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Ein praxisorientiertes Studium für Frankophile!

Erfahrungsbericht von Johanna, 30.06.2017

Studieninhalt

Das Studium setzt sich aus drei Bereichen zusammen. Der größte ist der Französisch-Teil, der Grund- bzw. Basismodule über die französische Sprach- und Literaturwissenschaft sowie obligatorische Vertiefungsmodule beinhaltet, die den Studierenden die weitere Sprachpraxis vermitteln.
Grundvoraussetzung für dieses Studium ist ein Niveau B2, was ich auch für durchaus angemessen halte, da vor allem das zweite Semester einen nicht zu unterschätzenden Sprung nach oben macht. Die Sprachmodule sind dementsprechend anspruchsvoll.

Den ersten der beiden Ergänzungsbereiche (zu je 30 LP) wählt man zwischen Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre. Ich habe mich für die Rechtswissenschaften entschieden, weshalb ich auch nur darüber wirklich berichten kann. Hier wird man in die Grundlagen des öffentlichen Rechts eingewiesen und auf die europarechtliche Perspektive vorbereitet.
Der zweite Ergänzungsbereich ist in meinem Feld die Politikwissenschaft, allerdings kann man hier auch noch zwischen Theaterwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie wählen.

Mich persönlich interessiert die Sprachwissenschaft sehr, da es hier auch um die Beziehungen der romanischen Sprachen untereinander, ab dem 2. Semester speziell natürlich um die französische Sprache geht. Wie so oft kommt es aber auch hier auf den Dozenten an. Nicht selten kommt es vor, dass man eine eher trantütige, manchmal sogar reichlich demotivierende Person vorne stehen hat, woraufhin man als Studierender noch mehr zum Selbststudium gedrängt wird. Aber auch das kann natürlich seine Vorteile haben.

Ich finde es tatsächlich manchmal recht schwierig, als Laie an den beiden fachfremden Instituten Fuß zu fassen. Oft hat man nur wenige Seminare und Vorlesungen mit den anderen Studierenden gemeinsam, hat unter Umständen wenig Anschluss an deren Gemeinschaft. Hauptsächlich geht es mir da aber eher um das Verständnis des Faches, da man nicht in jedem Fall durch die wenigen Seminare in einem Semester den vollen Einblick in ein Thema erlangen kann, wie es beispielsweise im Monobachelor möglich wäre, aber das ist ja ganz klar.
Alles in allem ist es ein recht zeitaufwändiges Studium, wenn man sich nicht schon vorher intensiver mit Politik befasst hat und so über Kenntnisse verfügt, die über Allgemeinwissen hinausgehen. Setzt man sich aber konsequent, diszipliniert und mehr oder minder organisiert an seinen Schreibtisch, so kann doch mindestens zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

Des weiteren geht der Studiengang Frankreichstudien Hand in Hand mit dem verwandten Studiengang "Deutsch-Französische Literatur- und Kulturstudien", wodurch man noch mal ein wenig Einblick in einen nahen Studiengang bekommt, sich austauschen kann und auch unter Umständen viele Seminare zusammen belegen kann.

P.S.: Die Durchfallquote in Jura ist unglaublich hoch, darauf muss man vorbereitet sein, um im Zweifelsfalle nicht enttäuscht zu werden.

Man verbringt in den sieben Semestern Regelstudienzeit die ersten 4 an der heimischen FU, während das 5. und das 6. Semester zwei AuslandsPFLICHtsemester sind. Man hat die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Universitäten in Frankreich, aber auch eine paar wenige in der Schweiz und Kanada. Hier studiert man dann ein Jahr lang einige verwandte Kurse, die im Heimatland angerechnet werden.
Das siebte Semester ist für die Bachelorarbeit vorgesehen.

Betreuung und Lehre

Im großen und ganzen wird man an der FU und auch in diesem Studiengang gut betreut. Man muss sich vieles selbst erarbeitet und wartet auch gerne mal ein paar Tage/Wochen auf eine Antwort, aber wenn man mal nachhakt, dann bekommt auch etwas zurück.
Ich fand es unglaublich schade, dass in meinem 1. Semester so wenig Studierende angefangen haben. Dies lag maßgeblich daran, dass die FU die Antworten/Zusagen für den Studiengang so unglaublich spät versendet hat. Ich habe einige Kommiliton*innen getroffen, die sich ebenfalls auf meinen Studiengang beworben hatten, aber irgendwann nicht länger auf eine Antwort warten konnten. Nicht jeder hat die Zeit/die Möglichkeit, sich auch noch im "letzten Moment" eine Wohnung zu suchen oder alles andere in der neuen Stadt zu organisieren und so ist der Studiengang meist recht klein.
Dies ermöglicht den Betreuern, Dozenten und Koordinatoren in der Regel aber auch eine besser angepasste Leitung, da man logischerweise auf weniger Menschen Rücksicht nehmen muss.

Ausstattung

Der Studiengang Frankreichstudien ist am Institut für Romanische Philologie angesiedelt, also am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften. Am Campus Rost- und Silberlaube gibt es gleich zwei große Bibliotheken, die große Philologische Bibliothek (das Brain, nach seiner Form) und die Campus-Bibliothek.
Sie sind sehr gut durch die U-Bahn-Station Dahlem-Dorf (U3) oder Thielplatz (jetzt Freie Universität, ebenfalls U3, da eine Station weiter) zu erreichen.
Falls sich wider Erwarten mal ein Buch nicht finden lassen will, so kann man entweder an der Information nach Hilfe fragen oder über das Online-Portal schauen, ob es vielleicht in der Universitäts-Bibliothek eine U-Bahn-Station weiter zu finden ist.
Wählt man nicht gerade VWL und Theaterwissenschaft, so hat man auch keine allzu weiten Wege, die man zurücklegen muss, da man die beiden Brennpunkte auch in wenigen Minuten zu Fuß zurücklegen könnte.
Hat man jedoch körperliche Einschränkungen, sitzt man beispielsweise im Rollstuhl, so kann sich dies etwas schwieriger gestalten. Der Campus an der Fabeckstraße/Thielallee (also die Rost- und Silberlaube, der Hauptcampus der Romanisten) ist relativ barrierefrei, die Haltestelle Thielplatz verfügt hingegen nur über zwei Treppen, während Dahlem-Dorf immerhin einen Fahrstuhl bietet.

Die Ausstattung der Hörsäle ist moderat, einige sind etwas älter, aber viele sind auch mit einer Hand voll Steckdosen, in jedem Fall aber mit Beamer, häufig Whiteboards ausgestattet.
Die Seminarräume sind da ganz unterschiedlich, da variiert der Stand von Institut zu Institut.

Organisation

Manchmal ist es schwer, an Informationen zu gelangen, wenn man keinen Insider im System hat. Fragt man aber 1-2 Mal nach, so kommt man auch an mögliche interessante Veranstaltungen an seinem Fachbereich.
Den Erfahrung ehemaliger Studierender und Absolventen ist das Studium in jedem Fall in der Regelstudienzeit studierbar, wozu auch geraten wird.
Die Stundenplangestaltung ist abhängig davon, an welchen Instituten man unterwegs ist. Am Otto-Suhr-Institut (OSI), wo die Politikwissenschaften gelehrt werden, hatte ich im 2. Semester eine unglaubliche große Auswahl an Seminaren und Kursen, die es mir erlaubten, einen Wochentag komplett zu füllen, um an einem anderen Geld zu verdienen. Mit ein klein wenig Organisationsgeschick (viel mehr hab ich da auch nicht) gelingt auch diese Hürde und der Geldbeutel leidet nicht zu sehr unter Berlins immer weiter steigenden Mieten.

Berufsorientierung

Ich habe gleich in den ersten Wochen meines Studiums viele Leute aus aller Welt, vor allem aber aus Frankreich kennengelernt, die mittlerweile zu guten Freunden von mir zählen. Es geht auch hier wie immer darum, nicht zu erwarten, dass etwas FÜR einen erledigt wird, auch dieses Studium ist ein Selbststudium.
Man bekommt aber die Möglichkeit, durch alle möglichen Aktionen, Seminare und ähnliches, einen immer größeren Bezug zum Zielland aufzubauen, Praktika zu machen oder sich allgemein über die Berufschancen zu erkundigen.

Über Johanna
Alter bei Studienbeginn:
18 bis 20 Jahre
Beginn des Studiums:
Schon länger her (2016)
Status:
studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen. Achtet auch auf das Datum – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.



Hochschule und Hochschulleben: [Berlin]

Leicht chaotisch, Anleitung zum Selbststudium

Campusatmosphäre

Der Campus der FU ist unglaublich grün, leise und wird immer umweltbewusster.
Da wir im Südwesten der Stadt im grünen Zehlendorf weit ab vom großen Trubel der Stadt gelegen sind, kommt man sich manchmal vor wie auf dem Dorf. Das ist unglaublich angenehm, solange man nicht gerade in Marzahn, Treptow oder im nördlichen Reinickendorf lebt, denn von dort dauert es gut und gerne über eine Stunde, bis man es mal bis zum Thielplatz geschafft hat.

Mensa

Das Essen ist meistens in Ordnung, oft sogar echt lecker. Für Veganer, Vegetarier, Omnivore ist alles dabei. Es gibt sogar eine kleine Veggie-Mensa neben dem Fachbereich Rechtswissenschaft, die zwar leider etwas teurer ist, aber auch ein tolles Angebot hat.

Hochschulsport

Sehr großes Angebot, aber auch sehr schnell ausgebucht. Man muss also schnell sein, um sich in einen beliebten Kurs einschreiben zu können.


Stadt und Umland: Berlin

Eine bunte, laute Stadt mit unzähligen Möglichkeiten

Atmosphäre

Ich komme vom Land und hapere immer noch manchmal mit der Unruhe dieser Stadt. Man kann in großen Technoclubs die Nächte durch machen, in den unzähligen (!) Parks Picknicken oder auch im Winter in mauscheligen Cafés leckeren, manchmal überteuerten Kaffee trinken. In Berlin gibt es nichts, was es nicht gibt, für jeden findet sich früher oder später etwas, was ihm/ihr/ihnen gefällt.
In Berlin kann man sein wie man will und niemand (sagen wir in der jungen Generation) verurteilt dich.

Lebenshaltungskosten

Mieten werden immer teurer, ein 12qm Zimmer für 400€ wird immer geläufiger.
Wendet euch am besten an eine direkte Ansprechperson, eine Genossenschaft oder ähnliches, äußert konkrete Wünsche und seid bei Besichtigungen von neuen Wohnungen gut vorbereitet!
Uns hat es geholfen, uns nicht über ein Masseninserat zu melden, sondern direkt bei einem bekannten Unternehmen anzurufen und unsere Vorstellungen zu präsentieren.
In jedem Fall gilt: schnell, freundlich und nicht allzu anspruchsvoll sein, sich aber auch nicht über den Tisch ziehen zu lassen!

(Neben-)Jobmöglichkeiten

Leider zahlen immer noch viele Unternehmen nicht mal den Mindestlohn, da sie wissen, dass viele Studenten nun mal auf das Geld angewiesen sind.
Die meisten Supermärkte allerdings suchen explizit nach Studenten, da diese häufig die Nachmittags/Abendschichten übernehmen und dafür verhältnismäßig wenig bekommen (Stand Juni 2017: 9,34 bei meinem Edeka). Manche zahlen aber auch Feiertags-, Sonntags- und Nachtzuschlag, das ist natürlich ideal für einen solchen Job.
Aber auch viele Cafés suchen regelmäßig nach Aushilfen, Nachhilfe wird auch immer gesucht.






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