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Anstrengend, aber interessant

Erfahrungsbericht von ASS, 28.03.2016
Alter (bei Studienbeginn): 18 bis 20 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 5 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2013), studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Die Studieninhalte sind von der Approbationsordnung vorgegeben und unterscheiden sich an den Universitäten nur in der Gewichtung. Chemie steht natürlich ganz oben auf dem Programm. Organik, Anorganik, Analytik, Physikalische Chemie und Nomenklatur. Die meisten Veranstaltungen werden von Praktika begleitet. In Bio geht es vorallem um den Aufbau und die Charakterisierung von Arzneipflanzen sowie Mikro- und Humanbiologie. Physik und Statistik spielen im Studenplan eine eher untergeordnete Rolle. Besonders an Bonn ist der frühe Bezug zur klinischen Pharmazie. So wird man schon im ersten Semester im Fach Terminologie mit Leitlinien bestimmter Krankheiten konfrontiert.

Betreuung und Lehre

Hier kommt es natürlich immer auf den jeweiligen Dozenten an. Vorteil ist, dass durch die zeitintensive Laborarbeit und die geringe Semestergröße ein für Unimaßstäbe recht persönliches Verhältnis zu den Dozenten bzw. den Laborassistenten entsteht. Ein großer Vorteil ist auch, dass unser Fachstudienberater selbst Kurse im zweiten, dritten und vierten Semster hält, also ein bekanntes Gesicht ist. Unfreundliche oder besonders anspruchsvolle Assistenten gibt es natürlich auch, aber ich habe noch nicht erlebt, dass jemandem wirklich Steine in den Weg gelegt wurden. Ein großes Manko in Bonn sind jedoch die schlechten Ergebnisse beim ersten Staatsexamen. Insbesondere in Biologie und Analytik wird ein Teil des Stoffs schlichtweg nicht oder nur unzureichend gelehrt. Das muss man sich vor der Prüfung dann selbst beibringen.

Ausstattung

Die wichtisten Lehrbücher finden sich in der naturwissenschaftlichen Abteilung der Universitäts- und Landesbibliothek. Die neueren Auflagen sind allerdings schnell vergriffen, sodass es sinnvoll sein kann, sich einige Bücher selbst anzuschaffen. Im pharmazeutischen Institut selbst gibt es nochmal eine Bibliothek, in der Arzneibücher mit Kommentaren, DAC, NRF und einige für Praktika relevante Lehrbücher zu finden sind. Hier wird in der Regel allerdings nicht ausgeliehen sondern die entsprechenden Seiten werden kopiert. In den Laboren arbeitet man meist in Zweier- oder Dreierteams zusammen. Die Ausstattung ist natürlich nicht topmodern, das wäre aber auch viel zu teuer. Teilweise funktionieren die alternden Geräte nicht mehr ganz richtig. Das ist aber bekannt und fließt dann in die Bewertung der Laborergebnisse mit ein. Chemikalien- und Glasbruchkosten müssen von jedem Semester selbst getragen werden.

Organisation

Pharmazie ist ein Studiengang mit hoher Arbeitsbelastung. Etwa 30-40 SWS + Protokolle schreiben + Lernen für zahlreiche kleine Zwischenprüfungen + Vor- und Nachbereitung sollte man schon einplanen. Der Stundenplan ist festgelegt, da die Praktika sonst zeitlich nicht miteinander vereinbar sind. Die meisten Studenten brauchen aufgrund es großen Stoffumfangs und der wenigen Zeit 1-2 Semester länger als die 8 Semester Regelstudienzeit.


Hochschule und Hochschulleben: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Verteilt, aber gemütlich

Campusatmosphäre

Die Uni Bonn hat in der Stadt verschiedene Standorte. Das pharmazeutische Institut liegt mit den chemischen Instituten in Endenich, viele Veranstaltungen gerade in den Bereichen Biologie und Physik finden aber in Poppelsdorf statt. Zu Fuß kann es stressig sein, innerhalb von 15 Minuten den Stadteil zu wechseln. Ein Fahrrad hilft hier weiter, da der Bus auf dieser Strecke nur alle 30 min fährt. Gerade im "eigenen" Institut ist die Atmosphäre sehr familiär und man fühlt sich schnell wie zuhause. In Poppelsdorf haben die etwas älteren Institutsgebäude ihren ganz eigenen Charme.

Mensa

Für NaWi-Studenten ist die Mensa in Poppelsdorf interessant, die zur Zeit umgebaut wird und daher in ein Zelt ausgelagert wurde. Daher ist das Angebot momentan etwas verkleinert. Ansonsten kann ich vorallem die große Salatbar empfehelen.


Stadt und Umland: Bonn

Nicht zu groß und nicht zu klein

Atmosphäre

Bonn hat einige sehr schöne Ecken (Poppelsdorf, Musikerviertel, etc.) und im Sommer sind die Rheinauen natürlich ein Muss. Manch einem mag die Stadt etwas verschlafen vorkommen, aber die Anbindung nach Köln ist gut. Die Stadt ist eher überschaubar, sodass man sich recht schnell zurecht findet.

Lebenshaltungskosten

Der Wohnungsmarkt ist eine kleine Katastrophe. Zwar findet man etwas, aber so 400-500 € muss man im Monat für Miete und Nebenkosten schon aufbringen, auch für das gefühlt 10qm-Kellerverlies.





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