Welt-Uniranking
Deutsche Unis im THES-Ranking 2007 unter ferner liefen
Exzellenz-Initiative hin oder her – in internationalen Rankings bleiben deutsche Hochschulen weiter hinten. Wobei man darüber gar nicht zu traurig sein muss. Der Sinn und Zweck von Elite-Universitäten bleibt gesamtgesellschaftlich immer fragwürdig. Denn wo es ein oben gibt, muss es auch ein unten geben. Vielleicht ist es für alle sogar besser, wenn alle Unis einigermaßen gut bleiben. Wie auch immer: Die Times sieht in Deutschland die Uni Heidelberg vorn (auf Platz 60), es folgen die LMU und TU München (Platz 65 bzw. 67).Verbesserungen – oder: vorher war das Ranking noch weniger gut ...
Wie auch immer: Die Änderungen zeigen zum Teil auch, wie fragwürdig so mancher Indikator ist oder zumindest war. In diesem Jahr wurde beispielsweise der Zitationsindex gewechselt. Also die Quelle, nach der die Zahl der wissenschaftlichen Erwähnungen bestimmt wird. Angeblich werden so mehr wissenschaftliche Artikel überhaupt und verstärkt auch nicht-englisch-sprachige wissenschaftliche Beiträge gewertet.
Dass beim Peer-Review die Befragten erstmals nicht für ihre eigene Universität stimmen konnten, ist überraschend. Eigentlich eine nahe liegende Maßnahme, dies nicht zuzulassen. Auch die Zählung der wissenschaftlichen Mitarbeiter wurde offenbar erst dieses Jahr auf "Volle-Stellen-Äquivalente" umgestellt. In den Vorjahren lag es an den befragten Unis, ob sie einfach die Zahl der Mitarbeiter angaben (was bei vielen halben Stellen die Zahl deutlich erhöht ...) oder die der vollen Stellen.
Schließlich wurden alle Daten geglättet, um die Wirkung von Ausreißern zu begrenzen. Auch hier kann man sich fragen, warum das bisher nicht getan wurde. In der Erläuterung zu den Verbesserungen schreiben die Autoren der Studie selbst, dass dies eine übliche Methode sei ("A Z?score, also called a normal score or standard score, is a common and accepted method of standardising or normalising statistics and has been utilised for many years in certain domestic rankings of universities.").
5 Kriterien liegen insgesamt zu Grunde (in Klammer ihr Gewicht):
- Peer-Review (40%)
- Zitationen (20%)
- Betreuungsrelation zwischen Studierenden und ProfessorInnen (20%)
- Befragung von Personalverantwortlichen (10%)
- Anzahl der DozentInnen aus dem Ausland (5%)
- Anzahl der ausländischen Studierenden (5%)
In Klammern die Platzierung von 2006.
1. (1) Harvard University (USA)
2. (2) Cambridge (UK)
2. (3) Oxford (UK)
2. (4) Yale (USA)
5. (9) Imperial College London (UK)
6. (10) Princeton (USA)
7. (7) California Institute of Technology (USA)
7. (11) University of Chicago (USA)
9. (25) UCL University College London (UK)
10. (4) MIT (USA)
Yale lag 2004 noch auf Platz 8, das Imperial College London auf Platz 14. Umgekehrt war das MIT 2005 auf Platz 2. Das sollte allerdings nicht zu dem Schluss verleiten, das Ranking würde tatsächlich so stark aktuelle Veränderungen abbilden. Zwar mag das durchaus eine Rolle spielen – stärker dürften aber die schon erwähnten Veränderungen durch die jährlichen Anpassungen der einzelnen Kriterien sein. Es wurden manchmal sogar komplett neue Kriterien eingeführt - 2005 beispielsweise die Wertung von Personalverantwortlichen.
Die Unis aus Deutschland unter den Top 200
In Klammern die Platzierung von 2006.
60. (58) Uni Heidelberg
65. (98) Uni München (LMU)
67. (82) TU München
126. (105) HU Berlin
142. (170) Uni Tübingen
144. (-) Uni Freiburg
146. (148) FU Berlin
165. (-) Uni Stuttgart
168. (156) Uni Göttingen
171. (-) Uni Karlsruhe (TH)
182. (172) RWTH Aachen
Dieses Jahr sind also elf Universitäten in der Top 200 vertreten. Immerhin eine Steigerung – 2006 waren es zehn, 2005 nur neun. Bei den Platzierungen gibt es doch einiges Hin und Her. Drei Unis sind neu vertreten, zwei dafür nicht mehr: die Uni Ulm (2006 auf Platz 158) und die Uni Frankfurt (187).
Warum deutsche Unis nicht ganz oben dabei sind – und warum das vielleicht gar nicht schlecht ist
Die deutschen Hochschulen sind trotz aller "Elite-Bemühungen" noch relativ homogen (im Vergleich zur Hochschullandschaft in anderen Ländern). Es gibt also keine besonderen Spitzen was im internationalen Vergleich dazu führt, dass keine deutsche Hochschule besonders hohe Plätze erreicht. Auch führt auch der neue Zitationsindex vermutlich dazu, englischsprachige Hochschulen zu bevorteilen. Insbesondere gilt das bei Fächern, die nicht Englisch verwenden können. Das gilt beispielsweise für Jura, sofern es nicht um europäisches oder internationales Recht geht.
Quellen und weitere Artikel zum Thema
- THES-QS University Rankings 2007 (Originalquelle) »
- Artikel zum THES-Ranking 2006 »
- Unirankings - ein Instrument der Hochschulwahl? »
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