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Erziehungswissenschaft - Management und Forschung im Bildungswesen

Organisatorische Vollkatastrophe

Erfahrungsbericht von Funny Fresh, 15.10.2019
Alter (bei Studienbeginn): 26 bis 29 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 4 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: 2017, Studium 2019 abgeschlossen

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Betreuung und Lehre

Das Studium begann damit, dass wir weder Einführungstage o.ä. angeboten bekommen haben und unsere Studigruppe mangels Kommunikation seitens der Uni jeder für sich ein bisschen, doch niemand so richtig wusste, wie der Ablauf, Anmeldung für Kurse usw. sein würde. Es gab im gesamten Studium lediglich 2. Wahlmöglichkeiten, der Rest des Musterplanes war fest. Es war der Uni nicht möglich sich flexible zu zeigen, wollte man Seminare o.ä. vorziehen oder gar am Musterplan rütteln. Studiengangverantwortliche waren völlig machtlos, da neue Dozenten vor der Uni regelmäßig flohen. Ein Seminar, 3 verschiedene Dozenten, deren Fachgebiet das Seminarthema nicht mal im Entferntesten berührte ... Jedes Semester Vorträge seitens Studierender, kaum Beiträge von den Dozenten.

Ausstattung

Die Ausstattung war okay.

Organisation

Einige Seminare wurden nicht angeboten weil Dozenten fehlten, unser gesamter Studiengang hätte es ohne Eigeninitiative der Studenten in der Regelstudienzeit nicht geschafft, alle Pflichtveranstaltungen zu belegen. Immer wieder zeigte sich, dass es organisatorisch keine Absprache unter Dozenten und Verantwortlichen gibt. Keine Transparenz was geschieht, nur ausgeliefert sein. Keine Partizipation, nur zweckgebundene Entscheidungen über die Köpfe der Studies hinweg. Aufbau völlig absurd, im letzten Semester 6! Klausuren, im ersten keine Prüfungen und im 2.: 3! Forschungsprojekte Parallel. Abschließend durften wir nicht mal an der feierlichen Absolventenverabschiedung teilnehmen, da die Uni es versäumt hatte, alle (20!) Zeugnisse unseres Studienganges rechtzeitig fertig zu bekommen. Schreckliche Organisation von Anfang an, als Student fühlt man sich nicht wertgeschätzt, sondern herumgeschubst und erhält bei Fragen oder Problemen 0 Unterstützung.


Kommentar der Hochschule

Lieber „Funny Fresh“, wir haben Ihre Bewertung gelesen und sind dankbar für ihr Feedback – denn es ist uns wichtig, dass sich unsere Studierenden bei uns wohl fühlen. Und wenn es etwas zu verbessern gibt, dann wollen wir das natürlich wissen und angehen – insofern dankeschön. Dennoch haben wir uns über manche Aussagen gewundert, weil unsere Erfahrung und auch das Feedback, das uns bislang erreicht hat, anderslautend sind. So bietet die Uni Erfurt beispielsweise jedes Jahr zum Semesterstart die Studieneinführungstage an. Eine Woche lang werden hier die neuen BA-Studierenden in kleinen Gruppen begleitet, um sich in den Studienbetrieb einfinden zu können. Es gibt Infoveranstaltungen, Campus- und Bibliotheksführungen, eine Willkommensaktion, Stadtführungen und auch Freizeitangebote, damit sie sich schnell auf dem Campus und in der Stadt zurecht finden – alles betreut von unseren Tutoren, die das jedes Jahr ehrenamtlich machen. Wir finden, das ist eine tolle Sache. Für Master-Studierende, die bereits Studienerfahrungen gesammelt haben, sind die Informationsveranstaltungen natürlich nicht so basal, „die sind ja schon groß“ und sollten die Kursanmeldung auch schon selbst hinbekommen. Aber auch sie erhalten Informationen zum Studienstart. Voraussetzung ist natürlich, dass man an den Veranstaltungen auch teilnimmt. Die Wahlmöglichkeiten im Studium beschränken sich auch nicht auf zwei, wie Sie schreiben, sondern auf drei - (A-, B- und C- Modul) bei fünf Modulen insgesamt. Drei Dozenten in einer Veranstaltung hingegen sind bei uns ja eher unüblich – es handelt sich in der Regel um einen, im Studium Fundamentale um zwei (wegen der Interdisziplinarität dieses Studienbereichs). Und das ist aus unserer Sicht auch gut so. Auch dass sich Studierende in die Veranstaltungen einbringen, ist durchaus erwünscht. Erst das macht die Lehre ja lebendig – Stichwort: Diskurs. Im Studium Fundamentale werden bei uns sogar ganze Lehrveranstaltungen von Studierenden selbst organisiert. Das ist keine Not, sondern pure Absicht. Es geht hier nämlich auch um gewisse „(Soft) Skills“ außerhalb des eigentlichen Fachs. Und wo wir einmal bei Zahlen sind: Wir haben noch einmal bei unserem Studienfachberater für die Erziehungswissenschaft nachgefragt: Es gibt maximal 4 Klausuren, nicht sechs. Das wäre in der Tat viel. Dann schreiben Sie „Studiengangverantwortliche waren völlig machtlos, da neue Dozenten vor der Uni regelmäßig flohen.“ Dem würden wir gern nachgehen, denn aktuell fehlt uns keiner unserer Dozent*innen. Wir werden aber noch einmal genau hinschauen, versprochen! Richtig ist hingegen, dass unsere Studierenden nicht lange an der Uni sind – denn die überwiegende Mehrzahl studiert bei uns in der Regelstudienzeit. Darauf sind wir übrigens ziemlich stolz, weil das bei Weitem nicht überall in der Republik der Fall ist. Und dann haben Sie die Sache mit der Partizipation angesprochen. Die ist an der Uni Erfurt in zahlreichen Gremien möglich – im Studierendenrat, ja sogar im Senat und Hochschulrat, aber auch in den Fachschaften. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich zur Wahl aufstellen lässt. Die Chancen, mitzureden, sind dabei in Erfurt vergleichsweise hoch – sofern man denn von seinen Kommilitonen gewählt wird. Engagierte Typen, die zu konstruktiver Kritik in der Lage sind und etwas auf die Beine stellen, werden das bei uns erfahrungsgemäß. Alles in allem, entsteht hier irgendwie der Eindruck, dass es sich bei den beschriebenen Universitäten um zwei verschiedene handelt. Wir bedauern sehr, dass Sie so unzufrieden mit Ihrer Alma mater waren, freuen uns aber, dass Sie dennoch (und offenbar auch in der Regelstudienzeit) Ihr Studium bei uns abschließen konnten. Wenn Sie konkrete Verbesserungsvorschläge für haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns diese mitteilen – gern an studierendenangelegenheiten@uni-erfurt.de. Vielleicht gelingt es uns ja - dank Ihrer Hilfe - noch besser zu werden. Das wäre uns ein echtes Anliegen.





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