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Wenn man erst einmal drin ist, läufts rund

Erfahrungsbericht von KathinkaDE, 26.05.2016
Alter (bei Studienbeginn): 21 bis 25 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 4 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2014), studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Das Studium umfasst die gängigen Rechtsgebiete: Öffentliches Recht, Zivilrecht und Strafrecht + noch einige Grundlagenfächer, ein fremdsprachliches Angebot und Zusatzqualifikationen. Die ersten Rechtsgebiete muss man belegen, 2 Grundlagenfächer, ein fremdsprachliches Fach und 1-2 Zusatzqualifikationen. Ich finde Strafrecht am spannendsten, das ist aber unterschiedlich und hängt mMn. an der_dem Prof. Die Grundlagenfächer sind zwar nicht so umfangreich aber pro Semester gibt es unterschiedliche und sie sind recht gut gemischt, so dass man denke ich 2 finden kann, die einem gut gefallen. Ich hätte gern einen kriminalwissenschaftlichen Schwerpunkt, den gibt es leider so an den beiden großen Unis in Berlin nicht. Der Stoff ist sehr umfangreich, es ist gut schaffbar zu bestehen, jedoch braucht es für gute Noten entweder ein richtig gutes Gedächtnis oder sehr viel fleiß. Ich bin weder unter- noch überfordert, jedoch noch zu faul für gute Noten

Betreuung und Lehre

Ich habe im Bezug zur Lehre den Vergleich mit der FH Aachen, an der ich zwar ein komplett anderes Fach studiert habe aber denke, dass das für gute Lehre und Betreuung eher zweitrangig ist. Die Lehre an der HU Berlin, Fach Rechtswissenschaften ist mMn. bei 70% der Profs ziemlich gut. Man geht gern hin und hört gern zu. Es ist auch möglich den Profs vor, während und nach der Vorlesung Fragen zu stellen und falls man das nicht gern persönlich machen möchte, geht es auch per Mail. Es gibt pro Jahr immer sehr viele Erstsemester, so dass auch am Ende noch sehr viele Studis immer anwesend sind. Es ist daher nicht immer möglich, dass die Profs auf einzelne Wünsche eingehen oder Fragen direkt beantworten (innerhalb einer Woche wurde bei mir jedoch immer alles beantwortet). Das Lehrangebot ist ziemlich gleichbleibend, jedes WiSe und jedes SoSe kommen die gleichen Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften dran, es ist zu jeder Zeit möglich sich da rein zu setzen und mitzuarbeiten. Die Zusatzqualifikationen und 60% der Sprachkurse / des Sprachunterrichts sind leider immer schon am Anfang ausgebucht und sie sind eher schwierig zu erlangen, wenn man gerne seine speziellen Wünsche erfüllt haben möchte.

Ausstattung

Es gibt die Möglichkeit in die größte Bibliothek zu gehen (Grimm Zentrum) oder in die spezielle juristische Bibliothek. Die Bestände sind gut, jedoch nicht zu den Klausur und Hausarbeitshochzeiten. D.h. in dieser Zeit ist man am besten früh morgens oder spät abends da oder man kauft sich die Bücher bzw. hat glück und kann sich welche ausleihen. Einiges an Büchern und Kommentaren ist auch online erhältlich. Solange jedoch nicht alle Bücher als Online-Exemplar erhältlich sind, kann ich nicht sagen, dass die Bibliothek auf die Menge an Student_innen vorbereitet ist. Die Kapazität ist allerdings auch nicht vorhanden. (Es besteht auch die Möglichkeit die FU Bibliothek zu nutzen, entweder schreiben deren Studis an anderen Zeiten Hausarbeiten oder es sind einfach weniger Studis, da kommt man jedenfalls immer ganz gut an Bücher). Es gibt zudem auch noch einen Computerpool, an dem man mit Internetzugang den Tag über lernen und drucken kann. 100 gedruckte Seiten stehen einem kostenlos zur Verfügung.

Organisation

Im ersten Semester werden die Angebote vorgestellt und man bekommt die Informationen dazu schriftlich, danach muss man sich selbst über eine Internetplattform informieren. Mit ein wenig ''Einarbeitung'' ist das auch nicht zu schwierig. Da es keine Praktika gibt, die von der Uni organisiert werden, ist das Studium sehr flexibel. Es steht einem offen, ob man zu den Veranstaltungen geht (bei den guten Profs, würde ich immer hingehen, sehr empfehlenswert. Auch die AGs sind nützlich, da ma dort auch Fragen stellen kann). Das Studium ist in Regelstudienzeit studierbar, die frage ist nur, wie viel Zeit man hineinstecken möchte. Es ist wohl möglich zu bestehen bei normaler bis mäßiger Arbeitsbelastung aber für gute Noten muss man wirklich was tun und da reicht 'In die Vorlesung gehen' nicht aus.

Berufsorientierung

Ich halte das Studium für nicht sehr praxisorientiert. Es wird alles dafür getan, dass man bestmöglich / oder überhaupt (je nach eigener Anstrengung) das Staatsexamen besteht. Es wird aber auch immer wieder erwähnt, dass es nicht unbedingt das ist, was man später im Beruf machen wird. Es wird einem gezeigt, wie man Gutachten schreibt. Das ist das, was man als Richter_in gebrauchen kann. Die wesentlichen Aufgaben eines_einer Anwalts_Anwältin, z.B. wie man Verträge sinnvoll schreibt, werden einem nicht gelehrt. Es gibt wohl einige Zusatzqualifikationen, die sich damit beschäftigen, es ist jedoch bei der Masse an Studis fast nie möglich, in eine solche reinzukommen.


Hochschule und Hochschulleben: Humboldt-Universität zu Berlin

Old but Gold - Eine beeindruckende Hochschule

Campusatmosphäre

Der Innenhof ist ganz nett. Hochschulpolitisch fand ich das ganze eher katastrophal. die juristische Fachschaft ist ''unpolitisch'' oder tut jedenfalls so. Studivertretung ist ok, service ist ganz gut, StuPa ist ne Katastrophe und hat weder etwas mit Politik noch mit fairness zu tun. Die AStA Mitarbeiter_innen werden relativ spontan gewählt. Man muss sich alle 12 vorherigen Protokolle durchlesen, damit man weiß, wann was gewählt wird. die letzten 2 Jahre hatte das Präsidium überhaupt keine Ahnung von dem, was es tun sollte. Der RefRat (selbstgenanter Name des AStA) ist sehr intransparent. Protokolle gibt's nur auf Anfrage und auch sonst wird nicht dafür ''geworben'', dass sich Menschen für deren Arbeit interessieren oder mitarbeiten möchten. Parties sind ganz nett, wird sich viel mühe gegeben und macht spaß. Es gibt ein ''Jura Café'', wo es Kaffee und Tee gibt, das ist auch ganz cool.

Mensa

Die Mensa Süd ist einfach nur voll :D. Negativ ist, dass man mit so ner doofen Karte zahlen muss und nicht mit Bargeld zahlen darf. Ansonsten ist das Essen günstig und häufig recht gut. Man kann also ganz gut überleben. Es gibt Beilagen immer Extra und auch vegetarische und vegane Gerichte. Es steht auch dabei, welche Allergene enthalten sind (also offensichtlich).

Hochschulsport

Kann ich leider nichts zu sagen, da die Kurse, die mich interessiert haben immer direkt am ersten Tag voll waren. Einige sogar schon nach 10 Minuten. Die Gebühren sind ziemlich gut. Kann man sich auch als Studi sehr gut leisten


Stadt und Umland: Berlin

Groß, laut, dreckig, voll, alternativ, Berlin

Atmosphäre

Es ist Berlin. Mir gefällt es nicht. Zu groß, zu laut, zu dreckig. Aber nungut. Wenn man Glück hat und weiter an der HS wohnt oder wenigstens mittig von Berlin kann es sicher ganz nett sein. Man muss zudem auch Großstädte mögen, denk ich. Es ist groß und aufregend und man hat immer etwas zu tun, wenn man möchte

Lebenshaltungskosten

Wenn man nicht schon länger in der Stadt ist oder seine Eltern hier wohnen, ist es recht teuer. Ich wohne sehr weit ausserhalb von der Stadt und zahle dennoch 400€ für ein kleines Zimmer. Es braucht wohl einige Zeit um etwas günstigeres zu finden. Ich denke zwischen 300 und 500 € sollte man an Wohnkosten investieren. Der Rest ist abhängig vom Viertel. In Mitte sind die Imbisse tendenziell teurer, gerade an der Friedrichstraße aber ansonsten bekommt man nach ein paar Stationen oder in ausgewählten Läden auch schon sehr günstig ein vollwertiges gesundes Essen. Wenn man im Hauptgebäude, in der juristischen oder in einer anderen Fakultät nähe der Friedrichstraße studiert, wird man sicher nicht verhungern (auch nicht mit wenig Geld).

(Neben-)Jobmöglichkeiten

Wenn man einen speziellen Job haben möchte ist es eher schwierig, wenn man keine oder schlechte Beziehungen hat. Ansonsten findet man sicher etwas für den Mindestlohn, wenn einem egal ist wo und zu welchen Zeiten man arbeitet


Zu diesem Studiengang gibt es weitere 3 Erfahrungsberichte:

Sehr gut, ausgezeichnet

von PeterMuel am 03.07.2017 (3 Semester, Alter (bei Studienbeginn) 18 bis 20, im Studium)

Ich mag die Uni und das Fach

von Sabri am 28.02.2017 (2 Semester, Alter (bei Studienbeginn) 26 bis 29, im Studium)

Das Niveau ist hoch, die Leute angenehm für Jura.

von BerlinJuraHU am 10.05.2016 (4 Semester, Alter (bei Studienbeginn) 18 bis 20, im Studium)





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