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Einzigartig, lebensverändernd

Erfahrungsbericht von Annie, 17.11.2020
Alter (bei Studienbeginn): 18 bis 20 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 7 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: 2017, studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Wir sind 4 bzw. 2 Jahre mit 18 bzw. 9 Leuten eine Art Familie. Das Schauspielstudium ist keines, wo man in Seminaren und Vorlesungen sitzt und sich Notizen macht. Wir haben viele praktische Unterrichte oft gemeinsam zu 18 oder in kleineren Gruppen. Es geht darum, dass wir nach den vier Jahren als Ensemble gemeinsam auf der Bühne stehen können und dafür bekommen in der ersten zwei Jahren in Leipzig alle grundlegenden Fertigkeiten. Unterrichte finden statt in Bewegung, darunter Bühnenkampf, Thai Chi, klassische Tänze, Yoga, Feldenkrais, Clownerie, Pantomime. Außerdem gibt es Einzelsprechen und Gruppensprechen, um auf einer großen Bühne, aber auch fein bei z.B. Lesungen bestehen zu können. In Chanson, Rhythmik und beim chorischen Singen schulen wir unsere musischen Fähigkeiten. Man braucht sich aber nicht scheuen, sollte man noch nie vorher gesungen haben. Das ist keine Voraussetzung für ein Schauspielstudium. Es gibt auch wenige theoretische Unterrichte wie Theatergeschichte und Schauspieltheorie. Der größte Teil des Studiums bildet aber natürlich der Schauspielunterricht. Anfangs werden lernen wir in zwei 9er Gruppen die Grundlagen des auf der Bühne stehen uns miteinander sein. Später erprobt man an Szenenstudien in zweier, dreier oder vierer Gruppen das gemeinsame Spielen auf Grundlage eines Stück-Stoffes. Abgeschlossen werden die zwei Jahre in Leipzig mit einer großen, gemeinsamen Sommertheaterproduktion. Nach der Zeit in Leipzig werden die letzten beiden Jahre als Studio von 9 Leuten im Theater in Dresden, Leipzig, Düsseldorf oder Halle verbracht. Dort proben wir in Produktionen des Theaters mit und nebenher erarbeiten wir weiterhin Szenenstudien, die wir am Theater zeigen. Auch die anderen Unterrichte finden reduziert weiterhin statt. Anfang des vierten Jahres zeigen wir unser Absolvierendenprogramm und hoffen dann auf Einladungen von Theatern, um nach dem vierten Jahr ins Erstengagement zu gehen.

Betreuung und Lehre

Es gibt zwei MentorInnen, die wie KlassenlehrerInnen fungieren. Sie sind hauptsächlich die Bezugspersonen zu denen man sich anfangs fachlich, aber auch wenn einen etwas bedrückt, wenden kann. Das Schauspielstudium in Leipzig ist ein sehr menschenbezogenes Studium. Auch in der Studio-Zeit gibt es StudioleiterInnen, die man bei allen Belangen fragen kann. Die erste Zeit an einem Theater kann erschreckend sein, aber die Studiogruppe und auch die StudioleiterInnen stärken einem den Rücken.

Ausstattung

Es gibt eine Hochschul-Bibliothek, bei der man alles findet, was man für die theoretischen Unterrichte braucht. Es gibt Institutseigene Bühnen, die uns Studierenden jederzeit zur Verfügung stehen, auf denen man Szenenstudien und freie Projekte erarbeiten kann.

Organisation

Das Studium ist ausschließlich in der Regelstudienzeit studierbar. Man fängt als Gruppe gemeinsam an zu studieren, daher wird sich bemüht alle beisammen zu halten. Wenn jemand aus der Gruppe fehlt, hat das Auswirkungen auf alle. Das ist Konsens in der ersten zwei Jahren insbesondere. Das Pensum ist hoch. Das muss man wissen. Es gibt wenig Spielraum für Extra-Kurse oder Hochschulsport. Innerhalb der zwei Jahre müssen die Studierenden fit gemacht werden, um danach auf Bühnen bestehen zu können. Das Bedarf viel Zeit. Später am Theater ist es fast das Gegenteil. Es kommt viel auf Selbstorganisation an, denn nicht immer ist man besetzt in Produktionen. Trotzdem kann man sich innerhalb des Theaterhauses anders engagieren und sich Projekte vornehmen. Es gibt viele Konzerte, Hochschulaufführungen anderer Studiengänge zu denen man jederzeit gehen kann. Man muss es sich nur zeitlich gut einteilen.

Berufsorientierung

Es gibt die Möglichkeit ein Erasmusjahr in einer anderen Deutschsprachigen Hochschule zu machen, jedoch ist es wegen des engen Studienplans kompliziert umsetzbar. Ein Manko des Studiums ist, dass es durch den Fokus des Studiums auf die deutsche Sprache, für Leute, die nicht muttersprachlich Deutsch sind, schwerer ist einen Studienplatz zu bekommen. Wobei sich da wohl in den kommenden Jahren auch einiges zum positiven wenden wird.


Hochschule und Hochschulleben: Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig

Kleine Hochschule, kleine Mensa

Campusatmosphäre

Man kann sich gut mit anderen Studiengängen organisieren und es gibt auch einige Partys für alles. Nur hat man mitunter nicht die Zeit alle wahrzunehmen wegen des straffen Pensums.

Mensa

Die kleine Mensa im Dittrichring versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Es wird sich bemüht um eine zunehmend größere Auswahl vegetarischer und veganer Produkte. Es gibt belegte Brote, Salate, Süßigkeiten, Getränke, Suppen und Mittagessen. Da es eine kleine Mensa ist, gibt es leider nur ein Mittagessen und auch die Öffnungszeiten sind nicht bis zum Ende unseres Studientages. Wir haben allerdings Zugang zu den Mensen anderer Hochschulen.


Stadt und Umland: Leipzig

Junge Stadt

Atmosphäre

Man kann als junger Mensch in Leipzig überall gut leben, im Osten, Westen, Connewitz, Südvorstadt, einige Wilde ziehen auch nach Gohlis, selbst die Innenstadt, nahe der Hochschule bietet erschwinglichen Wohnraum. Leipzig ist jung und es gibt viele Ecken, die noch nicht vollends erkundet und ausgeschlachtet sind. Der Tourismus hält sich sehr in Grenzen. Es gibt auch viele Seen, Parks und man kommt überall mit dem Fahrrad hin.

Lebenshaltungskosten

Günstige Mieten (noch).


Zu diesem Studiengang gibt es einen weiteren Erfahrungsbericht:

Ein Bekenntnis zum Mensch sein

von Krim am 04.12.2018 (3 Semester, Alter (bei Studienbeginn) 18 bis 20, im Studium)





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