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Kommunikationsdesign

Es war lehrreich, abenteuerlich, manchmal total peinlich

Erfahrungsbericht von Berserk, 05.11.2018
Alter (bei Studienbeginn): 26 bis 29 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 10 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2013), Studium 2018 abgeschlossen

Bericht für den Studienort Wiesbaden

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Inhalte: Theoretische Fächer wie Pädagogik, Text, usw. Meistens umfangreich doch vieles hängt von dem Professor ab. Ich hatte Glück. Ohne meiner betreuenden Doktor-Professorin in sozialen Disziplinen hätte ich nie bis zum Ende geschafft. Praktische Fächer wie 3D, Illustration, Typografie, Zeichnung, andere Projekte & Darstellungsdisziplinen. Sehr umfangreich. Super Bibliothek. Ein bisschen veraltete Software aber falls man einige Buddies kannte kompensierte es sich schon. Bei richtiger Kommunikation konnten alle Probleme behoben werden.

Betreuung und Lehre

Ich wurde runter gedrückt. Von 55% von Professoren. Und zwar von Bedeutendsten. Ich war die einzige Aussenseiter in der Gruppe die nicht in Deutschland geboren wurde. Es war mir unheimlich schwer mit den viel viel jüngeren Studenten gemeinsame Sprache zu finden. Ich leidete unter Studium, es war die Hölle auf Erden. Gruppenarbeit war der schlimmste Alptraum. Keiner von Professoren konnte und wollte mir helfen obwohl meine Briefe darum buchstäblich schrien. Eine einzige Professorin hat meine unsichere Haltung und schüchternen Blick auf ihren Vorlesungen gemerkt. Sie liess mir die Flügel wachsen. Sie gab mir Bücher die mein Studium retteten. Sie hat mir psychologische Hilfe angeboten. Ich kam allmählich klar mit den Lehrern, Professoren und sogar mit jüngeren Studierenden! Ich hatte erste Erfolge, bessere Noten, ich hatte wieder Lust zu studieren!!! Sie alleine hat mein Studium gerettet! Psychologie und Studentenbetreuung ist A und O jeder Hochschule!!! Wichtiger als etwas anderes! Studenten müssen mental dazu fähig sein den enormen psychologischen Druck und manchen schweren Charakter eines Professoren zu bewältigen!! Wir Studierende dürfen nicht die Wahrheit sagen. Wir müssen höflich sein. Unsere Gefühle im Zaum halten. Und das macht krank. Die Emotionen müssen behandelt werden. Psychologe an jeder Hochschule müssen den Studierenden stets Hilfe anbieten können…Und alles unbedingt sehr diskret aufbewahren.

Ausstattung

Bibliothek fand ich super. Komputer Klassen sehr gut. Genug Raum für jeden Projekt. Studentengerecht.

Organisation

Die Meisten Disziplinen wurden auf Abend verlegt. Wegen zu weniger Professoren waren einige Projekte sehr spät stattgefunden. Aber im Ganzen konnte ich meinen Plan so gestalten dass ich ca. 3 mal in der Woche die Schule besuchte, die restliche Zeit konnte ich sehr umfangreicher Arbeit mit Illustration und anderen Hauptfächern widmen.

Berufsorientierung

Die beste Berufsorientierung gab es im Praktikum. Da entschied man sich schnell ob man sowas weiter machen will oder gar nicht. Praktikum zeigte mir in einem Halben Jahr so viel unbarmherziger Realität das ich in meinem ganzen Studium nicht sehen könnte. Aber ich kann bestätigen dass die Professoren von uns genau das wollen was in der Praxis verlangt wird. Nur wenige können jedoch genau das lehren...



Hochschule und Hochschulleben: Hochschule RheinMain [Wiesbaden]

Bis heute habe ich sehr viel Negatives und Positives erlebt.

Campusatmosphäre

Eigentlich freundlich. Ich war aber damals schon Familienmensch und hatte gewisse Pflichten. Also konnte ich leider nicht viel Zeit mit den Studierenden verbringen was ich noch heute schade finde. Studierende lebten auch zusammen und arbeiteten deswegen in ziemlich festen Gruppen. Da fühlte sich ein 40jähriger ehemaliger Ingenieur auch sehr wohl unter 20jährigen Studiosen...Da er mit ihnen zusammen lebte & geile Projekte und sehr aufwendige und solide Arbeiten mit guter technischen Unterstützung ablieferte. Also wenn man studiert lieber sollte man in einer WG leben. Ansonsten verpasst man sehr viel und fühlt sich aus mancher Studentengruppen ausgeschlossen. Das macht die Gruppenarbeit unmöglich. Und falls man nicht in der Gruppe arbeiten kann kann man nicht mehr studieren.

Mensa

Da gibt es keine Beschwerde. Alles perfekt. Ich war aber sehr selten da. Kostet viel Geld. Ich habe das Essen von zu Hause mitgebracht. Aber wenn man die Mensa als Kommunikationsquelle betrachtet ist sie natürlich perfekt.

Hochschulsport

Gab es gar keinen. Leider. Ich denke Sport vereint Menschen.So war es bei mir in der Schule in Weißrussland. Ich war und bin sportlich.


Stadt und Umland: Wiesbaden

Alles was studentische Seele braucht gibt es.

Atmosphäre

Leider gab es die Hochschule mit meinem Fach nur in Wiesbaden. Mainz hatte einen anderen Schwerpunkt. Schwerpunkt in der Hochschule ist enorm wichtig. Und wenn mir in Wiesbaden am Anfang schlecht ging, ging mir in Mainz fast schon unverträglich. Ich habe heute noch Alpträume über Fachhochschule in der Holzstrasse mit Schwerpunkt Typografie... Ich bin Illustratorin und erfuhr was Typografie ist nur im ersten Studiensemester wo die anderen Studiosen schon fast typografische Profis waren...

Lebenshaltungskosten

Mainz und Wiesbaden waren teuer. Ich lebte am Ende jedoch weiter weg und es war erträglich. Aber wehe müsse ein Student gleichzeitig studieren und arbeiten...Das geht schon mal gar nicht. Nur vielleicht für sehr Begabte...Das Studium allein nimmt sehr viel Zeit, kostet Nerven und Kräfte. Studiticket ist natürlich ein Geschenk. Das ist sehr wichtig.

(Neben-)Jobmöglichkeiten

Da gibt es genug Jobs. Und gab sie schon immer. Sowohl an der Hochschule selbst als auch draussen. Großstädte sind da Spitzenreiter. Da findet man relativ leicht etwas für sich.





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