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28.07.2020
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Egal ob Kühlschrank, Herzschrittmacher oder Windkraftturbine – bei allen Geräten und Anlagen hatten Elektro- und Informationstechniker*innen ihre Hände im Spiel. Das Studium ist vielfältig und öffnet viele berufliche Wege – ist jedoch auch anspruchsvoll.

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Elektronische Leiterplatte
Raimundas - stock.adobe.com

So gut wie kein elektronisches Gerät kommt heutzutage ohne Mikrochip aus. Kein Wunder, dass Elektro- und Informationstechniker*innen stark gefragt sind.

1. Oft gestellte Fragen

Wer schon in der Schule mit Mathe und Physik auf Kriegsfuß stand, sollte sich wohl besser ein anderes Studium suchen. Nicht wenige brechen im ersten Semester deswegen ihr Studium ab. Nutze Schnupper- und Orientierungsangebote der Hochschulen und mache dir selbst vor Studienbeginn ein Bild.

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor in Elektro- und Informationstechnik beträgt an Fachhochschule meistens 7 Semester (210 ECTS) an Universitäten ein Semester kürzer. Dafür dauert ein Master an FH's oft nur 3 Semester (90 ECTS), während ein Master an Unis meist 4 Semester (120 ECTS) braucht.

Fast überall, da der Studiengang in über hundert Städten angeboten wird, unter anderem in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt / Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

Ja – wenn du einen lehramtsorientierten Studiengang wählst – oder mit Berufserfahrung später als Quereinsteiger.


2. Inhalte des Studiums der Elektro- und Informationstechnik

Elektro- und Informationstechnik ist eines der klassischen großen Studienfächer in den Ingenieurwissenschaften. Im Zentrum steht die Planung und Entwicklung von technischen Anlagen, Maschinen und Apparaten. Aktuelle Themen sind E-Mobilität, Autonomes Fahren, Medizintechnik, Automatisierungtechnik, Kommunikationstechnik (z. B. 5G), regenerative Energieversorgung, Robotik und Künstliche Intelligenz.

Früher wurde das Fach nur als Elektrotechnik bezeichnet – mit dem Zuwachs der Bedeutung von Software und Mikroelektronik in technischen Geräten, wurden vielen Studiengängen informationstechnische Inhalte integriert. Viele Hochschulen haben ihre Studiengänge darauf umbenannt und manche blieben beim Namen Elektrotechnik.

Studienaufbau

In den ersten vier Semestern wirst du in den wichtigen Grundlagen fit gemacht:

  • Grundlagen der Elektrotechnik

  • Mathematik

  • Physik

  • Informatik / Software-Systeme

  • Digitaltechnik

  • Technische Mechanik und Werkstofftechnik

In den späteren Semestern werden Inhalte vertieft:

  • Rechnerarchitektur

  • Elektrische Messtechnik

  • Signale und Systeme

  • Regelungstechnik

  • Energiewandler und Netze

Im zweiten Studienabschnitt hast du in der Regel die Möglichkeit Schwerpunkte zu wählen aus den Bereichen:

  • Energie- und Automatisierungstechnik

  • Elektronik

  • Kommunikationstechnik

  • Eingebettete Systeme / Computer Engineering

  • Antriebstechnik und Robotik

  • Mikrosystemtechnik

  • Fahrzeugmechatronik

  • Produktionstechnik

  • Internet of Things

Am Ende des Studiums steht neben der Bachelor-Arbeit vorher gewöhnlich ein Praxissemester in der Industrie an.

Verwandte und spezialisierte Studiengänge

Gender & Studienwahl

Im Wintersemester 2019/20 sind gerade mal knapp über 25% aller Studienanfänger*innen im Bereich der Ingenieurwissenschaften weiblich. Nach einer Analyse der Elektro- und Informationstechnik-Studiengänge in Hessen lag der Anteil bei 12 % im Jahr 2017. In E-Technik-Studiengängen mit Schwerpunkten, wie Medientechnik (30,9%) oder Kommunikationstechnik (20,5%) ist der Frauenanteil wesentlich höher.

Die Elektrotechnik-Studiengänge sind somit recht männerdominiert – was Frauen jedoch nicht abschrecken sollte, diese Richtung einzuschlagen. Um einen Eindruck zu gewinnen, könnten Orientierungsangebote helfen – manche sind sogar nur für Frauen konzipiert. Manche wenige Hochschulen bieten auch MINT-Frauenstudiengänge an – eine sogar für Elektrotechnik. Aber selbstverständlich können Frauen an jeder Hochschule ein technisches Studium beginnen.


2. Dauer des Elektro- und Informationstechnik-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das Elektro- und Informationstechnik Studium 7 Semester und wird als Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 210 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht. Recht häufig werden auch 6-semestrige Studiengänge angeboten, diese mit 180 Credits.

Elektro- und Informationstechnik wird oft im Rahmen eines Mehrfach-Bachelors studiert. Es gibt auch Studienangebote, bei denen es eine Hälfte eines 2-Fach-Bachelors ist.

Anschließend kann noch das Master-Studium in Elektro- und Informationstechnik oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master of Science oder Master of Engineering kann in 3 Semestern abgeschlossen werden, wobei 90 Credits erbracht werden müssen. 4-semestrige Master-Studiengänge mit 120 Credits gibt es auch öfter.

In Deutschland sollten Bachelor und Master zusammen 300 ECTS auf 10 Semester Regelstudienzeit verteilt umfassen. Nach einem sechs-semestrigen Bachelor mit 180 ECTS kann also nicht direkt ein drei- oder gar zwei-semestriger Master mit jeweils weniger als 120 ECTS angeschlossen werden. Je nach Hochschule können die fehlenden Credits aber oft in einem Brückensemester nachgeholt werden.

Außerdem kann Elektro- und Informationstechnik auf Lehramt studiert werden. Weitere Infos in unserem Artikel Lehramt studieren.

Neben den konsekutiven Masterstudiengängen, die direkt im Anschluss an den Bachelor studiert werden können, werden auch einige weiterbildende Master angeboten. Weiterbildende Master setzen neben einem Hochschulabschluss meist noch mind. ein Jahr Berufstätigkeit nach diesem Abschluss voraus.

Elektro- und Informationstechnik: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master2 - 4 Semester
Lehramt Semester
Diplom8 - 10 Semester
Bachelor (Teilzeit)8 - 14 Semester
Master (Teilzeit)4 - 6 Semester

Studienformen des Elektro- und Informationstechnik-Studiums

Die klassische Form des Elektro- und Informationstechnik-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, je nach Studienfach auch Projekte, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.

Elektro- und Informationstechnik kann – wenn auch selten – berufsbegleitend studiert werden. Das kann sinnvoll sein, wenn du eine Ausbildung schon hinter dir hast und – vielleicht sogar mit Unterstützung des Arbeitgebers – deine Kenntnisse ausbauen willst.

Schließlich kann Elektro- und Informationstechnik im Fernstudium absolviert werden. Das macht ein – bis auf die Prüfungszeiträume – orts- und zeitunabhängiges Studium möglich, erfordert daher aber auch ausreichend Selbstdisziplin. Für praktische Übungen gibt es dann manchmal doch Präsenztermine.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Elektro- und Informationstechnik kann auch so studiert werden.


3. Was kostet Studieren?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Elektro- und Informationstechnik-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 630 € und über 1.500 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 850 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Hauptkostenpunkt: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 269 Euro und 585 Euro (Werte von 2018 plus fünf Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Elektro- und Informationstechnik-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig. Gleiches gilt für die bisher an staatlichen Hochschulen seltenen berufsbegleitenden Bachelor.

An privaten Hochschulen werden Studiengebühren erhoben. Die Höhe variiert je nach Studienangebot und Hochschule.


4. Wie kann ich mein Elektro- und Informationstechnik-Studium bezahlen?

Elterliche Unterstützung

Eine Aufgabe deiner Eltern – und das ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB § 1610) explizit geregelt – ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Studierende soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für ein Studium zu leisten. Wenn du noch unter 30 Jahre alt bist und keine berufsqualifizierende Ausbildung angefangen hast, ist BAföG für das Studium in der Regel zugänglich – sonst prüfe deinen BAföG-Anspruch. Mit unserem BAföG-Rechner kannst du die Höhe deines BAföGs berechnen. Und zwar als Vorschau auch schon das BAföG ab Wintersemester 2022/2023!

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Wenn du schon länger berufstätig warst, könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben.

Stipendien für das Elektro- und Informationstechnik-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil: Durch Stipendien erhaltene Förderung ist geschenkt. Daneben gibt es oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt in der Regel ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als WerkstudentIn. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Verrechnung mit BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


5. Berufsaussichten mit Elektro- und Informationstechnik

Laut dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik werden in den nächsten Jahren pro Jahr 3.000 bis 4.000 Absolvent*innen fehlen. Wenn sich dies bewahrheitet, müssen sich Hochschulabgänger*innen keine großen Sorgen bezüglich des Arbeitsmarktes machen.

Mit einem Abschluss kommen sie in folgenden Bereichen unter:

  • Forschung und Entwicklung

  • Vertrieb

  • Technische Kundenbetreuung

  • Qualitätssicherung

  • Softwareproduktion

  • Aus- und Weiterbildung / Berufsschule


6. Gehalt von Elektro- und Informationstechnik-Absolventen und -Absolventinnen

Gehalt in € Uni Master/Diplom
41.800
Einstieg
58.250
5 Jahre
72.416
10 Jahre
Ø Ingenieurwissenschaften; Befragung: DZHW.

Als Annäherung geben wir Gehaltswerte für Berufstätige mit einem Abschluss in den Ingenieurwissenschaften an. FH-AbsolventInnen mit Master oder Diplom-Abschluss können mit einem Einstiegsgehalt von über 44.000 € rechnen (Universität-Master etwas weniger: 41.800 €). Der Unterschied lässt sich vermutlich damit erklären, dass Studiengänge an Fachhochschulen praktischer ausgelegt sind und AbsolventInnen bei Berufsbeginn bereits über praktische Erfahrung verfügen.

Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 40.900 € für Absolventen einer Fachhochschule. Uni-AbsolventInnen verdienen durchschnittlich weniger: 38.100 €.

5 Jahre nach Abschluss verdienen ElektrotechnikerInnen mit einem Uni-Master 58.250 € – 10 Jahre später im Durchschnitt 72.416 €

Wie bei allen Gehaltsangaben gilt: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen. Da die Zahlen bereits einige Jahre alt sind, sollten die aktuellen Gehälter sogar höher liegen, gerade da im Bereich der Elektro- und Informationstechnik Beschäftigte stark gesucht werden.

Quelle: Absolventenbefragungen des DZHW. Alle Gehälter für Vollzeitbeschäftigte inkl. Zuschläge, auf Hunderter gerundet. Einstiegsgehalt Stand 2013. Gehalt nach 5 Jahren Stand 2014. Gehalt nach 10 Jahren Stand 2015. Zuschläge für 5/10-Jahre selbst geschätzt.


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