12.12.2007

Studierendenzahlen
Mehr Erstsemester vor allem ohne Studiengebühren

Das Statistische Bundesamt hat heute die ersten Studierendenzahlen zum laufenden Wintersemester 2007/2008 veröffentlicht. Die Zahl der StudienanfängerInnen ist absolut, aber auch bezogen auf den Anteil am Altersjahrgang gestiegen. Trotzdem ist die Freude der Bundesbildungsministerin Schavan über diese Steigerung übertrieben. Denn mehr StudienanfängerInnen gab es vor allem in gebührenfreien Ländern. Insgesamt ist die Zahl der Studierenden sogar gesunken.

Insgesamt ist die Studienanfängerquote, das heißt der Anteil der Studienanfänger und ?anfängerinnen an der gleich­altrigen Bevölkerung, im Studienjahr 2007 immerhin mal wieder gestiegen. Sie liegt nun bei 36,6%, aber immer noch über 2% unter dem Höchststand von 2003 (38,9%).

Interessant sind die Veränderungen der Studienanfängerzahlen bezogen auf die einzelnen Bundesländer. Im Bundesdurchschnitt gibt es 3,8% mehr StudienanfängerInnen. Unter diesem Schnitt liegen ausschließlich Bundesländer mit Studiengebühren. Das Saarland mit -3,1% liegt dabei am schlechtesten, gefolgt von Baden-Württemberg mit -2,2% und Hessen mit 0,4%. Bayern mit plus 1,7% und Nordrhein-Westfalen mit 2,3% bleiben auch unter dem Bundesdurchschnitt. Nur Hamburg konnte mit 5% mehr StudienanfängerInnen als einziges allgemeine Studiengebühren erhebende Land eines ohne Studiengebühren übertrumpfen (Mecklenburg-Vorpommern wies nur eine Steigerung um 4,7% auf). Verglichen mit den anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen ist das Ergebnis von Hamburg trotzdem nicht herausragend. Berlin konnte 11,8% mehr StudienanfängerInnen begrüßen, Bremen sogar 13,5%.

BMBF erwähnt Studiengebühren mit keinem Wort

In der Presseerklärung des BMBFs zu den Studierendenzahlen werden Studiengebühren mit keinem Wort erwähnt, obwohl selbst das an sich neutrale Statistische Bundesamt darauf hingewiesen hat. Bildungsministerin Schavan, seit langem Studiengebühren-Befürworterin, will diesen Zusammenhang wohl weiterhin nicht einsehen.

Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) sieht im Rückgang der Studierendenzahlen (die Gesamtzahl der Studierenden ist um knapp 30.000 im Vergleich zum Vorjahr gesunken) vor allem die Auswirkungen von Studiengebühren und gestiegenen Zulassungsbeschränkungen.

Die wichtigsten Zahlen der letzten 12 Jahre

Zeitraum Studierende AnfängerInnen Quote1
1995 1.857.906 262.407 26,8%
1996 1.838.099 267.469 28,1%
1997 1.824.107 267.445 28,5%
1998 1.801.233 272.473 29,2%
1999 1.773.956 291.447 31,3%
2000 1.799.338 314.956 33,5%
2001 1.868.666 344.830 36,1%
2002 1.939.233 358.946 37,1%
2003 2.019.831 377.504 38,9%
2004 1.963.598 358.870 37,1%
2005 1.986.106 356.076 37,0%
2006 1.979.445 344.967 35,7%
20072 1.949.569 358.217 36,6%

Hinweis/Fußnote
1 StudienanfängerInnenquote - gemeint ist der Anteil der StudienanfängerInnen an der gleichaltrigen Bevölkerung
2 Vorläufige Ergebnisse




Quellen und weiteres zum Thema




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