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21.07.2020
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Sport studieren – das klingt für viele sportbegeisterte junge Menschen zunächst einmal sehr verlockend. Doch was steckt eigentlich hinter den Sportwissenschaften und für wen ist das Studium überhaupt geeignet? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen und in welchen Berufsfeldern findet man nach dem Abschluss einen Job?

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Von Daniel Becher

Fusball-Taktikschema, darauf liegend Pfeife und Stoppuhr
shaiith - Fotolia.com (stock.adobe.com)

Taktik, Analyse, Messen

1. Sportstudium - Inhalte und Strukturen

Das Sportstudium setzt sich aus einer Vielzahl von interdisziplinären Themengebieten zusammen und verbindet Inhalte und Problemstellungen aus anderen Wissenschaften mit dem Sportsektor. Dies hat zur Folge, dass während der Studienzeit ein breites Spektrum uf dem Programm steht: Von Vorlesungen über Seminare und Übungen bis hin zu sportpraktischen Kursen.

Mischung aus Theorie und Praxis

Allgemein besteht das Sportstudium aus einem sportpraktischen Teil, welcher ca. 1/5 der Studieninhalte ausmacht, und dem sporttheoretischen Teil. Der genannte Anteil von Praxiskursen kann sich jedoch je nach Wahl des Schwerpunktes oder nach Standort der Universität deutlich verschieben.

Klassische Beispiele für sportpraktische Kurse sind Leichtathletik, Schwimmen, Turnen sowie unterschiedliche Mannschafts- und Individualsportarten (Fußball, Basketball, Badminton, Tennis, Fechten, Judo, Klettern, etc.). Innerhalb der Kurse stehen die Grundtechniken der Sportarten im Vordergrund sowie die didaktische Vermittlung der jeweiligen Techniken.

Ohne Theorie kommen jedoch auch die Praxiskurse nicht aus. So kommen immer auch theoretische Inhalte in den Kursen vor und wie in jedem anderen Studiengang auch müssen Hausarbeiten, Präsentationen oder Klausuren gemeistert werden.

Verschiedene Fachgebiete

Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist das Sportstudium sehr heterogen. Alle Fachgebiete aufzuzählen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, aber trotzdem möchten wir dir ein paar Beispiele nennen, um eine Vorstellung über die Inhalte zu schaffen.

Da wären zum Beispiel die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers, die Sportpädagogik, die Sportökonomie, die Sportpsychologie, die Biomechanik, die Sportgeschichte, das Sportmarketing und vieles mehr.

Im Folgenden wollen wir nicht explizit auf die Inhalte des Studiums eingehen, sondern versuchen einen allgemeinen Einblick ins Sportstudium zu geben, der dir vielleicht bei der Orientierung und Studienwahl helfen kann.

Die oben angesprochene Verbindung verschiedener Wissenschaften mit dem Thema Sport ist für sportaffine Menschen in den meisten Fällen sehr interessant und spannend. Natürlich werden auch Basics aus den sportferneren Wissenschaften gelehrt, aber meist wird der Bogen zur Sportwelt in den Vorlesungen und Seminaren sinnvoll gespannt. Die Vielseitigkeit der Inhalte führt dazu, dass dein „Stundenplan“ recht abwechslungsreich aussieht und so schnell keine Langeweile aufkommt.

Zu den theoretischen Inhalten kommen dann noch die sportpraktischen Kurse hinzu, wo in den verschiedensten Sportarten Techniken und Spielformen gelehrt werden und der Fokus auf der Didaktik liegt. Das heißt, es wird dir beigebracht, wie du die Sportart effektiv und methodisch an andere Personen vermitteln kannst.

Die Praxiskurse bilden einen guten körperlichen Ausgleich zur Theorie und machen in der Regel eine Menge Spaß. Zudem lernt man in den Sportkursen schnell neue Leute kennen, was sicherlich zur guten Atmosphäre und zu einem Wir-Gefühl der Sportstudierenden beiträgt.

Schwerpunktwahl

Daniel Becher

Daniel Becher ist Dipl.-Sportwissenschaftler und Geschäftsführer der RheinFit Sportakademie, die unter www.sporteignungstest-koeln.de zahlreiche Informationen sowie Vorbereitungscamps auf den Sporteignungstest in Köln und Bochum anbietet.

Welche Inhalte genau auf dich zukommen, hängt stark vom gewählten Schwerpunkt und der Universität ab. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass ducein breites Interessenspektrum haben solltest, viel in „kleineren“ Seminargruppen stattfindet sowie diverse Vorträge vorzubereiten und natürlich anschließend auch zu halten sind.

In den Praxiskursen gilt es in der Regel, bestimmte Leistungen abzurufen, um den Kurs erfolgreich abzuschließen. So ist es von Vorteil wenn man nicht nur in einer Sportart ein echter Crack ist, sondern in seinen sportlichen Fähigkeiten breit aufgestellt ist und über eine gute Motorik und Koordination verfügt. Vieles kann man sich aber auch während des Studiums aneignen und wird in den Kursen hinreichend vermittelt.

Da du innerhalb des Studiengangs natürlich einige Freiheiten hast und du mit Beginn eines Sportstudiums keinen vorgezeichneten Bildungsweg, wie zum Beispiel beim Medizinstudium, einschlägst, ist es sehr sinnvoll, sich auf die Suche nach Nebenjobs und Praktika zu machen, die dir im Studium und vor allem nach deinem Abschluss weiterhelfen können.

Dort hast du die Chance, neue Kontakte zu knüpfen und deinen Erfahrungsschatz in der Sportwelt weiter auszubauen. Die Bildung eines solchen Netzwerks sollte auf keinen Fall unterschätzt werden und kann dir in der Zukunft innerhalb der Sportbranche weiterhelfen.


2. Dauer, Abschlüsse und Formen des Sportstudiums

Bachelor und Master

In der Regel ist das Sportstudium in verschiedene Bachelor- und Masterstudiengänge unterteilt. Oftmals muss man sich schon zu Beginn für einen Schwerpunkt innerhalb des Studiengangs entscheiden, der im besten Fall natürlich deinen Präferenzen und Talenten entsprechen sollte. Wir empfehlen daher, dass du dich im Vorfeld informierst, wo welche Schwerpunkte angeboten werden und dir ausreichend Gedanken über diese wichtige Entscheidung machst.

Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester beim Bachelor und 4 Semester beim Master. Masterplätze bieten eine tolle Gelegenheit, um sich weiter zu spezialisieren und interessante Themengebiete zu entdecken, sind aber an renommierten Universitäten derzeit oft nur sehr begrenzt verfügbar.

So benötigt man in den meisten Bereichen einen sehr guten Bachelor-Abschluss, wenn man anschließend direkt mit dem Master weitermachen möchte. Natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, Sport auf Lehramt zu studieren, worauf wir aber in einem gesonderten Abschnitt näher eingehen werden.

Sportwissenschaft: Studiendauer (Regelstudienzeit)
AbschlussDauer
Bachelor6-8 Semester
Master2-4 Semester
Staatsexamen9 Semester

Lehramtsstudiengang

Natürlich werden an den verschiedenen Fakultäten auch die Sportlehrer der Zukunft ausgebildet. Das Lehramtsstudium bietet dir nach einem erfolgreichen Abschlussexamen die Möglichkeit, als Lehrer für die verschiedenen Schulformen zu arbeiten. Es gibt das Lehramt an Grundschulen, Lehramt für Gesamt-, Real- und Hauptschulen, Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Lehramt für Berufskollege und Lehramt für die sonderpädagogische Förderung.

Auch hier sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, welche Schulform zu einem passt und an welcher Universität was angeboten wird. Das Studium selber gliedert sich dann in zwei Studienphasen (Bachelor und Master) und den Vorbereitungsdienst (Referendariat).

Im Vergleich zu den Sportwissenschaften sind die Inhalte des Lehramtsstudiums teilweise identisch, teilweise aber auch unterschiedlich. Der Schwerpunkt liegt selbstverständlich mehr auf dem pädagogischen Themenkomplex und der Didaktik. Hinzu kommt, dass man noch mindestens ein weiteres Fach wie etwa Deutsch, Geschichte, Mathe, Biologie o.ä. studieren sollte, um später gute Chancen auf eine feste Stelle zu besitzen.

Dies sollte ebenfalls im Vorfeld bei der Orientierung und Planung eine Rolle spielen. Die Fächerkombination sollte zu den persönlichen Interessen passen, aber auch nicht die Zukunftsperspektiven außer Acht lassen. Die Fächerkombination Sport und Musik verspricht nicht unbedingt einen Job nach dem Abschluss der Ausbildung. Weiter bietet nicht jede Universität jedes Fach an, sodass man sich informieren und ggf. bereit sein muss, zwischen zwei naheliegenden Unis zu pendeln.

Wenn man ein Lehramtsstudium in Betracht zieht, sollte man natürlich grundsätzlich viel Freude im Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben und sich gleichzeitig über die Belastung des alltäglichen Lehrens bewusst sein. Die Ausbildung ist in den letzten Jahren deutlich praxisorientierter geworden und man kann heutzutage deutlich früher herausfinden, ob der Lehrerberuf für einen persönlich der geeignete Job ist.

Für die besonders Fleißigen ist es sinnvoll, neben dem Sport sogar zwei weitere Fächer zu studieren. Dies erhöht die Chancen auf eine Festanstellung nach dem Studium noch einmal deutlich, ist aber natürlich auch mit mehr Arbeit verbunden.

Siehe auch unseren Studienführer Lehramt.

Weitere Formen des Studiums

Neben dem klassischen Vollzeitstudium bieten einige Universitäten und Hochschulen auch ein Sportwissenschaft-Studium in dualer Form, also Ausbildung und Studium gleichzeitig, an. Ein Beispiel dafür ist Sportökonomie.

Außerdem gibt es auch einige Angebote zum berufsbegleitendem Studium.


3. Voraussetzungen für das Sportstudium

Zulassungsbeschränkung (Notendurchschnitt)

Wer Sport studieren möchte, muss einige Voraussetzungen mitbringen. Jede Universität hat unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen. Meist sind die Studiengänge zulassungsbeschränkt, vereinzelt gibt es aber auch zulassungsfreie.

Du solltest also am besten im Vorfeld schauen, wo du wahrscheinlich einen Studienplatz ergattern kannst (Bei Lehramt: achte darauf, dass es neben der Voraussetzung für das eine Lehrfach noch einen speziellen NC geben kann, um überhaupt Lehramt studieren zu können!).

Ausnahmen bilden manche Studiengänge, die von privaten Universitäten angeboten werden. Dort wird die Auswahl durch ein Assessment Center geregelt und für viele junge Menschen sind die Studiengebühren schlicht zu hoch.

Sporteignungstest

Die eventuell nötige Note im Abitur reicht aber meist noch nicht. An den meisten Universitäten muss man noch eine weitere Hürde nehmen, um zum Sportstudium zugelassen zu werden – nämlich den Sporteignungstest. Dieser wird an der jeweiligen Hochschule absolviert und prüft deine Sporttauglichkeit in den verschiedensten Bereichen.

Die Tests unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule und von Bundesland zu Bundesland. Es ist ratsam und auch notwendig, sich sehr gut auf die einzelnen Disziplinen vorzubereiten, um am Ende den Test erfolgreich abzuschließen. Die Tests finden in der Regel an einem Tag statt und sind körperlich und psychisch anstrengend, so dass eine gute Vorbereitung das A und O ist.

Am Ende kommen wir noch zu den „persönlichen“ Voraussetzungen. Dass ein gewisses Sportinteresse vorhanden ist, davon gehen wir jetzt einfach mal aus. Darüber hinaus schadet es nicht, wenn du eine offene Art an den Tag legst und kommunikationsfreudig bist. Sportler sind ein besonderes Völkchen und meist sehr offen und direkt im Umgang miteinander. In der Regel hört man über die Atmosphäre an den unterschiedlichen Campusstandorten nur Gutes und es wird von einer lockeren und freundlichen Stimmung gesprochen.


4. Was kostet Studieren 2022?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Sport / Sportwissenschaften-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 672 € und über 1.600 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen knapp 900 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Macht am meisten aus: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 294 Euro und 641 Euro (Werte von 2018 plus 15 Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Sport / Sportwissenschaften-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig.

An privaten Hochschulen werden Studiengebühren erhoben. Die Höhe variiert je nach Studienangebot und Hochschule.


5. Wie kann ich mein Sport / Sportwissenschaften-Studium bezahlen?

Elterliche Unterstützung

Eine Aufgabe deiner Eltern – und das ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB § 1610) explizit geregelt – ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Studentinnen und Studenten soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für das Studium zu leisten.

Die Verbesserungen beim BAföG ab Wintersemester 2022/2023 führen dazu, dass ein Antrag viel eher lohnt als bisher. So wurde der Freibetrag auf das Elterneinkommen um 20,75 Prozent erhöht, die Bedarfssätze um 5,75 Prozent (letzteres ist leider das schwächste Detail). Vor allem wurde die Altersgrenze auf 45 Jahre erhöht und die Vermögensgrenze für alle, die schon 30 Jahre alt sind, auf 45.000 € erhöht (für alle unter 30 immerhin noch auf 15.000 €).

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Hast du bereits eine Ausbildung gemacht und danach mehrere Jahre gearbeitet sowie in wenigen anderen Ausnahmefällen könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben. Das gilt auch, wenn du bei Studienbeginn schon 30 Jahre oder älter bist.

Stipendien für das Sport / Sportwissenschaften-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil eines Stipendiums: Die erhaltene Förderung ist geschenkt. Daneben gibt es oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt mindestens ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als Werkstudent/in. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Verrechnung mit BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 520 Euro im Monat liegt (ab Oktober 2022, davor 450 €). Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


6. Berufsaussichten

Für viele Studieninteressierte wird die Frage nach den Jobaussichten ein entscheidender Punkt bei der Wahl des Studiengangs sein. Im ersten Moment hat man gerade beim Thema Sport sicherlich ein paar Vorbehalte und ist sich durchaus bewusst, dass nicht jeder Manager oder Trainer in der Bundesliga werden kann.

Und tatsächlich ist die berufliche Zukunft während des Studiums und danach oftmals eher ungewiss. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs gibt selten einen klaren Weg vor, auch wenn man natürlich durch die unterschiedlichen Schwerpunkte eine erste Richtung wählt.

Trotzdem ist es nicht untypisch, dass ein Sportstudent am Ende doch ganz woanders in der Berufswelt landet. Diese Unsicherheit kann sowohl als Schwäche als auch als Stärke angesehen werden, da dir vielfältige Optionen offen stehen und sich der Sportstudiengang nicht in ein bestimmtes Berufsschema zwängen lässt.

Wichtig sind – wie in allen Studiengängen – ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Fleiß.

Die ganze Palette der unterschiedlichen Berufsfelder aufzuzählen, ist an dieser Stelle nicht möglich. Trotzdem möchten wir dir einige Rubriken nennen, wo es interessante Berufe zu entdecken gibt und man als Sportstudent seine berufliche Zukunft finden kann:

  • Sportökonomie / -management

  • Sportmarketing

  • Medien / Journalismus

  • Trainingslehre

  • Gesundheitsmanagement / Prävention / Rehabilitation

  • Erlebnissport und Bewegung

  • Forschung

  • Politik

  • Lehrberuf

Der Sportsektor ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt und der Bedarf an Fachkräften steigt weiter. Eine Professionalisierung des Sports ist schon seit einiger Zeit im Gange, jedoch ist der Prozess noch längst nicht abgeschlossen.

Zusätzlich entwickeln sich regelmäßig neue Aufgabenfelder und Synergien im Bereich der Sportwissenschaften und auch in der Forschung gibt es interessante Aufgabenfelder (z.B. Doping, Biomechanik, Trainingslehre). Zudem bleibt selbstverständlich auch der Lehrerberuf eine sinnvolle Alternative für die Berufswahl.

Pro + Contra Sportstudium

Zum Abschluss haben wir für dich noch eine kurze Auflistung mit Gründen, die für oder gegen ein Sportstudium sprechen könnten.

+ Pro

  • gute Atmosphäre am Campus

  • Verbindung von Hobby und Studienwahl

  • Interdisziplinare Ausrichtung

  • Verschiedene Schwerpunkte möglich

  • Internationalität, Partneruniversitäten

  • attraktives Studium, praxisnah

  • Wachstumsmarkt

- Contra

  • Interdisziplinare Ausrichtung, keine eindeutige Spezifikation

  • kein vorgezeichneter Berufsweg (BA/MA)

  • große Spanne bei den Verdienstmöglichkeiten

  • hohe Selbstverantwortung

  • Netzwerkbildung sehr wichtig


7. FAQs Sportwissenschaft

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor in Sportwissenschaften beträgt meistens 6 Semester (180 ECTS). Ein Master dauert in der Regel 4 Semester (120 ECTS). Dies gilt meistens ebenfalls fürs Lehramt Sport (Ausnahmen sind Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen), an das Studium wird jedoch noch ein zweijähriges Referendariat mit anschließendem Staatsexamen gehängt.

Sport / Sportwissenschaften kann in 60 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Frankfurt / Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München und Stuttgart.

Es gibt einige Sportwissenschaften-Studiengänge, die zulassungsfrei sind. In die meisten Sportwissenschaften-Studiengänge mit Zulassungsbeschränkung schafft man es mit einem guten 2er-Schnitt. In den allermeisten Fällen muss neben dem passenden Abi-Schnitt auch ein Sporteignungstest abgelegt werden.

Das Studium besteht aus einem sportpraktischen Teil (Techniken, Spielformen, Didaktik), der ca. 1/5 der Studieninhalte ausmacht, und dem sporttheoretischen Teil (Anatomie/Physiologie, Sportpädagogik, -ökonomie, -psychologie, etc.). Der konkrete Anteil von Praxiskursen kann sich jedoch je nach Wahl des Schwerpunktes oder nach Standort der Universität stark verschieben.


8. Weitere Informationen


Anmerkung der Redaktion: Die Ursprungsfassung des Artikels ist schon einige Jahre alt, die letzten Aktualisierungen wurden am oberhalb des Artikels angegebenen Datum durch uns vorgenommen.





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