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30.05.2024
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Dich faszinieren Zähne 🦷? Du liebst es feinmotorisch zu arbeiten und interessierst dich für Naturwissenschaften? Du willst Karius und Baktus den Kampf ansagen 😉? Dann ist das Zahnmedizin-Studium genau das Richtige für dich.


1. Oft gestellte Fragen

Das Studium der Zahnmedizin gehört zu den teuersten Studiengängen aufgrund der hohen Materialkosten, welche die Studierende selbst tragen müssen. Dazu gehört in der Vorklinik insbesondere der Instrumentenkoffer, bei dem die Neu-Preise bis zu 2.000 Euro betragen können. An manchen Unis organisieren Fachschaften Mengenrabatte oder Kofferbörsen an. Es können noch Kosten für weiteres Material oder Kurse dazu kommen. Die übrigen Lebensunterhaltungskosten sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Zahnmedizin kannst du in derzeit 30 Städten studieren.

Wie auch das Studium der Humanmedizin sind hier die Studienplätze an staatlichen Unis sehr begrenzt und haben deswegen einen hohen NC. Die Chancen auf einen Platz kannst du mit dem erfolgreichen Absolvieren von Tests (TMS & HAM-Nat) etwas erhöhen – an manchen Unis auch mit anderen Faktoren, wie einer anerkannten Berufstätigkeit.

Video: Zahnmedizin studieren

Im Zahnmedizinstudium hat Philipp bislang vor allem Theorie gelernt und sich an Puppen ausprobiert. Im 7. Semester darf er nun seine ersten Patienten behandeln. Wie kann er den Menschen, die sich von ihm behandeln lassen, die Angst nehmen? Wird er alles richtig machen?

Empfohlener Inhalt (Video aus ARD-Mediathek)

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2. Studieninhalte

„Zwei-Drei kariös“, „Drei-Acht fehlt“. Was für die meisten von uns Fachchinesisch ist – für diese Menschen ist das Alltag. Auch Fachtermini auf Latein, wie etwa die Bezeichnung der Zahnflächen (z.B Distal, okklusal, zervikal) beherrschen sie im Schlaf. Sie behandeln Karies, Parodontose oder nehmen Prophylaxen vor. Die Rede ist von Zahnärzten und Zahnärztinnen.

Doch wie erlangt man diesen Beruf überhaupt? Durch ein umfangreiches Studium der Zahnmedizin. Im folgenden wird erläutert, was so ein Studium beinhaltet.

Das Zahnmedizin-Studium verläuft überall nahezu identisch ab. Es dauert regulär 10 Semester und 6 Monate (Prüfungszeit) und gliedert sich in einen vorklinischen Teil und einen klinischen Teil.


Von der Vorklinik zum Staatsexamen

Vorklinik (Semester 1-4 oder 1-5)

Innerhalb der Vorklinik erlernst du wichtige naturwissenschaftliche Grundlagen in den Fächern Biologie, Chemie und Physik. Am Anfang deines Studiums kann es daher auch vorkommen, dass du mit Studierenden der Humanmedizin gemeinsam im Hörsaal sitzt. Nach dem 2. Semester geht es in die erste Prüfung: Das Vorphysikum. Dieses besteht aus mehreren mündlichen Tests in den oben genannten Fächern.

Außerdem erlernst du bereits ab dem 1. Semester grundlegende Arbeiten eines Zahnarztes kennen. So besuchst du zum Beispiel Kurse zur Zahntechnik und wirst dabei auch praktisch tätig. Du hantierst schon früh an Plastikköpfen, übst das Bohren oder modellierst Prothesen. Manchmal erlernst du hier auch nur jene zahntechnischen Praktiken, die eigentlich von einem Labor übernommen werden. Die praktischen Kurse dauern meistens 2-4 Stunden, in Ausnahmefällen können sie aber auch ganztätgig sein.

Die Vorklinik endet mit dem Physikum. Du legst hier vier mündliche Prüfungen in all deinen belegten Fächern ab (darunter Anatomie, Physiologie und Biochemie). Außerdem ist eine einwöchige praktische Prüfung Bestandteil des Physikums. Hast du kein Latinum, kannst du vorher Kurse zur medizinischen Terminologie besuchen. Diese solltest du nämlich im Physikum beherrschen und auch für das spätere Staatsexamen ist sie unabdingbar.

Klinischer Teil (Semester 5-10 oder 6-10)

Die zweite Hälfte deines Studiums ist noch um einiges praktischer ausgerichtet als das vorangegangene Studium. Kernfächer dieser Semester sind:

  • Kieferorthopädie

  • Zahnchirugie

  • konservierende Zahnheilkunde

  • zahnärztliche Prothetik

  • Paradontologie

In den höheren Semestern arbeitest du auch an realen Patienten – natürlich immer unter professioneller Aufsicht.

Das Staatsexamen

Das zahnmedizinische Staatsexamen knüpft unmittelbar an das klinische Studium an und ist sehr anspruchsvoll und umfangreich. Bis zu sechs Monate kann es dauern. Es besteht aus zahlreichen Prüfungen, in denen das Wissen aus zehn Semestern (13 Fächer) abgefragt wird. Außerdem gibt es einige mehrwöchige praktische Prüfungen.

Und dann?

Sofort als Zahnarzt arbeiten darfst du noch nicht. Es folgt eine zweijährige Vorbereitungszeit, die du teilweise in einer Zahnarztpraxis und teilweise in einem Krankenhaus oder einer Zahnklinik verbringst. Außerdem hast du die Möglichkeit, dich nach deinem Studium weiter zu spezialisieren, zum Beispiel auf die Kieferorthopädie oder die Spezialchirugie. Möchtest du einen Doktorgrad erlangen, solltest du deine Dissertation noch während des Studiums beginnen.

Ist Zahnmedizin das Richtige für mich?

Wenn du dich sehr für Naturwissenschaften interessierst, handwerkliches Geschick besitzt und gerne Menschen hilfst, ist Zahnmedizin ein geeigneter Studiengang für dich. Allerdings ist das Studium auch aufwendig: Eine 40-Stunden-Woche ist keine Seltenheit. Auch ein großes Pensum Auswendiglernen ist Bestandteil des Studiums.

Doch das Ganze lohnt sich: Die Berufs- und Gehaltsaussichten von Zahnärzt*innen sind sehr gut! Die Kosten für das Studium müssen ja schließlich auch wieder eingeholt werden. Leider ist das Zahnmedizin-Studium nämlich eines der teuersten überhaupt, allein wegen der hohen Materialkosten. Neben den sehr teuren Instrumentenkoffern können auch Gebühren für spezielle Kurse erhoben werden. So gibt die Uni Bonn eine Kostenhöhe von 7.000 Euro an, während die Uni Erlangen-Nürnberg nur 1.500 Euro an Kursgebühren prognostiziert. (Manche Fachschaften organisieren bei Herstellern Mengen-Rabatte oder veranstalten Kofferbörsen!)

Ach ja: Ein gutes Maß an Empathie solltest du natürlich auch mitbringen, denn du musst später auch mit Menschen umgehen können, die unter einer Zahnarzt-Phobie leiden. Ebenso solltest du ein starkes Nervenkostüm besitzen.

Es ist ratsam Praktika beim Zahnarzt zu absolvieren, bevor du dich für ein Zahnmedizin-Studium bewirbst. So kannst du herausfinden, ob dir der Beruf wirklich liegt und du bereit bist, das langwierige Studium in Kauf zu nehmen.

Du interessierst dich für Zahntechnik, Umgang mit Patient*innen muss aber nicht sein? Dann ist vielleicht Medizintechnik die bessere Alternative für dich.


3. Wo kann Zahnmedizin studiert werden?

Du kannst Zahnmedizin an vielen Hochschulen in Deutschland studieren. Das Studienangebot ist recht groß. Insgesamt kann Zahnmedizin in 33 Städten studiert werden.

4. Dauer, mögliche Studienabschlüsse und Formen des Zahnmedizin-Studiums

Zahnmedizin wird auf Staatsexamen studiert. Dabei beträgt die Regelstudienzeit meist 10-11 Semester.

Außerdem werden einige weiterbildende Master angeboten, die eine fachliche Spezifizierung ermöglichen. Diese haben meist eine Regelstudienzeit von 4-6 Semestern, dabei können 60-110 ECTS erworben werden. Für sie ist allerdings i.d.R Berufserfahrung erforderlich.

Zahnmedizin: Studiendauer (Regelstudienzeit)
Staatsexamen10-11 Semester
(weiterbildende) Master4-6 Semester

Voraussetzungen

Um Zahnmedizin zu studieren, muss die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) vorliegen. Darüberhinaus gibt es bei Zahnmedizin weitere Vorraussetzungen, da es mehr Bewerber/Innen als Studienplätze gibt:

Ähnlich wie bei Medizin werden die Studienplätze an Universitäten über hochschulstart.de vergeben. Wer sehr gute Noten hat (besser als 1,5, im Sommersemester reicht vielleicht auch 1,6), hat einen Platz recht sicher (nur der Studienort ist je nach Wunsch evt. nur mit extrem guten Noten realisierbar). Dahinter wird es komplizierter, die Abi-Note spielt aber fast immer eine Rolle. Die bisherige Wartezeitquote gibt es seit 2020 nicht mehr, sie wurde durch eine Eignungsquote ersetzt.

Die Vergabe der Studienplätze erfolgt jetzt zu

  • 30 % nach der Abiturnote,

  • 10 % nach der zusätzlichen Eignungsquote und

  • 60 % nach einem hochschuleigenen Auswahlverfahren.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit Zahnmedizin an privaten Hochschulen zu studieren. Zwar spielt der NC hier in der Regel keine Rolle, aber die Studiengebühren betragen mehrere tausend Euro pro Semester.

Studienformen des Zahnmedizin-Studiums

Die klassischen Form ist und bleibt das Vollzeit-Präsenzstudium. Man studiert Vollzeit an einer Hochschule, an der man praktisch täglich zu Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Tutorien, Projekten, Labor etc.) geht und wo auch die Prüfungen stattfinden. Vollzeit bedeutet grob 40 Stunden / Woche, wobei in der Realität meist Phasen mit weniger Zeitaufwand anderen (vor allem vor größeren Prüfungen) gegenüberstehen, in denen evt. auch mehr Zeit pro Woche mit dem Studium verbracht wird.

Einige weiterbildende Master (für nach dem Zahnmedizin-Studium!) werden in anderen Studienformen angeboten – dual, als Fernstudium oder als berufsbegleitendes Studium.


5. Was kostet ein Zahnmedizin-Studium 2024 und wie finanziere ich es?

Was das Leben als Student:in kostet

Während eines Zahnmedizin-Studiums brauchst du eine finanzielle Grundlage für eine Unterkunft am Studienort, für Nahrung, Kleidung, Fahrtkosten, Telefon und Internet sowie Bücher und Arbeitshefte. Je nach Ort und eigener Sparsamkeit liegen die monatlichen Ausgaben – wenn nicht bei den Eltern gewohnt wird – zwischen 783 € und über 1.896 €. Im Durchschnitt geben Studierende inzwischen über 950 € im Monat aus.

Der Hauptkostenpunkt ist in der Regel die Miete. Anhaltspunkte zur Höhe im Artikel Mieten für ein WG-Zimmer.

Und wie bezahle ich das alles?

Für alle, die mit knapp 20 ein Studium beginnen, dürfte der gerade angesprochene Studienfinanzierungs-Check gar nicht nötig sein. Für sie sind meist die Eltern die erste Finanzquelle – Details dazu im Artikel Unterhalt von den Eltern.

Haben die Eltern wenig Einkommen, springt das BAföG für Studentinnen und Studenten ein. Für einige kann auch ein Stipendium in Frage kommen.

Ab Wintersemester 2024/2025 gibt es für unter 25-jährige, die vor dem Studium Bürgergeld (oder einige andere Sozialleistungen) beziehen, voraussichtlich eine Studienstarthilfe von einmalig 1.000 €.

Ansonsten jobbt die große Mehrheit der Studierende noch neben dem Studium.

Weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung findest du in unserer Übersicht Geld für das Studium. Oder nutze den Studienfinanzierungs-Check – dann weißt du schneller, was überhaupt für dich in Frage kommt.


6. Berufe und Verdienstmöglichkeiten

Aus dem Studium sollte später ein Beruf werden. Hier ein oder mehrere Beispiele – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Immer auch mit Infos zum Gehalt im jeweiligen Beruf. Und gelegentlich mit Video 🎥

Weiterführende Informationen

Studienfach-Datenbank von Studis Online

Weiterführende Links





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