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Therapie- und Gesundheitsmanagement (dual)

Für angehende Logos/Physios mit Master-Plänen

Erfahrungsbericht von NinjaAle, 26.03.2018
Alter (bei Studienbeginn): 21 bis 25 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 7 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2014), studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Bei TGM handelt es sich in Münster um ein dual integriertes Studium, das heißt, man macht die Ausbildung am UKM (Logopädie oder Physiotherapie, ich bin Logo) und studiert Therapie- und Gesundheitsmanagement an der FH. In der Schule werden eher praktische und therapierelevante Sachen behandelt (Störungsgebiete, Therapieverfahren, Diagnostik, medizinische Grundlagen) und an der FH bekommt man einen Einblick in das Gesundheitswesen (Public Health, Gesundheitsrecht, -psychologie, Praxisführung, ...) Insgesamt sind die Inhalte gut aufgeteilt und man bekommt überall einen guten Überblick. Im siebten und achten Semester kann man dann noch Wahlvertiefungen belegen, die den eigenen Interessen entsprechen (QM, EBP, Supervision, je nachdem, was angeboten wird), vorher kann man seinen Stundenplan nicht selbst bauen/beeinflussen. Schön ist, dass von Anfang an die praktische Ausbildung einen großen Teil spielt, man hat ab dem 2. Semester eigene Patienten in der Schule und macht in jeden Semesterferien Praktika. Je nach Geschmack kommen aber einige Störungsbereiche zu kurz, MFT wird rechts stiefmütterlich behandelt, während andere Bereiche (Aphasie, Stottern) über mehrere Semester unterrichtet werden.

Betreuung und Lehre

Die Lehrlogopädinnen und Dozentinnen an der FH geben sich größtenteils Mühe, alle ausreichend zu betreuen. In der Schule ist man im Kurs nur mit 16 Studierenden pro Jahr (insgesamt ~45 an der Schule) und für jeden Patienten, den man übernimmt, bekommt man einen eigenen Supervisor/eine eigene Supervisorin von den LeLos. Außerdem besteht ein Patensystem mit dem jeweils höheren Semester, wodurch man auch da eigentlich immer Fragen stellen kann. Durch die kleinen Kurse entsteht eine gute, unterstützende Gemeinschaft. Sicherlich könnten einige Inhalte überholt werden, die Schule gibt es immerhin schon seit den 70ern und nicht alles ist auf dem allerneusten Stand, aber die wichtigen Sachen wie Grundlagen und Hintergründe sind weitestgehend auf dem aktuellen Forschungsstand. In der FH sind die Kurse natürlich größer, man hat auch fast alle Kurse mit den Physios zusammen. Trotzdem stehen die Dozentinnen eigentlich immer für Gespräche vor und nach den Veranstaltungen und in den Sprechzeiten zur Verfügung und die meisten antworten auch schnell und zuverlässig auf E-Mails (aber Pappenheimer gibts immer, auch im kleinsten Studiengang).

Ausstattung

Die Bibliothek ist leider sehr klein, fürchterlich sortiert und nicht leicht begehbar (nur mit der Sekretärin nach absprache). Dafür gibt es einen Schrank mit Präsenzbüchern, die man entsprechend zwar nicht mitnehmen darf, aber die immerhin fast immer zugänglich sind. Im FHZ und in der Medizinerbib wird man eher fündig als in der Schulbib. Spiel- und Therapiematerial gibt es zu hauf und wird immer aktuell gehalten, die Räume sind nicht groß, aber sauber und mit Teppich und die Kurse gestalten sie in der Regel mit Postern und Fotos selbst noch ein bisschen (klingt sehr nach Mittelstufe, ist aber nett). Einer der Räume ist sehr klein, da ist meistens der Oberkurs drin (weil bis dahin oft schon ein oder mehrere Studierende abgebrochen haben). Die Therapieräume wurden kürzlich erst renoviert, sind unterschiedlich groß und abwechslungsreich gestaltet, sodass für jeden Patienten der richtige Raum da ist. Außerdem gibt es ein cleveres Überblickssystem, wer wann in welchem Raum eingetragen ist, damit man sich nicht in die Quere kommt.

Organisation

Die Arbeitsbelastung in TGM ist ordentlich, da will ich gar keine Illusionen aufkommen lassen. Da es ein duales Studium ist und man zwei Abschlüsse in 4 Jahren macht (die sonst, nacheinander, 6 dauern würden) muss man mit viel zu tun und wenig Freizeit rechnen, zumindest die ersten drei Jahre lang. In dieser Zeit ist auch keinerlei Flexibilität im Stundenplan möglich, der von der Schule erstellt und verteilt wird. Die Regelstudienzeit kann und sollte eingehalten werden, tatsächlich glaube ich gar nicht, dass man Klausuren großartig schieben kann (zumindest in der Schule). Lediglich im letzten Jahr (7./8. Semester) kann man durch Wahlvertiefungen seinen Stundenplan beeinflussen und hier kann man auch selbst entscheiden, ob man die Bachelorarbeit eventuell ein Semester schieben möchte (ist aber nicht zu empfehlen). Im letzten Jahr ist auch (seitens der FH) weniger zu tun, die Schule fällt ganz weg, da nach 6 Semestern der Berufsausbildungsteil abgeschlossen ist. Viele fangen hier schon an, in 450€ bis Halbtagsstellen zu arbeiten.

Berufsorientierung

Das Studium ist sehr praxisorientiert. Wie oben gesagt ist die praktische Ausbildung von Anfang an ein großer Teil des Ganzen und einige Prüfungen in der Schule sind Performanzprüfungen. Es handelt sich um ein Berufsbildendes Studium, nach dem man ohne weitere Qualifikation die Möglichkeit hat, als Logopädin (bzw. Physiotherapeutin) zu arbeiten. International ist das Studium leider nur eingeschränkt. Während der Ausbildung gibt es keine Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, aber zwischen dem 7. und 8. Semester kann man an einem Projekt teilnehmen, das einem die Möglichkeit bietet, 4 Wochen in Afrika zu arbeiten/therapieren. Letztendlich bietet sich TGM an, wenn man Logo/Physio werden möchte, aber eventuell vorhat, noch einen Master zu machen, da mit diesem Studiengang beides möglich ist.



Stadt und Umland: Münster

Münster - man liebt es oder man liebt es

Atmosphäre

Man sagt in Münster regnet es oder es läuten die Glocken, und wenn es regnet und die Glocken läuten, ist Sonntag. Trotzdem kann man nicht in Münster leben und es nicht lieben. Die Altstadt, der Prinzipalmarkt, der Aasee, es ist einfach hübsch. Die Stadt ist relativ klein und überschaubar, weshalb alles sehr familiär wirkt.

Lebenshaltungskosten

Münster gehört auf jeden Fall zu den teureren Städten in NRW. Man zahlt nicht selten um die 400 Euro für ein WG-Zimmer und essen gehen und so Sachen kosten auch. Trotzdem kann man in der Jüdefelder Straße und in der Kreuzstraße auch günstigere Kneipen und Bars finden und am Hawerkamp findet eigentlich jeder einen Club, der gefällt und wo grad ne Party ist, die nicht 15 Euro Eintritt kostet. Außerdem ist die Mensa lecker genug, dass man gar nicht schick essen gehen muss.





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