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Informatik studieren

semisatch - Fotolia.com (stock.adobe.com)
06.10.2023
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„Mein Drucker spinnt, kannst du dir den mal anschauen?“, „Wie? Einfach nur auf Neustart und schon funktioniert mein PC wieder?“ Um die Beantwortung solcher Fragen dreht sich das Informatikstudium gerade nicht. Was man im Studiengang Informatik stattdessen alles lernen und im Beruf später anwenden kann, erfährst du hier.

Von Daniel Bruns, umfassend ergänzt und aktualisiert durch die Studis Online-Redaktion

1. Das Studium

Informatik ist die Wissenschaft der Behandlung und Verarbeitung von Informationen. Sie fußt zum Einen auf mathematischen Disziplinen wie Modellbildung und Logik, zum anderen wurde ihre Entstehung auch stark durch die Elektrotechnik, insbesondere die Nachrichtentechnik, geprägt. Obwohl weiterhin Schnittmengen existieren, wird die Informatik heute als eigenständige Wissenschaft verstanden. Die Entwicklung als Wissenschaft begann Ende der 1930er Jahre, als sowohl theoretische Grundlagen (Berechenbarkeitstheorie, Logik-Kalküle) sowie erste Rechenmaschinen (z.B. Zuse Z3) geschaffen wurden.

Ein weit verbreiteter Irrglaube – unter Anderem dem englischen Begriff „computer science“ geschuldet – ist, dass sich die Informatik zentral mit der Programmierung der Maschinen beschäftige. Der niederländische Informatiker Edsger Dijkstra formulierte es so: „In der Informatik geht es genauso wenig um Computer wie in der Astronomie um Teleskope.“ Was macht die Informatik dann? Man könnte sie beschreiben als Problemlösen auf einer abstrakten Ebene. Aus der heutigen Welt sind die Informatik und ihre Anwendungen nicht mehr weg zu denken.

Mit aktuell (Stand 2022/23) über 257.000 Studierenden zählen Informatik-Studiengänge zu den beliebtesten Studienfächern. Angeboten werden sie sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen sowie als duales Studium oder im Fernstudium.

Der gängige Abschluss in Informatik ist inzwischen ein Bachelor/Master of Science, selten auch: of Engineering. Ebenfalls selten gibt es noch das Diplom (Dipl.-Inform.). Oft wird das Fach Informatik auch im Rahmen von Lehramtsstudiengängen angeboten.

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Weitere verwandte Fächer

Es gibt darüber hinaus auch weitere mit der Informatik verwandte Studiengänge oder Schwerpunkte, die man innerhalb des Studiums belegen kann. Um dich genauer über die Schwerpunkte zu informieren und darüber, wo welche Schwerpunkte studiert werden können, haben wir diese Liste zusammengestellt.

Aufbau

Die ersten Semester eines Informatikstudiums sind durch stark strukturierte Grundlagenfächer geprägt. Diese sind meistens weitgehend identisch mit denen eines Mathematikstudiums. Inhalte des ersten Studienjahres umfassen in der Regel Analysis, Lineare Algebra und Stochastik. Daneben werden die grundlegenden Konzepte der Informatik wie Algorithmen, formale Sprachen und Objektorientierung eingeführt.

Die technische Informatik wird meist grundlegend von der Schaltungslogik aufwärts bis zum Prozessor erklärt. Diese Grundlagen werden in der Regel durch Vorlesungen mit Übungen vermittelt. Zusätzlich gibt es wöchentliche Übungsaufgaben, deren Abgabe meist obligatorisch ist. Damit soll vor allem die Fähigkeit der mathematischen Beweisführung geübt werden. „Handwerkszeug“ wie Programmiersprachen muss man sich dagegen bei Bedarf oft selbst beibringen.

Vertiefungen

Im weiteren Verlauf unterscheiden sich die Studienangebote von Hochschule zu Hochschule erheblich. Als immer noch junge Wissenschaft umfasst die Informatik ein weites Feld. Größere Informatikabteilungen besitzen auch ein größeres Studienangebot, während kleinere Einrichtungen meist spezialisiert sind. Zumindest die Wahlmöglichkeiten zwischen den vier typischen Teildisziplinen theoretische, praktische, technische und angewandte Informatik bestehen aber vor allem an Universitäten.

Das Angebot besteht weitgehend aus Vorlesungen mit oder ohne Übungen, begleitet von Seminaren und (Labor-)Praktika. Hausarbeiten oder Ähnliches sind dagegen nicht üblich. Nebenfächer sind meist aus dem gesamten Spektrum der Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften zu wählen, oftmals auch aus Geistes- und Sozialwissenschaften. Aufgrund der weiterhin rasanten Entwicklung der Informatik in Theorie und Praxis ist das Studium in jedem Fall stark forschungsorientiert. Aktuelle Forschungsergebnisse fließen oftmals direkt in die Lehre mit ein. Praktika und Abschlussarbeiten können meistens in Industriekooperation angefertigt werden.

Informatik ohne (viel) Mathematik kaum möglich

Das Informatikstudium weist eine klare mathematische Prägung auf. Wer dagegen auf Programmieren hofft, sollte sich lieber einen anderen Studiengang (z.B. Softwaretechnik bzw. etwas wie Angewandte Informatik) oder einen Ausbildungsplatz aussuchen.

Nicht zuletzt aufgrund erheblicher Fehlvorstellungen über das Fach hat die Informatik eine hohe Studienabbruchquote von fast 40%. Wer Informatik studieren möchte, sollte vor allem Geduld und Konzentrationsfähigkeit mitbringen. Ein großes Interesse an Mathematik sollte vorhanden sein, Vorwissen benötigt man dagegen nicht. Für das vertiefte Studium ist ein sicherer Umgang mit der englischen Sprache hilfreich. Lehrbücher werden zwar meist auf Deutsch angeboten, jedoch ist Englisch die Fachsprache, in der alle relevanten Aufsätze und Zeitschriften verfasst sind. Das Publizieren auf Deutsch – auch bei Abschlussarbeiten – ist dagegen eher selten.

(Angewandte) Informatik studieren

Wie ist es Informatik zu studieren? Und wie schwierig ist das Informatikstudium wirklich? Das weiß Richard. Er studiert den Bachelor Angewandte Informatik im neunten Semester an der TU Chemnitz.

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Tipps und Tricks für den schweren (?) Studienalltag

Das Informatikstudium ist hart. Da sollte man nicht verzweifeln. Dass man in der Vorlesung nicht alles sofort versteht, ist die Regel. Es hilft oftmals schon der Austausch mit den Mitstudierenden. Außerdem werden zu fast allen Vorlesungen auch Übungen angeboten. Das sollte man durchaus als Angebot verstehen. Denn mit Auswendiglernen kommt man nicht weit: Informatik muss man selbst betreiben, um sie zu lernen.

Die Übungen brauchen Zeit – sie schnell am Abend vor der Abgabe zu bearbeiten, geht oft schief. Meistens können Übungsaufgaben auch in Kleingruppen abgeben werden, was manchmal ausdrücklich erwünscht ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich darauf ausruhen darf 😝.

Die Klausuren haben durchweg hohe Durchfallzahlen. Zum Bestehen reichen meist aber schon wenige Punkte. Aufs Ziel hin, die Klausur gerade so zu bestehen, sollte man allerdings auch nicht lernen. Grundlagen sind eben Grundlagen und tauchen immer wieder auf. Es beim ersten Mal schon verstanden zu haben, ist besser.

Gender Gap: nur knapp über 22% Frauen

Informatik ist ein klassischer Vertreter der MINT-Fächer – auch was den Frauenanteil der Studierenden angeht. Im Wintersemester 2022/2023 lag der Anteil der weiblichen Studentinnen im Bereich Informatik gerade bei 22,215%. Die Fachgruppe Frauen und Informatik kommt zu dem Schluss, dass die Informatik „nach wie vor überwiegend eine Domäne männlicher Interessenten zu sein“ scheint.
An einigen wenigen Hochschulen gibt es deswegen bereits seit längerem MINT-Studiengänge speziell für Frauen, welche du hier finden kannst:


2. Wo kann Informatik studiert werden?

Du kannst Informatik an sehr vielen Hochschulen in Deutschland studieren. Das Studienangebot ist sehr groß. Insgesamt kann Informatik in 112 Städten studiert werden.


3. Dauer des Informatik-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das Informatik Studium 6 Semester und wird als Bachelor of Science mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 180 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht.

Informatik wird oft im Rahmen eines Mehrfach-Bachelors studiert. Es kann dabei Haupt- oder Nebenfach sein. Es gibt auch Studienangebote, bei denen es eine Hälfte eines 2-Fach-Bachelors ist.

Anschließend kann noch das Master-Studium in Informatik oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master of Science kann in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Außerdem kann Informatik auf Lehramt studiert werden, meist als Bachelor und Master of Education, seltener noch auf Staatsexamen. Weitere Infos in unserem Artikel Lehramt studieren.

Neben den konsekutiven Masterstudiengängen, die direkt im Anschluss an den Bachelor studiert werden können, werden auch einige weiterbildende Master angeboten. Weiterbildende Master setzen neben einem Hochschulabschluss meist noch mind. ein Jahr Berufstätigkeit nach diesem Abschluss voraus.

Informatik: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master2 - 4 Semester
Lehramt7 - 10 Semester
Diplom8 - 10 Semester
Bachelor (Teilzeit)8 - 14 Semester
Master (Teilzeit)5 - 8 Semester

Studienformen des Informatik-Studiums

Die klassische Form des Informatik-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.

Schließlich kann Informatik im Fernstudium absolviert werden. Das macht ein – bis auf die Prüfungszeiträume – orts- und zeitunabhängiges Studium möglich, erfordert daher aber auch ausreichend Selbstdisziplin. Für praktische Übungen gibt es dann manchmal doch Präsenztermine.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Informatik kann auch so studiert werden.

Der Blick über den Tellerrand

Wer sich mit den gesellschaftlichen Folgen der Informatik mehr beschäftigen möchte, kann beispielsweise beim Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung Mitglied werden oder sich beim Chaos Computer Club (CCC) umschauen. An einigen Hochschulen gibt es Vorlesungen zum Bereich „Informatik und Geschellschaft (IuG)“ (weitere Informationen gibt auch der gleichnamige Wikipedia-Eintrag).


4. Was kostet ein Informatik-Studium und wie finanziere ich es?

Was das Studentenleben kostet

Während eines Informatik-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben – wenn nicht bei den Eltern gewohnt wird – zwischen 748 € und über 1.851 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 950 € im Monat aus.

Der Hauptkostenpunkt ist in der Regel die Miete. Anhaltspunkte zur Höhe im Artikel Mieten für ein WG-Zimmer.

Und wie bezahle ich das alles?

Für alle, die mit knapp 20 ein Studium beginnen, dürfte der gerade angesprochene Studienfinanzierungs-Check gar nicht nötig sein. Für sie sind meist die Eltern die erste Finanzquelle – Details dazu im Artikel Unterhalt von den Eltern.

Haben die Eltern wenig Einkommen, springt das Studenten-BAföG ein. Für einige kann auch ein Stipendium in Frage kommen.

Ansonsten jobbt die große Mehrheit der Studierende noch neben dem Studium.

Weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung findest du in unserer Übersicht Geld für das Studium. Oder nutze den Studienfinanzierungs-Check – dann weißt du schneller, was überhaupt für dich in Frage kommt.


5. Berufsaussichten

Wie nach dem Bachelor weiter?
Wenn du dich nach dem Bachelor noch weiter spezialisieren möchtest, kannst du einen Informatik-Master dran hängen – manche Master-Programme sind auch sehr spezialisiert. Es gibt aber auch Master, die auf dem ersten Blick „fachfremd“ wirken, die dir aber mit dem Bachelor offen stehen können, wie z.B. Biomathematik.

Da die Informatik eine sehr grundlegende Wissenschaft ist und auf der anderen Seite ihre Anwendungen in der heutigen Welt allgegenwärtig sind, finden InformatikerInnen Anstellung in allen Branchen. Daher gibt es auch im Gegensatz zu den Ingenieurwissenschaften kein klares Berufsbild, vielmehr sind die Beschäftigungsmöglichkeiten weit gefächert.

InformatikerInnen sind typischerweise angestellt oder selbständig im Dienstleistungsektor beschäftigt. Dazu gehören Berufe wie Software-Entwickler/in oder IT-Berater/in. Auch in der universitären wie privaten Forschung werden Informatiker/innen beschäftigt. Aufgrund der immer noch hohen Nachfrage findet der überwiegende Teil der Absolvent/innen eine Beschäftigung innerhalb kurzer Zeit.

Informatik als Beruf

Was wird man mit einem Informatik-Studium? Dominik Münch ist IT-ler und seit einigen Jahren als Team-Lead in einem Start-Up in München. Mit seinem Team verwaltet er bei „Celonis“ hunderte Server, hält sie am Laufen und bewahrt das System vor Cyberangriffen, Hackern und Sicherheitslücken.

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6. Gehalt von Informatik-Absolventen und -Absolventinnen

Gehalt in € Uni Master/Diplom
41.000
Einstieg
56.300
5 Jahre
79.700
10 Jahre
Ø Informatik; Befragung: DZHW.

Informatik-Absolventen mit Master-Abschluss können mit einem Einstiegsgehalt von über 41.000 € rechnen (Universität; FH-Master minimal weniger: 40.600 €). Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 37.600 € für Absolventen einer Fachhochschule. Uni-AbsolventInnen scheinen seltener mit Bachelor voll in den Beruf einzusteigen, es gibt nur Zahlen inkl. Teilzeitbeschäftigung: 27.000 €.

Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 56.300 € zu (Uni), AbsolventInnen von Fachhochschulen liegen sogar bei 58.900 €.

Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss, liegen die Uni-AbsolventInnen vorn mit 79.700 €, FH-AbsolventInnen können mit 75.200 € rechnen.

Wie bei allen Gehaltsangaben gilt: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen. Da die Zahlen bereits einige Jahre alt sind, sollten alle Zahlen wohl noch gestiegen sein, gerade da im Bereich Informatik Beschäftigte stark gesucht werden.

Quelle: Absolventenbefragungen des DZHW. Alle Gehälter für Vollzeitbeschäftigte inkl. Zuschläge, auf Hunderter gerundet. Einstiegsgehalt Stand 2013. Gehalt nach 5 Jahren Stand 2014. Gehalt nach 10 Jahren Stand 2015. Zuschläge für 5/10-Jahre selbst geschätzt.


7. FAQs Informatik

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor in Informatik beträgt meistens 6 Semester (180 ECTS). Ein Master dauert in der Regel 4 Semester (120 ECTS).

Informatik kann in über 110 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt / Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

Informatik-AbsolventInnen mit Master-Abschluss an einer Uni können mit einem Einstiegsgehalt von über 41.000 € rechnen. Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 56.300 € zu (Uni). Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss, liegt das Durchschnittsgehalt sogar bei 79.700 €. FH-AbsolventInnen weichen nur leicht ab.

Informatik ist die Wissenschaft der Behandlung und Verarbeitung von Informationen. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass sich die Informatik zentral mit der Programmierung der Maschinen beschäftige. Grundlagen des Studiums sind meistens Analysis, Lineare Algebra und Stochastik, Algorithmen, formale Sprachen und Objektorientierung.


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