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16.06.2022
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Wer die Ökotrophologie als „professionelle Puddingkocher“ bezeichnet, der irrt. Zwar ist das Backen und Kochen Teil mancher Praktika – doch werden Studierende zu ExpertInnen der Ernährung und Lebensmittelwirtschaft geschult. Das Studium stellt eine bunte Mischung aus Naturwissenschaften, Ernährung und Ökonomie dar. AbsolventInnen können in den Bereich Lebensmittelindustrie, Ernährungsberatung oder höheres Management von Großeinrichtungen gehen. Aber Achtung – wer vor dem Studium einen ungefähren Plan hat, reist in die richtige Richtung.

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Von Maria Köpf

Mann schaut in Mikroskop, davor Gemüse
Monika Wisniewska - stock.adobe.com

Sind die Lebensmittel gesund und qualitativ in Ordnung?


1. Oft gestellte Fragen

Ökotrophologie-Studium zählt zu den „Life-Sciences“. Das interdisziplinäre Studium der „erweiterten Haushalts- und Ernährungswissenschaften“ ist breit aufgebaut und beinhaltet naturwissenschaftliche, medizinische, wirtschaftliche, soziologische und psychologische Fächer rund um Ernährung, Lebensmittel und Großverpflegung.

Die Regelstudienzeit der meisten Bachelor-Studiengänge beträgt 6 Semester (180 Credit Points). Master-Studiengänge der Ökotrophologie werden meistens 4-semestrig (120 Credit Points) angeboten.

Ökotrophologie kann derzeit in 20 Städten studiert werden, u.a. in Dresden, Hamburg, Kiel, München, Münster und Stuttgart.

Master-AbsolventInnen von Fachhochschulen verdienen AbsolventInnen eines Ökotrophologie-Studiums arbeiten in der Lebensmittelindustrie, in Einrichtungen der Forschung und des Verbraucherschutzes, in Großeinrichtungen des Gesundheitswesen oder im Catering- und Hotelbereich. Auch an Berufsfachschulen, Hochschulen, in Ernährungsinstituten oder Institutionen sind kompetente MitarbeiterInnen gefragt.


2. Was ist eigentlich Ökotrophologie?

Ökotrophologie zählt zu den „Life-Sciences“. Die griechische Bezeichnung des Studienfachs aus „oikos“ und „ trophe“ zusammen mit „-logie“ steht für die „Lehre vom Haus und der Ernährung“. Das interdisziplinäre Studium der „erweiterten Haushalts- und Ernährungswissenschaften“ ist breit aufgebaut und beinhaltet naturwissenschaftliche, medizinische, wirtschaftliche, soziologische und psychologische Fächer.

Dieses Wissen rund um Ernährung, Lebensmittel und Großverpflegung ist später einsetzbar für die Industrie, die Gesellschaft sowie für Gesundheitssektoren und Verbraucher.

Das Fach „Ökotrophologie“ ist viel breiter gefasst als ein reines Studium der Ernährungswissenschaften. Daher erwarten die Studierenden breit gefächerte Module:

  • Ernährungsphysiologie

  • Lebensmittellehre

  • Humanbiologie (Menschliche Anatomie und Physiologie)

  • Mathematik

  • Chemie

  • Biochemie

  • Physik

  • Grundlagen der Lebensmitteltechnologie / der Lebensmittelverfahrenstechnik

Hinzu kommen begleitende Module in:

  • Psychologie

  • Sozialforschung

  • Betriebswirtschaft und Marketing

  • Statistik

Und je nach Universität oder Fachhochschule sind Module dabei wie:

  • Ernährungsökologie

  • Ernährungsmanagement in Katastrophen

  • Verbraucherrecht

  • Technik

  • Recht

Was erwartet dich im Bachelorstudium?

Das Bachelorstudium beinhaltet je nach Hochschule mehrere Praktika. Etwa Chemie-Laborpraktika, Beratungspraktika oder Praktika zur experimentellen Technikkunde. Es können sehr spaßhafte Praktika dabei sein, zum Beispiel die Technikpraktika mit Erforschung von Plastik und Metall.

Sie beinhalten etwa Experimente wie deren „auseinanderziehen“ – siehe auch folgendes Video einer Studentin an der FH Münster, die ganz allgemein viel über das Ökotrophologie-Studium erzählt, nicht nur an der FH Münster, sondern auch wie Ökotrophologie – soweit sie das beurteilen kann – an der Uni sein könnte.

Hinzu kommen an manchen Hochschulen obligatorische Praxisphasen. So endet das Bachelorstudium an der HAW Hamburg mit dem Verfassen der Bachelorarbeit und einem 16-wöchigen Praktikum.

Was erwartet dich im Masterstudium?

Der Master vertieft erworbenes Wissen aus dem Bachelorstudium. Je nach gewähltem Schwerpunkt lassen sich damit Tätigkeiten in Lehre, Forschung und Entwicklung ergreifen.

In diesem Bereich sind beispielhaft folgende Einsatzgebiete denkbar: ernährungswissenschaftliche Lehrberufe an Berufsfachschulen und Berufsakademien, medizinisch-ernährungswissenschaftliche Tätigkeiten und Forschungen an Universitäten, Fachhochschulen und in der Erwachsenenbildung.

Auch wissenschaftliche Tätigkeiten an Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck-Gesellschaft oder der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) mit seinen vielfältigen Arbeitsgruppen sowie diabetologischen Projekten sind nach dem Master denkbar.


3. Dauer des Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften Studium 6 Semester und wird als Bachelor of Science mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 180 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht.

Anschließend kann noch das Master-Studium in Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master of Science kann in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Außerdem kann Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften auf Lehramt studiert werden. Weitere Infos in unserem Artikel Lehramt studieren.

Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 7 Semester
Master3 - 4 Semester
Lehramt Semester

Studienformen des Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studiums

Die klassische Form des Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, je nach Studienfach auch Projekte, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Schließlich kann Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften im Fernstudium absolviert werden. Das macht ein – bis auf die Prüfungszeiträume – orts- und zeitunabhängiges Studium möglich, erfordert daher aber auch ausreichend Selbstdisziplin. Für praktische Übungen gibt es dann manchmal doch Präsenztermine.


4. Was kostet ein Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studium 2022?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 672 € und über 1.600 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 900 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Macht am meisten aus: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 294 Euro und 641 Euro (Werte von 2018 plus 15 Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig.


5. Wie kann ich mein Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studium bezahlen?

Unterhalt der Eltern

Eine Aufgabe deiner Eltern ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Student:innen soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für das (geplante) Studium zu leisten. Wenn du noch unter 30 Jahre alt bist und keine berufsqualifizierende Ausbildung angefangen hast, ist BAföG für das Studium in der Regel zugänglich – sonst prüfe deinen BAföG-Anspruch. Mit unserem BAföG-Rechner kannst du die Höhe deines BAföGs berechnen. Und zwar als Vorschau auch schon das BAföG ab Wintersemester 2022/2023!

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Hast du bereits eine Ausbildung gemacht und danach mehrere Jahre gearbeitet sowie in wenigen anderen Ausnahmefällen könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben.

Stipendien für das Ökotrophologie / Haushalts- und Ernährungswissenschaften-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil: Durch Stipendien erhaltene Förderung ist geschenkt. Dazu kommt oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt in der Regel ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als Werkstudent/in. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Verrechnung mit BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


6. Berufsaussichten – und ein paar Tipps

Die AbsolventInnen arbeiten in der Lebensmittelindustrie, in Einrichtungen der Forschung und des Verbraucherschutzes, in Großeinrichtungen des Gesundheitswesen oder im Catering- und Hotelbereich. Auch an Berufsfachschulen, Hochschulen, in Ernährungsinstituten oder Institutionen sind kompetente Mitarbeiter gefragt.

ÖkotrophologInnen arbeiten beispielsweise als LeiterInnen für Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Haushaltsführung oder Gesundheitsökonomie (Krankenhäuser, Altenheime, Behindertenheime, Großkantinen). Zudem sind sie ManagerInnen, ProduktentwicklerInnen, TesterInnen oder Sicherheitsbeauftragte in der Lebensmittelindustrie (Konditorei, Lebensmittelherstellung) oder arbeiten bei Dienstleistern für hauswirtschaftliche Versorgung (Hotel- und Catering).

Andere Tätigkeiten sind die Ernährungsberatung und Hygieneschulung (Schulen, Kliniken, Verbrauchereinrichtungen, Unternehmen, Krankenkassen). Auch Arbeitsschutz- und Sicherheitskoordination bei Landesanstalten oder Gesundheitsorganen und der Wissenschaftsjournalismus sind denkbar – etwa für vegane oder vegetarische Ernährung.

Ein zusätzliches Arbeitsfeld für MasterabsolventInnen stellt die Lehrtätigkeit dar (Berufsfachschule, Akademien, Universitäten).

Tipps, um die Jobchancen zu erhöhen

  • Die Schlüsselqualifikationen schulen. Dafür gibt es eigens Seminare der Career Services oder der Arbeitsagentur.

  • Schon während des Studiums den entsprechenden Schwerpunkt vorausschauend wählen: ob Lebensmittelkunde oder Ernährungsberatung – den Schwerpunkt auf die gewünschte Berufsbahn legen.

  • Während des Studiums praktische Berufserfahrungen in der Lebensmittelindustrie, Heimen, Kliniken oder der Forschung sammeln. Auch mit dem Ziel, die erworbene Theorie praktisch zu festigen und erste Berufskontakte zu knüpfen. Die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern baut ideal deine Sozialkompetenz und projektorientierte Denkweise aus.


Weiterführende Informationen

Studienfach-Datenbank von Studis Online

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