Studienfächer

Das (Human-)Medizinstudium (Seite 1)

Mit lautem Knall wird die durchsichtige Schwingtür aufgestoßen und ein lebloser Körper auf einer Trage in den Raum gefahren; das EKG zeigt keine Herzaktivität; Ein junger gutaussehender Arzt kommt ins Bild: »Defi laden, alle weg und ... Schock!« Mit erlösenden Piepstönen meldet sich das EKG wieder zurück; der Patient lebt ...

Claus-Henning Bley
Rettungshubschrauber Christoph 77 – nur für wenige MedizinerInnen wirklich Einsatzort
Von Claus-Henning Bley

So oder so ähnlich kennt es jeder aus den wöchentlich im Fernsehen laufenden Krankenhaus-Serien. Doch tatsächlich besteht das wahre Leben eines Arztes aus weit weniger Action und dafür weitaus mehr Routine und Bürokratie, auch wenn einige interessante Aspekte nicht von der Hand zu weisen sind.



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Diskrepanz: Studium und Realität; Zulassungsbedingungen

Doch bereits der Weg ins Studium ist nicht ganz so einfach, wie die meisten es sich vorstellen: Der Studiengang Humanmedizin wird bundesweit von 34 Universitäten angeboten; einzige Einschränkung ist, dass nur 9 Hochschulen den Studienbeginn zum Sommersemester zulassen.

Humanmedizin ist ein sogenannter zulassungsbeschränkter Studiengang, d.h. die Vergabe der Studienplätze wird zentral über die »Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen« (ZVS) geregelt; Bewerbungsvoraussetzung ist wie bei fast allen Studiengängen die Allgemeine Hochschulreife (Abitur); von Jahr zu Jahr ändert sich allerdings der Numerus Clausus (NC), d.h. der Notendurchschnitt, bis zu dem Bewerber noch zum genannten Studiengang zugelassen werden. Der Numerus clausus ist allerdings kein von der ZVS vorher festgelegter Wert, sondern er ist immer das Ergebnis der aktuellen Konkurrenz der Bewerber um die knappen Studienplätze.

In der letzten Zeit lagen hier die Grenzen bundeslandabhängig zwischen 1,0 und 1,4 – wobei die Hochschulen hier zwischen 130 und mehr als 300 Bewerber zum Studienbeginn aufnahmen. Etwa 20% der verfügbaren Hochschulplätze werden an die Abiturbesten vergeben; weitere 20% der Plätze werden nach Wartezeit vergeben und über die restlichen 60% können die Universitäten selbst verfügen und z.B. mündliche Auswahlverfahren anbieten. Weiterführende Informationen finden sich im Artikel ZVS und Numerus Clausus.

Die ersten Semester

Ist diese Hürde erst einmal geschafft wird man als »Ersti« in den Vorlesungen recht bald merken, dass das »neue Uni-Leben« nicht zu vergleichen ist mit dem Arbeiten und Lernen in der Schule.

Auch sonst sollte man sich recht zügig von falschen Vorstellungen freimachen: Medizin studieren heißt primär erst einmal: ein voller Stundenplan, in dem mehr als 30 Wochenstunden keine Seltenheit sind und der zu alledem in der Regel auch noch vom Studierendensekretariat fest vorgegeben wird; gerade im Anfang des Studiums stehen lernintensive Fächer wie Biologie, Chemie, Biochemie, Physiologie, Anatomie auf dem Lehrplan mit den entsprechenden Pflichtpraktika.

Studiert wird nach der neuen Approbationsordnung (neue AO), die genau vorschreibt, welche Seminare und Kurse in welchem Semester zu belegen sind. Es ist – im Gegensatz zu vielen anderen Studienfächern – nicht möglich, Kurse aus höheren Semestern vorzuziehen, was jedoch aufgrund des Pensums sowieso nur in den seltensten Fällen möglich wäre.

Claus-Henning Bley
Eingangsportal der Uniklinik Mainz
Neben dem Studium, bzw. wenn Zeit vorhanden ist auch idealerweise davor muss ein insgesamt dreimonatiges Pflegepraktikum im Krankenhaus absolviert werden. Dieses muss bis spätestens zum Physikum abgeleistet worden sein.
Ob die drei Monate am Stück gearbeitet werden oder in Blöcke ŕ vier Wochen aufgeteilt werden, ist dabei jedem selbst überlassen. Sinn und Inhalt ist es, grundlegende Fähigkeiten aus der Pflege kennen zu lernen und selbst anwenden zu können.
Zur Bewerbung reicht meist eine formlose Anfrage an die Pflegedirektion des jeweiligen Krankenhauses. Dieses Praktikum erfolgt, abgesehen von einigen Ausnahmen (Privatkliniken) ohne Entgelt.







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