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26.06.2020
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Sie sind Bauwerke der Superlative und zeigen das ganze Können von Bauingenieuren: Das höchste Gebäude der Welt (828 m), die längste Brücke der Welt (165 km) oder der längsten Tunnel der Welt (57 km) beeindrucken mit neuen Dimensionen und werden möglicherweise bald von noch größeren Bauwerken abgelöst. Ist das Studium aber genauso spannend? Was erwartet mich auf dem Weg zum Bauingenieur? Welche Fähigkeiten sollte ich mitbringen? Was erwartet mich im Berufsalltag?

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Von Andreas Burzel, ergänzt von der Studis Online-Redaktion

Bauingenieurin schaut auf Bauzeichnung, im Hintergrund Hafen (Kräne)
Shestakoff - Fotolia.com (stock.adobe.com)

Auch die Errichtung der Umschlaganlagen in Häfen ist eine Aufgabe von BauingenieurInnen


1. Oft gestellte Fragen

Die meisten Hochschulen bieten Bauingenieurwesen als 7-semestrige Bachelorstudiengänge mit 210 ECTS an, in denen bereits ein Praxissemester integriert ist (an Universitäten meist 6-semestrig mit weniger Erfahrung in der Praxis). Darauf aufbauend werden meist 3-semestrige Master angeboten, seltener auch 4-semestrige.

Bauingenieurwesen kann in über 60 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt / Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

Die Einstiegsgehälter für Jungingenieure liegen bei durchschnittlich 45.415 € pro Jahr, wobei Unterschiede abhängig von der Unternehmensgröße und Region zu beobachten sind. BauingenieurInnen mit mehr als zwei Jahren Berufserfahrung verdienten 2019 im Schnitt 55.300 €.

Als Einstiegsvoraussetzungen für das Studium zählen vor allem solide Mathekenntnisse, da diverse Themen der Mathematik im Studium gelehrt und angewendet werden.

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In Deinem Beruf möchtest Du in einer zukunftsfähigen Branche arbeiten? Mathematik und Technikverständnis, aber auch Führungs- und Organisationsfähigkeit liegen Dir im Blut? Dann könnte das Fernstudium Bauingenieurwesen (B.Ing.) an der IU Internationale Hochschule das Richtige für Dich sein!

Im Bachelorstudium Bauingenieurwesen erhältst Du in sechs Semestern eine breite ingenieurwissenschaftliche Grundlagenausbildung, angefangen beim Basiswissen in der Architektur über das Thema Konstruktionen für Tragwerke, Wirtschaftlichkeit, energie- und ressourcenbewusstes Bauen u.v.m., auch unter Berücksichtigung der neuesten Entwicklungen, Stichwort Bauindustrie 4.0. Eine Vielzahl an Spezialisierungen bietet Dir die Möglichkeit, Deinen Fokus auf Bereiche zu richten, die Dich besonders interessieren.

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2. Studieninhalte

Aufgaben und Ziele des Bauingenieurwesens

Bauingenieurwesen ist mehr als nur Bauen, es ist die Gestaltung unserer Umwelt in allen Bereichen. Neben der Errichtung moderner und nachhaltiger Bauwerke und einer effizienten Infrastruktur nehmen Bauingenieure auch Aufgaben in den Bereichen des Umweltschutzes, der energetischen Sanierung, des Denkmalschutzes oder der Entwicklungshilfe war. Häufig agiert der Bauingenieur als Bindeglied zwischen zahlreichen Fachdisziplinen und beteiligten Akteuren.

Die Aufgaben des Bauingenieurs reichen unter anderem von der Planung und Errichtung über die Wartung und Sanierung bis zur fachgerechten Entsorgung über die gesamte Lebenszeit eines Bauwerks. Im Zusammenhang mit dem Life-Cycle-Management spielen inzwischen Fragen der Energieeffizienz und der Nachhaltigkeit eine immer bedeutendere Rolle. Damit auch Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit von Projekten sichergestellt sind, haben Bauingenieure ebenfalls eine hohe Verantwortung bei der effizienten Planung, Errichtung und dem Betrieb von Bauwerken.

Die Grundlagen für das spätere Berufsleben werden im Grund- und Vertiefungsstudium gelegt, welches sehr vielseitig gestaltet ist, um auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Das Studium des Bauingenieurwesens grenzt sich vor Allem vom Architekturstudium ab, bei dem eher planerisch-ästhetische Aspekte des Bauens im Vordergrund stehen, während im Bauingenieurwesen dem planerisch-konstruktiven Aspekt eine hohe Bedeutung beigemessen wird.

Was erwartet mich im Studium?

Mit zum Teil sehr differenzierten Angeboten sprechen Universitäten und Fachhochschulen nicht nur Studieninteressenten mit unterschiedlichen Interessen an, sondern bereiten auch auf die verschiedenen Einsatzgebiete im späteren Berufsleben vor. So kann man in der Regel nicht nur das „klassische“ Bauingenieurwesen studieren, sondern findet an den Fakultäten auch Angebote im Umweltingenieurwesen, den Material- und Werkstoffwissenschaften oder der Bauwirtschaft. Ein Blick auf diese Webseiten der Fachhochschulen und Universitäten über die fachverwandten Studienangebote lohnt sich, einen ersten Überblick gibt auch die Studis Online-Datenbank, Fachbereich Bauingenieurwesen.

Bauingenieurwesen kann man an mehr als 50 Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland studieren. Der Anteil von deutlich über 50% weiblichen Studierenden zeigt: Vor dem Bauingenieurwesen brauchen auch Frauen nicht zurückschrecken.

Fachliche Grundlagen: Das Grundstudium

Das Studium des Bauingenieurwesens und seine zahlreichen Ableger legen zu Beginn die wichtigsten ingenieurtechnischen Grundlagen und Kompetenzen für das spätere Berufsleben. Als Einstiegsvoraussetzungen für das Studium zählen vor allem solide Mathematikkenntnisse und das Interesse am Lösen vielschichtiger Probleme. Die Anforderungen während des Studiums sind mit denen anderer Ingenieurfächer vergleichbar. Zu Beginn werden vor allem die ingenieurtechnischen Grundlagen (Mechanik) und mathematischen Grundlagen gelegt. Daneben spielt die Vermessungskunde, Werkstoffkunde und das Entwerfen von Gebäuden (Bauentwurfslehre, technisches Zeichnen) eine zentrale Rolle. In der Bauinformatik werden die Grundlagen für die Entwicklung und Anwendung von Software zum Planung und Ausführung (z.B. CAD und Projektsteuerungssoftware) von Bauwerken gelegt. Am Ende des Grundstudiums haben die Studierenden Fähigkeiten zum Lösen ingenieurtechnischer Problemen erlangt und die wichtigsten Fachgrundlagen erlernt.

Ein typisches Problem in den ersten Semestern ist der umfangreiche Lernstoff, wie ihn jedes Studienfach im Ingenieurbereich zu Beginn zu bieten hat. Tutorien durch Studierende höherer Semester, Vorlesungsumdrucke, Fachbücher, Übungen und nicht zuletzt das Lernen mit Kommilitonen helfen bei der Bewältigung des Stoffs. Ist die erste Hürde geschafft, geht es weiter ins Fachstudium.

Belastbares Fachwissen: Das Fachstudium

In der zweiten Hälfte des Bachelorstudiums werden speziellere Kenntnisse für den späteren Berufsalltag vermittelt. Die Mechanik-Vorlesungen sind damit zwar immer noch nicht ganz vorbei, aber die Aufgaben im späteren Beruf werden immer erkennbarer.

Dabei kommen die Studierenden unter anderem mit den Fachgebieten Bauinformatik, Bauwirtschaft, Grundbau, Hochbau, Wasserbau oder Straßenbau in Kontakt, um nur einige Fächer zu nennen. Die Fächer und Schwerpunkte variieren zwischen den Studienangeboten. In der Regel kann man am Ende des Bachelorstudiums erste Vertiefungspunkte auswählen und sein Studium entsprechend der eigenen Interessen gestalten.

Das berufsqualifizierende Bachelorstudium schließt mit der Bachelor-Thesis als erste eigenständige wissenschaftliche Arbeit ab. Die Studierenden müssen darin nachweisen, dass sie in der Lage sind, mit den im Grund- und Fachstudium erworbenen Kenntnissen eine Problemstellung selbständig zu lösen. Eine Aufgabe könnte zum Beispiel die selbständige Planung eines kleinen Projektes sein, bei der nicht nur die Grundlagen von Planung und Entwurf, sondern auch Kenntnisse zu Bauausführung und Wirtschaftlichkeit gefragt sind.

Mit dem Bachelor eröffnen sich nun zwei Möglichkeiten: Entweder entscheidet man sich für den Berufseinstieg oder für ein aufbauendes Masterstudium. Berufseinsteiger haben auch mit den Bachelor die Möglichkeit, in Ingenieurbüros oder Behörden anzufangen. Sie werden dort mit einfachen Planungsaufgaben betraut und haben die Möglichkeit, sich nach ihren Interessen weiter zu entwickeln. Mit der gesammelten Berufserfahrung besteht später auch die Möglichkeit, ein aufbauendes Masterstudium zu beginnen.

Vertiefendes Wissen: Das Vertiefungsstudium

Für die Studierenden, die sich direkt für ein Masterangebot entscheiden, geht es mit dem Vertiefungsstudium unmittelbar weiter. Je nach Masterprogramm entscheidet man sich für zwei oder drei Schwerpunkte, deren Angebot je nach Hochschulstandort sehr unterschiedlich ausfallen kann. Hier lohnt es sich gründlich zu recherchieren, ob das angebotene Programm auch den Interessen und Vorstellungen über das eigene Vertiefungsstudium entspricht. Innerhalb dieser Vertiefungsrichtungen gibt es zumeist auch weitere Wahlmöglichkeiten.

Ziel des Vertiefungsstudiums ist das Erlangen tiefgreifender Kenntnisse und Fähigkeiten in dem gewählten Themengebiet. Damit dies gelingt, werden zahlreiche Beispiele aus der Praxis herangezogen. Die von den Studierenden zu bearbeitenden Projekte orientieren sich daher schon sehr nah an den späteren Aufgaben im Beruf. Da Bauprojekte verstärkt mit Hilfe leistungsfähiger Simulationssoftware (u.a. numerische Modellierung, Finite Elemente Analysen) bearbeitet werden, kommen Studierende spätestens im Vertiefungsstudium mit diesen in Kontakt.

An einigen den Hochschulen werden bis zu 30 verschiedene Vertiefungsmöglichkeiten angeboten. Die Spannweite reicht dabei von den "Klassikern" wie Stahlbau, Massivbau oder Geotechnik, über die Bereiche Verkehrswesen, Wasserbau oder Baubetrieb, bis hin zu Tunnelbau, Küsteningenieurwesen oder Baustoff- und Verfahrenstechnik, um hier nur einige Möglichkeiten aufzuzählen.

Neben der obligatorischen Master-Thesis, die je nach Hochschule zwischen 8 Wochen und 6 Monaten dauern kann, sind selbständige Arbeiten anzufertigen, meist eine Arbeit je Vertiefungsrichtung. Im Rahmen dieser selbständigen Projektarbeiten erlangen die Studierenden die Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten. Durch die Modularisierung der Studiengänge besteht die Möglichkeit, Teile des Masterstudiums im Ausland zu absolvieren. Dort lernt man auch eine andere Lern- und Arbeitskultur sowie die Zusammenarbeit in internationalen Teams kennen. Auch ein Praktikum im Ausland kann den Erfahrungs- und Wissenshorizont deutlich erweitern und möglicherweise den Berufseinstieg erleichtern.


3. Dauer des Bauingenieurwesen-Studiums und mögliche Studienabschlüsse

In der Regel dauert das Bauingenieurwesen Studium 7 Semester und wird als Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. Insgesamt werden dabei 210 ECTS-Punkte (Credit Points) erbracht.

Anschließend kann noch das Master-Studium in Bauingenieurwesen oder einem ähnlichen Masterstudiengang absolviert werden. Der Master of Engineering oder Master of Science kann in Semestern abgeschlossen werden, wobei 0 Credits erbracht werden müssen.

Neben den konsekutiven Masterstudiengängen, die direkt im Anschluss an den Bachelor studiert werden können, werden auch einige weiterbildende Master angeboten. Weiterbildende Master setzen neben einem Hochschulabschluss meist noch mind. ein Jahr Berufstätigkeit nach diesem Abschluss voraus.

Bauingenieurwesen: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Bachelor6 - 8 Semester
Master2 - 4 Semester
Diplom8 - 10 Semester
Bachelor (Teilzeit)8 - 14 Semester
Master (Teilzeit)5 - 8 Semester

Studienformen des Bauingenieurwesen-Studiums

Die klassische Form des Bauingenieurwesen-Studiums ist das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, je nach Studienfach auch Projekte, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Daneben gibt es Studienangebote in Teilzeit, d.h. das Studium ist dabei so organisiert, dass man mit geringerem Zeitaufwand pro Woche, aber entsprechend längerer Studienzeit zum Studienabschluss kommen kann.

Schließlich kann Bauingenieurwesen im Fernstudium absolviert werden. Das macht ein – bis auf die Prüfungszeiträume – orts- und zeitunabhängiges Studium möglich, erfordert daher aber auch ausreichend Selbstdisziplin. Für praktische Übungen gibt es dann manchmal doch Präsenztermine.

Eine Verbindung von Ausbildung und Studium stellt ein duales Studium dar, Bauingenieurwesen kann auch so studiert werden.


4. Was kostet Studieren?

Lebenshaltungskosten insgesamt

Während eines Bauingenieurwesen-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 630 € und über 1.500 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 850 € im Monat für Studienkosten aus.

München ist Spitzenreiter, was die Mieten und die Lebenshaltungskosten an sich angeht, aber auch Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und Berlin liegen deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger lebt es sich in kleineren Städten abseits der Metropolen, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Hauptkostenpunkt: Miete

Die Mieten für ein WG-Zimmer liegen je nach Stadt zwischen 269 Euro und 585 Euro (Werte von 2018 plus fünf Prozent).

Kosten je nach Ort und persönlicher Situation

Für das Studium ist halbjährlich noch ein Semesterbeitrag zu zahlen. Damit werden bspw. günstigere Mensapreise ermöglicht. In einigen Studienstädten ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeschlossen, was zwar den Semesterbeitrag erhöht, aber deutlich günstiger als andere Dauerkarten für den jeweiligen Verkehrsverbund ist. An einigen größeren Unis gibt es auch studentische Fahrradwerkstätten.

Kosten für eine Krankenversicherung sind zu berücksichtigen, wenn eine Familienversicherung über die Eltern nicht mehr möglich ist.

Muss ich für ein Bauingenieurwesen-Studium Studiengebühren zahlen?

Praktisch alle Bachelor und konsekutiven Master können an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren begonnen werden. Konsekutive Master schließen meist an ein fachgleiches (oder zumindest fachlich passendes) Bachelorstudium an und setzen keine Berufserfahrung voraus. Ein langes Studium oder ein Zweitstudium sind allerdings in einigen Bundesländern kostenpflichtig. Gleiches gilt für die bisher an staatlichen Hochschulen seltenen berufsbegleitenden Bachelor.

An privaten Hochschulen werden Studiengebühren erhoben. Die Höhe variiert je nach Studienangebot und Hochschule.


5. Wie kann ich mein Bauingenieurwesen-Studium bezahlen?

Unterhalt der Eltern

Eine Aufgabe deiner Eltern – und das ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB § 1610) explizit geregelt – ist es, dir eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dazu zählt auch, dir im Studium finanziell oder mit Kost und Logis unter die Arme zu greifen. Die Entscheidung, ob es ein Studium sein soll und welche Fachrichtung, liegt primär in deiner Hand, so dein Schulabschluss dir diesen Weg ermöglicht. Der Staat unterstützt deine Eltern u.a. mit Kindergeld, das im Ausnahmefall auch direkt an dich ausgezahlt werden kann.

BAföG beantragen: Staatliche Förderung, zur Hälfte geschenkt!

BAföG für Studierende soll einspringen, wenn deine Eltern – aus Sicht des Gesetzes – zu wenig Einkommen haben, um ausreichend Unterhalt für das (geplante) Studium zu leisten. Wenn du noch unter 30 Jahre alt bist und keine berufsqualifizierende Ausbildung angefangen hast, ist BAföG für das Studium in der Regel zugänglich – sonst prüfe deinen BAföG-Anspruch. Mit unserem BAföG-Rechner kannst du die Höhe deines BAföGs berechnen. Und zwar als Vorschau auch schon das BAföG ab Wintersemester 2022/2023!

Die BAföG-Rückzahlung ist auf 10.010 € begrenzt, beginnt erst Jahre später und nur, wenn ausreichend verdient wird. Wenn du schon länger berufstätig warst, könnte es sogar elternunabhängiges BAföG für dich geben.

Stipendien für das Bauingenieurwesen-Studium

Stipendien stehen einer viel kleineren Gruppe zur Verfügung als BAföG. Größter Vorteil eines Stipendiums: Die erhaltene Förderung ist geschenkt. Dazu kommt oft eine ideelle Förderung. Die großen Studienförderwerke vergeben Stipendien nach den BAföG-Regeln (also abhängig vom Einkommen der Eltern). Hinzu kommen noch 300 Euro „Büchergeld“ im Monat für alle. Das Bewerbungsverfahren beginnt in der Regel ein halbes Jahr zuvor.

Für Auslandsaufenthalte im Studium kann es Förderung in Form von ERASMUS-Stipendien geben oder über den DAAD.

Jobben als Werkstudent / Minijob / Selbständig sein

Die meisten Studierenden jobben zumindest zeitweise während des Studiums, oft als Mini-Jobber oder als Werkstudent/in. Während der Vorlesungszeit darf die Arbeitszeit 20 Wochenstunden nicht überschreiten.

Eine Anrechnung auf das BAföG erfolgt, wenn dein durchschnittlicher Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Entscheidend ist im Unterschied zur Steuer nicht das Kalenderjahr, sondern der Bewilligungszeitraum des BAföG.

Staatlicher Bildungskredit und weitere Möglichkeiten

Für Studierende in höheren Semestern oder im Master gibt es den staatlichen Bildungskredit mit günstigen Zinsen und einer Auszahlung von bis zu 300 Euro / Monat für höchstens zwei Jahre.

Ein Studienkredit (oder ein Bildungsfonds) ist dagegen nur als letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn die günstigeren Möglichkeiten nicht reichen oder bspw. am Studienende eine Konzentration auf das Studium ohne Jobben möglich sein soll.

Wenn du schon in den letzten Semestern des Studiums angelangt bist, kann u.U. – gerade in sozialen Notlagen – auch ein Studienabschlussdarlehen oder Überbrückungsdarlehen in Frage kommen. Scheue dich nicht, dich zu erkundigen und – wenn für dich möglich – ein solches in Anspruch zu nehmen. Die Konditionen sind deutlich besser als bei Bildungskredit oder gar Studienkrediten!


Beeindruckende Bauwerke

Vier Bauwerke der Superlative: Sturmflutsperrwerk Maaslandkering, Große-Belt-Brücke, Staumauer Silvretta-Tal, Umschlaganlagen im Hafen Hamburg
Andreas Burzel

Bilder von Andreas Burzel

links oben: Ein Bauwerk der Superlative. Das Sturmflutsperrwerk Maaslandkering schützt fast 2 Millionen Einwohner in der Provinz Südholland vor den Folgen schwerer Sturmfluten.
rechts oben: 13 km liegen zwischen den dänischen Inseln Fyn und Seeland, die durch die Große-Belt-Brücke verbunden werden. Dabei ist die Hängebrücke mit einer Länge von fast 2700 m die längste Hängebrücke Europas.
links unten: Planung, Bau und Überwachung von Staumauern zur Trinkwasserbereitstellung wie hier im Silvretta-Tal gehören zu den Aufgaben von Bauingenieuren. Inzwischen spielen die Staustufen auch zur Regulierung von Energiespitzen aus erneuerbaren Energiequellen eine wichtige Rolle.
rechts unten: Die Bereitstellung leistungsfähiger Umschlaganlagen wie hier im Hafen Hamburg ist eine wichtige Grundlage für den internationalen Warenverkehr und stellt auf Grund immer größerer Schiffe Bauingenieure vor neue Herausforderungen.


6. Los gehts: Der Berufsalltag

Praktika sind möglichweise die beste Einstiegsmöglichkeit in das spätere Berufsleben. Aber auch während des Studiums kann man erste Erfahrungen sammeln: Zahlreiche Institute bieten die Möglichkeit, als studentische Hilfskräfte direkt in den Forschungs- und Praxisprojekten mitzuarbeiten. Nebenbei wird die Tätigkeit auch angemessen entlohnt und man erhält einen ersten Einblick in das jeweilige Themenfeld, was ebenfalls den Berufseinstieg erleichtern kann.

Für Studierende, denen das wissenschaftliche Arbeiten Spaß macht, bietet die Universität nach dem Studium die Möglichkeit zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung im Rahmen einer Promotion. Zwar ist der Anteil der Promotionen im Bauwesen im Vergleich zur Medizin oder Chemie vergleichsweise gering (schätzungsweise promovieren nur etwa 2% der Absolventen), jedoch gibt es sehr spannende Forschungsaufgaben und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

Den größten Teil der Absolventen wird es jedoch nach dem Studium in die Praxis ziehen. Die Einstiegsmöglichkeiten sind vielfältig. Falls noch keine Kontakte über ein absolviertes Praktikum bestehen, werden Stellen für Jungingenieure über Stellenausschreibungen oder Initiativbewerbungen besetzt. In größeren Firmen haben sich Traineeprogramme etabliert, während man in kleinen Büros Schritt für Schritt an die selbständige Bearbeitung von Projekten herangeführt wird. Auch der öffentliche Dienst bietet im Rahmen eines Referendariats spannende Einstiegsmöglichkeiten.

Jobchancen

Die Lage für Absolventen ist langfristig gesehen gut oder wie das Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt es vorsichtig formuliert: „Wer heute eine Studienwahl trifft, muss den langfristigen Horizont im Auge behalten (> 2020) und dieser ist unter strukturellen Vorzeichen nicht negativ zu bewerten“. Da in den nächsten Jahren viele Ingenieure in den Ruhestand gehen und die Studiengänge nicht vollständig ausgelastet sind, dürfte die Lage noch einige Zeit so bleiben, sofern die Studierendenzahlen im Bereich Bauingenieurwesen konstant bleiben.

Im Berufsleben lernt man schnell die vielseitigen Aufgaben eines Bauingenieurs kennen. Dabei ist es immer wichtig, den Überblick zu behalten: Anfragen von Bauherren, Anträge bei den Behörden, Abstimmung der einzelnen Gewerke, Erstellung eines Zeit- und Kostenplans und viele Aufgaben mehr erwarten zum Bespiel einen Jungbauleiter häufig gleichzeitig. Bereits bei der Planung müssen die verschiedenen Randbedingungen berücksichtigt werden, die bei der Umsetzung dann immer wieder angepasst und neu geplant werden müssen. Deswegen kommt selbst bei kleinen Projekten niemals Routine auf.

Bei größeren Projekten schließen sich in der Regel mehrere Firmen zu Arbeitsgemeinschaften zusammen, was noch höhere Anforderungen an Koordination, Planung und Flexibilität erfordert. Schließlich sind auf Großbaustellen bis zu 10.000 Bauarbeiter beschäftigt. Selbst kleine Verzögerungen kosten dann schnell einige Millionen Euro und führen zu kontroversen Diskussionen über die Realisierung von Großprojekten.

Spannungsfeld Großprojekte

Mit Projekten wie der Elbphilharmonie Hamburg, dem Bahnhofsprojekt Stuttgart21 oder dem Großflughafen Berlin-Brandenburg assoziieren die meisten Bürger derzeit vor allem eines: Fehlplanungen und unverhältnismäßige Kostensteigerungen, deren Kosten am Ende von der Gesellschaft getragen werden müssen. Das Phänomen ist nicht neu, auch andere Großprojekte wie die Oper in Sydney oder der Bahnhof New York Central kosteten ein Vielfaches der ursprünglich geplanten Kosten. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass mit Projekten dieser Größenordnung in vieler Hinsicht technisches Neuland betreten wird, wobei die Kosten nur schwer abzuschätzen sind.

Während bereits geringe Kostensteigerungen zum Abbruch privat finanzierter Bauprojekte führen können, gehören Mehrkosten bei öffentlichen Vorhaben fast schon zur Normalität. Einerseits ändern sich die Anforderungen der Auftraggeber von der ersten, sehr grob skizzierten Projektidee bis zum fertigen Bauwerk so stark, dass die Baukosten schrittweise immer weiter ansteigen steigen. Darüber hinaus soll häufig mit einem verhältnismäßig niedrigen Preis die politische Entscheidung für ein geplantes Großprojekt ermöglicht werden, für das während der Realisierung die wahren Kosten bekannt werden.

An dieser Stelle wird noch einmal das Spannungsfeld ersichtlich, in dem sich die beteiligten Bauingenieure befinden. Einerseits dürfen die Kosten nicht überschätzt werden, um den Auftrag für ein Projekt überhaupt zu erhalten, andererseits führen unrealistische Schätzungen zu massiven Problemen bei der Umsetzung der Projekte, vor allem auf politischer Ebene. Hier kommt dem Ingenieur auch eine hohe gesellschaftliche Verantwortung zu, die Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit von Großprojekten realistisch zu bewerten und die Entscheidung zur Umsetzung einer Projektidee bereits in der Anfangsphase optimal zu unterstützen.

Die meisten Projekte im Berufsalltag eines Bauingenieurs sind jedoch deutlich kleiner und übersichtlicher, erfordern aber dennoch gute Fähigkeiten zur Planung und Durchführung, auf die man während des Studiums und in den ersten Berufsjahren vorbereitet wurde.

Ausblick: Perspektiven und Entwicklungen

Bereits heute zeichnen sich neue Trends im Bauwesen ab: Energieeffizienter Gebäude, nachhaltigere Materialien und die Vernetzung von Bauwerk und Nutzer, zum Beispiel zur Steuerung der Haustechnik, stellen die Planer vor neue Herausforderungen. Neben den Kosten für die Energie eines Gebäudes spielt natürlich auch der Kostendruck bei der Planung und Errichtung eine große Rolle, weshalb verstärkt Softwarelösungen zur Optimierung von Bauteilen, Tragwerken oder der Bauausführung entwickelt und angewendet werden.

Aber auch für den Ingenieur selbst bieten sich spannende Entwicklungsmöglichkeiten. Ob als erfahrener Bauleiter, Projektentwickler oder im Consulting – schnell wächst man mit seinen Aufgaben. Darüber hinaus werden die Projekte selbst immer komplexer. Stillstand gibt es eigentlich nie, denn die Branche verändert sich dank neuer Materialien, Technologien und den gestiegenen Anforderungen an Energieeffizienz und Kosten ständig.


7. Gehalt eines/r Bauingenieurs/in

Die Einstiegsgehälter für Jungingenieure liegen bei durchschnittlich 45.415 € pro Jahr, wobei Unterschiede abhängig von der Unternehmensgröße und Region zu beobachten sind. BauingenieurInnen mit mehr als zwei Jahren Berufserfahrung verdienten 2019 im Schnitt 55.300 €. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Gehälter „nur noch moderat um 1,2 %“ gestiegen. In den Vorjahren war dieser Wert wegen des anhaltend hohen Bedarf an Bauingenieuren laut ingenieur.de noch höher.

In den ersten Jahren steigt das Gehalt in Abhängigkeit der Aufgabenbereiche, mit denen man als Jungingenieur betraut wird.


Weitere Informationen

Neugierig geworden? Mehr über das Studium des Bauingenieurwesens und fachverwandte Studienangebote findest du unter anderem an diesen Stellen:


Hinweis: Die Ursprungsfassung des Artikels ist schon einige Jahre alt, die letzten Ergänzungen und Aktualisierungen wurden am oberhalb des Artikels angegebenen Datum durch die Studis Online-Redaktion vorgenommen.





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