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Ingeneurwesen, Mathematik und Nachhaltigkeit: Energietechnik studieren
Energietechnik studieren

16.06.2022
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Ohne eine sichere Energieversorgung funktioniert in modernen Gesellschaften nichts. Damit ist die Energieversorgung sowohl in der Industrie als auch im zivilen Bereich heute so essenziell wie niemals zuvor. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels, energetischer Abhängigkeiten und dem großen Rad der Geopolitik. Wer Energietechnik studieren möchte, beschäftigt sich als Ingenieur*in mit den großen und kleinen Fragen der nachhaltigen und effizienten Energieversorgung.




Umspannwerk in der Morgensonne
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Wer Energietechnik studiert, muss auch Naturwissenschaften mögen.


1. Oft gestellte Fragen?

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor in Energietechnik beträgt meistens 6 Semester (180 ECTS). Ein Master dauert in der Regel 4 Semester (120 ECTS).

Energietechnik kann in mehr als 50 Städten studiert werden, u.a. in Aachen, Berlin, Dortmund, Hamburg, Hannover, Leipzig, München und Stuttgart. Energietechnik ist ein Studiengang, der sowohl an an Universitäten als auch – sogar noch häufiger – an Fachhochschulen gelehrt wird.

Das Einstiegsgehalt von Master-AbsolventInnen der Energietechnik an Unis beträgt im Schnitt 44.000€. Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 58.200 € zu. Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss, liegt es ca. bei 72.400 €.

Im Studium beschäftigst du dich mit Themen wie Wärme- und Kältetechnik, Wärmekraftwerke, Mechanische Verfahrenstechnik, Regenerativen Energiesysteme, Ingenieurmethoden zur Systemanalyse, Effizienten Energiesysteme, Chemische Reaktionstechnik und Leistungselektronik.

Wenn du Interesse an nachhaltiger Energie, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften hast, bist du hier richtig.


2. Praxisnahe Studieninhalte zwischen Maschinenbau und Umwelttechnik

Wenn du die energetische Welt von morgen gestalten möchtest, tauchst du im Rahmen des Energietechnikstudiums in zahlreiche Bereiche der Ökonomie und der Naturwissenschaften ein. Gerade die ersten Semester stehen bei allen Studierenden, die Energietechnik studieren, im Zeichen klassischer naturwissenschaftlicher Vorlesungen aus den Bereichen der Mathematik, Physik und Elektrotechnik.

Im Rahmen von Veranstaltungen wie Grundlagen der Verfahrenstechnik, Hochspannungstechnik, Gleich- und Wechselstrommaschinen und Regelungstechnik, erhältst du bereits einen breiten Einblick in die Welt der Energietechnik. Hinzu kommen im Grundlagenstudium abhängig von der Universität für die du dich entscheidest weitere Fächer wie Technische Mechanik, Thermodynamik sowie Werk- und Anlagentechnik, im Zuge derer du die Grundlagen für die Arbeit mit fachspezifischen Themen in den höheren Semestern legst.

Typisch für den Studiengang Energietechnik ist, dass viele Universitäten bereits den Bachelor-Studiengang mit einem fachlichen Schwerpunkt versehen. Damit kann ein solcher Studiengang beispielsweise auf den Namen "Energie- und Gebäudetechnik" oder "Energie- und Umwelttechnik" hören.

Praxisorientierung und individuelle Vertiefungsmöglichkeiten

Unabhängig davon, für welchen Studienstandort du dich entscheidest, ist Energietechnik studieren mit einem hohen Praxisanteil verbunden. Das gilt sowohl für die experimentelle Laborarbeit in zahlreichen Fächern als auch für diverse Projektarbeiten, im Rahmen derer Studierende ihre erworbenen Fähigkeiten eigenverantwortlich in die Praxis umsetzen können.

Manche Hochschulen integrieren abseits der Projekte ein ganzes Praxissemester in das Energietechnikstudium. In den höheren Semestern erhältst du schließlich die Möglichkeit, dich nach deinen Interessen und Neigungen sowie im Hinblick auf die Abschlussarbeit und das Master-Studium zu spezialisieren. Typische Schwerpunktfächer im Vertiefungsstudium sind u.a.:

  • Wärme- und Kältetechnik

  • Wärmekraftwerke

  • Mechanische Verfahrenstechnik

  • Regenerative Energiesysteme

  • Ingenieurmethoden zur Systemanalyse

  • Effiziente Energiesysteme

  • Chemische Reaktionstechnik

  • Leistungselektronik

Noch spezifischer wird das Studium in einem darauf aufbauenden Master-Studium der Energietechnik. Hier steht der Aufbau von Fachwissen in den Bereichen Elektroenergieversorgung, elektrische Antriebstechnik, Gas- und wärmetechnische Anlagen, dezentrale Energieanlagen und industrielle Energie- und Kraftstoffwirtschaft an.

Für wen ist das Energietechnik-Studium geeignet, für wen nicht?

Ein solides Interesse daran, die Zukunft der Energieversorgung entscheidend mitzugestalten, ist die Grundvoraussetzung für das Studium der Energietechnik. Das reine Interesse an effizienten und sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltigen Entwicklungen ist aber nur die halbe Miete. Ohne einen Hang zu Naturwissenschaften und einer gewissen Affinität zu Zahlen, logischem Denken, komplexen Zusammenhängen und einer gehörigen Portion technischem Verständnis wirst du es im Studium allerdings schwer haben.

Eine mögliche Alternative zu Energietechnik wäre in einem solchen Fall etwa Energieökonomie oder Energie- und Umweltmanagement. Durch den hohen Praxisbezug und die breiten Angebote an Vorkursen für die einschlägigen mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer können aber auch alle erfolgreich Energietechnik studieren, die trotz mangelhafter Grundlagen genügend Fleiß und Motivation mitbringen.

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3. Dauer des Energietechnik-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

Energietechnik wird vor allem als Masterstudiengang angeboten. Der Master of Science oder Master of Engineering kann meist in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Es gibt aber auch schon entsprechende Bachelor, meist mit einer Studiendauer von 7 Semestern und 210 ECTS-Punkten (Credit Points).

Neben den konsekutiven Masterstudiengängen, die direkt im Anschluss an den Bachelor studiert werden können, werden auch einige weiterbildende Master angeboten. Weiterbildende Master setzen neben einem Hochschulabschluss meist noch mind. ein Jahr Berufstätigkeit nach diesem Abschluss voraus.

Energietechnik: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master2 - 4 Semester
Diplom8 - 10 Semester
Master (Teilzeit)6 - 7 Semester

Studienformen des Energietechnik-Studiums

Die klassische Form des Energietechnik-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, je nach Studienfach auch Projekte, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.

Energietechnik kann – wenn auch selten – berufsbegleitend studiert werden. Das kann sinnvoll sein, wenn du eine Ausbildung schon hinter dir hast und – vielleicht sogar mit Unterstützung des Arbeitgebers – deine Kenntnisse ausbauen willst.

Schließlich kann Energietechnik im Fernstudium absolviert werden. Das macht ein – bis auf die Prüfungszeiträume – orts- und zeitunabhängiges Studium möglich, erfordert daher aber auch ausreichend Selbstdisziplin. Für praktische Übungen gibt es dann manchmal doch Präsenztermine.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Energietechnik kann auch so studiert werden.


4. Was kostet ein Energietechnik-Studium 2022?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Energietechnik-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 672 € und über 1.600 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 900 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Hauptkostenpunkt: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 294 Euro und 641 Euro (Werte von 2018 plus 15 Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Energietechnik-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig.


5. Wie kann ich mein Energietechnik-Studium bezahlen?

Unterstützung durch die Eltern

Eine Aufgabe deiner Eltern – und das ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB § 1610) explizit geregelt – ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Student:innen soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für das Studium zu leisten. Wenn du noch unter 30 Jahre alt bist und keine berufsqualifizierende Ausbildung angefangen hast, ist BAföG für das Studium in der Regel zugänglich – sonst prüfe deinen BAföG-Anspruch. Mit unserem BAföG-Rechner kannst du die Höhe deines BAföGs berechnen. Und zwar als Vorschau auch schon das BAföG ab Wintersemester 2022/2023!

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Wenn du schon länger berufstätig warst, könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben.

Stipendien für das Energietechnik-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil: Durch Stipendien erhaltene Förderung ist geschenkt. Daneben gibt es oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt mindestens ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als WerkstudentIn. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Anrechnung auf das BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


6. Welche Berufe kann ich mit einem Energietechnik Studium ausüben?

Energie ist der entscheidende Faktor unserer Zivilisation. Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern. Dementsprechend breit gefächert ist das Feld der möglichen Arbeitgeber*innen für Energietechnik Bachelor- oder Masterabsolvent*innen. Das genaue Berufsfeld hängt dabei auch von deinem gewählten Schwerpunkt ab, etwa ob dieser eher in Richtung Elektrotechnik, Maschinenbau oder Ingenieur-Methoden liegt.

Typische Arbeitgeber*innen sind Energieversorgungsunternehmen, Kraftwerks- und Energienetzbetreiber*innen, Betreiber*innen von Wasser-, Solar- und Windkraftanlagen sowie Ingenieurbüros, die im Bereich der regenerativen Energietechnik tätig sind. Darüber hinaus kannst du in Kontroll- und Genehmigungsbehörden im Fachbereich Energieversorgung tätig werden, dich mit einem eigenen Unternehmen z.B. als Beratungsingenieur*in selbstständig machen oder an Universitäten sowie anderen Einrichtungen in die Forschung gehen.

Glänzende Zukunftsaussichten für studierte Energietechniker

Die Energiefrage ist im Angesicht des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung die zentrale Aufgabe des noch jungen Jahrhunderts. Wer Energietechnik studieren möchte kann sich daher sicher sein, einen attraktiven Arbeitsplatz zu ergattern. Die Nachfrage nach Fachkräften ist derzeit deutlich größer als das Angebot.

Das eröffnet dir alle Möglichkeiten, ob du dich nun mit der Optimierung einer nachhaltigen Energieinfrastruktur beschäftigen, die Kraftwerke der Zukunft konzipieren, hierzulande die dezentrale Energieerzeugung planen oder dich in der Forschung noch gänzlich unbekannten Themen rund um die Energiespeicherung und Energieerzeugung widmen möchtest. Das bleibt dank des großen Bedarfs in Wirtschaft, Forschung und Verwaltung ganz dir überlassen.


7. Gehalt von Absolventinnen und Absolventen der Energietechnik

Gehalt in € Uni Master
44.000
Einstieg
58.200
5 Jahre
72.400
10 Jahre
Ø Energietechnik; Befragung: DZHW.

Absolvent*innen der Energietechnik mit Master-Abschluss können mit einem Einstiegsgehalt von ca. 44.000 € rechnen. Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 40.900 € für Absolvent*innen einer Universität gleiches gilt für FH-Bachelor.

Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 58.200 € zu (Uni), Absolvent*innen von Fachhochschulen liegen sogar bei 61.200 €.

Weitere fünf Jahre später, also 10 Jahre nach Abschluss liegen Uni-Absolvent*innen vorn mit 72.400 €, FH-Absolvent*innen können mit 71.100 € rechnen.

Wie bei allen Gehaltsangaben gilt: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen. Da die Zahlen bereits einige Jahre alt sind, sollten alle Zahlen wohl noch gestiegen sein.





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