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