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Biomedizin studieren

13.05.2020
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Biologie oder Medizin? Wie wäre es mit Biomedizin? Wer sich insbesondere für die kleinteilige Molekularbiologie und Zellbiologie interessiert, dem sei dieser Studiengang ans Herz gelegt.

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Biomedizinerin schaut Inhalt eines Reagenzglases an
Dan Race - stock.adobe.com

Forschen im Labor gehört bei Biomedizin fast immer dazu.

1. Was erwartet mich in einem Studium der Biomedizin?

Biomedizin – Was ist das eigentlich? Kurz gesagt, beschäftigst du dich mit Methoden der Molekular- und Zellbiologie im Zusammenhang mit der experimentellen Medizin. In der Biomedizin geht es letztlich darum, die Ursachen von Krankheiten zu ergründen.

In einem grundständigen Biomedizin-Studium erwirbst du zu allererst naturwissenschaftliche und medizinische Grundkenntnisse. Auf dem Stundenplan der ersten Semester stehen also vor allem Fächer wie Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Statistik sowie Anatomie, Physiologie, Zell-, und Molekularbiologie und Biochemie.

In den späteren Semestern kommen klinisch-theoretische Grundlagenfächer wie Pathologie, Neurobiologie, Immunologie und Pharmakologie hinzu, außerdem vertiefst du deine Kenntnisse in den Bereichen Molekular- und Zellbiologie.

Im Gegensatz zum reinen Medizinstudium ist Biomedizin ein stark forschungsorientiert ausgerichtetes Studienfach. Du wirst schon früh an die Inhalte und Techniken biomedizinischer Forschung herangeführt und lernst, selbstständig im Labor zu arbeiten. Viele Module beinhalten verschiedene Veranstaltungen - zum Beispiel Vorlesungen, Seminare und Praktika - damit das theoretisch Gelernte direkt praktisch angewandt und vertieft werden kann.

Dabei ist es nicht unüblich, dass die Laborpraktika in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden. Dir sollte also bewusst sein, dass du eventuell etwas mehr Zeit in dein Studium investieren musst, als Studierende anderer Bereiche.

Dieser Studiengang wird hauptsächlich als Master angeboten. Im Master-Studium fällt der Erwerb naturwissenschaftlicher Grundkenntnisse weg, da du diese dir schon im Bachelor angeeignet haben solltest. Du könntest zum Beispiel vor dem Biomedizin-Studium einen Biologie-Bachelor absolvieren. Hast du das vor, solltest du dich nur rechtzeitig um die Master-Vorraussetzungen deiner Wunsch-Hochschule informieren, damit du die entsprechenden Module belegen kannst.

Ähnliche Studiengänge

Sehr ähnlich sind die Studiengänge Humanbiologie, Molekulare Biologie und Biowissenschaften/Life Sciences. Auch folgende Fächer sind der Biomedizin nah verwandt:


2. Dauer des Biomedizin-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

Biomedizin wird vor allem als Masterstudiengang angeboten. Der Master of Science kann meist in 4 Semestern abgeschlossen werden, wobei 120 Credits erbracht werden müssen.

Es gibt aber auch schon entsprechende Bachelor, meist mit einer Studiendauer von 6 Semestern und 180 ECTS-Punkten (Credit Points).

Biomedizin: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 7 Semester
Master3 - 4 Semester

Studienformen des Biomedizin-Studiums

Die klassische Form des Biomedizin-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, je nach Studienfach auch Projekte, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.


3. Was kostet ein Biomedizin-Studium?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Biomedizin-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 630 € und über 1.500 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 850 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Macht am meisten aus: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 269 Euro und 585 Euro (Werte von 2018 plus fünf Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Biomedizin-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig.


4. Wie kann ich mein Biomedizin-Studium bezahlen?

Elterliche Unterstützung

Eine Aufgabe deiner Eltern ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Studierende soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für das Studium zu leisten. Wenn du noch unter 30 Jahre alt bist und keine berufsqualifizierende Ausbildung angefangen hast, ist BAföG für das Studium in der Regel zugänglich – sonst prüfe deinen BAföG-Anspruch. Mit unserem BAföG-Rechner kannst du die Höhe deines BAföGs berechnen. Und zwar als Vorschau auch schon das BAföG ab Wintersemester 2022/2023!

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Hast du bereits eine Ausbildung gemacht und danach mehrere Jahre gearbeitet sowie in wenigen anderen Ausnahmefällen könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben.

Stipendien für das Biomedizin-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil: Durch Stipendien erhaltene Förderung ist geschenkt. Dazu kommt oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt in der Regel ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als Werkstudent. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Anrechnung auf das BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


5. Berufsaussichten

Biomedizin-Absolvent*innen sind besonders für folgende Berufsfelder geeignet:

  • Forschungstätigkeiten im naturwissenschaftlichen und medizinischen Bereich an Universitäten

  • in der Produktentwicklung und -forschung in der pharmazeutischen und biomedizinischen Industrie

  • Grundlagenforschung in Großforschungszentren (z.B. Max-Planck-Institute)

  • in der molekularen Diagnostik in Untersuchungslabors von Umwelt- und Gesundheitsämtern

Mit entsprechender Weiterbildung sind Biomediziner*innen aber auch in Bereichen wie Wissenschaftsjournalismus, Medien oder Patentwesen zu finden.


6. Gehalt von Biomedizin-Absolventen und -Absolventinnen

Gehalt in € Master/Diplom Uni
34.000
Einstieg
47.242
5 Jahre
60.744
10 Jahre
Ø Fachgruppe Biologie; Befragung: DZHW.

Als Annäherung geben wir Gehaltswerte für Naturwissenschaftler*innen mit Masterabschluss bzw. Diplom im Bereich Biowissenschaften an. Das Einstiegsgehalt liegt bei 34.000 €, die Zahl bezieht sich auf Absolvent*innen aus den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften und dürfte für Biomedizin-Absolvent*innen eher darüber liegen. Mit Bachelor-Abschluss beträgt das Einstiegsgehalt 15.500 €, allerdings bezieht diese Zahl sich sowohl auf Voll- als auch Teilzeitbeschäftigung.

Fünf Jahre nach Abschluss legt das Jahresgehalt auf 47.242 € zu (Zahlen für Fachrichtung Biologie). 10 Jahre nach Abschluss liegt es bei 60.744 €.

Wie bei vielen interdisziplinären Studiengängen sind auch bei Life Science-Absolvent*innen die möglichen Beschäftigungsmöglichkeiten vielfältig – aber dadurch auch die möglichen Gehaltsunterschiede. Es gilt wie praktisch bei allen Gehaltsangaben: Je nach konkreter Position im Unternehmen, Branche, Größe des Unternehmens, Ort der Beschäftigung und noch manchem mehr unterscheiden sich konkrete Gehälter mehr oder weniger stark von Durchschnittszahlen.

Quelle: Absolventenbefragungen des DZHW. Alle Gehälter für Vollzeitbeschäftigte inkl. Zuschläge, auf Hunderter gerundet. Einstiegsgehalt Stand 2013. Gehalt nach 5 Jahren Stand 2014. Gehalt nach 10 Jahren Stand 2015. Zuschläge für 5/10-Jahre selbst geschätzt.


Weiterführende Informationen

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