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Studiengang top - Uni flop

Erfahrungsbericht von Tom89, 01.02.2018
Alter (bei Studienbeginn): 21 bis 25 Jahre
Zum Zeitpunkt des Berichts 1 Fachsemester studiert
Beginn des Studiums: 2017, studierte noch bei Abgabe des Berichts

Bitte immer daran denken: Erfahrungsberichte sind subjektive Schilderungen – ob die Aussagen für Euch in gleicher Weise zutreffen, solltet Ihr gut prüfen und die Situation berücksichtigen, in der die/der SchreiberIn war. Achtet auch darauf, ob und wann das Studium abgeschlossen wurde – vielleicht hat sich in der Zwischenzeit schon etwas geändert.

Studieninhalt

Das Studium wird allgemein in Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr (PJ) unterteilt. In der Vorklinik (den ersten vier Semestern, die mit dem „Physikum“, also dem ersten Staatsexamen, abschließt) wird der grundlegende Aufbau des gesunden menschlichen Körpers vermittelt. Hier hat man Fächer wie Anatomie, Histologie, Neuroanatomie, Biologie, Chemie, Biochemie, Physik und Psychologie/Soziologie, die auch allesamt im Staatsexamen abgefragt werden. Darauf folgen drei Jahre Klinik, in der man die Grundlagen des ärztlichen Handels mit entsprechenden Einblicken in die jeweiligen Fachrichtungen, erlernt. Die Klinik endet mit dem 2. Abschnitt der ärztlichen Prüfung. Im PJ arbeitet man schließlich ein Jahr lang in einer Uniklinik, wendet sein bis dahin erworbenes ärztliches Wissen also praktisch an. Nach ungefähr sechs Jahren und drei Monaten schließt man das Studium dann mit dem 3. Staatsexamen sowie einer Prüfung der Ärztekammer zum Erlangen der Approbation ab.

Betreuung und Lehre

Die Lehre der medizinischen Fakultät der LMU ist - zumindest in der Vorklinik - grauenhaft. Die „Exzellenz“ dieser Universität kommt dort definitiv nicht an! Die Kurse sind teilweise mehr als unnötig, da sie absolut keinen Lerneffekt erzielen. Zudem wird man oft wie in der Grundschule behandelt: Abstempeln (ja tatsächlich auch mit den Stempeln, die es in der Grundschule gab) von histologischen Zeichnungen, Abfragen im Physik-Praktikum und Kontrolle von Mitschriften in den Praktika. Die Bewertung in mündlichen Prüfungen ist schlicht und ergreifend nicht nachzuvollziehen, da einige Prüfer sehr einfach prüfen und jeden bestehen lassen, andere einen wiederum bei den kleinsten Fehlern durchfallen lassen.

Ausstattung

Das Sortiment der Bibliothek (vor allem der medizinischen Lesehalle in der Nähe der Innenstadtkliniken und der Anatomischen Anstalt) ist sehr gut. Die Anatomie wurde 2013 umgebaut und ist seither auf dem allerneuesten Stand, so ist im Mikroskopierraum neueste Technik zu finden und der Präpsaal wirklich sehr schön ausgestattet. Gleiches gilt für die Räumlichkeiten in Großhadern. Es mangelt jedoch definitiv extremst an zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen an der Uni!

Organisation

Die Arbeitsbelastung im Medizinstudium ist - was man aber auch bereits vor Beginn des Studiums wissen sollte - extrem hoch. Allgemein ist es sehr fordernd, an der LMU wohl noch um einiges mehr als an anderen medizinischen Fakultäten in Deutschland. Man ist gezwungen, über das gesamte Semester auf Hochtouren zu laufen, weil durchgehend Prüfungen geschrieben bzw. abgehalten werden. Eine klassische „Klausurenphase“ gibt es nicht! Pfichtpraktika liegen sehr häufig in der vorlesungsfreien Zeit (die, abgesehen davon, an der medizinischen Fakultät im Übrigen ca. 3-4 Wochen länger als an den anderen Fakultäten ist!), Prüfungen ebenfalls. Man hat also definitiv niemals mehr als ein bis zwei Wochen in den Semesterferien wirklich „Ferien“. Zudem ist die Stundenplangestaltung eine reinste Katastrophe. Teilweise steht dieser erst ein oder zwei Tage vor Semesterbeginn der medizinischen Fakultät online zur Verfügung und zudem können Änderungen individuell nur in äußersten Ausnahmefällen stattfinden.

Berufsorientierung

Das Studium ist erst im Praktischen Jahr wirklich praxisorientiert, was aber insofern Sinn macht, als dass erst die Grundlagen für ärztliches Handeln geschaffen werden müssen, bevor man Studenten auf Patienten loslässt. Insofern ist der Studienaufbau an der LMU (im Vergleich zu Modellstudiengängen wie zum Beispiel in Berlin) schon sinnvoll.


Hochschule und Hochschulleben: Ludwig-Maximilians-Universität München

Ganz okay!

Campusatmosphäre

Die Fachschaft Medizin ist sehr engagiert. Es gibt auch viele fakultative Tutorien, die von der Fachschaft oder anderen studentisch-organisierten Verbünden durchgeführt werden.

Mensa

Das Essen in der Mensa an der Anatomischen Anstalt ist zwar sehr billig, dafür aber auch dementsprechende Qualität und auch sehr wenig. Eigentlich braucht man schon fast zwei Portionen, um satt zu werden.

Hochschulsport

Über den Zentralen Hochschulsport München gibt es sehr viele Angebote. Top!


Stadt und Umland: München

Großstadtflair

Atmosphäre

München ist eine Großstadt, das muss einem vor Studienantritt definitiv bewusst sein. Dementsprechend unfreundlich kann diese Stadt sein. Es gibt auch viele Brennpunkte in der Stadt, aber auch tolle Sehenswürdigkeiten.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in München sind bekanntermaßen horrend. Viele müssen sich Wohnungen außerhalb suchen oder semesterlang auf einen begehrten Platz im Studentenwohnheim warten. Wer keine finanzielle Unterstützung hat, ist definitiv auf einen Studentenjob angewiesen.

(Neben-)Jobmöglichkeiten

In einer Großstadt gibt es selbstverständlich viele Möglichkeiten, Jobs zu finden. Es gibt sogar eine Börsen auf Facebook.





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