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Internationales Informationsmanagement - Informationswissenschaft

Internationales Management von Informationsprozessen

Erfahrungsbericht von kimcheee, 26.11.2018
Alter (bei Studienbeginn): 21 bis 25 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 4 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2014), Studium 2016 abgeschlossen

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Das Masterstudium ist eine Fortführung des entsprechenden Bachelors und baut somit auch inhaltlich darauf auf. Nur ist der Master wesentlich internationaler ausgerichtet, sodass die Inhalte wie Mensch-Maschine Interaktion oder Information Retrieval bspw. in einem internationalen bzw. mehrsprachigen Kontext gelehrt werden. Ich hatte erwartet, dass man im Master selbstständiger ist und das war vor allem durch die Projektkurse auch der Fall. Hier konnten wir die Themen und die Umsetzung eigentlich selbst festlegen und mussten uns selbst organisieren. Die Dozenten hatten eher eine beratende Funktion, was in Zukunft bestimmt hilfreich ist. Unter anderem gab auch auch Projekte im Bereich Onlinemarketing in Kooperation mit Unternehmen, was einen genaueren Einblick in das Feld ermöglichte. Für mich persönlich war das Studium dann noch viel internationaler, da ich die Studienvariante GLOMIS (Global Studies on Management and Information Science) studiert habe und im Zuge dessen ein Jahr in Südkorea verbracht habe. Dort habe ich studiert und konnte in einem Forschungsinstitut ein Praktikum absolvieren. Ich habe dann einen Abschluss von beiden Universitäten erhalten, da es sich um ein voll akkreditiertes Joint-Degree handelt. Südkorea ist auch kulturell und fachlich sehr interessant, da es sich um eine hochtechnologisierte Gesellschaft in Asien handelt, deren Gewohnheiten und Sitten durchaus anders sind als man es in Deutschland gewohnt ist. Ich fand die Fortführung der grundlegenden Inhalte aus dem Bachelor (Informationswissenschaft/interkulturelle Kommunikation & (bei mir) Nebenfach BWL) sehr spannend und fühle mich sehr gut auf die Zukunft vorbereitet. Meine Zeit im Ausland (1 Semester im BA und 2 Semester im MA) würde ich gegen nichts eintauschen und ich würde den Studiengang immer wieder wählen. Vor allem auch, weil wir so breit aufgestellt sind. Ich habe nun Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen und kann in sehr vielen Kontexten und praktisch in allen Unternehmen mit etwas IT arbeiten. Dies ist durch den Schwerpunkt im Hauptfach (Informationswissenschaft mit Anteilen Interkultureller Kommunikation) und der breiten Auswahl an Nebenfächern gesichert.

Betreuung und Lehre

Informationswissenschaft ist ein sehr aktuelles und relativ schnelllebiges Feld und in vielen Bereichen interessant. Hier ist es zwingend notwendig, dass die Lehrenden ihre Veranstaltungen auf einen aktuellen Stand bringen, da sich das sehr schnell wieder ändern kann. Daher kann man vor allem in Seminaren davon ausgehen, dass die Inhalte aktuell sind. Schön war auch, dass es öfter Veranstaltungen oder Vorträge von Externen gab, die aus der wirtschafltichen Praxis berichten konnten. Hierbei handelt es sich meist um ehemalige IIM-Studierende, da das Netzwerk ziemlich gut ist (ich kenne sehr viele Leute wenigstens beim Namen auch wenn wir nie Veranstaltungen zusammen hatten; wir sind eben eine kleine Uni). Wir sind hier in Hildesheim eine relativ kleine Uni und haben in dieser relativ kleinen Uni einen überschaubaren Studiengang. Da sind die Dozierenden eigentlich immer ansprechbar und ich habe mich immer gut betreut gefühlt (das wird durch das Joint Degree zwar noch intensiviert, aber schon im Bachelor hatten wir eine gute Betreuungssituation). Der Charakter des Masterstudiengangs ist durchaus kooperativ, sodass man hier jederzeit mit den Dozierenden reden kann und meistens gehen sie auch darauf ein. Für mich persönlich ist es sehr schön ist, dass man nicht ein Gesicht unter vielen ist, das man schnell wieder vergisst. Die Dozierenden kennen viele der Studierenden wenigstens beim Namen und es gab auch Fälle, wo ich einen Professor nie im Einzelgespräch getroffen habe, bei ihm nur eine Vorlesung und ein Seminar hatte, ihn dann ca. 1,5 Jahre zum ersten Mal wiedergetroffen hatte und er mich noch mit meinem Namen ansprechen konnte und gefragt hat wie es mir so geht. Auch bei Absolventen, die vor mehreren Jahren ihren Abschluss gemacht haben, wissen die Professoren oft was diese Personen gerade machen. Das Netzwerk ist schon ziemlich gut. Ein weiterer sehr positiver Punkt, den ich hier erwähnen möchte ist, dass der Studiengang sehr international ist und die Institute auch viele Kooperationen mit Universitäten in aller Welt unterhalten. Deswegen konnte ich bspw. so lange ins Ausland gehen (ich kenne auch Studierende, die außerhalb von strukturierten Programmen ins Ausland gegangen sind und bspw. mit den Kooperationspartnern in Indien ihre Masterarbeit geschrieben haben). Dozierende von den Partnerunis kommen auch oft nach Hildesheim und geben Kurse, was sehr spannend ist. Zum einen sind die Inhalte auch mal anders und zum anderen ist die Interaktion mit internationalen Dozierenden sehr interessant und auch anders als mit den deutschen Professoren. Wenn man zusätzlich zum obligatorischen Auslandssemester im Bachelor ins Ausland gehen möchte, bekommt man sehr viel Unterstützung durch die Professoren, die da selbst schon viele Erfahrungen sammeln konnten. Das ist i.d.R. auch möglich, wenn man im Master noch ein weiteres Semester im Ausland studieren möchte und sich nicht auf eine Studienvariante wie GLOMIS beworben hat.

Ausstattung

Das ist tatsächlich eine kleine Schwachstelle, wobei daran gearbeitet wird. Hildesheim ist ja eine kleine Uni und die hat auch nicht so viel Geld. Im Master ist es aber in Ordnung, da es meist nur max. 20 Studierende pro Jahrgang gibt. So sind an sich fast alle Räume ausreichend groß und eine grundlegenede Ausstattung gab es auch meistens (kleiner Probleme sind ja nicht zu vermeiden). Standardlehrbücher gibt es in der Informationswissenschaft nicht so viele und die werden meist im Bachelor angewendet. Im Master liegt der Fokus eher auf Papern, die durch entsprechende Campuslizenzen auch zur Verfügung stehen (wenn nicht, bekommt man es oft auch legal auf anderen Wegen; die effiziente Informationssuche ist ja ein wesentlicher Bestandteil des Studiengangs). Auch die Dozenten stellen i.d.R. Literatur zur Verfügung, wenn man die nicht finden kann bzw. verwenden Literatur, die wir kostenlos bekommen können. Die Bibliothek bietet außerdem ein Programm an mit welchem man Bücher bestellen lassen kann. Das ist in meinem Master aber, wie gesagt, eher weniger relevant. Zwar kann man sich über vieles ärgern, aber eigentlich war es immer ohne größere Probleme möglich die notwendigen Ressourcen zu bekommen bzw. zu verwenden.

Organisation

Wie vielleicht schon deutlich wurde, habe ich meinen Abschluss schon gemacht. Und das in Regelstudienzeit (6 Semester Bachelor und 4 Semester Master). Das ist absolut möglich, wenn man nur etwas vorausschauend plant. Dann ist die Arbeitsbelastung zwar relativ hoch aber immer noch vertretbar. Es war ja ein Vollzeitstudium und ich habe, wenn überhaupt, in der vorlesungsfreien Zeit gearbeitet. Ich finde allerdings auch, dass 1-2 Semester mehr kein Problem sind. Es hängt natürlich davon ab, wie man es nutzt. Wenn man noch weitere Auslandsreisen oder Praktika einschiebt und relevante Erfahrungen sammelt oder auch wenn man nur einzelne Veranstaltungen konzentrierter und intensiver bearbeiten möchte und dafür insgesamt weniger in einem Semester macht, ist es doch kein Problem länger zu studieren. Ich finde immer noch, dass man im Studium besuchen sollte, was einen interessiert und nicht nur stur den Vorgaben gehorchen sollte. Es immer negativ zu bewerten, wenn jemand etwas länger braucht als irgendwo vorgeschrieben, ist eine schreckliche Entwicklung, die ich nicht unterstützen möchte. In meinem Studiengang hatten wir immer noch ein gewisses Maß an Freiheit die Veranstaltungen zu planen. Natürlich war der Studiengang schon einmal flexibler gestaltet, aber das wurde ja durch den Bologna-Prozess erschwert, der den eigentlichen Sinn eines Studiums (Erfahrungen sammeln, Interessen verfolgen, sich ausprobieren usw.) verzerrt hat. Ich war immer der Meinung, dass ich trotz der rigiden Vorgaben des BA/MA-Systems immer noch eigene Schwerpunkte setzen konnte und gleichzeitig Einblicke in andere Bereiche bekommen habe. Zum Beispiel spielen im Schwerpunkt Informationswissenschaft auch immer noch Inhalte aus dem Bereich Interkulturelle Kommunikation/Angewandte Sprachwissenschaft eine Rolle. Während ich mit praxisbezogener interkultureller Kommunikation relativ viel anfangen kann, da es spannend ist, liegt mir der Bereich der Sprachwissenschaft nicht so wirklich. Ergo: ich bin ein Jahr ins Ausland gegangen und habe interkulturelle Kommunikation gelebt! Schon im Bachelor und auch im Master war es mit etwas Planung relativ gut möglich Schwerpunkte zu setzen. Hier kenne ich einige Studierenden, die sich eher auf den Bereich Maschinelle Sprachverarbeitung konzentriert haben, während andere eher am Onlinemarketing oder am Information Retrieval interessiert waren. Für all diese Bereiche und noch mehr gibt es Angebote, während man andere Bereiche, die einen nicht interessieren eher ausklammern kann, aber immer noch Einblicke bekommt. Zusätzlich kann man im Bachelor und auch im Master aus mehreren Nebenfächern (BWL, Psychologie, Sozialwissenschaft, Informatik, Literatur, Musik u.a.) wählen und so eigene Profile erstellen. Wer sich eher für wirtschaftliche Prozesse interessiert studiert nebenbei BWL, während andere sich eher für Psychologie interessieren. Es ist auch die Kombination aus mehreren Nebenfächern möglich. Und die spielen auch oft eine Rolle im Hauptfach (bspw. ist die Psychologie u.a. wichtig für den Bereich Mensch-Maschine Interaktion). Über die Angebote der Uni wird man relativ gut informiert, aber auch nicht zugespammt. Es geht eben darum selbst die relevanten Informationen zu finden. Ich bin u.a. auch zu Ringvorlesungen aus dem Bereich Politik gegangen, da es auch sehr interessant ist. Hinweis: hierbei handelt es sich um meine subjektive Meinung als Absolvent. Natürlich gibt es Schwächen aber ich hatte nie Probleme, daher die sehr gute Bewertung. In Einzelfällen kann es natürlich immer mal Probleme geben aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man zum einen selbst vorausschauend planen sollte und zum anderen sehr gut mit den verantwortlichen Dozenten reden kann und man da fast immer eine Lösung findet.

Berufsorientierung

Wie ich schon erwähnt habe gibt es immer wieder Bezüge zur Praxis, da Absolventen und ihre Unternehmen u.a. in Veranstaltungen eingebunden werden. Dadurch und auch durch Projektkurse haben wir einen relativ starken Praxisbezug für ein universitäres Studium. Natürlich ist es mitunter auch sehr theoretisch, aber es handelt sich eben um ein universitäres Studium. Wenn man noch mehr Praxis möchte, muss man an einer FH studieren oder eine Ausbildung machen. Es gibt mehrere Absolventen, die sich selbstständig gemacht haben und deren Unternehmen nun potenzielle Arbeitgeber für die jüngeren Absolventen sind. Hier spielt auch wieder der gute Bezug der Dozierenden zu den Absolventen eine Rolle, was es erst ermöglicht, dass die Firmen in die Lehre eingebunden werden. Während es logischerweise auch uniweite Angebote gibt, ist die Unterstützung durch die Dozierenden im Fach meiner Meinung nach sehr viel sinnvoller und erfolgreicher. Und man bekommt auch Unterstützung bzw. Informationen, bspw. durch eine Informationsveranstaltungen in der Absolventen von ihrer beruflichen Laufbahn berichten. Die Dozierenden kommunizieren auch oft interessante Praktikumsangebote über E-Mail-Verteiler oder den Blog. Da gab es bspw. auch schon Angebote von Firmen wie BMW. Dort arbeiten Absolventen des Studiengangs und diese suchen nun Studierende des Studiengangs für Praktika. Das wird dann über Mitarbeiter des Instituts, die Verbindungen zu Absolventen haben, kommuniziert. Somit ist die Unterstützung hier sehr gut. Persönlich kenne ich niemanden der/die länger ohne Job geblieben ist, da man fast überall arbeiten kann und die Kompetenzen, die man im Studium sammelt durchaus attraktiv für Unternehmen sind. Ich selbst habe bspw. noch im Studium ein Profil auf einer einschlägigen Plattform erstellt, womit Firmen meine wesentlichen Informationen einsehen konnten. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die Unternehmen oft nachfragen müssen, was man da eigentlich studiert aber, dass die dann sehr interessiert sind. Ich habe mehrere Angebote bekommen u.a. auch direkte Einladungen zu Assessment Centers von weltweit agierenden, sehr großen, amerikanischen IT-Unternehmen. Es gibt so viele unterschiedliche Berufsprofile der Absolventen; ein Pauschalisierung ist da gar nicht möglich. Das hängt u.a. auch von den gewählten Schwerpunkten im Hauptfach, aber auch von den gewählten Nebenfächern ab. Wie ich schon erwähnt habe ist das Studium sehr international. Es wird vorausgesetzt, dass alle Studierende sich wenigstens auf Englisch verständigen können, die meisten sprechen 2-3 Fremdsprachen. Einige Veranstaltungen finden auf Englisch statt. Durch das Auslandssemester im Bachelor und die vielen internationalen Kooperationen (an denen u.a. auch Studenten mitarbeiten können) sammeln die Studierenden sehr viel interkulturelle Erfahrung. Ich habe ein Drittel meines Studiums im Ausland verbracht und würde das auch immer wieder tun. Vor allem auch durch die Komponente der interkulturellen Kommunikation im Bachelor und im Master und auch durch die internationales Ausrichtung der Informationswissenschaft im Master, sammelt man viel Wissen, welches man dann in komplexen interkulturellen Situationen anwenden kann. Das spielt dann auch in global agierenden Unternehmen eine wesentliche Rolle. Man kann es auch so sehen: das Fach Informationswissenschaft kann man an einigen (vergleichsweise wenigen) Standorten studieren. Die starke internationale Orientierung hat man aber nur in Hildesheim und im Hinblick auf die Globalisierung ist das ein starkes Alleinstellungsmerkmal.


Hochschule und Hochschulleben: Stiftung Universität Hildesheim

Kleine aber feine Uni in Niedersachsen

Campusatmosphäre

Kleine Uni mit sehr familiärer Atmosphäre. Ich finde es sehr gut, dass die Dozierenden einen auch wiedererkennen und man nicht in den Massen an anderen Studierenden als anonymer Datenpunkt untergeht. Es gibt es viele Möglichkeiten sich zu engagieren bzw. bei Feiern mitzuwirken oder auch nur teilzunehmen.

Mensa

Mensaessen eben. Es könnte mehr Auswahl geben, aber wir sind ja relativ klein. Hungrig geblieben bin ich allerdings nie.

Hochschulsport

Gibt es, habe ich aber nie aktiv mitgemacht. Es scheint aber sehr beliebt zu sein.


Stadt und Umland: Hildesheim

Oase in Niedersachsen

Atmosphäre

Hildesheim ist relativ klein. Aber gut angebunden. Und man kommt überall mit dem Rad hin (innerhalb von 30 Minuten). Es ist zum Glück auch lange nicht so teuer wie andere Universitätsstädte und es gibt ein paar echt schöne Ecken.

Lebenshaltungskosten

Vergleichsweise super! Wenn ich mir angucke, was ich an anderen Standorten bezahlen müsste, um ein anonymes Gesicht an einer Massenuni zu sein... da ziehe ich Hildesheim auf jeden Fall vor. Vor allem kann man mit dem Semesterticket durch ganz Niedersachen und nach Hamburg und Bremen fahren. Umsonst. Das reicht völlig aus.

(Neben-)Jobmöglichkeiten

Ich hatte schon Jobs an der Uni aber auch in Unternehmen. Wenn man wirklich sucht, dann bekommt man auch was. Viele arbeiten bspw. bei Bosch.





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