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Ja zu Mainz, nein zu BMC

Erfahrungsbericht von ExBMC, 18.03.2016
Alter (bei Studienbeginn): 18 bis 20 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 1 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: Schon etwas her (2015), Studium bereits 2015 abgebrochen

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Inhaltlich deckt sich Biomedizinische Chemie im 1. Semester mit Chemie B.Sc., sodass Studenten beider Fächer dieselben Veranstaltungen besuchen können:
1. Vorlesung Anorganische Chemie 1 + Übungen zur Vorlesung + Seminar für das AC1-Praktikum
2. Experimentalphysik 1 + Übungen zur Vorlesung
3. Mathematik für Naturwissenschaftler 1 + Übungen zur Vorlesung

Die Vorlesungen zu Anorganischer Chemie können interessant sein, sind aber auch sehr anspruchsvoll. Vorwissen in Chemie wird nicht verlangt, ist aber gerade am Anfang sehr hilfreich. Abhängig vom Professor werden Inhalte mal gut, mal weniger gut vermittelt. Um für die Vorlesung halbwegs am Ball zu bleiben, muss man sich Chemie-Bücher (wie z.B. Riedel oder Mortimer) zulegen, viel nacharbeiten und sich ggf. mit anderen Kommilitonen zusammentun, die bei gewissen Themen einen besseren Überblick haben.
Am Anfang werden die Basics vermittelt, die man mitunter auch mal in der Schule gehört haben könnte: Aufbau der Materie (Atommodelle und PSE), Chemische Bindungen (metallische Bindung, ionische Bindung, kovalente Bindung), Chemische Reaktionen und Chemisches Gleichgewicht sind die Themen. Dort kann man auch was neues lernen und ist mitunter auch interessant.
Wenn das alles durch ist, kommt die Chemie der Elemente. Das ist nur pures Auswendiglernen und meiner Meinung nach sehr uninteressant.
Die Physik-Vorlesungen waren von der Organisation her relativ gut: Der Dozent schreibt während der Vorlesung die Inhalte und Formeln auf, sodass jeder den Lernstoff in konzentrierter Form in seinem Ordner hat. Dazu gibt es auch noch anschauliche Experimente, um bestimmte Sachen besser nachvollziehen zu können. In den Übungsblättern jedoch sind manche Probleme nur sehr schwer oder gar nicht nachvollziehbar, was frustrieren kann. Vom Stoff her wird nochmal Oberstufen-Physik etwas ausführlicher behandelt (Einführung in physikalische Methoden, Mechanik von Massenpunkten, Auswirkung Kräfte, Mechanik starrer Körper, Dynamik deformierbarer Körper, Wärme und Thermodynamik).
Die Mathe-Vorlesungen waren in Ordnung, wobei die Menge an Stoff (etwas ausführlichere Oberstufen-Mathematik), die der Dozent in einer Vorlesung zu vermitteln versucht, teilweise viel ist. Dafür gab es zu der Vorlesung ein Skript (für 5€), sodass man auch dem Geschehen besser folgen konnte. Die Übungsblätter waren gut machbar.

Je länger man aber BMC studiert, desto mehr unterscheidet man sich von einem "gewöhnlichen" Chemiker: BMC'ler fehlen teilweise Kenntnisse aus der Anorganischen und Physikalischen Chemie, weil für sie die Fortgeschrittenen-Module nicht vorgesehen sind. Infolgedessen können sie an diesen Vorlesungen, Seminaren und Praktika nicht teilnehmen und bekommen nur Grundlagen vermittelt. Dafür besuchen sie Biochemie-, Anatomie- und Zellbiologie-Vorlesungen.

Betreuung und Lehre

Die Betreuung liegt zum größten Teil auf den Schultern der Übungsleiter und Tutoren: Professoren sind teilweise so sehr von Fragen genervt, sodass sie Fragende an die Übungsleiter weiterreichen. Die Übungsleiter sind meistens aber sehr kompetent und können Fragen auch gut beantworten. Man kann sich zwar an den Vorlesungen orientieren, wenn man für eine Klausur lernt, aber letztendlich ist man auf die Fachliteratur und die Übungsblätter angewiesen.

Insgesamt schreibt man 3 Zulassungsklausuren in AC1. Dort wird die Spreu vom Weizen getrennt. Manchmal stellen die Professoren eine Klausur zusammen, manchmal stellen auch die Übungsleiter die Klausuren zusammen und lassen sie von den Professoren überprüfen. Die 1. Klausur war mit überschaubarem Lernaufwand machbar, die anderen beiden Klausuren sind schon wesentlich anspruchsvoller, weswegen dort die Durchfallquote auch mal 80% betragen kann. Schafft man die Zulassungsklausuren, wartet noch die Modulabschlussklausur, für die man auf jeden Fall sehr gut vorbereitet sein muss.

Ausstattung

Innerhalb der chemischen Fakultät gibt es eine eigene Bibliothek, wo es die meisten Bücher für Chemie, Physik und Mathe zu verleihen gibt. Standardbücher (wie Riedel, Mortimer, Demtröder, etc.) sind relativ schnell vergeben, sodass man sich rechtzeitig Bücher ausleihen sollte. Dort gibt es auch relativ viele Arbeitsplätze, sodass man in der Bibliothek auch problemlos arbeiten kann. Die Computer sind auch relativ modern und bieten Zugriff auf viele Programme, viele von den PCs gibt es aber nicht, sodass die Plätze (besonders während der Klausurenphase) schnell weg sind. Es gibt aber WLAN, sodass man auch problemlos seinen Laptop mitbringen und über Remote-Zugriff auf Uni-Programme zugreifen kann.

Die Hörsäle sind zwar groß, aber besonders zu Beginn sind sie recht schnell überfüllt, sodass man entweder nur in den letzten Reihen oder überhaupt keinen Platz findet. Aber in relativ kurzer Zeit gehen einige nicht mehr zu den Vorlesungen oder Seminaren, sodass man sehr wohl noch einen Platz finden kann.

Organisation

Der Stundenplan ist für das 1. Semester vorgegeben, Handlungsspielraum gibt es nur wenig (z.B. kann man die Zellbiologie- und Histologie-Vorlesungen bereits in das 1. Semester packen).
Für die Chemie-Klausuren muss man sehr viel in kurzer Zeit lernen (man schreibt 3 Zulassungsklausuren für das Praktikum) Aufgrund des sehr hohen Arbeitspensums für das Studium allgemein (und aufgrund des hohen Anspruches in dem AC1-Modul) ist es nur mit Mühe und Not möglich, in der Regelstudienzeit zu studieren. Wenn man nebenher noch arbeiten will (oder muss), ist ein Studium in 6 Semestern Regelstudienzeit schon fast unmöglich.

Berufsorientierung

Es gibt viele Praktika, bei denen man viel lernen kann, aber man kommt dort aufgrund der sehr hohen Teilnehmerzahlen zu Beginn des 1. Semesters nur über bestandene Zulassungsklausuren rein. Letztendlich wird man aber am Ende (wenn man zusätzlich zum Bachelor noch einen Master + Promotion dranhängt), nicht viel machen können.



Hochschule und Hochschulleben: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Uni im Allgemeinen gut

Campusatmosphäre

Der Campus ist riesig, fast alle Fakultäten sind auf dem Unigelände. Alles ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar, mit der Campus-Linie 69 kann man auch per Bus auf den Campus. Es gibt neu errichtete, schöne Gebäude, aber auch baufällige und hässliche Gebäude. Die Uni ist jetzt nicht sehr hübsch, geht aber vollkommen in Ordnung. Auf dem Campus gibt es Möglichkeiten zum Feiern und auch die Fachschaftspartys kommen nicht zu kurz (Chemiker-Party, Sportler-Party, etc.).

Mensa

Die Mensa bietet für einen geringen Preis viel an, was durchaus gut schmeckt. Es gibt auch Angebote für Vegetarier und Veganer und wenn man keine vollständige Mahlzeit haben will, dann kann man sich Brötchen, Kuchen oder sonstiges Gebäck in der Mensaria holen.


Stadt und Umland: Mainz

Schöne Stadt mit viel zu bieten

Atmosphäre

Mainz ist eine sehr schöne Stadt, die nicht zu groß und nicht zu klein ist. Besonders der Domplatz in der Altstadt ist sehr schön und in der Nähe sind auch viele Geschäfte und Restaurants. Wenn man feiern gehen will, gibt es einige Clubs, wobei für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte (50 Grad, QKaff, Caveau, Red Cat, etc.). Ansonsten gibt es noch viele Bars und Kneipen. Sollte es mal öde werden, ist Wiesbaden oder Frankfurt recht schnell zu erreichen.
Ein Mainzer Highlight ist aber die "Meenzer Fassenacht", da geht es immer rund.

Lebenshaltungskosten

Mainz ist eine beliebte, aber leider auch teure Stadt. Eine günstige Wohnung zu finden ist nicht so einfach, geht aber, wenn man früh genug sucht. Am unkompliziertesten wäre eine Wohnung in einem Studentenwohnheim, aber dort sind die Wohnungen relativ schnell weg.





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