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Ingenieurwesen, Mathematik und Nachhaltigkeit: Energietechnik studieren
Energietechnik studieren

torstengrieger - stock.adobe.com
01.03.2024
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Ohne eine sichere Energieversorgung funktioniert in modernen Gesellschaften nichts. Damit ist die Energieversorgung sowohl in der Industrie als auch im zivilen Bereich heute so essenziell wie niemals zuvor. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels, energetischer Abhängigkeiten und dem großen Rad der Geopolitik. Wer Energietechnik studieren möchte, beschäftigt sich als Ingenieur*in mit den großen und kleinen Fragen der nachhaltigen und effizienten Energieversorgung.



1. Oft gestellte Fragen?

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor in Energietechnik beträgt meistens 6 Semester (180 ECTS). Ein Master dauert in der Regel 4 Semester (120 ECTS).

Energietechnik kann in mehr als 50 Städten studiert werden, u.a. in Aachen, Berlin, Dortmund, Hamburg, Hannover, Leipzig, München und Stuttgart. Energietechnik ist ein Studiengang, der sowohl an an Universitäten als auch – sogar noch häufiger – an Fachhochschulen gelehrt wird.

Das Einstiegsgehalt von Master-AbsolventInnen der Energietechnik an Unis beträgt im Schnitt 44.000€. Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 58.200 € zu. Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss, liegt es ca. bei 72.400 €.

Im Studium beschäftigst du dich mit Themen wie Wärme- und Kältetechnik, Wärmekraftwerke, Mechanische Verfahrenstechnik, Regenerativen Energiesysteme, Ingenieurmethoden zur Systemanalyse, Effizienten Energiesysteme, Chemische Reaktionstechnik und Leistungselektronik.

Wenn du Interesse an nachhaltiger Energie, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften hast, bist du hier richtig.


2. Praxisnahe Studieninhalte zwischen Maschinenbau und Umwelttechnik

Wenn du die energetische Welt von morgen gestalten möchtest, tauchst du im Rahmen des Energietechnikstudiums in zahlreiche Bereiche der Ökonomie und der Naturwissenschaften ein. Gerade die ersten Semester stehen bei allen Studierenden, die Energietechnik studieren, im Zeichen klassischer naturwissenschaftlicher Vorlesungen aus den Bereichen der Mathematik, Physik und Elektrotechnik.

Im Rahmen von Veranstaltungen wie Grundlagen der Verfahrenstechnik, Hochspannungstechnik, Gleich- und Wechselstrommaschinen und Regelungstechnik, erhältst du bereits einen breiten Einblick in die Welt der Energietechnik. Hinzu kommen im Grundlagenstudium abhängig von der Universität für die du dich entscheidest weitere Fächer wie Technische Mechanik, Thermodynamik sowie Werk- und Anlagentechnik, im Zuge derer du die Grundlagen für die Arbeit mit fachspezifischen Themen in den höheren Semestern legst.

Typisch für den Studiengang Energietechnik ist, dass viele Universitäten bereits den Bachelor-Studiengang mit einem fachlichen Schwerpunkt versehen. Damit kann ein solcher Studiengang beispielsweise auf den Namen "Energie- und Gebäudetechnik" oder "Energie- und Umwelttechnik" hören.

Praxisorientierung und individuelle Vertiefungsmöglichkeiten

Unabhängig davon, für welchen Studienstandort du dich entscheidest, ist Energietechnik studieren mit einem hohen Praxisanteil verbunden. Das gilt sowohl für die experimentelle Laborarbeit in zahlreichen Fächern als auch für diverse Projektarbeiten, im Rahmen derer Studierende ihre erworbenen Fähigkeiten eigenverantwortlich in die Praxis umsetzen können.

Manche Hochschulen integrieren abseits der Projekte ein ganzes Praxissemester in das Energietechnikstudium. In den höheren Semestern erhältst du schließlich die Möglichkeit, dich nach deinen Interessen und Neigungen sowie im Hinblick auf die Abschlussarbeit und das Master-Studium zu spezialisieren. Typische Schwerpunktfächer im Vertiefungsstudium sind u.a.:

  • Wärme- und Kältetechnik

  • Wärmekraftwerke

  • Mechanische Verfahrenstechnik

  • Regenerative Energiesysteme

  • Ingenieurmethoden zur Systemanalyse

  • Effiziente Energiesysteme

  • Chemische Reaktionstechnik

  • Leistungselektronik

Noch spezifischer wird das Studium in einem darauf aufbauenden Master-Studium der Energietechnik. Hier steht der Aufbau von Fachwissen in den Bereichen Elektroenergieversorgung, elektrische Antriebstechnik, Gas- und wärmetechnische Anlagen, dezentrale Energieanlagen und industrielle Energie- und Kraftstoffwirtschaft an.

Für wen ist das Energietechnik-Studium geeignet, für wen nicht?

Ein solides Interesse daran, die Zukunft der Energieversorgung entscheidend mitzugestalten, ist die Grundvoraussetzung für das Studium der Energietechnik. Das reine Interesse an effizienten und sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltigen Entwicklungen ist aber nur die halbe Miete. Ohne einen Hang zu Naturwissenschaften und einer gewissen Affinität zu Zahlen, logischem Denken, komplexen Zusammenhängen und einer gehörigen Portion technischem Verständnis wirst du es im Studium allerdings schwer haben.

Eine mögliche Alternative zu Energietechnik wäre in einem solchen Fall etwa Energieökonomie oder Energie- und Umweltmanagement. Durch den hohen Praxisbezug und die breiten Angebote an Vorkursen für die einschlägigen mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer können aber auch alle erfolgreich Energietechnik studieren, die trotz mangelhafter Grundlagen genügend Fleiß und Motivation mitbringen.


3. Dauer des Energietechnik-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

Energietechnik wird vor allem als Masterstudiengang angeboten. Der Master of Science oder Master of Engineering kann meist in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Es gibt aber auch schon entsprechende Bachelor, meist mit einer Studiendauer von 7 Semestern und 210 ECTS-Punkten (Credit Points).

Neben den konsekutiven Masterstudiengängen, die direkt im Anschluss an den Bachelor studiert werden können, werden auch einige weiterbildende Master angeboten. Weiterbildende Master setzen neben einem Hochschulabschluss meist noch mind. ein Jahr Berufstätigkeit nach diesem Abschluss voraus.

Energietechnik: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master2 - 4 Semester
Diplom8 - 10 Semester
Master (Teilzeit)5 - 7 Semester

Studienformen des Energietechnik-Studiums

Die klassische Form des Energietechnik-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.

Energietechnik kann – wenn auch selten – berufsbegleitend studiert werden. Das kann sinnvoll sein, wenn du eine Ausbildung schon hinter dir hast und – vielleicht sogar mit Unterstützung des Arbeitgebers – deine Kenntnisse ausbauen willst.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Energietechnik kann auch so studiert werden.


4. Wo kann Energietechnik studiert werden?

Du kannst Energietechnik an sehr vielen Hochschulen in Deutschland studieren. Das Studienangebot ist sehr groß. Insgesamt kann Energietechnik in 56 Städten studiert werden.


5. Was kostet ein Energietechnik-Studium 2024 und wie finanziere ich es?

Was das Leben als Student:in kostet

Während eines Energietechnik-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben – wenn nicht bei den Eltern gewohnt wird – zwischen 783 € und über 1.896 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 950 € im Monat aus.

Der Hauptkostenpunkt ist in der Regel die Miete. Anhaltspunkte zur Höhe im Artikel Mieten für ein WG-Zimmer.

Und wie bezahle ich das alles?

Für alle, die mit knapp 20 ein Studium beginnen, dürfte der gerade angesprochene Studienfinanzierungs-Check gar nicht nötig sein. Für sie sind meist die Eltern die erste Finanzquelle – Details dazu im Artikel Unterhalt von den Eltern.

Haben die Eltern wenig Einkommen, springt das Studenten-BAföG ein. Für einige kann auch ein Stipendium in Frage kommen.

Ab Wintersemester 2024/2025 gibt es für unter 25-jährige, die vor dem Studium Bürgergeld (oder einige andere Sozialleistungen) beziehen, voraussichtlich eine Studienstarthilfe von einmalig 1.000 €.

Ansonsten jobbt die große Mehrheit der Studierende noch neben dem Studium.

Weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung findest du in unserer Übersicht Geld für das Studium. Oder nutze den Studienfinanzierungs-Check – dann weißt du schneller, was überhaupt für dich in Frage kommt.


6. Welche Berufe kann ich mit einem Energietechnik Studium ausüben?

Energie ist der entscheidende Faktor unserer Zivilisation. Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern. Dementsprechend breit gefächert ist das Feld der möglichen Arbeitgeber*innen für Energietechnik Bachelor- oder Masterabsolvent*innen. Das genaue Berufsfeld hängt dabei auch von deinem gewählten Schwerpunkt ab, etwa ob dieser eher in Richtung Elektrotechnik, Maschinenbau oder Ingenieur-Methoden liegt.

Typische Arbeitgeber*innen sind Energieversorgungsunternehmen, Kraftwerks- und Energienetzbetreiber*innen, Betreiber*innen von Wasser-, Solar- und Windkraftanlagen sowie Ingenieurbüros, die im Bereich der regenerativen Energietechnik tätig sind. Darüber hinaus kannst du in Kontroll- und Genehmigungsbehörden im Fachbereich Energieversorgung tätig werden, dich mit einem eigenen Unternehmen z.B. als Beratungsingenieur*in selbstständig machen oder an Universitäten sowie anderen Einrichtungen in die Forschung gehen.

Glänzende Zukunftsaussichten für studierte Energietechniker

Die Energiefrage ist im Angesicht des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung die zentrale Aufgabe des noch jungen Jahrhunderts. Wer Energietechnik studieren möchte kann sich daher sicher sein, einen attraktiven Arbeitsplatz zu ergattern. Die Nachfrage nach Fachkräften ist derzeit deutlich größer als das Angebot.

Das eröffnet dir alle Möglichkeiten, ob du dich nun mit der Optimierung einer nachhaltigen Energieinfrastruktur beschäftigen, die Kraftwerke der Zukunft konzipieren, hierzulande die dezentrale Energieerzeugung planen oder dich in der Forschung noch gänzlich unbekannten Themen rund um die Energiespeicherung und Energieerzeugung widmen möchtest. Das bleibt dank des großen Bedarfs in Wirtschaft, Forschung und Verwaltung ganz dir überlassen.


7. Gehalt von Absolventinnen und Absolventen der Energietechnik

Gehalt in € Uni Master
44.000
Einstieg
58.200
5 Jahre
72.400
10 Jahre
Ø Energietechnik; Befragung: DZHW.

Absolvent*innen der Energietechnik mit Master-Abschluss können mit einem Einstiegsgehalt von ca. 44.000 € rechnen. Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 40.900 € für Absolvent*innen einer Universität gleiches gilt für FH-Bachelor.

Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 58.200 € zu (Uni), Absolvent*innen von Fachhochschulen liegen sogar bei 61.200 €.

Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss liegen Uni-Absolvent*innen vorn mit 72.400 €, FH-Absolvent*innen können mit 71.100 € rechnen.

Wie bei allen Gehaltsangaben gilt: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen. Da die Zahlen bereits einige Jahre alt sind, sollten alle Zahlen wohl noch gestiegen sein.





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