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Physik - reine Physik, wahlweise etwas Astro und Elektronik

Erfahrungsbericht von physik17student56, 02.01.2019
Alter (bei Studienbeginn): unter 18 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 3 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: 2017, studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Die Experimente in Experimentalphysik sind spannend. Ich hätte aber nie erwartet, dass man in den Vorlesungen von neuen Sachen, von denen man noch nie etwas gehört hat, zugeschüttet wird und diese Erkenntnisse nicht im Tutorium gefestigt werden. Vor allem aber werden da einfach Sachen behauptet, wie z.B., dass die Gravitationskraft F=G*(m1*m2)/(r^2)*e[klein r] sei. Wobei "er" nie in der Schule erwähnt wurde. Aber da wird dann auch nicht angemerkt, dass das ein Einheitsvektor ist. Man ist einfach total überfordert, weil da irgendein (sorry, ist aber so, bullsh*t) angeschrieben wird, den man nicht versteht, die neben einem Sitzenden auch nicht, und kann niemanden wie z.B. einen Lehrer fragen. Dazu kommt diese hochnäsige, sich als etwas besseres vorkommende, kryptische Sprechweise, voller unerklärter Fremdwörter, statt dass ein Zusammenhang mal etwas "unphysikalisch", dafür aber verständlich ausgedrückt wird. Analogien wären auch ganz nett. KLEINES ZWISCHENFAZIT: Trotz vielen Einsen im Abi im Leistungskurs Physik und echtem Interesse hat die TU meinen Wunsch, Physiker zu werden, zerstört. Ich werde es wohl als ein Hobby nebenbei ausleben - das Interesse an Quarks, Higgs-Teilchen, Gravitationswellen, EM-Wellen, Astrophysik und allem anderen tollen der Physik.

Betreuung und Lehre

Wenn man in einer Übung (Tutorium) sagt, dass man etwas nicht versteht, greift der Tutor einen gleich an, ob man sich denn nicht vorbereitet hätte. Dann wird man nämlich eine ganze Woche von diesem Tutorium suspendiert. Sorry - aber ich kann nicht einfach mal so an einem Wochenende ein Experte in bspw. Aerodynamik werden, obwohl das weder in einer Vorlesung bisher drankam, noch im Leistungskurs im Abitur jemand etwas aus diesem Bereich erwähnt hatte. Teilweise werden im ersten Semester bereits Kenntnisse aus dem 3./4. Semester Experimentalphysik / Mathe für Physiker gefordert. Und wenn man 10 min zu spät ist (da Bus ausgefallen -> 20min Wartezeit), behauptet der der Tutor im Nachhinein, es seien 15 oder sogar 20 gewesen (er hat aber keine Aufzeichnung gemacht) -> Entbindung vom Versuch und Nachholpflicht. Man muss sofort nach Hause und darf nicht mehr dran teilnehmen - obwohl man dann doch da ist. "Nächstes Mal kannst du gleich zu Hause bleiben" (Zitat) ...

Ausstattung

Offenbar ist der Trend, Bücher fast nur noch als pdf-Dateien zu nutzen. Es werden zwar gedruckte Bücher in Bibliotheken angeboten, aber man soll teilweise für einen Kurs 9 Bücher (ich übertreibe nicht!!) à 800 Seiten dabei haben. In den Vorlesungsräumen gibt es oft keine oder wenn nur schwer erreichbare Steckdosen. Alles ist ganz sauber, außer den ausklappbaren Tischen - manche sind ok, manche nicht. Man wird praktisch zur Nutzung von LaTeX gezwungen, mit dem Argument, die Formeln würden im Gegensatz zu LibreOffice, OpenOffice, Softmaker Office, MS Office etc. korrekt dargestellt werden. Allerdings gibt es ja inzwischen längst LaTeX-Plugins, die beide Vorteile vereinen. Jedenfalls braucht man für das Physikstudium keine besonderen Programme, die nicht Open Source sind.

Organisation

Alle Informationen zum Studium muss man sich selbst besorgen. Dabei kann man leicht etwas übersehen. Außerdem gibt es massenhaft Spam-Mails zu Umfragen, die man schon inzwischen 3mal durchgeführt hat, aber auf das Angebot von Sportkursen wurde ich nur durch andere Studenten aufmerksam, die das irgendwo auf der Webseite gelesen haben. Bei der Stundenplangestaltung kann man die Prioritäten, wann man möchte, in 2-Studen-Schichten auswählen. Ich bekam aber dennoch einen Kurs von 8-10, obwohl an diesem Tag der nächste erst um 12 Uhr beginnt. Die Belastung ist extrem. Man müsste schon sein Privatleben aufgeben, um das zu schaffen. Da ich das nicht möchte, breche ich demnächst das Studium ab.

Berufsorientierung

Die meisten Experimente haben keinen Nutzen, sondern dienen nur der Erfahrung, die man beim Arbeiten mit den Messinstrumenten sammelt. Meistens macht der Großteil aller in einer Gruppe gerade nichts, die anderen lesen ab & notieren die Werte. Außerdem gehen fast alle Experimente nicht wie vorgesehen 4 Studen inkl. Vorbesprechung, Aufbau etc., sondern 10... Das kann dann schon mal 22 Uhr oder Mitternacht werden. Ein Ingenieurstudium würde sicher mehr Spaß machen - Wissen anwenden & weiterentwickeln statt das Rad neu zu erfinden.


Hochschule und Hochschulleben: Technische Universität Berlin

TU Berlin - wirkt hässlich und industriell

Campusatmosphäre

Leider liegt die TU Berlin v.a. an größeren Straßen. Allerdingst gibt es einen Innenhof, der eine angenehme Atmosphäre aufweist. Auf Treffen wird viel Alkohol getrunken, was ich als Nicht-Alkoholiker nicht so toll fand. Unser Tutor kam auch mal mit nem Kater in das Tutorium und hat sich einfach nur still in die Ecke gesetzt. Wir sollen ihm was von unserer Versuchsvorbereitung erzählen, er sei nicht dazu da uns was zu erzählen...

Mensa

Als Vegetarier habe ich öfter mal etwas sehr leckeres schon für 2€ gefunden. Allerdings gab es auch mal ein paar Tage wo die nur Fleisch hatten - bis auf halb rohe Nudeln mit Tomatensoße, die nach rot gefärbtem Wasser schmeckt... Außerdem steht nirgendwo außer vor Ort, was die im Angebot haben. Ich beziehe mich auf die Mensa vom Studentenwerk neben dem EW-Gebäude. In der Telekom-Gebäude Mensa oder im Mathe-Gebäude soll es gutes Essen geben, viel leckerer als in der Mensa, allerdings ohne großen rabatt, relativ teuer. Habe ich von mehreren Leuten aufgeschnappt. Aber ich würde eher (soll keine Schleichwerbung sein) zu Burger Meister zum Zoo laufen. Die haben einen sehr leckeren vegetarischen Burger. Oder mit der U2 zum Theo fahren und da Falafel / Halloumi / Frühlingsrollen essen (Prime Kebap). Das schmeckt da überall 100* leckerer als in der Mensa, die aber ansonsten für wenig Geld akzeptabel ist

Hochschulsport

Ich nehme nicht daran Teil. Aber die Zeiten die Angeboten werden würden mein Zuhause in die Uni verlagern. Jeden Tag von 8 oder 10 - 18:30 in der Uni ist nicht akzeptabel.





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