Romanist:in werden

Wie werde ich Romanist:in / Französisch-Expert:in?
Mit einem Studium in Französisch oder Romanistik legst du den Grundstein für deine berufliche Laufbahn. Einige Studiengänge sind sehr breit aufgestellt, während andere einen Schwerpunkt auf Sprache, Literatur oder Kulturwissenschaften setzen. Oft kannst du das Studium mit einem zweiten Fach, z. B. Geschichte, Politikwissenschaft oder Germanistik kombinieren. Alternativ kannst du bereits im Studium Schwerpunkte setzen, um dich auf berufliche Spezialfelder vorzubereiten.
Wer die Lehramtsoption wählt, erwirbt außerdem alle nötigen Kenntnisse für die Arbeit an Schulen oder Bildungseinrichtungen.
Praktika und Auslandsaufenthalte in romanischsprachigen Ländern verbessern Sprachkompetenz und interkulturelle Erfahrung.
Passendes Studienfach
Was ist der Unterschied zwischen einem Romanistik und Französisch-Studium?
Französisch fokussiert sich speziell auf Sprache und Kultur Frankreichs, während Romanistik allgemein romanische Sprachen und Kulturen behandelt. Der Hauptunterschied liegt demnach im sprachlichen Schwerpunkt.
Voraussetzungen
Wichtige Voraussetzungen um als Romanist:in oder Französisch-Expert:in beruflich erfolgreich zu werden, sind:
Sehr gute Kenntnisse in mindestens einer romanischen Sprache
Interesse an Literatur, Kultur und Geschichte
Analytisches Denkvermögen und Textverständnis
Kommunikationsstärke und interkulturelle Kompetenz
Bereitschaft zu Praktika und Auslandsaufenthalten
Was macht ein:e Romanist:in?
Romanist:innen beschäftigen sich mit romanischen Sprachen, Literaturen und Kulturen. Sie analysieren literarische Texte, erforschen Sprachentwicklung oder untersuchen gesellschaftliche Phänomene in Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien oder Lateinamerika. Tätigkeiten finden sich in der Lehre und Forschung, in kulturellen Einrichtungen, in der Sprachvermittlung oder in der Wirtschaft. Auch Digital Humanities, z. B. Analyse großer Textkorpora oder Datenbanken, werden zunehmend wichtig.
Berufschancen
Mit einem Abschluss in Französisch oder Romanistik eröffnen sich vielseitige und aussichtsreiche berufliche Perspektiven. Neben dem klassischen Lehrberuf sind Positionen in Unternehmen mit internationaler Ausrichtung, im Journalismus, im Tourismus oder in Kulturinstitutionen möglich. Viele Arbeitgeber schätzen Sprachkenntnisse und internationale Erfahrung.
Die Vielfalt der Branchen und Berufe erlaubt es zudem, eine individuelle berufliche Nische zu finden. Um deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, lohnt es sich, Praxiserfahrungen zu sammeln, Zusatzqualifikationen (z. B. Medienkompetenz, Projektmanagement) zu erwerben oder ein Auslandssemester zu absolvieren. Gerade mit einer Kombination aus Romanistik und anderen Fächern, z. B. Wirtschaft, lassen sich einzigartige Profile entwickeln.
Spezialisierungen
Diese Spezialisierung konzentriert sich auf die Erforschung der französischen Literatur von den Anfängen bis heute. Sie kann bestimmte Epochen, Genres oder Autor:innen in den Fokus nehmen.
Hier liegt der Fokus auf Struktur, Gebrauch und Entwicklung der französischen Sprache, einschließlich Phonologie, Syntax, Semantik und Sprachgeschichte.
Untersucht werden kulturelle Ausdrucksformen und Medien im französischsprachigen Raum, z. B. Film, Fernsehen, Radio, digitale Medien, Populärkultur, Globalisierung und interkulturelle Kommunikation.
Wer die Lehramtsoption wählt, kann sich auf den Unterricht in Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen vorbereiten.
Einsatz digitaler Methoden zur Textanalyse, Aufbau kultureller Datenbanken oder interdisziplinäre Forschungsprojekte.
Arbeit in internationalen Organisationen oder Entwicklungszusammenarbeit; Projektmanagement und interkulturelle Kompetenzen gefragt.
Berufsfelder
Lehrtätigkeit an Schulen oder Universitäten
Medien (Journalismus, Radio, Fernsehen, Verlage, Online-Medien)
Dolmetschen und Übersetzen
Tourismus und Kulturmanagement
Wirtschaftsunternehmen mit internationaler Ausrichtung
Öffentlichkeitsarbeit und interkulturelle Kommunikation
Forschung und Digital Humanities
Kulturelle Einrichtungen (Museen, Bibliotheken, Goethe-Institute)
Können Romanist:innen auch Übersetzen und Dolmetschen?
Ja, Dolmetschen und Übersetzen sind mögliche Berufsfelder. Beide Berufsbezeichnungen sind in Deutschland nicht geschützt, doch der BDÜ betont: „Sehr gute Sprachkenntnisse allein reichen nicht aus.“
Wichtig sind:
Fundierte Kenntnisse in Fachgebieten
Interkulturelle Kompetenz
Kommunikationsfähigkeit
professioneller Umgang mit Computertechnologien
Es gibt spezialisierte Studiengänge und Masterprogramme, z. B. Literaturübersetzen oder Dolmetschen, die Absolvent:innen eines Romanistik-Studiums offenstehen.
Gehalt Romanist:in
Das Brutto-Monatsgehalt (Median) aller abhängig Beschäftigten im Beruf Romanist:in beträgt laut Entgeltatlas der Arbeitsagentur € 5.106.
Werden nur diejenigen im Alter zwischen 25 und 55 betrachtet, so liegt deren Verdienst (Median) bei brutto € 5.042.
Fallzahl 881 (dabei wurden mehrere ähnliche Berufe zusammengefasst: Anglist/in / Amerikanist/in, Computerlinguist/in, Germanist/in, Japanologe/Japanologin, Sinologe/Sinologin; u.v.m. (insgesamt 44)). Die Gehälter beziehen sich auf am Jahresende Vollzeitbeschäftigte (Angestellte), wobei die genaue Stundenzahl nicht bekannt ist. Ein Teil der Differenz zwischen Frauen und Männern kann evtl. auch daher kommen.



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