08.10.2009

Englischsprachige Unis bleiben vorn
TIMES-Welt-Uniranking

Rankings bilden immer nur einen Teil der Wahrheit ab – internationale sowieso. Die Macher des TIMES-Rankings sagen selbst, dass Sie eine Bevorzugung der englischsprachigen Unis hinnehmen. Dass in diesem Jahr "nur" noch 36 US-Hochschulen unter der Top 100 sind (im Vorjahr waren es noch 42), wird schon als Beleg gesehen, dass asiatische und eropäische Unis im internationalen Vergleich aufholen. Die erste deutsche Uni steht auf Rang 55, unter den ersten 100 sind es gerade einmal vier Unis.

5 Kriterien liegen dem THE-QS-Ranking insgesamt zu Grunde (in Klammer ihr Gewicht):
  • Peer-Review – Befragung von ProfessorInnen (40%)
  • Zitationen (20%)
  • Betreuungsrelation zwischen Studierenden und ProfessorInnen (20%)
  • Befragung von Personalverantwortlichen (10%)
  • Anzahl der DozentInnen aus dem Ausland (5%)
  • Anzahl der ausländischen Studierenden (5%)
In der Auswertung des Peer-Reviews wurden Antworten von insgesamt 9386 ProfessorInnen berücksichtigt, 2008 waren es 6354. Dabei werden Antworten aus den letzten 3 Jahren herangezogen (sollte einE ProfessorInnen mehrmals teilgenommen haben, wird nur die letzte Antwort berücksichtigt).

In praktisch jedem Jahr wurden Details der Befragung verändert. Die 5 Kriterien sind nun zwar seit einigen Jahren stabil. Aber auch diese setzen sich ja aus einer Menge von Unterdaten zusammen, die gewichtet werden müssen und bei denen gewisse Ausgleichsmechanismen verwendet werden (Details zur Methode hier). Hier werden offenbar immer wieder Veränderungen vorgenommen. Insofern sind Platzverschiebungen im Ranking nicht zwangsläufig Änderungen an den Unis, sondern können (auch) den veränderten "Messbedingungen" geschuldet sein. Siehe auch die grundsätzliche Kritik an Rankings weiter unten im Abschnitt "Noch ein Ranking als Alternative?".

Die 10 "besten" Hochschulen

In Klammern die Platzierung von 2008.

1. (1) Harvard University (USA)
2. (3) Cambridge (UK)
3. (2) Yale (USA)
4. (7) UCL University College London (UK)
5. (6) Imperial College London (UK)
5. (4) Oxford (UK)
7. (8) University of Chicago (USA)
8. (12) Princton University (USA)
9. (9) MIT (USA)
10. (6) California Institute of Technology (USA)


Das University College London war vor drei Jahren noch auf Platz 25. Umgekehrt war das MIT 2005 noch auf Platz 2. Das sollte allerdings nicht zu dem Schluss verleiten, das Ranking würde tatsächlich so stark aktuelle Veränderungen abbilden (vgl. Erläuterungen oben).

Die Unis aus Deutschland unter den Top 500

In Klammern die Platzierung von 2008.

55. (78) TU München
57. (57) Uni Heidelberg
94. (137) FU Berlin
98. (93) Uni München (LMU)

122. (147) Uni Freiburg
146. (139) HU Berlin
149. (155) Uni Tübingen
182. (216) RWTH Aachen
184. (207) Uni Karlsruhe
186. (166) Uni Göttingen

206. (190) Uni Stuttgart
211. (188) TU Berlin
233. (169) Uni Frankfurt
237. (264) Uni Bonn
259. (349) Uni Mannheim
272. (274) Uni Hamburg
279. (276) Uni Ulm
281. (271) TU Dresden
288. (284) TU Darmstadt

301. (318) Uni Köln
309. (276) Uni Würzburg
317. (320) Uni Erlangen-Nürnberg
324. (303) Uni Düsseldorf
328. (312) Uni Leipzig
331. (332) Uni Mainz
342. (328) Uni Bielefeld
346. (400+) Uni Bochum
346. (325) Uni Konstanz
354. (368) Uni Marburg
357. (357) Uni des Saarlandes
386. (347) Uni Bayreuth
399. (375) Uni Bremen

401-500 (hier keine Abstufung mehr, Aufzählung alphabetisch nach Stadt):
TU Braunschweig
Uni Jena
Uni Halle-Wittenberg
TU Dortmund
Uni Duisburg-Essen
Uni Hannover
Uni Kiel
Uni Münster
Uni Regenburg

Beste deutssprachige Uni im Ranking ist übrigens die ETH Zürich auf Platz 20 (24 im Vorjahr).

Noch ein Ranking als Alternative?

Da die europäischen Hochschulen - bis auf die englischen Unis - bei den bisherigen internationel Rankings eher schlecht aussehen, hat die EU inzwischen die glorreiche Idee gehabt, ein eigenes Ranking in Auftrag zu geben. Erstellt werden soll es vom CHE, dass auch das größte Hochschul-Ranking im deutschsprachigen Raum erstellt. Unumstritten ist schon letzteres nicht (vgl. den Berichte CHE-Ranking in der Kritik und die Gedanken zum CHE-Uniranking 2009), das neue wird sich wahrscheinlich noch mehr Kritik ausgesetzt sehen.

Insgesamt scheint auch im wissenschaftlichen Raum die Kritik an Hochschul-Rankings zuzunehmen. Man kann Wissenschaft und Lehre eben nur begrenzt "messen". Neben quantitativen Messgrößen (über deren Gewichtung und Relevanz man auch noch streiten kann) bleiben viele qualitative, nicht in Zahlen quantifizerbare Aspekte. Vor allem unter dem Aspekt der Vielfalt von Wissenschaft und Forschung setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Rankings eher einen Zwang zur Vereinheitlichung auslösen, weil alle den Kriterien der Rankings nacheifern. Total einheitliche und standardisierte Hochschulen wollen viele aber doch nicht.



Quellen und weitere Artikel zum Thema Hinweis: Der vollständige Name des Rankings ist "THE-QS World University Rankings", die Times (genauer: das "Times Higher Education Supplement") lässt das Ranking von QS Quacquarelli Symonds erheben.


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