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21.12.2021
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Wer Life Sciences studiert, beschäftigt sich mit der Wissenschaft lebender Organismen. Geeignet ist das Studium für all Jene, die sich für Naturwissenschaften begeistern können. Biologie, Physik und Chemie stehen nämlich ganz oben auf dem Stundenplan.

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Wissenschaftler hält Reagenzglas mit DNA (Symbolbild)
Dan Race - stock.adobe.com

Bei Life Sciences kann es auch um die Genomanalyse gehen.




1. Was erwartet mich in einem Studium der Life Sciences?

Was genau ist eigentlich Life Sciences? Tatsächlich gibt es keine konkrete Definition, aber grob gesagt, geht es um die Forschung, welche sich mit den Strukturen und dem Verhalten von lebenden Organismen beschäftigt. Wer moderne biomolekulare Forschungsfelder entdecken möchte, ist im Studium der Life Sciences genau richtig aufgehoben.

Im Kern geht es hier um die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion, um die Herstellung von Pharmazeutika, die Lebensmittelherstellung, die Genomanalyse oder die Gentechnologie.

In den ersten Semestern beschäftigst du dich mit den Grundlagen der Biologie und Chemie. Du wirst schnell merken, dass es hier viele Schnittstellen gibt.

Weiterhin stehen auf dem Stundenplan:

  • Mathematik

  • Physik

  • Anorganische und organische Chemie

  • Botanik

  • Genetik

  • Physikalische Chemie

  • Zoologie

Life Sciences enthält auch Bereiche der:

  • Molekularbiologie

  • Pharmakologie

  • Biophysik

  • Immunologie

  • Bioinformatik

  • Medizin

Es ist ein sehr forschungsorientierter Studiengang, in dem du viel Zeit im Labor verbringst. Da der Studiengang sehr unterschiedliche Ausrichtungen haben kann, ist es unabdingbar, sich bei Studieninteresse genau zu informieren, an welcher Hochschule einem die Inhalte am meisten zusagen.

Ähnliche Studiengänge sind

Für wen ist der Studiengang geeignet?

In diesem Studiengang solltest du ein starkes Forschungsinteresse mitbringen. Auch eine gewisse Leidenschaft für Naturwissenschaften ist für Life Sciences vonnöten. Vielleicht hast du auch schon einen Bachelor-Abschluss in Biologie oder einem ähnlichen Fach? Du kannst anschließend daran Life Sciences im Master studieren, sofern du die Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Hochschule erfüllst.


2. Dauer des Life Sciences-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

Life Sciences wird vor allem als Masterstudiengang angeboten. Der Master of Science kann meist in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Es gibt aber auch schon entsprechende Bachelor, meist mit einer Studiendauer von 6 Semestern und 180 ECTS-Punkten (Credit Points).

Life Sciences: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master3 - 4 Semester
Master (Teilzeit)5 Semester

Studienformen des Life Sciences-Studiums

Die klassische Form des Life Sciences-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, je nach Studienfach auch Projekte, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Life Sciences kann auch so studiert werden.


3. Was kostet Studieren 2022?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Life Sciences-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 672 € und über 1.600 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 900 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Hauptkostenpunkt: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 294 Euro und 641 Euro (Werte von 2018 plus 15 Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Life Sciences-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig.


4. Wie kann ich mein Life Sciences-Studium finanzieren?

Unterhalt der Eltern

Eine Aufgabe deiner Eltern – und das ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB § 1610) explizit geregelt – ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Studierende soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für das (geplante) Studium zu leisten.

Die Verbesserungen beim BAföG ab Wintersemester 2022/2023 führen dazu, dass ein Antrag viel eher lohnt als bisher. So wurde der Freibetrag auf das Elterneinkommen um 20,75 Prozent erhöht, die Bedarfssätze um 5,75 Prozent (letzteres ist leider das schwächste Detail). Vor allem wurde die Altersgrenze auf 45 Jahre erhöht und die Vermögensgrenze für alle, die schon 30 Jahre alt sind, auf 45.000 € erhöht (für alle unter 30 immerhin noch auf 15.000 €).

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Wenn du schon länger berufstätig warst, könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben. Das gilt auch, wenn du bei Studienbeginn schon 30 Jahre oder älter bist.

Stipendien für das Life Sciences-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil: Durch Stipendien erhaltene Förderung ist geschenkt. Dazu kommt oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt in der Regel ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als WerkstudentIn. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Verrechnung mit BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 520 Euro im Monat liegt (ab Oktober 2022, davor 450 €). Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


5. Berufsaussichten mit einem abgeschlossenen Life Science-Studium

Wer einen Abschluss in Life Sciences hat, qualifiziert sich für mehrere Berufsfelder. Du findest beispielsweise in folgenden Bereichen Beschäftigung:

  • Forschung

  • Pharmazeutika-Entwicklung

  • Qualitätskontrolle

  • Umweltschutz

  • Lebensmittelindustrie

  • Landwirtschaft

  • TÜV

  • Behörden & Verbände

  • Chemische Industrie

  • Biotechnologische Industrie


6. Gehalt von Life Sciences-Absolventen und -Absolventinnen

Gehalt in € Master/Diplom Uni
34.000
Einstieg
47.242
5 Jahre
60.744
10 Jahre
Ø Fachgruppe Biologie; Befragung: DZHW.

Als Annäherung geben wir Gehaltswerte für Naturwissenschaftler*innen mit Masterabschluss bzw. Diplom im Bereich Biowissenschaften an. Das Einstiegsgehalt liegt bei 34.000 €, die Zahl bezieht sich auf Absolvent*innen aus den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften und dürfte für Life Science-Absolvent*innen eher darunter liegen. Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 15.500 €, allerdings bezieht diese Zahl sich sowohl auf Voll- als auch Teilzeitbeschäftigung.

Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 47.242 € zu (Zahlen für Fachrichtung Biologie). 10 Jahre nach Abschluss liegt es bei 60.744 €.

Wie bei vielen interdisziplinären Studiengängen sind auch bei Life Science-Absolvent*innen die möglichen Beschäftigungsmöglichkeiten vielfältig – aber dadurch auch die möglichen Gehaltsunterschiede. Es gilt wie praktisch bei allen Gehaltsangaben: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen.

Quelle: Absolventenbefragungen des DZHW. Alle Gehälter für Vollzeitbeschäftigte inkl. Zuschläge, auf Hunderter gerundet. Einstiegsgehalt Stand 2013. Gehalt nach 5 Jahren Stand 2014. Gehalt nach 10 Jahren Stand 2015. Zuschläge für 5/10-Jahre selbst geschätzt.

Weiterführende Informationen

Studienfach-Datenbank von Studis Online


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